Martin Fischer: Staatsbürgerkunde – Vom Leben in der DDR

Wer bist du?

Auf der Subscribe 9 in München zu Gast in den BR-Studios.

Mein Name ist Martin Fischer und ich produziere seit 2012 den Podcast Staatsbürgerkunde. Ich habe Medien- und Kommunikationswirtschaft in Ravensburg studiert und nach meinem Studium bis zu meinem Umzug nach Berlin bei Trumpf, einem Laser- und Werkzeugmaschinenunternehmen, im Marketing gearbeitet. In der Hauptstadt arbeite ich jetzt bei Visitate, einem Hersteller für Museumssoftware, und bin dort verantwortlich für Marketing und Pressearbeit.

Warum Podcasts?

In meinen Teenagerjahren wollte ich unbedingt Journalist werden: „All the President’s Men“ (Die Unbestechlichen) mit Robert Redford und Paul Newman ist ein so großartiger Film, der zeigt, was die „Vierte Gewalt“ alles vermag. Auch wenn ich mich dann für ein Studium im Medienbereich entschieden habe, hat mich das Publizieren nicht losgelassen. Ich schrieb sehr gerne Texte, Bloggen war aber nie so meins – zu beliebig, zu unstrukturiert, zu ziellos. Mir fehlte ein Thema, über das schreiben konnte und das nicht schon von hundert anderen Blogger*innen bearbeitet wird.

Podcasten-im-Garten: Bei den Aufnahmen zu SBK061 LPG – mit ganz viel Naturatmosphäre im lauschigen Garten

Mit meinem ersten iPod entdeckte ich im Frühjahr 2005 (ausgelöst durch einen Artikel in der „Neon“) die Welt der Podcasts – Adam Curry, Annik Rubens und Michael Butler waren damals in meiner Playlist. Nach und nach kamen immer mehr deutschsprachige Angebote dazu und ich dachte: „Das will ich auch machen“! Kein anderes Medium schafft es, so direkt und persönlich Wissen und Ansichten zu vermitteln. Immer, wenn es um Menschen und ihre Geschichten geht, machen die Stimme und die Stimmung dieser Menschen einen wichtigen Bestandteil der Kommunikation aus. Es dauerte aber dann noch knapp sieben Jahre, bis mich auf dem Weihnachtsmarkt ein Kollege auf die richtige Idee brachte. Ich hatte schon öfters von der DDR-Vergangenheit meiner Familie und unserer Ausreise erzählt und er meinte: „Darüber würde ich gerne mehr hören.“ Und so habe ich meine Eltern überzeugt, dieses kleine Zeitdokument-Experiment zu starten. Hier konnte ich dann meine Interessen Journalismus und Geschichte verbinden, mehr über meine Herkunft in einem nicht mehr existenten Land lernen und über die Jahre hinweg vor allem viele tolle Menschen kennenlernen. Durchs Podcasten habe ich nicht nur interessante Gäste interviewt sondern auch einen Gemeinschaft von Menschen kennen gelernt, von denen viele heute zu meinen besten Freund*innen gehören.

Warum Wissenschaft?

Staatsbürgerkunde erzählt vom Leben in der DDR.

Mir ist bewusst, dass ich mit meinem Ansatz der „Oral History“ subjektiv aus der Vergangenheit berichte, sehe aber in der Dokumentation von Erinnerungen und Erfahrungen einen wichtigen Baustein in der Geschichtsarbeit. Ich bin kein studierter Historiker, gehe aber mit Respekt an die Aufarbeitung der DDR heran. Quellenstudium hat mir immer Freude bereitet und ich freue mich umso mehr, die eine oder andere neue Quelle ins Internet stellen zu können.

Podcastempfehlungen

Als Geschichtsinteressierter kommt man an Zeitsprung nicht vorbei: Daniel und Richard führen so charmant und unaufgeregt, dabei immer kenntnisreich und wohlinformiert, durch ihre Geschichten aus der Geschichte, dass ich mich wirklich jedes Mal freue, wenn eine neue Folge im Podcatcher an der Reihe ist. Von der Geschichte des Fahrrads bis zur Zeitumstellung gibt es immer etwas Neues zu entdecken und mit einer knappen halben Stunde findet sich immer Zeit für eine Episode.

Außerhalb der Wissenschaftspodcasts muss ich auf Lucky & Fred hinweisen. Friedrich Küppersbusch (als ehemaliger Moderator von ZAK und zuletzt Tagesschaum für mich ebenfalls ein Idol in Sachen kritischer und intelligenter Journalismus) und Lukas Heinser kommentieren – viel zu selten! – das politische Geschehen. Die blitzgescheiten Wortspielereien und Gedankensprünge sind unerreicht und wer kluge Gedanken von guten Journalisten hören will, ist hier richtig!

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