Podcast "HiKoPod – der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu Berlin"
Bis heute stehen der erste Deutsche Kaiser Wilhelm I. und seine Ehefrau Kaiserin Augusta im Schatten des ‚Eisernen Kanzlers‘ Otto von Bismarck. Drei jüngst erschienene Bücher werfen jedoch neues Licht auf das fast vergessene Monarchenpaar und eine angeblich ausgeforschte Epoche der deutschen Geschichte. Kann wirklich von einer ‚Ära Bismarck‘ gesprochen werden? War Wilhelm I. ein schwacher oder starker Herrscher? Welche Rolle spielte Augusta an seiner Seite? Diesen und anderen Fragen gehen Susanne Bauer, Jan Markert und Frederik Frank Sterkenburgh in ihren Kurzvorträgen nach. Im Anschluss an die Präsentation ihrer auf umfangreichen Quellenrecherchen basierenden Dissertationen diskutieren sie gemeinsam mit Bärbel Holtz unter der Moderation von Daniel Stienen über eine historische Neubewertung von Kaiser, Kaiserin und Hohenzollernmonarchie.
Erschienen: 23.02.2026
Dauer: 01:25:53
Mit Hanno Hochmuth
Im Sommer 2026 soll die fünfte und letzte Staffel der Erfolgsserie ‚Babylon Berlin‘ veröffentlicht werden. Aus diesem Anlass taucht Hanno Hochmuth im Gespräch mit Jannes Bergmann in den Mythos von Berlin als Sündenbabel und verruchte Metropole ein. Es wird der Bogen geschlagen von der Weimarer Republik zu den multiplen Krisen der Gegenwart – von der jungen Demokratie, die dem massiven Druck von rechts nicht standhielt, zu den heutigen Herausforderungen. Wenngleich Geschichte sich nicht wiederholt und Historiker*innen vor vermeintlichen Analogien warnen, so ist doch unsere Erinnerungskultur nicht davor gefeit, Parallelen entdecken zu wollen. Die gehäufte Wiederkehr von 100. Jahrestagen wichtiger Ereignisse der Weimarer Republik begünstigt diesen Trend. Hanno Hochmuth ordnet die Geschichten um Gereon Rath und Charlotte Ritter sowohl historisch als auch medienkritisch ein. Er offenbart wissenswerte Details zur Berliner Stadtgeschichte, unter anderem rund um den heutigen Rosa-Luxemburg-Platz. Nicht zuletzt trennt er geschickt zwischen den von Volker Kutscher detailgetreu recherchierten Romanen und der dramaturgisch notwendigen Zuspitzung, wie sie in der Filmserie nötig ist.
Erschienen: 22.12.2025
Dauer: 00:49:18
Mit Janine Fubel
In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs führten die militärische Lage und die Pläne des NS-Regimes zu einer besonderen Form erhöhter Mobilität und extremer Gewalt. Im Gespräch mit Jannes Bergmann beleuchtet Janine Fubel das Schicksal der vielen Menschen, die 1945 in Brandenburg und darüber hinaus aus den Konzentrations- und Arbeitslagern wie Sachsenhausen in Bewegung gesetzt wurden. Dabei kommen sowohl die Häftlinge und das Wachpersonal als auch die ansässige Zivilbevölkerung sowie die Flüchtlinge aus anderen Teilen des Deutschen Reichs zur Sprache. Auch sie waren als Zeugen, Mitwirkende oder Helfer beteiligt. Abschließend wird der Blick auf den Umgang mit diesem letzten Abschnitt des Holocausts in der deutschen Erinnerungskultur von der Nachkriegszeit bis heute gerichtet. Vor 80 Jahren endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg, den Nazideutschland entfesselt hatte. Der 8. Mai 1945 war aber nicht nur ein Endpunkt, sondern gleichzeitig ein Neubeginn. Um die Zäsuren und Kontinuitäten geschichtswissenschaftlich einzuordnen, widmet sich die Sonderreihe ausgewählten Ereignissen, wie sie die Menschen in Berlin und Brandenburg im Jahr 1945 unmittelbar durchlebten.
Erschienen: 15.12.2025
Dauer: 00:50:52
Mit Brigitta Heine und Lucas Lebrenz
Etwa 30 Kilometer nordöstlich der Berliner Stadtgrenze, mitten auf dem Barnim, liegt die Stadt Eberswalde. An ihrer Stadtgeschichte lassen sich – wie in anderen Orten auch – die großen politischen Ereignisse in der Mark Brandenburg und darüber hinaus im Kleinen ablesen. Die entscheidenden Quellen zur Erforschung solcher Stadt- und Lokalgeschichten liegen in der Regel in kommunalen Archiven, wie hier im Kreisarchiv Barnim. Im Gespräch mit Jannes Bergmann unternehmen Brigitta Heine und Lucas Lebrenz als Eberswalder Stadtarchivar*innen einen historischen Parforceritt durch das ‚märkische Wuppertal‘ oder die ‚Waldstadt‘, wie Eberswalde auch genannt wurde. Sie zeichnen die Stadtgeschichte von ihren Anfängen im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus bis zu ihrer Entwicklung zum märkischen Industriezentrum nach. Außerdem berichten sie aus ihrer Arbeit im Kreisarchiv Barnim und sprechen über Chancen, Herausforderungen und verborgene Schätze in kleineren Archiven am Schnittpunkt zwischen lokaler Überlieferung und historischer Öffentlichkeitsarbeit.
Erschienen: 09.12.2025
Dauer: 00:53:08
Weitere Informationen zur Episode "38 I HiKoPod I Stadtgeschichte Eberswalde & Kreisarchiv Barnim"
Mit Rita Aldenhoff-Hübinger und Gangolf Hübinger
In ihrem neuen Buch ‘Das Berlin Max Webers. Erfahrungswelten einer Großstadt‚ widmen sich die Historikerin Rita Aldenhoff-Hübinger und der Historiker Gangolf Hübinger der deutschen Hauptstadt im Kaiserreich und ihrem Einfluss auf die Entwicklung des berühmten Soziologen. Im Gespräch mit Jannes Bergmann folgen die beiden ausgewiesenen Expert*innen der Max-Weber-Forschung dessen Spuren in der Metropole, mit ihren sozialen und politischen Spannungen. Dabei geht es von seiner Schulzeit in Charlottenburg am humanistischen Gymnasium über die Anfänge seines juristischen Berufslebens bis zu den akademischen Zirkeln, in denen sich Weber bewegte. Der historische wie geografische Rundgang spürt so den Einflüssen der Großstadt und ihrer groß- sowie bildungsbürgerlichen Milieus auf Max Weber nach und verdeutlicht, wie diese sein späteres Denken prägten.
Erschienen: 25.11.2025
Dauer: 00:48:10
Weitere Informationen zur Episode "37 I HiKoPod I Max Weber und die Großstadt Berlin"
Mit Ulrike Höroldt
Vor 80 Jahren endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg, den Nazideutschland entfesselt hatte. Der 8. Mai 1945 war aber nicht nur ein Endpunkt, sondern gleichzeitig ein Neubeginn. Um die Zäsuren und Kontinuitäten geschichtswissenschaftlich einzuordnen, widmet sich die Sonderreihe ausgewählten Ereignissen, wie sie die Menschen in Berlin und Brandenburg im Jahr 1945 unmittelbar durchlebten. Das Jahr 1945 stellte eine große Zäsur in der Geschichte des Geheimen Staatarchivs Preußischer Kulturbesitz dar. Im Gespräch mit Jannes Bergmann schildert Ulrike Höroldt die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die Mitarbeiter*innen, den Betriebsalltag und die sogenannten ‘Chaostage’ nach Kriegsende mit Plünderungen und Versorgungsmängeln. Auch die Auslagerungen der Bestände, die größtenteils erst nach dem Ende der deutschen Teilung wieder zusammengeführt werden konnten, kommen zur Sprache.
Erschienen: 10.11.2025
Dauer: 00:34:47
Mit Arnd Bauerkämper
Vor 80 Jahren endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg, den Nazideutschland entfesselt hatte. Der 8. Mai 1945 war aber nicht nur ein Endpunkt, sondern gleichzeitig ein Neubeginn. Um die Zäsuren und Kontinuitäten geschichtswissenschaftlich einzuordnen, widmet sich die Sonderreihe ausgewählten Ereignissen, wie sie die Menschen in Berlin und Brandenburg im Jahr 1945 unmittelbar durchlebten. Das Jahr 1945 in Brandenburg war geprägt von den Zerstörungen der letzten Kriegswochen, dem Wegfall der Staatsgewalt und beginnenden Umwälzungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Gespräch mit Jannes Bergmann blickt Arnd Bauerkämper zurück auf die Situation der Bevölkerung, die versuchte im Chaos zwischen Kriegsende, Versorgungsengpässen sowie Flucht und Vertreibung zu überleben. Dabei wird auf die politischen Pläne der sich neu etablierenden Machthaber ebenso eingegangen wie auf die alltäglichen Probleme und Erfahrungen der Menschen vor Ort.
Erschienen: 10.09.2025
Dauer: 00:49:58
Mit Peter Lieb
Vor 80 Jahren endete in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg, den Nazideutschland entfesselt hatte. Der 8. Mai 1945 war aber nicht nur ein Endpunkt, sondern gleichzeitig ein Neubeginn. Um die Zäsuren und Kontinuitäten geschichtswissenschaftlich einzuordnen, widmet sich die Sonderreihe ausgewählten Ereignissen, wie sie die Menschen in Berlin und Brandenburg im Jahr 1945 unmittelbar durchlebten. Zu Beginn des Jahres 1945 erreichte die Front schließlich auch Brandenburg und gipfelte in der Schlacht auf den Seelower Höhen und der Eroberung der Reichshauptstadt. Im Gespräch mit Jannes Bergmann analysiert Peter Lieb die militärische Situation 1945, die Operationen in Brandenburg und die Kämpfe in den Ruinen der Metropole. Wie sich die militärische Gewalt für die Zivilbevölkerung auswirkte, wird ebenso besprochen wie der Fakt, dass die Gewalt vor Ort nicht abrupt mit der Kapitulation endete. Außerdem beantwortet Peter Lieb die Frage, warum sich der Krieg auf Befehl der deutschen Führung sowie innerhalb der Wehrmacht so lange anhaltend fortsetzte.
Erschienen: 02.07.2025
Dauer: 00:44:20
Mit Christopher Hölzel
Jährlich locken die Staatlichen Museen zu Berlin Millionen von Besuchern aus dem In- und Ausland in das Herz der Stadt, auf die Museumsinsel. Während des Kalten Krieges lag dieses kulturelle und künstlerische Zentrum in der Osthälfte der geteilten Stadt auf dem Gebiet der DDR. Dort dienten die Museen als Bewahrer und Sammler des kulturellen Erbes sowie als öffentlicher Bildungsort, sie erfüllten aber auch repräsentative Aufgaben für die Staatsführung und waren Vermittler der sozialistischen Ideologie. Im Gespräch mit Jannes Bergmann zeichnet Christopher Hölzel die Entwicklung der Staatlichen Museen zu Berlin in der Osthälfte der Stadt beginnend mit dem Wiederaufbau ab 1945 nach. Er beleuchtet die besonderen Bedingungen der Museumsarbeit in der DDR, analysiert die Stellung der Staatlichen Museen im sozialistischen System und stellt einige der zentralen Personen in der Ostberliner Musemslandschaft vor.
Erschienen: 10.03.2025
Dauer: 00:54:36
Weitere Informationen zur Episode "33 I HiKoPod I Die Staatlichen Museen in der DDR"
With Hannah Siegrist
The red and yellow trains of the Berlin S-Bahn are an iconic part of today’s cityscape of the German capital. However, during the Cold War and the division of Berlin the railway systems themselves were divided between East and West while at the same time also transcending the borders within the city. It therefore played a critical role in the construction of space, the establishment of the two politically and culturally opposed halves of the city and future urban planning in Berlin. In this podcast, Hannah Siegrist, who received the HiKo_21 - Young Scientists Award for her project in 2024, illustrates how in the so-called ‚Space Wars‘ the Berlin railway infrastructure became one of the major assets in the ideological struggle between East and West. She describes the major protagonists involved as well as taking a look at the consequences which are still visible in the reunified city today. Die roten und gelben Wagen der Berliner S-Bahn sind heute aus Stadtbild der deutschen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken. Während des Kalten Krieges und der Teilung Berlins waren die Bahnlinien selbst jedoch zwischen Ost und West geteilt, gleichzeitig aber auch Überwinder dieser Grenze innerhalb der Stadt. Sie spielten daher eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion von Raum, der Etablierung der beiden politisch und kulturell gegensätzlichen Stadthälften und der zukünftigen Stadtplanung in Berlin. Hannah Siegrist, die 2024 für ihr Projekt mit dem HiKo_21-Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde, zeigt in diesem Podcast, wie die Berliner Schieneninfrastruktur in den so genannten „Space Wars“ zu einem der wichtigsten Mittel im ideologischen Kampf zwischen Ost und West wurde. Sie beschreibt die wichtigsten beteiligten Protagonisten und wirft einen Blick auf die Folgen, die bis heute in der wiedervereinigten Stadt sichtbar sind. Link zur Fassung mit Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=JqPAIX4hWaQ
Erschienen: 24.01.2025
Dauer: 00:32:52