Über das Erben, Hunger und Gier
Klar, wenn die Eltern sterben - oder andere nahe Angehörige - dann ist da erstmal Trauer. Aber die Sache mit dem Erbe lässt nicht lange auf sich warten. Ob wir wollen oder nicht - wir müssen uns damit beschäftigen. Egal, ob es am Ende etwas zu verteilen gibt oder nicht. Und genau an der Stelle gibt es dann oft Streit zwischen Angehörigen. Aber warum eigentlich? Rita und Nora haben diesmal die Psychotherapeutin Ulrike Sckaer zu Gast. Warum wird am Ende eines Lebens eigentlich bilanziert? Lassen sich Beziehungen da überhaupt einordnen? Wieso klären wir solche Sachen nicht zu Lebzeiten? Denn eigentlich könnte man doch ganz nüchtern einfach Dinge verteilen. Nur: So nüchtern ist die Geschichte eben nicht. Es geht um Emotionen, um Hunger nach Liebe, um Wut und Gier. Und auch der Generationenvertrag spielt eine Rolle, wenn es darum geht, das materielle oder emotionale Erbe zu verteilen.
Erschienen: 25.05.2018
Dauer: 01:04:10
Weitere Informationen zur Episode "Die Bilanz am Ende aller Tage"
Das Phänomen der Kommunikationsüberforderung
Die Mail bleibt tagelang ungelesen im Posteingang. Die whatsapp-Nachricht wird gelesen, aber nicht beantwortet. Und seit einer Woche mahnt uns die rote Zahl in der Telefon-App, dass noch Rückrufe zu tätigen sind. Es sind nicht irgendwelche Nachrichten und Kommunikationswünsche, die uns da erreichen. Es sind die Nachrichten und Kommunikationswünsche von Freunden - oder sogar der Familie. Und trotzdem antworten wir nicht. Weil es uns zu viel ist. Weil wir nicht mehr antworten wollen oder können. Rita und Nora suchen nach Gründen für die Kommunikationsüberforderung. Machen Bekanntschaft mit der Schamschleife, die das sich dann doch wieder Melden immer weiter hinauszögert und den damit verbundenen Kommunikationsmissverständnissen, die dadurch entstehen. Welche Folgen hat es, dass wir Kommunikation immer häufiger nebenbei erledigen? Und vor allem kommunizieren, um Arbeit zu erledigen oder unser Leben zu organisieren. Geht uns dabei vielleicht die Kommunikationslust verloren?
Erschienen: 11.05.2018
Dauer: 01:04:21
Weitere Informationen zur Episode "Erschöpfende Möglichkeiten der Kommunikation"
Von Willensfreiheit und Mondlava
Freiheit - ein großes Wort, dass vor allem in der Werbung gerne genutzt wird - gerne begleitet von einem weiteren großen Wort: dem Glück. Und wie erreichen wir das? Genau. Durch Konsum. Klingt komisch? Finden wir auch. Und deshalb haben wir uns mal mit dem beschäftigt, was dem zu Grunde liegt. Dem freien Willen. Und weil das so viel Spaß macht, haben wir uns gleich auch noch einen Gast dazu geholt: Dr. Aaron Langenfeld, Theologe an der Uni Paderborn. Aber keine Sorge, es geht nicht um das Göttliche, sondern um das Menschliche an der Freiheit und die Frage: Müssen wir wirklich und zu jeder Sekunde frei entscheiden? Macht uns Wahlfreiheit unfrei, wenn jemand anders entscheidet, aus welchen Möglichkeiten wir überhaupt wählen können?
Erschienen: 27.04.2018
Dauer: 01:13:31
Weitere Informationen zur Episode "Das Handwerk der Freiheit"
Warum sich Sport und Politik nicht trennen lassen
In schöner Regelmäßigkeit erklingt der Chor derer, die "Politik raus aus den Stadien" fordern. Gerne dann, wenn sich Vereine klar gegen Rechtsextremismus und Rassismus stellen. Am medienwirksamsten funktioniert das natürlich im Fußball. Der ist in Deutschland quasi omnipräsent. Aber auch dann, wenn Athleten aufstehen, um gegen Diskriminierung zu protestieren - oder Homophobie. Rita und Nora werfen einen Blick in den Rückspiegel und die Sportentwicklung der Neuzeit. Unsere heutige Vorstellung von Sport und Fairness und sportlicher Bewegung ist nämlich noch ziemlich neu. Und an vielen Stellen lässt sich feststellen: Sport hat immer wieder gesellschaftspolitische Bewegungen beeinflusst, wurde für politische Zwecke ge- und missbraucht.
Erschienen: 13.04.2018
Dauer: 00:56:20
Weitere Informationen zur Episode "Sport ist gesellschaftspolitische Bewegung"
oder: Fettnäpfchen-Wetthüpfen
Political Correctness - oder auf deutsch: Politische Korrektheit - ist immer wieder Anlass für heftige Streitigkeiten. Egal ob in sozialen Netzwerken oder im echten Leben. Während die einen meinen, man dürfe dieses oder jenes nicht sagen, fordern die anderen ihr Recht ein, sich "frei Schnauze" äußern zu dürfen. Und ganz ehrlich: Sowohl Rita als auch Nora hatten vor dieser Folge ein wenig Sorge, sich ordentlich in die Haare zu bekommen. Es ist aber auch gar nicht so einfach, das alles. Denn was genau politisch korrekt ist, ändert sich im Laufe der Zeit. So wie sich eben auch Sprache und Gesellschaft überhaupt ständig verändern. Wie also können wir mit dem Thema umgehen, ohne den Sprechakt zum "Fettnäpfchen-Wetthüpfen" zu machen?
Erschienen: 30.03.2018
Dauer: 01:11:38
Weitere Informationen zur Episode "Political Correctness und die Frage nach dem Kontext"
Zwischen Öffentlichkeit, Privatsphäre und Veröffentlichung
Was hat eine Tulpe kurz vor dem Verblühen eigentlich mit Öffentlichkeit zu tun? Erstaunlich viel, vor allem, wenn wir eh gerade über die Spähren von Öffentlichkeit und Privatheit sprechen. Und das ist weit komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Denn in Zeiten von Smartphones, in Zeiten, in denen sich fast jeder Mensch per Foto oder Video Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit verschaffen kann, spielt noch ein ganz anderer Faktor mit in dieses Thema rein. Nämlich die Frage danach, was gehört eigentlich veröffentlicht? Was empfinden wir noch als privat, wenn zum Beispiel Youtuber aus ihrem Wohnzimmer senden und uns fortwährend Einblick in ihr - vermeintliches - Privatleben gewähren? Was gehört veröffentlicht und wo sollten wir kurz innehalten und uns fragen, ob wir vielleicht doch nicht auf den Sendenbutton drücken und unsere Erlebnisse mit aller Welt teilen? In dieser Folge entsteht so viel Gehirnfutter, dass Rita und Nora am Ende selber etwas ratlos dastehen mit all den Begrifflichkeiten. Das war definitiv nicht die letzte Folge zu diesem Thema.
Erschienen: 16.03.2018
Dauer: 01:03:05
Weitere Informationen zur Episode "Die Privatsphäre einer sterbenden Tulpe"
Oder: Wie wir warten
Warten. Puh. Langweilig. Was nur tun in dieser nutzlos verstreichenden Zeit? In diesem Ärgernis des Alltags. In dieser Zeitspanne des Stillstands, in der einfach nichts voranzugehen scheint. Im Stau. An der Ampel. In der verstreichenden Zeit bis zum nächsten Date, den Feierabend oder das Wochende? Warten scheint in unserer Gesellschaft irgendwie unerwünscht zu sein. Wenn alles funktioniert, alles reibungslos ineinandergreift, jede Sekunde sinnvoll genutzt ist, dann müssen wir nicht mehr warten. Aber lässt sich dem Warten vielleicht auch eine gute Seite abgewinnen? Wie warten wir eigentlich, wenn wir mal nicht unser Smartphone in der Hand haben? Warten - können wir jetzt schon feststellen, ist vielfältiger als es den Anschein hat. Und fordert uns auf eine ganz eigene Art und Weise.
Erschienen: 02.03.2018
Dauer: 00:56:07
Weitere Informationen zur Episode "Nicht domestizierte Zeit und "rasender Stillstand""
Gibt es eine Pflicht zum Widerstand
Das hier ist eine echte Folge 2. Eine Fortsetzung. Denn wir haben uns so lange mit dem Hannah Arendt Zitat: "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen BEI KANT" beschäftigt, dass wir die entscheidende Frage gar nicht klären konnten. Wenn es kein Recht zu gehorchen gibt, gibt es dann eine Pflicht zum Widerstand? Um das zu klären lohnt sich natürlich erst mal zu fragen: Was ist denn Widerstand? Oder besser: Wann ist denn was eigentlich Widerstand? Und reicht nicht auch Widerspruch? Wie viel davon verträgt denn eine Demokratie? Ihr merkt schon, das wird wieder eine bunte Reise durch verschiedene Perspektiven auf das Thema. Beginnend bei der Vita Activa von Hannah Arendt.
Erschienen: 16.02.2018
Dauer: 01:02:42
Weitere Informationen zur Episode "Von Widerstand und Kritikäffchen"
Von entstellten Zitaten und Denktrampelpfaden
Eine Diskussion darüber, ob man sich in bestimmten Situationen "brav" ist und sich lieber nicht einmischt oder im Gegenteil sich nicht doch auf jeden Fall einmischen muss, hat ein altbekanntes Zitat wieder an die Oberfläche gespült: "Niemand hat das Recht zu gehorchen!" - So stand das Zitat zumindest vor gut zwei Jahren auf einem Infoscreen in der Berliner U-Bahn. Autorin des Zitats: Hannah Arendt. War zumindest so angegeben. Beim Googlen nach dem Zitat fällt dann aber auf. Das hat Hannah Arendt zwar fast so gesagt, aber es fehlten zwei entscheidende Dinge: ersten die beiden Wörtchen "bei Kant" - und zweitens der Kontext. Und so stellen sich Rita und Nora der Frage, inwieweit der Kontext zwingend notwendig ist für das Hannah Arendt Zitat und ob es nicht doch in seiner Verkürzung trotzdem noch Sinn ergeben kann.
Erschienen: 02.02.2018
Dauer: 01:06:51
Ein Kampf um Anerkennung
Die Schauspielerin Catherine Deneuve unterschreibt einen offenen Brief, der - salopp gesprochen - für ein "Recht auf Belästigung" plädiert. Damit bekommt die #metoo-Debatte neues Futter. Jetzt hat sie den offenen Brief - ein gemeinschaftliches Schriftstück von fünf Autorinnen - aber nicht selber geschrieben, sie war also nicht die Autorin des Briefes. Das führt uns zu der Frage: Wie viel Autor:in steckt im Werk? Wie verhält es sich mit anderen Werken? Zum Beispiel Filmen von Harvey Weinstein, Woodey Allen. Oder mit Kevin Spacey? Rita und Nora betrachten den Diskurs, seine bisherigen Auswirkungen und stellen die Frage nach dem nächsten Schritt. Welche Bedeutung hat der offene Brief, den Catherine Deneuve unterzeichnet hat, für den Diskurs? Welche Bedeutung haben die Werke? An welcher Stelle lohnt sich ein Boykott? Ist er sogar moralisch erforderlich? Natürlich fließen auch persönliche Erfahrungen mit ein. Warum ist es so schwierig, sich Gehör zu verschaffen? An dieser Stelle sollen noch schnell ein paar kleine Korrekturen mitgeliefert werden: House of Cards wurde offiziell nicht abgesetzt. Kevin Spacey wurde jedoch gefeuert, aus Szenen entfernt und die - angeblich eh schon geplante - letzte Staffel findet ohne ihn statt. Und: Kim Basinger ist - ihr habt es sicherlich schon geahnt - Sharon Stone.
Erschienen: 19.01.2018
Dauer: 01:00:18