Der Sternenpodcast September 2020 Ihr Audioguide…
Podcast: Sternenpodcast
Erschienen: 31.08.2020
Dauer: 00:16:00
Der Sternenpodcast September 2020 Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group. Hell grüßt uns zu Monatsbeginn das Licht des Mondes. Die ganze Nacht steht er am Himmel, denn bereits am Morgen des 2.September ist die exakte Vollmondstellung erreicht. Die runde Mondkugel leuchtet im ausgedehnten Sternbild Wassermann, dessen lichtschwache Sterne sich kaum gegen das helle Mondlicht behaupten können. Weit rechts davon fällt uns abends im Süden ein strahlend heller Lichtpunkt auf. Es ist der Planet Jupiter, der heller als alle Sterne leuchtet. Der Riesenplanet im Sternbild Schütze ist der „Star“ des Abendhimmels. Hoch über den beiden Riesenplaneten steht das “Sommerdreieck”, ein gleichschenkeliges Dreieck aus den hellen Sternen Wega (im Sternbild Leier), Deneb (im Schwan) und Atair (im Adler). Es ist am Abend optimal platziert in der Himmelsmitte, hoch über der Südrichtung. Tief am Westhorizont funkelt ein heller, rötlicher Stern - es ist Arktur im Bärenhüter. Er steht nur mehr etwa eine Handspanne über dem Horizont. Auf der gegenüberliegenden Seite des Horizontes - im Nordosten - finden wir auf fast gleicher Höhe den hellen Stern Capella im Fuhrmann. Capella steigt bis Mitternacht im Osten immer höher, während auf der anderen Seite im Westen Arktur unter den Horizont sinkt. Dazwischen, im Norden, strebt der Große Wagen auf seine tiefste Stellung zu. Im Südosten, „links“ von Jupiter und Saturn, liegen Sternbilder, die man vielleicht eher dem Meer als dem Himmel zuordnen würde. So stoßen wir horizontnah im Süden auf den Steinbock, der ursprünglich als Wesen halb Fisch – halb Fleisch, nämlich als „Ziegenfisch“ bezeichnet wurde. Als Kalenderzeichen markierte er früher im arabischen Raum den Beginn der Regenzeit. Und er ist umringt von Sternbildern, die dem „wässrigen Element“ zuzuordnen sind. Links neben Atair, über dem Steinbock entdecken wir die auffällige, jedoch kleine Sternfigur des Delphins und weiter östlich am Horizont die beiden ausgedehnten, aber aus lichtschwachen Sternen bestehenden Sternbilder Wassermann und Fische, sowie den Walfisch. Aus diesem „himmlischen Ozean“ scheint auch noch das sagenhafte, geflügelte Pferd Pegasus zu springen, dessen drei hellste Sterne zusammen mit dem Alpha-Stern der Andromeda das „Herbstviereck“ bilden. Wie eine überdimensionale Vorfahrtstafel steht dieses große Sternenquadrat abends über dem Südosthorizont. Immerhin 3 Wandergestirne können wir in diesem „himmlischen Aquarium“ entdecken: Mars, Neptun und den Mond. Neptun, der fernste Planet unseres Sonnensystems, der nach dem griechischen Gott des Meeres und der fließenden Gewässer benannt wurde, bewegt sich, wie der Vollmond in diesem Monat, passenderweise durch das Sternbild Wassermann und gelangt am 11. September in Opposition zur Sonne. Neptun ist daher die ganze Nacht am Himmel - und wir haben jetzt die beste Zeit des Jahres, um ihn zu sehen. Allerdings ist dazu ein Fernglas und eine genaue Aufsuchkarte notwendig. Mit 4,3 Milliarden Kilometer ist Neptun rund dreimal so weit von uns entfernt wie Saturn. Viel näher und spektakulärer ist für uns der im Vergleich zu Neptun winzige Planet Mars, denn dieser entwickelt sich im September zum nächtlichen „Superstar“. Die Mars-Helligkeit nimmt deutlich zu und übertrifft schließlich sogar die des Jupiter. Ja wahrlich - Mars entreißt dem „König der Planeten“ die Krone: er ist nun der „King“! Ein Artikel von Prof. Thomas W. Kraupe, Astronom und Direktor des Planetarium Hamburg
Weitere Informationen und umfangreichere Shownotes gibt es ggf. auf der Podcast-Website.
Podcast-Website: Episode "09/2020 Der Himmel über Europa im September 2020"