#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Bleibt in Fabriken zukünftig das Licht aus - weil dort sowieso nur noch Roboter arbeiten? Vor vielen Jahren wurde auf der Hannover-Messe der Begriff "Industrie 4.0" geprägt - eine Erfolgsgeschichte war das bislang eher nicht. Doch die damit erreichte Digitalisierung und Vernetzung der Daten sind nun das Fundament für den Einsatz von KI. In einzelnen Fertigungsschritten sind Machine-Learning-Algorithmen schon lange fester Bestandteil, zum Beispiel bei der Erkennung von Qualitätsproblemen. Jetzt startet KI in der Produktion durch. KI-Agenten analysieren und steuern die Fertigungsprozesse über alle Tools hinweg. Und unter dem Schlagwort "Physical AI" werden KI-Modelle trainiert, die sich in der realen - physischen - Welt bewegen können, die Grundlage also für Roboter, die deutlich flexibler genutzt werden können. Unser Studiogast Sebastian Linzmair beschäftigt sich bei Accenture genau mit diesen Fragen: Wie können wir mit KI die Produktion flexibler, effizienter, aber auch individueller machen? Was macht eine "Dark Factory" aus, und wie weit sind wir davon noch entfernt? Und was heißt das für Europas Rolle in der Fertigung? Und wir wollen natürlich auch von ihm wissen, was er privat mit KI so alles anstellt. Also: Reinhören! KI dominiert die Hannover Messe: Wandel von Industrie 4.0 zu AI (00:01:53) Praxisbeispiel: Wie KI und Agenten die Produktion revolutionieren (00:04:45) Individualisierte Fertigung und Effizienzgewinne durch KI (00:10:50) Agenten in der Industrie: Automatisierung, Risiken und Mensch-Maschine-Interaktion (00:15:12) Europas Rolle im globalen KI- und Robotik-Wettlauf (00:21:18) Die Fabrik der Zukunft: Dark Factory und kognitive Produktion (00:25:36) Arbeitswelt im Wandel: Neue Aufgaben und gesellschaftliche Auswirkungen (00:29:06) China, USA und Europa: KI-Strategien im internationalen Vergleich (00:33:37) Regulierung, Datenschutz und kulturelle Unterschiede im KI-Einsatz (00:41:58) Low-Code, No-Code und persönliche Erfahrungen mit KI-Tools (00:46:22) Abschluss und Ausblick: Die Zukunft der KI in Industrie und Alltag (00:51:21)
Erschienen: 30.07.2026
Dauer: 00:55:18
Weitere Informationen zur Episode "Bleibt in Fabriken zukünftig das Licht aus, Sebastian Linzmair?"
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Tipping Points schaffen neue Realitäten - was sich langsam anbahnte, definiert auf einmal Unternehmen, Märkte und Gesellschaften neu. Tipping Points pirschen sich leise an. Um dann auf einmal durchzustarten, oder auch eben manchmal nicht. Und plötzlich kippt alles gleichzeitig. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen, Kundenbedürfnisse werden nicht mehr von Menschen, sondern von Agenten verhandelt, ganze Wertschöpfungsketten lösen sich auf, Plattformen kämpfen um Souveränität, und die Frage, wie viel Mensch in der Schleife noch nötig ist, wird drängender denn je. Vor zehn Jahren haben wir mit #digdeep begonnen, diese digitalen Veränderungen unter die Lupe unseres Podcasts zu nehmen. Wie ein Seismograph zu schauen, was und wer die Digitalisierung vorantreibt. Und wir haben einige Prognosen gewagt: Vor fünf Jahren haben wir in unserem Buch "Die digitale Herausforderung" fünf Tipping Points formuliert, die aus unserer Sicht die Zukunft verändern. Aber lagen wir mit unser Einschätzung richtig? Zeit also, einen Blick zurück und nach vorne zu werfen. Und wir haben fünf Podcast-Gäste eingeladen, uns einen kurzen Blick auf das zu werfen, was sich bei ihnen verändert hat und verändern wird. Irene Kilubi, Julia Urbahn, Manuel Oechster und Walter Rademacher melden sich mit persönlichen Botschaften - und die KI. Denn wir waren der erste deutschsprachige Podcast, der ChatGPT im Postcast als Gast hatte. Und da wollen wir doch wissen: Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch menschliche Podcast-Hosts wie uns? Wir sind gespannt, was euer Feedback dazu ist. Welche Themen wollt ihr in #digdeep hören?Was können wir besser machen? Welche Gäste sollen wir einladen? Wir freuen uns auf den Dialog mit euch - ihr seid der Grund für #digdeep!
Erschienen: 16.07.2026
Dauer: 01:08:01
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Was passiert, wenn ein Rechtssystem so überlastet ist, dass die Klärung selbst einfacher Rechtsfragen mehrere Jahre dauert? Und ist Jura nicht perfekt für den Einsatz von KI geeignet - Texte lesen, logische Schlüsse ziehen, Dokumente schreiben? Und werden wir in Zukunft überhaupt noch so viele Anwälte brauchen? Es ist keine Überraschung, dass "Legal Tech" einen absoluten Höhenflug hat. Einer der Superstars in der Branche ist Libra - ein Berliner Startup, das nach nur zweieinhalb Jahren bereits millionenschwere Umsätze verzeichnet und inzwischen Teil von Wolters Kluwer ist, einem der ganz großen Player im Anwaltsgeschäft. In unserem Gespräch mit Viktor von Essen, dem Gründer von Libra, wird uns schnell klar, wie extrem schnell und herausfordernd dies ist. ViktorsTeam hatte in der Nacht davor gerade ein wesentliches neues Release veröffentlicht, und wir konnten live während der Aufnahme die Taktzahl des Startups erleben... Aber es ist eben doch nicht so, dass "die KI" die Anwälte ersetzt. In Anwaltskanzleien lässt sich eine große Zahl von Abläufen tatsächlich vereinfachen oder automatisieren. Dazu braucht es eine große Datenbasis - aber auch viel menschlichen Sachverstand. Letztlich ist Rechtssprechung eben kein mathematischer, rein sachlogischer Algorithmus, sondern das Gestalten von Fairness und Gerechtigkeit von Mensch zu Mensch.
Erschienen: 09.07.2026
Dauer: 00:44:02
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Die #Futuromondo in Stuttgart nennt sich "Cross Innovation Conference & Festival" - und genau das war sie auch: Für zwei Tage hat sie Menschen zusammengebracht, die in den Schnittmengen von Innovation, Industrie, Gesellschaft und Bildung arbeiten und die Zukunft gestalten möchten. Ein wunderbares Format waren die Clubhouses: Kleine Begleitboote, in denen ein intensiver Austausch möglich wurde. Wir waren eingeladen beim Clubhouse der KI-Allianz Baden-Württemberg und haben einen Live-Folge von #digdeep aufgenommen. Wir kommen immer mehr auf den Geschmack dieser Live-Events - die Interaktion mit Euch Zuhörerinnen und Zuhörern macht Spaß! Aber auch unser Gast hatte viel Spannendes zu erzählen. Dominik Tress ist einer der vier Tress-Brüder, die mit hochwertiger Bio-Essen viele Branchen aufmischen: Verschiedene Restaurants in Süddeutschland, den ersten Bio-Michelin-Stern mit regionaler Küche im "1950" in Ehestetten (gerade wieder verteidigt), hochwertige Convenience-Lebensmittel im Supermarkt, oder auch mehr als 4500 Essen für Kitas und Schulen - jeden Tag. Das braucht jede Menge gut funktionierender Prozesse, Tools und befähigte Mitarbeiter, um hier den täglichen Wahnsinn steuern zu können. Und das frisst jede Menge Geld und Zeit - bislang. Denn in nur drei Monaten haben die Tress-Brüder mit KI Agenten ihre Prozesse komplett in die eigene Hand genommen. Die Steuerung der Warenwirtschaft, die Integration der verschiedenen Prozess-Schritte, die Vorhersage des Gastro-Umsatzes, oder die Auswahl des besten Speiseplans für die Schulen - das alles gelingt mit der Unterstützung von KI viel einfacher als früher. Die Neuerfindung der Abläufe braucht nun kein Lastenheft, keine Ausschreibung, kein Warten aufs Angebot, keine mühsame Implementierung mehr. Ideen werden innerhalb von Stunden zu Prototypen, und direkt danach zum festen Bestandteil. Und so übernimmt nicht die KI, sondern sie spielt Zeit und Konzentration frei für das, was wirklich zählt: Das Produkt und das Kundenerlebnis.
Erschienen: 27.06.2026
Dauer: 00:37:26
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Apple bringt Siri auf Vordermann - aber nicht in Europa. Anthropic darf seine besten KI-Modelle Mythos und Fable nicht mehr exportieren. Ist Europa im Jahr vier nach ChatGPT schon abgehängt? Und gehört KI nicht schon lange zur öffentlich-rechtlichen Grundversorgung, so wie Radio und TV? So viele gute Fragen - und unser Studiogast bringt sie wunderbar auf den Punkt. Aljoscha Burchardt ist Computerlinguist und Principal Researcher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Als Host des ARD-Podcasts „KI – und jetzt?" ist er einer der fundiertesten KI-Erklärer des Landes. Und so nimmt er uns in #digdeep mit auf eine Reise durch die wichtigsten Aspekte von KI. Die einen halten KI für allmächtig, die anderen für eine charmante, aber notorische Lügnerin. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser – und genau deshalb hält Aljoscha den Begriff der „vertrauenswürdigen KI" für nur halb durchdacht. Denn die eigentliche Frage stellt sich vielleicht anders: Nicht ob KI Recht sprechen oder Patienten behandeln kann, sondern was wir überhaupt wollen. Doch zunächst zeigt der Einsatz von KI schonungslos auf, was in Ämtern, Unternehmen oder im Gesundheitssystem schon längst kaputt war. Viele kennen noch den Spruch: Ein schlechter Prozess, den wir digitalisieren, ist dann eben ein schlechter digitaler Prozess. Aber vielleicht stimmt das gar beim Einsatz von KI gar nicht: In einer Ko-Evolution von Mensch und Maschine können wir innovativere und schnellere Lösungen finden. Die gute Nachricht: Aljoscha ist ein Romantiker. Und er glaubt, dass uns KI große Chancen bietet, gerade hier in Europa. Wir jedenfalls haben sehr viele tolle Einsichten gewonnen und finden: Wieder mal eine großartige Folge von #digdeep! --- Unser heutiger Werbepartner ist der C.H. Beck Verlag. Der amerikanische Philosoph C. Thi Nguyen hat in seinem Buch "Der Score - Wie wir aufhören, das Spiel der Anderen zu spielen" eine Reflektion der ewigen Bewertungs- und Rankingsysteme geschrieben. Das Buch findet ihr hier: https://www.chbeck.de/nguyen-score/product/39979469 "Klickzahlen, Fitnesstracker, Bestsellerlisten, Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von Scores. Überall bestimmen Punktesysteme, was und wer als wertvoll gilt. Doch wann kippen Orientierungshilfen in Instrumente der Beherrschung? Der Philosoph C. Thi Nguyen deckt auf, wie Scores zu einem der prägendsten Werkzeuge unserer Zeit geworden sind – und warum wir dringend ihre Wirkungsweise verstehen müssen."
Erschienen: 18.06.2026
Dauer: 00:58:40
Weitere Informationen zur Episode "Hat Europa bei KI noch was zu melden, Aljoscha Burchardt?"
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Drei Monate nach unserer ersten Folge zu KI und Schule ist die Welt schon wieder eine andere. Während sich die KI Monat für Monat rasant weiterentwickelt, hat unsere #digdeep Folge aus dem März 2026 zu vielen Diskussionen geführt. Schule ist ein emotionales Thema, und die Kommentarspalten waren voll: Wie soll Schule mit einer Technologie umgehen, die sich schneller weiterentwickelt als jede Lehrerfortbildung? KI-Agenten haben die Kinderzimmer erreicht. Kaum ein Schüler verzichtet auf KI, sei es als Nachhilfelehrer, oder bei der nächsten Hausarbeit. Für die Lehrer stellen sich damit viele Fragen: Funktioniert der bisherige Lernprozess aus Unterricht und Lernkontrolle noch? Wo und wie darf überhaupt KI genutzt werden, wenn es doch um sensible Daten der Schüler geht? Und wie kommt eine Schule überhaupt an diese Tools im Spannungsfeld von Land und Kommunen, von Schülerschaft und Eltern? Aber in unserem zweiten Gespräch mit Prof. Florian Karsten und Prof. Jochen Kuhn wollen wir die Herausforderungen einfach mal beiseite schieben: Welche großartigen Chancen bietet KI, wenn nun jeder Schüler seinen ganz individuellen Zugang zu Wissen und Kompetenzen haben kann? Florian und Jochen berichten aus didaktischer Forschung, Lehrerausbildung und Schulalltag: Sie erklären uns, warum wir das Flugzeug bauen müssen, während es schon fliegt – und was Regulatory Sandboxes, Dagstuhl-Dreieck und dialogisches Lernen mit der Zukunft unserer Schulen zu tun haben. **Prof. Dr. Jochen Kuhn** 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jochen-kuhn-55a386127 🌐 Website: https://www.didaktik.physik.lmu.de/lehrstuhlleitung/index.html **Prof. Florian Karsten** 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/florian-karsten-5933b0264/ 🌐 Website: https://www.floriankarsten.de
Erschienen: 04.06.2026
Dauer: 00:56:12
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Die Welt wird immer technischer - und dennoch scheuen sich viele vor einem Studium in Mathematik, Information, Naturwissenschaften oder Technik (MINT). Und weiterhin bleibt der Anteil der Frauen, die sich für ein solches Fach entscheiden, deutlich zurück: Wenn auch der MINT-Anteil insgesamt auf 36% gestiegen ist, so liegt der Frauenanteil vieler Ingenieurstudiengänge eher im Bereich von 10-25%. Neben Interesse und Neigung braucht man für ein komplexes Studium vor allem eins: Das eigene Zutrauen. Und das hängt sehr stark von der individuellen Geschichte, aber auch von Ermutigung, Vorbildern und Förderung ab. Unser Studiogast Claudia Zech hat sich für einen sehr technischen Berufsweg entschieden: Sie studierte Physik und hat am Teilchenbeschleuniger zur Alterung von Batterien promoviert. Heute arbeitet sie als Unternehmensberaterin in der Energiebranche. Also Themen, die gemeinhin sicherlich als komplex, anspruchsvoll und schwierig gelten. Und so hat sich Claudia dazu entschieden, über ihren eigenen Weg auf Social Media zu erzählen. Und das tut sie sehr erfolgreich: Sie ermutigt auf Youtube, TikTok und Instagram tausende von junge Menschen, sich selber auf ein solches Wagnis einzulassen. Und dazu muss man keine Superkräfte haben - aber man muss sich seinen eigenen Ängsten und Fragen stellen, und man braucht Disziplin mit sich selber. Grund genug also, um mit Claudia über ihren Weg im Beruf und in den sozialen Medien zu sprechen: Was treibt sie an, und warum sollten wir viel mutiger sein, unsere Zukunft zu gestalten? --- #digdeep ist stolzer Teil der Brand Eins Podcast-Familie.
Erschienen: 21.05.2026
Dauer: 00:47:48
Weitere Informationen zur Episode "Warum sollten Frauen keine Angst vor MINT haben, Claudia Zech?"
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Die Beijing Auto Show ist inzwischen die größte ihrer Art: über 1.800 ausgestellte Fahrzeuge, mehr als 200 Pressekonferenzen, und ein Tsunami neuer Modelle auf dem Markt. Und das, obwohl der neuestes Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung gar keinen Fokus mehr auf Elektromobilität legt. Was ist da los? Die chinesische Automobilindustrie ist in vielen Gesichtspunkten auf Augenhöhe aufgerückt. Die Kunden werden mit Features überschüttet, China ist Marktführer für Traktionsbatterien. Nun rückt das nächste strategische Bauteil in den Mittelpunkt: die Chips für die hochintegratierten Controller, die zukünftige Heimat von Infotainment, automatisiertem Fahren und KI im Fahrzeug. Wer die Chips kontrolliert, macht sich unabhängig von geopolitischen Spannungen und kann Kosten sparen. Zeit also, dass wir uns das aus der Nähe anschauen. Unser Studiogast Augustin Friedel ist wie ich (Christof) beim "SW defined Vehicle" aktiv und begleitet Automobilfirmen in der Umsetzung ihrer Software-Plattformen. Und auch er war in Beijing auf der Auto Show und bringt viele Eindrücke und Beobachtungen mit. Wir wollen von ihm wissen: Was bedeutet der sprichwörtliche "China Speed" für die europäischen Automobilhersteller, und welche Chancen haben sie aufzuholen? Was müssen die Hersteller können, und welche Rolle spielen Partnerschaften in dieser neuen Spielzeit? Und geht es wirklich um Technologie? Hört rein in eine tolle Folge mit Augustin!
Erschienen: 07.05.2026
Dauer: 00:57:04
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
Die Hausarztpraxis ist der erste Anlaufpunkt für über 90% der deutschen Bevölkerung. Jeden Morgen jonglieren Hausärztinnen und Hausärzte zwischen Bagatellen und Schwerkranken, zwischen medizinisch relevanten Information und dem Bedürfnis zu schnacken. Von den 30.000 möglichen Diagnosen kommen nur 30 häufig vor - und dennoch müssten eigentlich alle griffbereit sein. KI könnte in dieser Frage sehr helfen, nicht nur in Anamnese und Diagnose, sondern auch in der Nachbetreuung der Patienten. Und meistens werden Dr. Google und Dr. ChatGPT schon lange vor dem Arzttermin konsultiert, mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Unser Studiogast Prof. Dr. Jochen Gensichen leitet das Institut für Allgemeinmedizin am LMU Klinikum München und forscht genau an dieser Schnittstelle von Daten, KI und der Praxis. Er ist Hausarzt aus Überzeugung und Wissenschaftler mit dem Blick auf das, was in der Medizin wirklich wirkt. Im Gespräch mit uns erklärt er, warum KI in Hausarztpraxen heute vor allem als besserer Dokumentar genutzt wird — und nicht als Diagnose-Maschine. Wir sprechen über AVA, ein KI-Telefonprojekt für kognitiv beeinträchtigte Patienten, das Impfquoten messbar steigert. Und wir hören, warum ausgerechnet Scham der unterschätzte Schlüssel ist: Was wir dem Arzt vielleicht nicht sagen möchten, vertrauen wir der KI meist viel einfacher an. Hört rein — und überlegt danach, ob ihr beim nächsten Arztbesuch auch die richtigen Fragen stellt.
Erschienen: 23.04.2026
Dauer: 00:51:41
#digdeep - Neues aus der digitalen Welt
KI sieht überall hin — aber sieht sie uns wirklich alle? Millionen von KI-Systemen entscheiden täglich, wer ein Gesicht auf einem Foto ist, wer von einem selbstfahrenden Auto gesehen oder wessen Stimme erkannt wird. Die Grundlage dieser Entscheidungen sind Datensätze — und viele Trainingsdaten wurden im Internet zusammengekratzt: ohne Einwilligung, ohne Bezahlung, und vor allem ohne die Vielfalt, die die Menschheit tatsächlich ausmacht. Denn viele Gruppen fehlen schlichtweg. Das ist kein technisches Randproblem. Es ist eine strukturelle Lücke im Fundament moderner KI, denn wer nicht in den Daten ist, existiert für das Modell schlicht nicht — und das hat reale Konsequenzen für selbstfahrende Autos, Gesichtserkennung an Grenzen und Sprachassistenten für z.B. ältere Menschen. Wiebke Hutiri ist Senior Research Scientist bei Sony AI und leitet dort das Team für Responsible AI und Ethics. Mit einem globalen Team hat sie 2025 in der Fachzeitschrift Nature einen ethisch erhobenen, aus 81 Ländern stammenden Bilddatensatz veröffentlicht und dort die ganze Bandbreite der Menschen abgebildet. Im Gespräch mit uns erklärt Wiebke, warum KI Frauen mit neuen Haarschnitten schlechter erkennt als Männer mit Glatze, was der „Long Tail" der menschlichen Variabilität mit KI-Fehlern zu tun hat, und warum wir in der KI-Entwicklung vom Ende her denken sollten: von der Gesellschaft, die wir wollen — nicht von den Modellen, die wir bauen können. Unser Studio-Gast Wiebke Hutiri Wiebke Hutiri ist Senior Research Scientist bei Sony AI, dem globalen KI-Forschungslabor des Sony-Konzerns mit Standorten in Tokio, Zürich und New York. Dort leitet sie ein international aufgestelltes Team im Bereich Responsible AI und Ethics, das Methoden und Werkzeuge für ethische Datenerhebung, faire Modellbewertung und vertrauenswürdige KI-Systeme entwickelt und standardisiert. Sie promovierte cum laude an der Technischen Universität Delft (Niederlande) und war zuvor in der Forschung zu Sprachbiometrie und KI-Sicherheit tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt verbindet technische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung — von fairen Benchmarking-Verfahren für multimodale Systeme bis hin zu ethischen Fragen rund um Datenerhebung, Copyright und algorithmische Bias. Hutiri ist Mitautorin des 2025 in Nature erschienenen Papers „Fair Human-Centric Image Dataset for Ethical AI Benchmarking" (FHIBE) — einem Meilenstein für ethisch erhobene, global diverse Bilddatensätze mit Daten aus 81 Ländern. Darüber hinaus engagiert sie sich als Beraterin bei Lelapa AI, einem südafrikanischen Startup für Sprachtechnologien in ressourcenarmen Sprachen. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/wiebkehutiri/ 🌐 Website: https://wiebkehutiri.com/
Erschienen: 09.04.2026
Dauer: 00:52:32