Podcast "HiKoPod"

Geschichte aus erster Hand! Ausgewiesene Expert*innen geben Ihnen historische Informationen zu Berlin, Brandenburg und Preußen – von A wie Alexanderplatz bis Z wie Zisterzienser. Wollen Sie zum Beispiel wissen, welche Bedeutung die historische Mitte für die Entwicklung Berlins hat, was Sie aus dem Politischen Testament Friedrichs des Großen erfahren können oder wie sich der 9. November als besonderes Datum in der Deutschen Geschichte in Berlin auswirkte? Dann hören Sie rein!

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Podcast-Episoden

11 I HiKoPod I Kein Bismarckreich, sondern ein Kaiserreich

Ein Interview mit Jan Markert

Die ältere Preußenforschung zum 19. Jahrhundert interpretierte das 1871 gegründete Deutsche Kaiserreich als ‚Bismarckreich‘, indem sie – sich auf die Memoiren des Eisernen Kanzler stützend – die Selbststilisierung und -überhöhung Bismarcks übernahm. Dieses Bild allerdings wird seit einigen Jahren von der aktuellen Forschung hinterfragt und auf der Basis neuer, bislang ungenutzter Quellen ein Perspektivwechsel vollzogen. Dabei stellen sich die alten Narrative als Mythen heraus, die einer kritischen Interpretation der nun erstmals ausgewerteten Quellen nicht standhalten. Bismarck war eben nicht der alleinig strahlende Held der Gründung des Deutschen Kaiserreiches von 1871. Vielmehr kommt dem ersten deutschen Kaiser, Wilhelm I., die entscheidende Rolle zu. Er entwickelte ein Regierungsprogramm, mit dem das monarchische Prinzip im konstitutionellen System und die Etablierung der preußischen Vorherrschaft in Deutschland geplant (und schließlich erfolgreich durchgesetzt) werden konnte. Für diese Neubewertung steht Jan Markert, der eine Dissertation zur Biografie von Wilhelm I. für die Zeit von 1840 bis 1866 verfasst hat. Hören Sie rein!

Erschienen: 23.12.2022
Dauer: 01:00:20

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10 I HiKoPod I Mittelalterarchäologie in Berlin gestern und heute

Ein Gespräch mit Andrea Theissen und Matthias Wemhoff

Auf dem Stadtgebiet der heutigen Metropole Berlin existierten vier mittelalterliche Städte, von denen zwei slawische Burgen als Vorläufer besaßen und zwei als sogenannte Gründungsstädte angesprochen werden können. Während sich in Spandau im Westen und in Köpenick im Osten bereits im 9. und 10. Jahrhundert bedeutende spätslawische Burgen mit dazugehörenden Siedlungen herausgebildet hatten, blieb der Raum dazwischen, das heißt das mittelalterliche Stadtgebiet der beiden Städte Berlin und Cölln in spätslawischer Zeit zunächst nahezu siedlungsleer. Doch mit der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von westlichen Herrschaftsträgern getragenen Siedlungsexpansion gelangte der am heutigen Mühlendamm befindliche Spreeübergang in den Blick der neuen Machtinhaber und Siedler. An dieser Stelle entwickelten sich Berlin und Cölln um 1200 zu prosperierenden Städten, wobei Berlin die erfolgreichere Siedlung war. Ein Beweis, dass die Stadt wirtschaftlich und infrastrukturell an Potenz gewann, ist auch der 2021/22 archäologisch ergrabene Bohlendamm am Molkenmarkt. Von diesem Sensationsfund ausgehend wird im Gespräch die Grabungsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte von Berlin mit jener von Spandau verglichen. Anhand des in der Spandauer Zitadelle befindlichen, beeindruckenden Archäologischen Fensters wird von der Genese Spandaus ebenso berichtet wie von den Vorzügen dieser In-Situ-Präsentationen. Sie tauchen ein in spektakuläre archäologische Funde und Befunde im Land Berlin, deren Einbettung in die große mitteleuropäische Urbanisierungsphase im hohen Mittelalter sowie in die Ursprünge Berlins. Hören Sie rein —https://hikopod.podigee.io/10-archäologie_in_berlin

Erschienen: 27.10.2022
Dauer: 00:56:10

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9 I HiKoPod I Der Palast der Republik

Ein Interview mit Harald Engler

Der Palast der Republik galt als Prestigeobjekt sowie als Wahrzeichen der DDR-Staatskultur. Als ‚Haus des Volkes‘ im Herzen Berlins errichtet, löste er das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Hohenzollernschloss ab. Mit dem Abriss des Schlosses betrieben die SED-Machthaber symbolträchtig Geschichtspolitik, wie sie sich knapp 60 Jahre später mit dem Abriss des Palastes der Republik unter anderen Vorzeichen wiederholen sollte. Auf dem Berliner Schlossplatz, dem geschichtsträchtigsten Ort der Metropole, inszenierte die SED-Führung mit dem Palast der Republik die ‚sozialistischen Errungenschaften der DDR‘. Das Gebäude beherbergte die Volkskammer der DDR, diente als Stätte der SED-Parteitage und fungierte gleichzeitig als Freizeit- und Vergnügungsort. Nach der Wiedervereinigung wurde der Palast zum Sinnbild für die zwischen Ost und West aufbrechenden Widersprüche, Missverständnisse und kulturellen Gräben, die sich auch in der geführten Abrissdebatte auftaten. Im heutigen Humboldt Forum wiederum, das in der Kubatur des Hohenzollernschlosses für Weltoffenheit und Toleranz wirbt, präsentiert sich das wiedervereinigte, demokratische Deutschland. Die Ambivalenz dieses Ortes fordert zur kritischen Reflektion auf. Gleichzeitig mahnt sie zum behutsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte. Harald Engler gibt Einblicke in die Hintergründe sowie in die aktuellen Diskussionen um dieses historische Erbe. Hören Sie rein — https://hikopod.podigee.io/8-palast_der_republik

Erschienen: 18.10.2022
Dauer: 00:46:00

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8 I HiKoPod I Land zwischen den Zeiten. Brandenburg in der SBZ und frühen DDR (1945–1952)

Eine Buchpräsentation mit Michael C. Bienert und Hermann Wentker

Michael C. Bienert und Hermann Wentker gaben für die Historische Kommission zu Berlin in der Reihe ‚Brandenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen‘ den Band ‚Land zwischen den Zeiten‘ heraus, der die unmittelbare Nachkriegszeit und den Übergang des Landes Brandenburg in die DDR (bis zur Neubildung der Bezirke) beleuchtet. Gemeinsam mit namhaften Autoren beleuchten sie politische, verwaltungsbezogene, wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Themenfelder und schildern den schwierigen Neuanfang nach dem Kriegsende. Die sozialistisch-kommunistische Zentralisierung und Politisierung weiter Gesellschaftsbereiche in den ersten Jahren nach 1945 stehen ebenso im Vordergrund wie der (West)berlin-brandenburgische Verflechtungsraum, der sich für Brandenburg auf besondere Weise auswirkte. Beide Herausgeber präsentieren diesen facettenreichen sowie interessant geschriebenen Band und erläutern die Konzeption des Werkes. Die unmittelbaren Kriegszerstörungen, die Flüchtlingsströme, die Mangelzustände und die Gewaltexzesse werden von ihnen eindrücklich geschildert. Ferner geben sie Einblicke in den Wiederaufbau der Verwaltung durch die Rote Armee sowie die SMAD, in die personellen Konstellationen und die politischen Säuberungswellen sowie die Repressionen ab 1948. Nicht zuletzt ziehen sie Vergleiche zu benachbarten Ländern – hören Sie rein!

Erschienen: 26.07.2022
Dauer: 00:40:36

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7 I HiKoPod I Revolutionen erinnern. 1848, 1918 und 1989 im deutschen Gedächtnis

Ein Vortrag von Martin Sabrow

Die revolutionären Umwälzungen von 1848, 1918 und 1989 fristen im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik – insbesondere im Vergleich zu anderen Nationen – ein stiefmütterliches Dasein. Der Frage, warum die Revolutionserinnerung in Deutschland so schwach ausgeprägt ist, geht Professor Dr. Martin Sabrow nach. Er hielt den Vortrag im Rahmen der Tagung ‚Friedhof der Märzgefallenen. Zum Ort der Revolution von 1848 in der DDR‘. Der Zeithistoriker gelangt zu der interessanten These, dass der Wandel in der deutschen Erinnerungskultur weg vom heroischen Geschichtsdenken hin zu einem opferzentrierten Gedenken vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Zivilisationsbruches mitursächlich dafür sein dürfte, dass das deutsche Revolutionsgedenken so blass ist – hören Sie rein!

Erschienen: 21.06.2022
Dauer: 00:41:55

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6 I HiKoPod I Die Bodenreform 1945/46 in Brandenburg

Ein Interview mit Arnd Bauerkämper

Die Bodenreform, die 1945/46 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone durchgeführt worden ist, stellte einen der schwerwiegendsten Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse auf dem Land dar. Über Jahrhunderte gewachsene soziale, gesellschaftliche, agrarische und wirtschaftliche Strukturen wurden quasi über Nacht in sozialistische Strukturen transformiert. Gutsbesitzer und Landwirte, die über 100 Hektar ihr Eigen nannten und jene Landwirte, die den Nationalsozialismus unterstützt hatten, wurden entschädigungslos enteignet. Weder wurde in Ansehung der Person noch unter Berücksichtigung der Bodengüte entschieden. Über die sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die in Brandenburg aus der Bodenreform resultierten, informiert dieses Interview. Die Hintergründe, Zusammenhänge und Konfliktlinien werden – vor dem Hintergrund des heraufziehenden Kalten Krieges Ende der 1940er-Jahre – ebenso beschrieben wie die Nöte und Ängste der Betroffenen. Hören Sie rein.

Erschienen: 24.02.2022
Dauer: 00:39:50

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5 I HiKoPod I Das politische Testament Friedrichs II. von Preußen von 1752

Ein Interview mit Frank Althoff

Friedrich II. von Preußen war wohl einer der widersprüchlichsten Monarchen des 18. Jahrhunderts. Seine militärischen Erfolge schufen die Voraussetzungen, um in die Riege der europäischen Großmächte aufgenommen zu werden und die Provinz Schlesien dem preußischen Territorienverband einzuverleiben. Doch mit diesem Vorgehen brach er viele Erwartungen seiner Zeit. 1712 geboren und 1740 an die Macht gelangt, schrieb der Monarch gerade einmal vierzigjährig sein erstes politisches Vermächtnis nieder. Dies tat er 1752 in einer (selbst verschuldet) gefährlichen Lage. Zwar hatte er (bis zu diesem Zeitpunkt) in zwei Schlesischen Kriegen den österreichischen Habsburgern ihre wirtschaftlich stärkste Provinz unrechtmäßig entrissen, doch er konnte sich seines Zugewinns keineswegs sicher sein. Ihm war bewusst, dass es eine habsburgische Revanche geben würde. Auch schaute er auf ein ermattetes und wirtschaftlich darnieder liegendes Land. Über den Zustand Preußens sowie seines Königs um 1750 (und darüber hinaus) erfahren Sie mehr in diesem Gespräch. Hören Sie rein.

Erschienen: 02.02.2022
Dauer: 00:35:00

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4 I HiKoPod I Ehemals ein ansehnlicher Platz. Der Berliner Molkenmarkt in seiner hist. Bedeutung – Podiumsdiskussion

4 I HiKoPod I Ehemals ein ansehnlicher Platz. Der Berliner Molkenmarkt in seiner historischen Bedeutung – Eine Podiumsdiskussion Der Molkenmarkt in Berlin ist der älteste Platz der Metropole. Doch diese Bedeutung ist ihm heute nicht mehr anzusehen. Weder lässt sich Ur-Berlin erahnen noch vermittelt die große Straßenkreuzung Aufenthaltsqualität. Mit den archäologischen Grabungen, der Straßenverlegung und der Neugestaltung des Quartiers allerdings kündigen sich umfangreiche städtebauliche Veränderungen an, die die Historische Kommission mit weiteren Partnern wissenschaftlich begleitet. In diesem Zusammenhang präsentieren wir Ihnen exklusiv die Podiumsdiskussion, die auf dem wissenschaftlichen Kolloquium der Kommission am 8. Oktober stattfand. In der Podiumsdiskussion sollte ermittelt werden, wie mit innovativen, zeitgemäßen und demokratisch-konsensualen Ideen aus dem heutigen Molkenmarkt wieder ein ansehnlicher Platz werden könnte. Die Experten nehmen Sie mit zu den Neubauplänen am Molkenmarkt und bieten Einblicke in die gegenwärtigen Diskussionen um die zukünftige Gestaltung dieses Areals – hören Sie rein.

Erschienen: 21.12.2021
Dauer: 01:03:43

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3 I HiKoPod I Inselsiedlungen im westslawischen Raum

Ein Interview mit dem Unterwasserarchäologen Lukas Goldmann

Der Raum zwischen Elbe und Oder bildete im Hochmittelalter die Germania Slavica, eine deutsch-slawische Kontaktzone, in der verschiedene westslawische Stammesgruppen, vornehmlich in Gewässernähe lebten. Archäologische Forschungen zeigen, wo die Menschen siedelten und welche Funktionen die Siedlungen übernahmen. Von den jüngsten unterwasserarchäologischen Forschungen berichtet Lukas Goldmann, der für seine innovative Pionierarbeit den HiKo_21 – Nachwuchspreis 2021 erhielt. Die Untersuchungen bilden die Grundlage seines Dissertationsprojektes, das vom Einsteinzentrum Chronoi finanziell gefördert wird.

Erschienen: 09.12.2021
Dauer: 00:49:30

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2 I HiKoPod I Der Berliner Molkenmarkt. Welches Stadtquartier wollen wir bauen?

Ein Vortrag von Markus Tubbesing

Der Molkenmarkt in Berlin hat als ältester Platz der Metropole sein Gesicht verloren. Weder lässt sich die mittelalterliche Keimzelle Berlins am Molkenmarkt erahnen noch vermittelt die große Straßenkreuzung Aufenthaltsqualität. Vielmehr befindet sich dort, wo einst stolze Patrizier lebten und die Geschäfte florierten, heute eine städtebauliche Ödnis. Doch die Ödnis soll zukünftig einem neuen Stadtviertel weichen und dazu laufen gegenwärtig Planungsprozesse. Insbesondere finden wertvolle archäologische Untersuchungen statt. Aus diesem Anlass führte die Historische Kommission zu Berlin gemeinsam mit Kooperationspartnern ein wissenschaftliches Kolloquium zum Molkenmarkt durch, auf dem Professor Dr. Markus Tubbesing von der Fachhochschule Potsdam diesen programmatischen Vortrag hielt. Anhand von europäischen Beispielen verdeutlichte er, wie in der Vergangenheit anderenorts großflächige Neuplanungen entweder geschichtsbewusst oder aber leider auch geschichtsvergessen vonstattengingen. Damit gab er wichtige Denkanstöße für die laufende Debatte zur Gestaltung der historischen Mitte. Hören Sie rein!

Erschienen: 26.11.2021
Dauer: 00:27:59

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