"Ceterum censeo catharginem esse delendam!" Marcus Portius Cato (ein altrömischer Senator) beendete alle seine Reden mit diesem bösartigen Satz. Übersetzt: "Übrigens fordere ich, dass Kathargo zerstört werden soll!" Wieder und wieder und wieder sagte er diesen Satz - und Kathargo wurde dann kurz darauf wirklich zerstört. Das war im Jahr 150 vor der Zeitenwende. Obwohl man sich streiten kann, ob die endlos wiederholte Parole Catos die Ursache für den finalen Krieg und die Zerstörung Kathargos war, ist eines sicher: Wiederholung ist eine Waffe! Und es kann kein Zweifel bestehen, dass dies heute mehr als je gilt. Alleine durch das endlose Wiederholen der Aussage, eine Wahl sei gefälscht, mehr noch: gestohlen worden, kann man ein Drittel der zeitgenössischen US-Bürger/innen dazu bringen, daran zu glauben. Steter Tropfen höhlt also den Stein und in dieser Folge beschäftigen wir uns im Wesentlichen eben mit diesem einen Faktor, also der Wiederholung und ihrem Einfluss auf das menschliche Denken und Urteilen.Ein überaus passendes Thema für die zweite Folge unseres achwas.fm-Vierteilers über Populismus! Und wir verkneifen uns jetzt, umständlich zu erklären, dass soziale Medien die mächtigste Wiederholungsmaschine aller Zeiten und v.a. populistische Akteure in ihrem Gebrauch bestens geübt sind... hier geht's zum Blogbeitrag auf achwas.fmDas Episodenbild:Das Episodenbild zeigt eine der berühmtesten Invasionen der Geschichte: Der mehrere Meter lange Teppich von Bayeux erzählt in gestickten Bildern die Geschichte der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066. Im Mittelpunkt standen Wilhelm der Eroberer, die Überfahrt der Normannen nach England und schließlich die Schlacht von Hastings, in der der englische König Harold II. besiegt wurde. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bayeux_Tapestry_Scene_39.png
Erschienen: 10.09.2026
Dauer: 01:05:39
Weitere Informationen zur Episode "Populismus II: Die Invasion"
Staffel 3, Episode 19 Die neue Google Suche 2026: Die "Findemaschine" generiert nun ganze Texte aus unterschiedlichen Quellen. Das heisst, sie sucht nicht mehr nach Quellen mit dem Ergebnis dass wir den Titel eines Suchergebnisses, den Kurztext und den Link zur Webseite selber weiterarbeiten nutzen können. "Google googelt für uns", mein dazu Jay Peters (THE VERGE).Google "erntet" Informationen des Internets mit einer Macht, die man mit dem "Fracking", dem Rauspressen der letzten Tropfen Öl aus Gestein, vergleichen kann. Und da man Menschen natürlich nicht Rohöl anbieten kann - wer nennt schon eine Hausraffinerie sein Eigen - werden diese Informationstropfen aus unterschiedlichen Quellen in Texte synthetisiert, hübsch angerichtet und gehirngerecht als "Suchergebnisse" präsentiert.Das wars. Keine Wahl der eigentlichen Quellen, kein Stöbern woher denn die Erkenntnisse kommen. Friß oder stirb? Oder bietet Google doch mehr? Wieder einmal schauen wir hinter die Kulissen, haben uns die Entwicklung bei Google in den letzten 3 Jahren seit 2023 angeschaut, fragen uns, was wir Suchenden davon haben (oder verlieren) aber auch, was die Firmen machen, die mit dem Wissen über Google verdienen. Stichworte sind SEO (Textoptimierungen von Websites um besser gefunden zu werden) oder auch die Versuche, KI-gerechte Texte zu schreiben (AEO und GEO) oder Markennamen wie Prompts zu gestalten. Das Episoden-BildDas Folgenbild von Marinus van Reymerswaele (1490 – 1546) trägt mindestens zwei Titel: "Der Anwalt" oder auch wahlweise "Der Steuereintreiber". Beide passen zum Thema der Welt von Nutzenden und Kommerziellen im Bereich Suche: Der Anwalt, wie man sieht, hat Bücher und Schriftstücke parat, um seine Klienten gut zu beraten. Im Vordergrund rechts sieht man einen Klienten, der die letzten Münzen aus seinem Geldkatze schüttelt, um den anwaltlichen Rat zu erlangen.Der Steuereintreiber hat Aufzeichnungen über die Schuldner parat und sieht sich einem (säumigen) Steuerzahler gegenüber, der nicht ganz solvent wirkt. Zu sehen ist das Bild in der Pinakothek in München unter dem Titel "Der Advocat" (1542). https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/apG9V594Zn/marinus-van-reymerswaele/ein-advokatAuch dieses Bild ist gemeinfrei.
Erschienen: 21.07.2026
Dauer: 01:27:24
Weitere Informationen zur Episode "Der Chatbot im Suchfeld - Google dankt ab."
Man kann ja eigentlich niemandem und gar nichts mehr glauben, oder? Genau. Wenn uns dieses Gefühl beschleicht - mitunter kann man sich nur schwer dagegen wehren - leiden wir an einem Zustand, den man als "informational learned helplessness" bezeichnet. Und eine akute Ausprägung dieses Syndroms geht der Regel damit einher, dass uns alle Lust auf weitere News oder Meldungen oder Feeds oder Talkshows oder Diskussionen vergeht. Wir werden in dieser Folge darüber sprechen, dass all dies kein zufälliges Nebenprodukt einer modernen Medienlandschaft mit zu viel Unordnung und zu diverser Information ist, sondern das Ergebnis einer Strategie, die der überaus sympathische Trump-Berater Steve Bannon mit einem mittlerweile berühmten Satz auf den Punkt gebracht hat: Flood the zone with shit ! In der ersten Folge unserer vierteiligen Populismus-Serie beschäftigen wir uns mit genau diesem Phänomen: gezielte Verwirrung. Und obwohl uns dies bei genauerem Nachdenken paradox anmutet, ist das Bilden von Widersprüchen und die Außerkraftsetzung der Instanzen, die über die Wahrheit wachen (Wissenschaft, Presse, Gerichte) ein von allen Populisten intensiv gepflegter Sport. Im Trommelfeuer der Fake News, Parolen, und Propaganda gibt es dann drei Möglichkeiten: (a) Man gibt auf und zieht sich zurück. (b) Man beginnt, den Mumpitz zu glauben, mit dem man von den Populisten gefüttert wird und schließt sich ihrem Weltbild an. (c) Man versucht, weiter zu machen wie bisher und den Fakten und der Wahrheit treu zu bleiben. Der Anteil der Menschen, die den letzteren Weg gehen nimmt - so scheint es - ab, und genau das ist das Problem.Wir möchten nicht verschweigen, dass wir über einige ziemlich unappetitliche Details sprechen müssen, also etwa über Tierversuche mit Elektroschocks oder Parallelen zwischen sozialen Medien und den berühmten "Gehirnwäsche"-Camps in China und Korea . Aber das ist nicht zu vermeiden, denn es geht letztlich um nichts Geringeres als darum, wie unsere Demokratie überlebt. Hier geht's zu den Shownotes auf achwas.fmZum Episodenbild:Der Turmbau zu Babel von Pieter Breughel dem Älteren aus dem Jahr 1563 ist DAS Bild überhaupt zum Thema Verwirrungskatastrophen und deshalb eine sehr adäquate visuelle Einstimmung zu dieser Episode.Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/Pieter_Bruegel_(I)#/media/File:Pieter_Bruegel_the_Elder_-_The_Tower_of_Babel_(Vienna)_-_Google_Art_Project_-_edited.jpg
Erschienen: 05.07.2026
Dauer: 01:16:48
Weitere Informationen zur Episode "Populismus I. - Die große Verwirrung"
Vergiftete Daten in KI-Modellen. Giftmorde - nicht nur in der italienischen Renaissance waren sie ein Mittel um Menschen Übles anzutun. Sowohl mit dem Gift als solchem - aber auch durch Verleumdung, zum Beispiel mit Fake News über Brunnen vergiftete Religionsgruppen. Aber was sind vergiftete Daten? Eine spannende Frage. Die Ergebnisse von Berechnungen durch Künstliche Intelligenz basieren auf Daten. Werden Teile dieser Daten mit der Absicht verfälscht, die Ergebnisse nicht nur falsch, sondern gefährlich falsch zu machen , entsteht kein "Blödsinn", sondern Gefahren für Leib und Leben, Reputation und Vertrauenswürdigkeit.Wir berichten in dieser Folge von der Laborarbeit von Wissenschaftler:innen, die stetig nach Anzeichen von Vergiftungen im Web und KI Anwendungen suchen. Und selbst auch welches mischen, um gewappnet zu sein, um "böse KI" zu erkennen.Das ist wichtig, denn: Wehe, wenn Sie , liebe Familienmitglieder, Unternehmen, Behörden einem dieser bösen KI Modelle in die Finger. Infos zu dieser Folge unter achwas.fm.Das Folgenbild zeigt Papst Alexander VI (1.1.1431 bis 18.8.1503).Die Suche nach dem Folgenbild wäre banal, der Giftmorde in Kichen- und Adelskreisen sind Legionen. Alexander soll einer der Vergifteteten sein. Weil er Anlässe gegeben haben soll. Sein Tod allerdings war banal, sehr beleibt starb er wohl in einer Hitzewelle an Versagen des kardiovaskulären Systems. Seine Lebensgeschichte Geschichte wäre mehr als eine Miniserie in Netflix wert. Dabei hat er viel bewirkt, unter anderem das spanische Kirchevermögen besteuert, damit die finanzielle Last der Indigenen in Südamerika verringert wurde. Ausserdem hat er als Papst Juden aufgenommen, die auch von Katholiken verfolgt wurden. Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_VI. Das Bild stammt von Cristofano dell'Altissimo und hängt in den Uffizien, Florenz. Dell'Altissimo war Portraitmaler und Kopist. https://de.wikipedia.org/wiki/Cristofano_dell’Altissimo
Erschienen: 01.06.2026
Dauer: 01:08:15
Weitere Informationen zur Episode "Vergiftete Daten in KI-Modellen. Entdecken, heilen, verhindern?"
Hal-lo! Bevor wir anfangen: Bitte eben mal kurz das zweite Tab schließen und das dritte auch noch und die Office-Anwendungen, die im Hintergrund laufen! Und dann die WhatsApp-Notifications abschalten und den Podcast, der nebenbei noch läuft (...Pfui!). Also, jetzt sind wir bereit, über Multitasking zu reden. Rund um dieses Thema ist in den letzten Jahren ja ein bemerkenswerter Buzzword-Dschungel gewuchert. Wir haben die Attention Economy entdeckt, die Notification Fatigue und den Dopamin-Loop identifiziert, das Cognitive Overload-Problem erkannt und über den Limited Capacity Bottleneck gegrübelt - während wir gleichzeitig Twitter gecheckt, eine E-Mail beantwortet, einen Kaffee gekocht und auf die Response der KI auf unseren letzten Prompt gewartet haben. Wir leben Always On, kämpfen gegen den Mental Load, buchen vielleicht Digital-Detox-Retreats und kaufen am Ende Apps, die uns davon abhalten, andere Apps zu benutzen. Und mittendrin: achwas.fm! Und wir haben eine schlechte Nachricht und eine gute. Die schlechte: Multitasking funktioniert nicht. Oder sagen wir: hundsmiserabel. Das menschliche Gehirn kann keine zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen. Die gute Nachricht: Man entspannt sich, sobald man das einmal verstanden und den siamesischen Zwilling von Multitasking kennengelernt hat: „Fragmented Work“. Das kann man nämlich getrost sein lassen - und muss nicht das Gefühl haben, einen wichtigen Future Skill zu verpassen.Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Das schauen wir uns heute an und wir entschuldigen uns vielmals für den extrem hohen Gehalt an idiotischem Fachdenglisch in diesem Text, der sich bei dem Thema aber irgendwie ganz von selbst einstellt.Hier geht's zu den Shownotes.Zum EpisodenbildRaoul Hausmann war ein österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus. Für seine Skulptur "Mechanischer Kopf (Der Geist unserer Zeit)" montierte er 1920 verschiedenste Objekte auf ein Friseurmodell eines Kopfes: Maßband, Zahnräder, Lineale, Becher, Druckwalzen... Der Kopf wirkt wie eine Vorwegnahme der Idee, der Mensch der Zukunft werde transformiert durch alle möglichen technischen Anbauten. In Zeiten, wo Visionäre vom Mensch der Zukunft als Biotech-Hybrid mit Future Skills faseln, muss seine Skulptur eigenartig prophetisch wirken.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Mechanical_Head_%28The_Spirit_of_Our_Time%29%2C_assemblage_circa_1920.png?
Erschienen: 15.04.2026
Dauer: 01:04:22
Weitere Informationen zur Episode "Die Mär vom Multitasking"
S03E15 29.03.2026Was - das soll eine super Schokolade sein? Sagt wer? Die Marktforschung? Die hätten mich mal fragen sollen.Hat man nicht? Sie wurden auch nicht gefragt, wen Sie nächsten Sonntag wählen würden? Seien Sie beruhigt, es wurden vielleicht Menschen stellvertretend für Sie gefragt. Allerdings - wenn die Schokolade ihnen nicht schmeckt und das mögliche Wahlergebnis erst recht nicht: Schon bald werden vermehrt keine Menschen mehr gefragt, sondern digitale Bots: KI - Agenten. Die verhalten sich so, wie Menschen es tun würden. Haben keine eigene Meinung, sondern Ihre wird ihnen eingetrichtert. Pardon, sie lernen von Ihnen, aus Ihren Daten.Was das für uns, die Unternehmen, die Politik und die Politiker bedeuten könnte, das hören Sie in der 99. Folge von achwas.fm.Das Folgenbild: Bevor man diese KI Agenten "bauen" kann, muss man erst einmal den Menschen zuhören. Oder sie belauschen.Das Bild zeigt kirchliche Würdenträger, Kardinäle, beim Zuhören eines Vorzimmera des Vatikans. Sie sehen einen Ausschnitt. Das Bild hat im Englischen einen wunderschönen, fast poetischen Namen: “Eavesdropping” - damit bezeichnet man in Alt-Englisch den Vorgang des Belauschens. "Eaves" sind die Traufziegel, von denen der Regen heruntertropft, kleine Vordächer, die verhindern, dass die Wand nass wird bei Regen. Wörtlich bedeutet das: Man lauscht dem Tropfen des Regens.Das Bild Cardinals in a Vatican Hall (Eavesdropping) von Adolphe Henri Laissement (1854–1921) stammt aus dem Jahr 1895 datiert.Adolphe Laissement war ein französischer Genremaler.
Erschienen: 29.03.2026
Dauer: 00:58:19
Weitere Informationen zur Episode "KI Agenten in der Marktforschung. In unserem Namen?"
S03E1324 Diese weihnachtlich-angehauchte Folge ist das Türchen #13 im Wisspod-Adventskalender. Alle Folgen findet Ihr unter: https://wissenschaftspodcasts.de/themenseiten/wisspod-adventskalender-2025Wir erzählen zwei Geschichten, die sich mit Schenken und Geschenken beschäftigen. Die erste Geschichte aus der Verhaltenswissenschaft offenbart eindrücklich, wie wichtig und universell Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenleben, auch bei Belohnungen und beim Schenken sind. Es gibt Studien auch aus dem Tierreich die das zeigen - und wir haben den Videobeweis aus dem Leben von Primaten dazu. Es wird ungeschminkt deutlich, wie Ungerechtigkeit wütend und gewalttätig machen kann. Also Obacht beim Schenken zum Fest. Heftige Reaktionen der Beschenkten sind nicht ausgeschlossen. Die zweite Geschichte stammt aus der Ethnologie. Sie macht deutlich, wie das Unverständnis einer fremden Schenkkultur wirkmächtig (fast) zum Untergang derselben führt. Es geht um eine Tradition der First Nations im Nordwesten Kanadas / Nordamerikas. Deren Potlatch, ein umfassendes Erbritual, wurde als überbordende Verarmungsstrategie von den eingewanderten Weißen missverstanden und verboten.Ja wenn das jeder machen würde, allen Besitz weggeben, würde das nicht "Sodom und Gomorra"* wieder erstehen lassen? Hört selbst. FolgenbildDas Folgenbild im Blog stammt nicht von Menschenhand.*Sodom und Gomorra? Höre auch: #WissPodWeihnacht 5: Bröckelnde Beweise: Was hat Sodom und Gomorra zerstört? mit AstroGeo
Erschienen: 13.12.2025
Dauer: 00:24:01
Weitere Informationen zur Episode "Gurke, Traube & First Nations"
Die Retorten der entfesselten künstlichen Intelligenzen produzieren rund um die Uhr alle Arten von Inhalten – Pardon, „Content“ - in Mengen, für die früher Tausende von Autor/innen hunderttausende Stunden hätten arbeiten müssen. Musik, Texte, Bilder quellen aus dem Browser wie gebratene Tauben und sie werden von findig entwickelten Bots optimiert und in die Trefferlisten der Suchmaschinen hineingepresst. Als Bewohner dieses zweifelhaften Schlaraffenlands müssen wir nichts mehr tun. Alles schreibt, komponiert, textet und gestaltet sich im Nu, in beliebigen Mengen, wie von Geisterhand. Versteht sich von selbst, dass es hier nicht um Qualität oder Wahrheit, sondern um Aufmerksamkeit und Reichweite geht.„AI-Slop“ oder „KI-Slop“ nennt man diesen lautlosen Content-Tsunami und so nimmt es nicht Wunder, wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das Internet quasi für tot erklären oder seinen nahen Untergang voraussagen, tot und begraben unter …KI-Slop! Einmal mehr fragen wir uns, woher das kommt und ob all das wirklich eine gute Idee ist. Immerhin haben alle historischen Utopien des Schlaraffenlands sich für die zwiespältige Wirkung eines solchen Überflusses interessiert: Man könnte sagen: Es ist viel, es ist einfach und bequem, aber es degeneriert ziemlich schnell... Hier geht's zum Blog auf achwas.fmZum Episodenbild: Pieter Brueghel der Ältere hat diese weltberühmte Vision des Schlaraffenlands 1576 gemalt. Ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter liegen - vom vielen Genuss schon leicht adipös aufgequollen - unter einem Baum und warten darauf, dass die dort bereitgestellten Köstlichkeiten sich von selbst auf den Weg zu ihnen machen. Die Kombination von Überfluss und Trägheit entspricht natürlich der Moral des ausklingenden Mittelalters, doch als Allegorie für KI-Slop können wir uns kaum etwas Besseres vorstellen.Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schlaraffenland_(Bruegel)#/media/Datei:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._(1525-1569)_-_Das_Schlaraffenland_-_8940_-_Bavarian_State_Painting_Collections.jpg
Erschienen: 08.12.2025
Dauer: 01:00:00
S03E13 Am aktuellen KI Wirbel geht kein Weg vorbei - und die Meinungen auseinander. Jeder und jede kann es, das Prompten, oder müsste es können, um nicht von denen ausgestochen zu werden, die es in 3 Wochen-Kursen gelernt haben. "Klar, KI wird dich nicht ersetzen - aber diejenigen, die KI können!" Wirklich. Abgesehen von hoch fliegenden Träumen, halten die Generativen Modelle (ChatGPT und Co. sind nur ein Teil dessen was AI / KI genannt wird) ihre Versprechungen. Manche Banken und viele Industrielle Anwender sind skeptisch. Die Deutsche Bank und die Bank of England sehen typische Anzeichen einer Bubble. Die Investitionen aller großen Player /Unternehmen in den USA türmen sich nach Planung bis 20230 auf 2 Billionen Dollar (das sind 2.000 Milliarden$), während die Erlöse in Summe auf 800 Milliarden prognostiziert werden. Was bedeutet das für die unter Trump kränkelnde US Wirtschaft? Was bedeutet das für die Einwohner der USA? Unser Folgenbild zeigt, wie die Holländer ihre Tulpenzwiebel Blase sahen: Sie machten sich lustig über sehr reiche Menschen, die Preise für eine Tulpenzwiebel im Wert eines Stadthauses in Amsterdam zahlten (1634 bis 7.2.1637). Das Bild stammt aus 1640 und wurde von Jan Brueghel dem Jüngeren gemalt Eine in mensch liche Kleidung gewandete Gruppe von Affen stellen Angebote, Verkäufe, Buchhaltung und Streit über Tulpen dar.
Erschienen: 10.11.2025
Dauer: 01:16:18
Weitere Informationen zur Episode "Die AI Blase platzt - hohe Kosten, niedrige Erträge"
(S3E12) Supernormalität ist ein alt-ehrwürdiges Konzept aus der Verhaltensbiologie, das uns dabei helfen kann zu verstehen, warum Fake News, Social Media und KI-Inhalte oft eine größere Anziehungskraft haben als die nüchterne Realität. Denn wie Stichlinge, die übertriebene rote Attrappen für die echtesten aller Rivalen halten, oder Meisen, die ein Kuckucksküken als einzig wahren Nachwuchs füttern, reagieren auch wir Menschen auf Übertreibungen, die uns in ihren Bann ziehen. Und die Plattform-Betreiber, Clickbait-Hersteller, KI-Anbieter und Content-Creator (und die entsprechenden -innen) wissen das. Und so versuchen sie mit allen Mitteln unsere Reptilien-Aufmerksamkeit, deren abgründiger Vorliebe für Supernormalität wir nicht entkommen können, mit hypnotischen Inhalten einzufangen: schöner, besser, magnetischer als alles, was die Natur zu bieten hat - zu ihrem Nutzen und unser aller Schaden.Details und Shownotes auf achwas.fmBildquelle: Hier haben wir eine supernormale Szenerie von einem klassischen englischen Illustrator, der auf Vogelzeichnungen spezialisiert war. Das Bild zeigt den auch im Podcast auftretenden Kuckuck, der eine Gebirgsstelze dazu bringt, ihn durchzufüttern. Der Künstler war William Hayes, er lebte 1729-1799 in Southall (Middlesex) und hatte 21 Kinder - also auch etwas supernormal, fanden wir.https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_pied_wagtail_feeding_a_worm_to_a_young_cuckoo._Etching_by_Wellcome_V0022207.jpg
Erschienen: 30.09.2025
Dauer: 01:07:37
Weitere Informationen zur Episode "Zum Tiktok! Supernormale Attrappen"