Der Staat ist dafür zuständig, dass Menschen ein „gutes“ Leben führen – das war die Grundidee in Aristoteles‘ politischer Philosophie. Aber wie muss der Staat eingerichtet sein, damit das auch klappt? Darum geht es in der heutigen Episode. Aristoteles erklärt, dass die Verteilung des Eigentums eine ganz entscheidende Rolle für den Zusammenhalt in der Gesellschaft spielt. Außerdem vergleiche ich Aristoteles‘ Staatstheorie mit dem Konzept seines Lehrers Platon und mit den Kerngedanken seiner Ethik. Literatur: Aristoteles: Politik
Erschienen: 09.11.2023
Dauer: 00:29:18
Aristoteles breitet in seiner Staatstheorie die These aus, dass der Mensch von Natur aus ein Gemeinschaftswesen („zoon politikon“) ist. Das bedeutet: Das Leben im Staat ist sozusagen in uns eingebaut und erst im Staat haben wir die Chance das Leben zu führen, das wir als Menschen eigentlich brauchen. Wie Aristoteles seine These begründet, zeige ich in dieser Episode. Dabei besuchen wir außerdem Tom Hanks, der sich auf einer einsamen Insel mit dem Volleyball Wilson anfreundet. Literatur: Aristoteles, Politik Castaway (BlueRay) Kai Posmik: "Anschnallen Bitte! Einführung der Gurtpflicht", in: Spiegel Online, 23.12. 2010 Mathias Brandt: "40 Jahre Sicherheitsgurt, eine Erfolgsgeschichte", in: statista (Statistisches Bundesamt) 20.1. 2014
Erschienen: 08.10.2023
Dauer: 00:32:35
Weitere Informationen zur Episode "66 Aristoteles‘ Staatstheorie 1: Mein Freund der Ball"
Stabilität und Totalitarismus, Poppers Platon-Kritik
In Platons Ideal-Staat sollen die Philosophinnen und Philosophen herrschen. Warum das so ist, habe ich in der letzten Episode erklärt. Heute geht es darum, wie das konkret funktionieren soll: Wie stellen wir sicher, dass diese Leute auch wirklich im Interesse der Bevölkerung handeln? Damit dieser Staat funktioniert, muss er bis in die Gedanken der Bürger hinein regieren. Dem Philosophen Karl Popper kam diese Idee im 20. Jahrhundert verdächtig bekannt vor und er hat sie als „Totalitarismus“ kritisiert. Diese Kritik breite ich in der heutigen Episode aus und ziehe ein abschließendes Fazit zum Staatsmodell in Platons Politeia. Literatur Platon, Der Staat Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Erschienen: 06.09.2023
Dauer: 00:34:00
Weitere Informationen zur Episode "65 Platons Staats-Utopie 2"
Platons Dialog Politeia („Der Staat“) stellt die Frage, wann das Leben gelingt und entwirft dazu eine große angelegte Analogie zwischen der Ordnung im einzelnen Menschen und der Ordnung im Staat. Die drei „Seelenteile“, aus denen der Mensch besteht, entsprechen drei Arten von Menschen im Staat. In dieser Episode zeichne ich die großen Linien von Platons Gedankengang nach. Die konkretere Ausgestaltung seines Staatsmodells (und die Kritik daran) folgt in der nächsten Episode. Literatur: Platon, Der Staat
Erschienen: 24.08.2023
Dauer: 00:24:59
Weitere Informationen zur Episode "64 Platons Staats-Utopie 1: Grundidee"
In dieser Episode schlagen wir ein neues Kapitel auf: Staatstheorie. Zuerst gehe ich der Frage nach, was ein „Staat“ überhaupt ist. Danach zeige ich, das Staatstheorien sehr stark von den Menschenbildern abhängen, die wir vertreten (vgl. dazu die erste Einheit über „Natur und Kultur“, Episode 2–6) und gebe einen kleinen Überblick über die ganz allgemeinen Grundfragen der Staatstheorie. Literatur: Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie
Erschienen: 25.05.2023
Dauer: 00:27:24
Weitere Informationen zur Episode "63 Staatstheorie: Einführung"
Die moderne Technik führt dazu, dass unser Handeln massive Folgen für die Menschen Jahrhunderte in der Zukunft haben kann. Beispiele dafür sind die Klimakrise oder auch die Risiken der Atomkraft. Hans Jonas war überzeugt, dass die traditionelle Ethik mit diesem Problem überfordert ist – damit meint er insbesondere Immanuel Kant und den kategorischen Imperativ. In der heutigen Episode zeige ich, worin für Jonas das ethische Problem besteht und wie er es lösen will. Zuletzt ordne ich auch seine Position kritisch ein. Literatur: Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung
Erschienen: 30.04.2023
Dauer: 00:26:55
Gerald Knaus hat ein sehr lesenswertes Buch über Schwierigkeiten und Lösungen in der Flüchtlingspolitik geschrieben. Darin geht es auch um die australische Strategie, Schutzsuchende regelrecht „wegzusperren“, um andere davon abzuhalten, in die Boote zu steigen. Ist das moralisch gerechtfertigt? Knaus zieht einen sehr interessanten Vergleich zum Trolley-Problem, das du vielleicht noch aus Episode 35 dieses Podcasts kennst. In dieser Episode stoßen wir wieder auf Kants Menschheitszweckformel. Was genau folgt aus der Menschenwürde für die Rechte von Flüchtlingen? Literatur / Quellen Gerald Knaus, Welche Grenzen brauchen wir?, München 2020 Philip Banse / Gerald Knaus, "Wie die EU Geflüchtete aufnehmen und ihre Grenzen schützen kann", in: Das Interview 85, 17.3. 2020 Anna-Lena Abbott, "Die Schande von Manus", in: Spiegel Online, 9.11.2017
Erschienen: 16.04.2023
Dauer: 00:22:17
Weitere Informationen zur Episode "Menschenwürde nach Kant und Flüchtlinge auf hoher See"
Über Migration und Asylpolitik ist in den letzten Jahren in Deutschland ziemlich heftig gestritten worden. Auslöser war die sog. Flüchtlingskrise von 2015/16, als über eine Million Menschen innerhalb kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind, in Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Fragen lauten seitdem: Wen sollten wir aufnehmen und wen nicht? Wie groß sind überhaupt unsere „Kapazitäten?“ Die Deutsche Gesellschaft für Analytische Philosophie hat bereits im Krisenjahr einen Aufsatzwettbewerb zu genau diesem Thema ausgeschrieben. Herausgekommen ist ein Sammelband mit sehr unterschiedlichen Texten. Vier davon stelle ich in der heutigen Episode vor. Literatur: Thomas Grundmann und Achim Stephan (Hrsg.), Welche und wie viele Flüchtlinge sollten wir aufnehmen?, Stuttgart 2016
Erschienen: 23.03.2023
Dauer: 00:29:16
Weitere Informationen zur Episode "Die Flüchtlingskrise von 2015/16: Ein philosophischer Rückblick"
Das Thema der heutigen Episode hat in den letzten Jahren für viel Streit in Deutschland gesorgt: Es geht um Flüchtlinge. Haben wir Verpflichtungen gegenüber Menschen, die in ihrem eigenen Land nicht leben können? Wenn ja, welche und warum? Peter Singer hat – wie so oft – eine sehr klare Haltung hierzu, die in engem Zusammenhang mit dem Rest der Praktischen Ethik steht. Literatur: Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek) Professor Peter Singer's thoughts on the Syrian refugee crisis
Erschienen: 10.03.2023
Dauer: 00:26:05
Ethik bedeutet für Singer, Interessen abzuwägen. Das Leben von Personen ist zu schützen, weil ihre Interessen daran hängen. Aber wenn eine Person gar keine Interesse mehr hat zu leben – was dann? Singer antwortet: Genau dann hat eine Person auch das Recht zu sterben. Aus dem Utilitarismus folgt, dass alle Formen der Sterbehilfe zumindest in vielen „klaren“ Fällen moralisch erlaubt sind. In der heutigen Episode zeige ich genauer, warum das so ist. Dabei gehen wir auch auf ein BGH-Urteil von 2010 ein, sowie auf das „Dammbruch-Argument“, das häufig gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe vorgebracht wird. Literatur: BGH-Urteil 2 StR 454/09 SWR: "Stichtag 25. Juni 2010. BGH entscheidet über Passive Sterbehilfe Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek) Peter Singer, Leben und Tod
Erschienen: 05.02.2023
Dauer: 00:27:09
Weitere Informationen zur Episode "Sterbehilfe 3: Singers Position"