Podcast "Flurfunk Geschichte"

Daniel und Solveig sind begeistert von Geschichte und haben sie lange zusammen im Museum zahlreichen Menschen vermittelt. Als das nicht mehr möglich war, haben sie sich im Lockdown gegenseitig mit skurrilen und berührenden historischen Anekdoten unterhalten. Das tun sie jetzt wieder und Ihr alle könnt dabei sein!

Podcast-Episoden

FG063 - Irgendwas mit Bismarck | Eisen und Blut

Wir starten das neue Jahr mit einem echten Titanen der deutschen Geschichte. In dieser Folge widmen wir uns einer Figur, die bis heute polarisiert wie kaum eine andere: Otto von Bismarck. Ob als „Schmied des Reiches“ verehrt oder als „Brecher des Friedens“ verdammt – wir schauen uns an, wie preußische Machtpolitik schließlich einen kleindeutschen Nationalstaat schuf.Projektionsfläche und PolitikumWir steigen ein mit der Frage, warum Bismarck eigentlich heute noch so präsent ist. Während er für manche noch immer (oder wieder) eine Ikone ist, die jedes Denkmal verdient, sehen andere in ihm die „Ursünde“ der deutschen Nationalstaatsgründung durch Blut und Eisen und den Beginn eines Weges über Kolonialismus zu Hitler und Völkermord. Der Wendepunkt: 1866 statt 1871In dieser Folge lenken wir den Blick weg vom Gründungsjahr des Kaiserreiches 1871 und fokussieren uns stattdessen auf das eigentliche Schicksalsjahr: 1866. Spätestens im zweiten Teil werden wir diskutieren, warum dieses Jahr als der wahre Wendepunkt gelten muss, an dem die Weichen für ein kleindeutsches Reich unter preußischer Führung gestellt wurden. Es ist die Geschichte einer angeblichen Vision Bismarcks, der über drei Etappen – die sogenannten Einigungskriege – führte.Verfassungskonflikt und die Rolle des KönigsEin zentrales Thema ist der Preußische Verfassungskonflikt. König Wilhelm I. wollte sein Heer reformieren, das liberale Parlament verweigerte das Geld. In dieser verfahrenen Situation holte Wilhelm den „letzten Bolzen der Reaktion“ – Bismarck – als Ministerpräsidenten, der bereit war, den Willen des Königs auch ohne genehmigten Haushalt durchzusetzen. In diesem Zusammenhang hält Bismarck die berühmte "Eisen-und-Blut"-Rede vor dem Budgetausschuss des Parlaments.Strategische Allianzen und diplomatisches KalkülWir beleuchten auch das geschickte (und skrupellose) Spiel auf dem diplomatischen Parkett. Ob es die „gütliche Einigung“ mit Österreich über die Verwaltung der Elbherzogtümer war oder das geheime Militärbündnis mit dem jungen Königreich Italien, um Österreich in einen Zweifrontenkrieg zu zwingen – Bismarck nutzte jede Gelegenheit, um Preußens Macht auszubauen. Hast du Lust, mit uns am 15. März in die Ausstellung „Roads Not Taken“ im Deutschen Historischen Museum zu gehen? Dann melde dich jetzt per Email an:Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir.Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, InstaKontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 15.01.2026
Dauer: 01:11:36

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FG062 - Kulurkampf um den Heiligen Rock

Wir beschließen unser halbwegs heiliges Jahr mit einer Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier. Wir erzählen, wie sich Trier als besonders „heilige Stadt“ inszenierte und warum gerade diese Reliquie zum identitätsstiftenden Symbol wurde. Dabei ordnen wir den Heiligen Rock in die Tradition der Reliquienverehrung ein: von Kreuzsplittern über Nägel bis zu Kleidungsstücken, die Jesus zugeschrieben werden. Wir sprechen darüber, wie Städte mit ihren Heiligtümern Pilger, Prestige und Geld anziehen und sich damit ein regelrechter religiöser Wettbewerb entwickelt. Gleichzeitig wird der Rock zum Politikum: Wie wurde die Wallfahrt im Jahre 1844 zum Auslöser für Streit, Spott und Kulturkampf?Kreuzfund der heiligen Helena und die Frage der EchtheitZunächst schauen wir auf die Legende von der heiligen Helena, der Mutter von Konstantin dem Großen. Wir erzählen, wie sie der Tradition nach nach Jerusalem reist, das Kreuz Jesu und weitere Passionsreliquien findet und nach Rom bringen lässt – in Varianten von der knappen Notiz bis zur farbig ausgeschmückten Legenda Aurea. Wir greifen die Figur des Judas/Kyriakus auf, der der Legende nach bei der Suche hilft, und zeigen, wie solche Geschichten den Glauben stärken sollen, dass auch Kleidungsstücke Jesu überliefert sein könnten. Zugleich diskutieren wir nüchtern die Frage der historischen Plausibilität: Was berichten antike Autoren wie Flavius Josephus, was bedeuten Zerstörung Jerusalems, römische Politik unter Titus und Hadrian oder der Bar-Kochba-Aufstand für die Überlieferungschancen eines Kreuzes? Danach hält es Solveig durchaus für denkbar, das Helena tatsächlich ein Kreuz fand, das frühe christliche Pilger als das Kreuz Christi verehrten.Vom mittelalterlichen Pilgermagnet zum Politikum im RheinlandDann wenden wir uns der konkreten Geschichte des Heiligen Rocks in Trier zu. Wir erklären, wie die Stadt im Mittelalter eine ungeteilte Tunika Jesu, das „Gewand ohne Naht“, beansprucht und damit ihren Rang als Pilgerzentrum aufwertet – nicht zuletzt im Wettbewerb mit anderen Heiligtümern wie der Aachener Heiligtumsfahrt oder Kreuzreliquien in Prüm. Wir erzählen, wie der Rock bei großen Anlässen „erhoben“ und öffentlich gezeigt wird, mit aufwendiger Inszenierung, Gerüsten, Baldachinen und liturgischen Texten. Später kommen regelmäßige Wallfahrten hinzu, Ablässe – etwa durch Papst Leo X. – und gewaltige Pilgerströme, die der Region ökonomisch nutzen, aber auch heftige Kritik provozieren. Begriffe wie „Bescheißerei von Trier“ stehen für den Verdacht, dass hier mit Glauben Geschäfte gemacht werden. Nach Kriegen und Revolutionen wird der Rock mehrfach ausgelagert, unter anderem nach Ehrenbreitstein, Böhmen und Augsburg, bevor er wieder nach Trier zurückkehrt – in eine Region, die nach dem Wiener Kongress nun zum überwiegend protestantischen Preußen gehört. Genau hier beginnt die Geschichte des Heiligen Rocks als politisches Symbol im katholisch geprägten Rheinland.Kölner und Trierer Wirren: Mischehenstreit und die Wallfahrt 1844In einem großen Block schlagen wir die Brücke von der Reliquienverehrung zu den Kirchenkonflikten des 19. Jahrhunderts. Zunächst erklären wir die Kölner Wirren: den Streit um Mischehen zwischen Katholiken und Protestanten im Königreich Preußen, die Rolle des Theologen Georg Hermes und des Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering, der verhaftet wird. Wir zeigen, wie sich hier das Ringen zwischen Rom und dem preußischen Staat zuspitzt – ein Vorspiel zum späteren Kulturkampf. Danach wechseln wir nach Trier zu den „Trierer Wirren“ um Bischof Wilhelm Arnoldi, der 1844 die große Heilig-Rock-Wallfahrt organisiert. Wir erzählen, wie Hunderttausende nach Trier pilgern, wie Predigten von Heilungen und Wundern berichten und wie die Wallfahrt zu einem Medienereignis wird. Gleichzeitig formiert sich Widerstand: Liberale Katholiken und Protestanten sehen Täuschung, Aberglauben oder politisch motivierte Frömmigkeit, während konservative Kreise das Ganze als geistliches Großereignis feiern. So wird Trier zum Schauplatz eines Kulturkampfs im Kleinen – mitten im Vormärz.Johannes Ronge und der DeutschkatholizismusAn diesem Punkt tritt Johannes Ronge auf den Plan. Wir schildern, wie der schlesische Priester in einem offenen Brief an Bischof Arnoldi die Heilig-Rock-Wallfahrt als „Götzendienst“ und bewusste Irreführung armer Gläubiger angreift. Wir verfolgen, wie dieser Brief erst regional, dann reichsweit verbreitet wird, wie er in Leipzig gedruckt und von Akteuren wie Robert Blum unterstützt wird und zu einem publizistischen Paukenschlag wird. Ronge wird exkommuniziert, doch um ihn herum bilden sich Gemeinden, die sich von Rom lösen – der Beginn des Deutschkatholizismus. Wir erklären, wie diese Bewegung Heiligenkult, Papsttum und Beichte kritisiert und eine nationale, „vernünftige“ Form des Christentums propagiert, eng verbunden mit liberalen und demokratischen Kreisen im Vormärz. Wir greifen auch Figuren wie Hans Blum auf und zeigen, wie die Debatten um den Heiligen Rock direkt in die politische Dynamik der Revolution von 1848 hineinreichen – bis hin zu späteren Auseinandersetzungen, in denen dann Otto von Bismarck eine zentrale Rolle spielt.Spätere Wallfahrten mit und ohne AblassZum Schluss schauen wir in einem Bogen über das 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Wir erzählen von späteren Heilig-Rock-Wallfahrten 1891, 1933, 1959, 1996 und 2012, von wechselnden politischen Kontexten – Kaiserreich, Nationalsozialismus, Bundesrepublik – und von der Frage, wie viele Menschen jeweils nach Trier kommen. Zuletzt sogar evangelische Christen, denen der Verzicht auf den sonst üblichen Ablass die Hemmungen nehmen sollte. Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 11.12.2025
Dauer: 01:45:43

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FG061 - Besessenheit und Exorzismus

In dieser Folge setzen wir unser Gespräch über das Böse fort und wenden uns Vorstellungen von Besessenheit und Exorzismus in Bibel, Kirchengeschichte und Gegenwart zu. Ausgangspunkt ist ein Gebet zum heiligen Erzengel Michael, mit dem wir uns symbolisch „rüsten“, bevor wir an unsere vorige Folge über Hölle und Teufel mit Dante Alighieri anschließen. Biblische Dämonenerzählungen und frühe TaufexorzismenAnhand verschiedener neutestamentlicher Erzählungen über Jesus und „Dämonen“ sprechen wir darüber, wie eng damals Krankheit, gesellschaftliche Ausgrenzung und Besessenheitsvorstellungen miteinander verknüpft sind. Wir erinnern an Geschichten, in denen Dämonen Jesus ansprechen, beim Namen genannt werden und in eine Schweineherde fahren, und überlegen gemeinsam, wie diese Texte funktionieren, ohne sie vorschnell medizinisch oder nur symbolisch „aufzulösen“.Von dort aus schlagen wir eine Linie in die frühe Kirche: Wir greifen auf Tertullian zurück, der heidnische Götter als Dämonen versteht, und auf Origenes, der die Anrufung des Namens Jesu betont. In den Erzählungen über Antonius den Großen bei Athanasius von Alexandrien werden Kämpfe mit Dämonen Teil eines asketischen Ideals; wir kontrastieren das kurz mit anderen Heiligenbildern.Ein Schwerpunkt liegt auf dem Taufexorzismus: Wir lesen Stellen bei Augustinus von Hippo und anderen Quellen, in denen beschrieben wird, wie Taufbewerber:innen durch Gebet, Anhauchen und Ausblasen „gereinigt“ werden, bevor sie getauft werden. Wir zeigen, wie sich diese Praktiken in fränkischen Riten fortsetzen, in denen Wasser, Salz und Öl exorziert werden und ganze Gemeinden in der Fastenzeit in kollektive Exorzismen einbezogen sind.Der große Exorzismus und das Rituale RomanumIm nächsten Schritt klären wir, was die Kirche überhaupt unter Exorzismus versteht. Ausgehend vom Codex Iuris Canonici unterscheiden wir zwischen „kleinen" Taufexorzismen und dem „großen Exorzismus“ über Einzelpersonen, der nur mit bischöflicher Erlaubnis von eigens beauftragten Priestern durchgeführt werden darf. Wir sprechen darüber, dass Exorzismus als sakramentale Handlung verstanden wird, in der die Kirche im Namen Jesu um Befreiung von der Macht des Bösen bittet.Daran anschließend nehmen wir das Rituale Romanum in den Blick, in dem seit 1614 die maßgeblichen Exorzismusformeln gesammelt sind. Wir lesen längere Ausschnitte aus dem großen Exorzismus und klären den Unterschied zwischen depräkativer Bitte um Gottes Beistand und der imprekativen diekten Ansprache des Dämons. Dabei wird für uns spürbar, wie belastend der Text ist – und gleichzeitig, wie sehr er davon ausgeht, dass die Kirche dem Teufel im Kampf gegenübersteht.Glaube, Wunder und Aufklärung: Johann Joseph GaßnerAusgerechnet im Zeitalter der Aufklärung zieht der Pfarrer Johann Joseph Gaßner als Exorzist und Wunderheiler viel Aufmerksamkeit bekam. Er sah in den meisten Krankheiten Dämonen am Werk und heilte Gläubige durch seinen Segen.. Seine Praxis wird zum Streitfall zwischen Aufklärung, medizinischer Deutung, kirchlicher Kontrolle und volkstümlicher Frömmigkeit – inklusive Konflikten mit Bischöfen und weltlichen Herrschern.Leoninische Gebete, Konzilsreformen und der Fall Anneliese MichelDann wenden wir uns den sogenannten „Leoninischen Gebeten“ nach der Messe zu und der Legende, Papst Leo XIII. habe nach einer Vision das Gebet zum Erzengel Michael formuliert. Wir erzählen, wie diese Gebete im 19. und 20. Jahrhundert im Kontext des politischen Ringens um den Kirchenstaat unter Pius IX. und später neu gedeutet unter Pius XI. stehen – bis hin zu Bezügen zu Russland und Marienerscheinungen.Im Anschluss sprechen wir über die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils: neue Messordnung, Landessprache, veränderte Kommunionpraxis und die Spannungen zwischen denen, die darin eine Erneuerung sehen, und jenen, die einen Bruch mit der Tradition wahrnehmen. Diese Auseinandersetzungen bilden den Hintergrund im Fall Anneliese Michel. Wir erzählen ihre Biografie in groben Linien, sprechen über ihre gesundheitlichen Probleme und ihre intensive Frömmigkeit, über Wallfahrten und vermeintliche Erscheinungen. Wir greifen die Rolle des Jesuiten Adolf Rodewick und des Exorzisten Arnold Renz auf, der den großen Exorzismus nach dem Rituale Romanum durchführte, und schildern die langen Reihen von Exorzismussitzungen. Anneliese Michel starb schließlich infolge extremer Unterernährung, die Exhumierung, die Gerichtsprozesse und die Fragen nach Verantwortung, Seelsorge und Krankheit, die uns dabei nicht loslassen.Reformen des Exorzismus und mediale Bilder des BösenIm Anschluss schauen wir auf kirchliche und theologische Reaktionen: auf Kommissionen, in denen Bischöfe, Theologen, Ärzt:innen und Psycholog:innen über Kriterien für Exorzismen beraten, und auf die Überarbeitung des Exorzismusritus, die 1999 in einem neuen Buch mündete. Wir erklären, dass darin deprekative Gebete stärker betont werden und die direkte Anrede des Dämons vorsichtiger gehandhabt wird, ohne dass der alte Ritus vollständig verschwindet – ein Spannungsfeld, das innerkirchliche Konflikte auslöst.Ein großer Befürworter des alten Rituale war Gabriele Amorth. Als Exorzist des Bistums Rom war er Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Internationalen Vereinigung der Exorzisten. Zum Schluss dieses Blocks geht es um die mediale Verarbeitung: um den Horrorfilm „Der Exorzist“ und den Film „Exorzist des Papstes“ mit Russell Crowe, die auf Amorth Bezug nehmen – und um die Frage, wie sehr solche Bilder unsere Vorstellungen von Teufel und Besessenheit prägen.Gegenwart, Freikirchen und Luthers RatZum Schluss schlagen wir einen Bogen in die Gegenwart. Wir sprechen darüber, dass Exorzismen nicht nur ein katholisches Thema sind, sondern auch in evangelikalen und pfingstlichen Milieus vorkommen, und erzählen von Freikirchen, die auf TikTok und YouTube Live-Exorzismen zeigen. Luther dagegen befand, dass man den Teufel am besten verspottet und auslacht, weil er Verachtung nicht ertragen kann.Die Goldene SchindelWir sind beim Podcaster-Quiz „Die Goldene Schindel“ dabei! Das ist ein Wettbewerb von unabhängigen Geschichtspodcasts im DACH-Raum. Die ersten vier Folgen sind bereits online.Die fünfte Runde ist am 27. November mit Solveig.Übertragen wird das Ganze live auf Twitch, auf dem Kanal von Historia UniversalisKontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 27.11.2025
Dauer: 01:45:21

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FG060 - Teufel und Dämonen

In dieser Folge sprechen wir darüber, wie das Böse gedacht und erklärt wurde – und welche Rolle Dämonen und der Teufel darin spielen. Wir verfolgen, wie sich die Vorstellung von Dämonen und Teufel von der Antike über das frühe Christentum bis in die Theologie der Neuzeit verändert hat.Vom antiken Dämon zum christlichen TeufelWir beginnen mit dem alten Begriff „Dämon“, der in der Antike noch nichts Böses meinte. In der griechischen Welt waren Dämonen Mittlerwesen zwischen Göttern und Menschen – nicht gut oder schlecht, sondern Teil einer durchlässigen spirituellen Ordnung. Im Christentum verändert sich dieses Bild grundlegend. Dämonen werden nun als feindliche Mächte verstanden, als Kräfte des Bösen, die den Menschen in Versuchung führen oder ins Unglück stürzen. Wir sprechen darüber, wie aus der neutralen Bezeichnung ein Synonym für das Böse wurde – und wie eng diese Entwicklung mit dem Glauben an Krankheit, Besessenheit und Sünde verknüpft war.Dämonen im Neuen TestamentWir betrachten die Evangelien, in denen Dämonen in vielen Erzählungen auftauchen. Jesus treibt Dämonen aus, heilt Menschen und konfrontiert das Böse direkt. Dabei wird deutlich, dass die Vorstellungen von Besessenheit und Heilung Teil des damaligen Weltbildes sind. Wir fragen, wie diese Texte zu verstehen sind: als Symbolik, als Ausdruck antiker Vorstellungen oder als Berichte realer Erfahrungen. Im Gespräch wird klar, wie tief der Glaube an dämonische Mächte das Denken der frühen Christen geprägt hat.Vom heidnischen Gott zum DämonEin wichtiger Wendepunkt: die Auseinandersetzung mit den Religionen der Antike. Die frühen Christen sahen in den heidnischen Göttern keine neutralen Wesen, sondern dämonische Gegner. Was zuvor als göttlich galt, wurde zu einer Bedrohung. Wir sprechen darüber, wie dieser Perspektivwechsel half, die eigene Glaubenswelt abzugrenzen – und wie heidnische Kulte dadurch zu einem Teil der Dämonologie wurden.Satan, Luzifer und die gefallenen EngelIm Zentrum steht der Teufel selbst: seine Gestalt, seine Herkunft, seine Entwicklung. Im Alten Testament erscheint Satan zunächst als Ankläger im göttlichen Hofstaat; erst später wird er zum Gegenspieler Gottes. Die Vorstellung vom Sturz der Engel führt uns zur Idee der gefallenen Wesen, die durch ihren Ungehorsam zu Dämonen werden. Luzifer – der Lichtträger, der sich gegen Gott erhebt – steht sinnbildlich für diesen Umbruch. Aus dem Engel wird der Herrscher der Finsternis. Wir sprechen darüber, wie diese Bilder die Vorstellung vom Bösen prägten – und wie sie bis heute nachwirken.Der Teufel in Literatur und TheologieEin großer Teil der Folge widmet sich den literarischen Bildern des Teufels. Dante Alighieri entwirft in seiner Göttlichen Komödie die neun Höllenkreise – eine Ordnung des Bösen, in der jede Sünde ihren Platz hat. Der Teufel wird hier zu einer festgelegten Figur, gefangen im Eis, fern von der göttlichen Wärme. Die Vorstellung des Limbus – des Ortes zwischen Himmel und Hölle – wird wird auch in der Kirche lange tradiert und schließlich verworfen. Die Goldene SchindelWir sind beim Podcaster-Quiz „Die Goldene Schindel“ dabei! Das ist ein Wettbewerb von unabhängigen Geschichtspodcasts im DACH-Raum. Die erste Folge ist bereits online; die weiteren Termine sind: am 17., 18., 19. sowie am 27. November. Wir sind dabei – am 19. mit Daniel, und am 27. November übernimmt Solveig.Übertragen wird das Ganze live auf Twitch, auf dem Kanal von Historia UniversalisZum Ausblick: In zwei Wochen bleiben wir beim Thema und sprechen über den Exorzismus. Bis dahin hört doch (nochmal) die Folge "Hexen & Antike Magie" an: Wir waren zu Gast bei "Alle Zeit der Welt".Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 13.11.2025
Dauer: 01:26:01

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FG059 - Die Leichensynode

Rom im Jahr 897: Auf dem päpstlichen Thron sitzt ein Mann, der seit Monaten tot ist.Papst Formosus – einst Bischof, Diplomat und Pontifex – wurde aus seiner Gruft geholt, in päpstliche Gewänder gekleidet und vor ein kirchliches Gericht gezerrt. Ein Diakon übernimmt seine Verteidigung. Sein Ankläger ist sein Nachfolger: Stephan VI. und daher steht auch das Urteil in diesem Schauprozess schon vor Beginn fest, denn solange der verstorbene Formosus als Papst zählt, ist Stephans Wahl illegal. Das makabre Schauspiel geht als Leichensynode in die Geschichte ein. Rom in Aufruhr – zwischen Kaisern, Königen und KirchenrechtDie Ewige Stadt steht zu dieser Zeit am Beginn einer dunklen Zeit - des Saeculum obscurum. Die Macht des karolingischen Schutzherrn schwindet und italienische Familien gewinnen an Einfluss. Formosus musste zwischen ihnen lavieren: Als Papst stand er zwischen dem ostfränkischen König Arnulf von Kärnten, den er in Rom zum Kaiser krönte, und den einflussreichen Herzögen von Spoleto. Bereits Formosus' Vorgänger hatte jedoch die Widonen als mächstigstes Haus zu seinen neuen Schutzherrn und Lambert von Spoleto zum Kaiser gemacht. Wollte Stephan VI. also hier wieder die Seite wechseln?Papst Stephan richtet sich selbstDer Vorwurf an den verstorbenen Formosus lautet, er habe Eide gebrochen, Ämter doppelt bekleidet und sich unrechtmäßig des Stuhl Petri bemächtigt. Nach dem Urteil der Synode reißt man dem Leichnam die päpstlichen Gewänder vom Leib, schneidet seine Schwurfinger ab und wirft ihn schließlich in den Tiber. Nichts soll fortan an seine Existenz erinnern. Die Vorgänge waren offenbar bereits für viele Zeitgenossen schwer zu ertragen und Stephans Vorwürfe gegen Formosus fallen auf ihn selbst zurück. Nach nur zwei Monaten im Amt wird Stephan eingekerkert und schließlich getötet. Rücknahme, Gegenschlag, WiederholungAuf Stephans Tod folgt die Rehabilitierung des Formosus. Theodor II. ist kaum drei Wochen im Amt und schafft es doch, das Urteil aufzuheben. Der Leichnam des Formosus wird geborgen und erneut im Petersdom beigesetzt. Papst Johannes IX. bestätigt diese Entscheidung und lässt die Protokolle der Leichensynode verbrennen. Doch Sergius III. schlägt sich erneut auf die Gegenseite und lässt den Leichnam des Formosus erneut verstümmeln und in den Tiber werfen. Statt seiner gedenkt Sergius lieber dem Richter der Leichensynode und ehrt Stephan VI. mit einem Epitaph im Dom. So kommt es, dass Luitprand von Cremonain seiner Antapodosis Stephan und Sergius verwechselt. Der Bischof und seine BrautWas nach Wahnsinn klingt, war in Wahrheit eine Reaktion auf ein juristisches Problem. Solveig zeigt, dass hinter dieser grotesken Handlung kein kollektiver Irrsinn stand, sondern ein Versuch, kirchenrechtliche Ordnung wiederherzustellen.Formosus war einst Bischof von Porto, bevor er Papst wurde – ein Verstoß gegen das Translationsverbot, das einem Bischof untersagte, in ein anderes Bistum zu wechseln. Das ist der Kern der Anklage durch Stephan VI. Denn der hatte dasselbe Problem: Stephan war bereits Bischof von Anagni, bevor er Papst wurde und sorgte sich offenbar um seine Legitimität als Pontifex. Der nachträgliche Prozess gegen den Toten diente also dazu, das alte Bistum loszuwerden: Formosus hatte Stephan zum Bischof geweiht. Wenn dessen Papstum illegal war, dann wurden auch seine Weihen ungültig und Stephans Wahl rechtmäßig. Flurfunk verbindet – Bezüge zu früheren FolgenDie Leichensynode hat Bezüge zu mehreren früheren Folgen, in denen wir bereits einige der Personen und die obskure Zeit des Frühmittelalters besprochen haben: 52 - Konklave - Machtkampf und heiliger Geist48 - Irene von Athen und das Zwei-Kaiser-Problem23 - Non habemus papessamKontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 09.10.2025
Dauer: 01:50:20

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FG058 - Das Täuferreich von Münster

Wir beginnen diese Folge mit einer kleinen Zeitreise in unsere westfälische Heimat. Münster, die Stadt der Fahrräder, des Friedenssaals und des studentischen Treibens – doch im 16. Jahrhundert war sie der Schauplatz einer religiösen Revolution, die in einer Katastrophe endete. Wir wollen wissen: Wie konnte ausgerechnet hier ein sogenanntes „neues Jerusalem“ entstehen – und warum ist es so blutig untergegangen?Von der Reformation zur RadikalisierungAusgangspunkt war die Reformationszeit. Während Martin Luther theologisch für Aufbruch sorgte, radikalisierten sich andere. Die Täuferbewegung, die auf die Erwachsenentaufe setzte, verstand sich nicht nur als religiöse Alternative, sondern als Gegenentwurf zur bestehenden Ordnung. Mit Predigern wie Jan Matthys und später Jan van Leiden erreichte diese Strömung Münster – und kippte die Stadt in einen Strudel von Fanatismus.Der Traum vom „neuen Jerusalem“Wir sprechen darüber, wie die Täufer 1534 die Macht übernahmen und Münster zur „Gottesstadt“ erklärten. Besitz sollte gemeinschaftlich werden, es gab Visionen von Gleichheit und Gerechtigkeit. Doch schon bald zeigte sich die Kehrseite: Jan van Leiden ließ sich zum „König von Zion“ krönen, führte die Polygamie ein und errichtete eine autoritäre Herrschaft. Mit Getreuen wie Bernhard Knipperdolling und Bernhard Krechting entstand eine Mischung aus religiösem Wahn, Zwang und Terror.Hunger, Belagerung, GewaltBischof Franz von Waldeck setzte alles daran, seine Stadt zurückzuerobern. Eine monatelange Belagerung begann, während die Bewohner Münsters hungerten. Wir diskutieren, wie Angst, Propaganda und Gewalt den Alltag bestimmten – und wie das Täuferreich langsam in sich zusammenbrach. Als 1535 die Mauern fielen, endete die Herrschaft blutig: Jan van Leiden und seine Gefolgsleute wurden grausam hingerichtet, ihre Körper zur Abschreckung in eisernen Körben an der Lambertikirche aufgehängt.Erinnerung an eine WarnungBis heute hängen Nachbildungen dieser Körbe dort – ein sichtbares Zeichen dafür, wie schnell religiöser Eifer in Tyrannei umschlagen kann. Wir fragen uns: Was bleibt vom Täuferreich? Für uns ist es kein romantisches Kapitel der Geschichte, sondern ein warnendes Beispiel dafür, wie gefährlich Heilsversprechen und totalitäre Utopien sein können.Die Hintergrundmusik zu den Zitaten sind Choräle des 16. Jahrhunderts aus dem Evangelischen Gesangbuch, eingespielt von Aurel von Bismarck und abrufbar auf Wikipedia.Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 11.09.2025
Dauer: 01:57:06

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FG057 - Johann Joachim Winckelmann

Wir knüpfen nochmals an unsere Folge über Glanz und Elend der Aufklärung an und blicken genauer auf das Leben eines Mannes, auf dessen Anschauung der griechischen Antike die Epoche des Klassizismus gründete: Johann Joachim Winckelmann, Begründer der modernen Kunstgeschichte und Wegbereiter der Klassischen Archäologie. Dabei kommt es Winckelmann darauf an, das Empfinden von Schönheit vernunftmäßig zu begründen und scheint in seinen Arbeiten seine eigene Vorliebe für jugendliche männliche Körper durch. Von Stendal über Nöthnitz nach Dresden1717 in Stendal geboren, entkommt Winckelmann seinen bescheidenen Herkunftsverhältnissen durch Bildung und Ehrgeiz. Eine entscheidende Etappe ist seine Zeit als Bibliothekar beim Grafen Bünau auf Schloss Nöthnitz bei Dresden. Dort hat er Zugang zu einer umfangreichen Bibliothek und vertieft sein Wissen über die Antike. Später wechselt er nach Dresden, wo die dortigen Kunstsammlungen – besonders die Antiken – seinen Sinn für klassische Formen schärfen und zu seiner ersten Veröffentlichung führen. Der päpstliche Nuntius in Dresden, Alberico Achinto, verschafft Winckelmann die Kontakte für eine Anstellung in Rom.Konversion und Karriere in RomUm in Rom überhaupt eine Anstellung zu erlangen, konvertiert Winckelmann 1754 zum Katholizismus. Er arbeitet schließlich für den einflussreichen Kardinal Alessandro Albani, der eine bedeutende Antikensammlung besitzt. Ein weiterer wichtiger Kontakt ist der englische Agent und Antikenkenner Baron Philipp von Stosch, dessen Sammlung von Gemmen und Skulpturen Winckelmann katalogisiert.„Edle Einfalt und stille Größe“Der Kern von Winckelmanns Ideal: Die antike Kunst – insbesondere die griechische Skulptur – verkörpere „edle Einfalt und stille Größe“. Winckelmann war überzeugt, dass die griechischen Künstler eine perfekte Balance zwischen Natürlichkeit und idealisierter Form gefunden hatten. Insbesondere der Apoll von Belvedere oder die Laokoon-Gruppe dienten ihm als Leitbilder. Die Ästhetik des Körpers – und Winckelmanns eigene VorliebenWinckelmann schwärmte vor allem von männlichen Körpern – nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive. Seine homosexuelle Orientierung, die in seiner Zeit nicht nur gesellschaftlich tabuisiert, sondern kriminalisiert war, schwang in seiner Bevorzugung antiker männlicher Heldendarstellungen immer mit. In der Folge liest Daniel ausführlich aus der berühmten Beschreibung des Torso vom Belvedere – ein Text, in dem Winckelmanns sinnliche, ja fast erotische Begeisterung für den männlichen Körper deutlich wird. Hier zeigt sich, wie sehr seine persönliche Orientierung sein Verständnis antiker Kunstwerke prägte. Archäologie als WissenschaftNeben seiner Rolle als Kunsttheoretiker legte Winckelmann auch methodische Grundlagen für die Archäologie. Er war einer der Ersten, der Funde nicht nur sammelte, sondern systematisch beschrieb, datierte und in einen historischen Kontext einordnete. Seine Berichte über Ausgrabungen in Herkulaneum und Pompeji machten die antike Welt für ein breites Publikum lebendig.Ein tragisches EndeWinckelmanns Leben endete abrupt: 1768 wurde er von Francesco Archangeli in Triest ermordet – vermutlich in einem Raubmord. Die Hintergründe sind bis heute nicht ganz geklärt und bieten Stoff für Spekulationen zwischen Kriminalgeschichte und Historiendrama. Dieser Geschichte folgen wir in unserem NACHKLAPP zu dieser Folge.Winckelmanns ErbeOb als „Vater der Archäologie“ oder als stilprägender Kunsttheoretiker – Winckelmanns Einfluss reicht bis heute in Kunstgeschichte, Museumswesen und die europäische Ästhetik-Debatte. Seine Ideen prägten nicht nur Generationen von Wissenschaftlern, sondern auch Künstler wie Anton Raphael Mengs und Angelika Kaufmann, Johannes Wiedewelt und Bertel Thorvaldsen, Goethe und Herder. Winkelmann wurde zum Propheten des Klassizismus.Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 14.08.2025
Dauer: 02:15:47

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FG056 - Feindbild Jesuiten

In der letzten Folge haben wir uns mit den Licht- und Schattenseiten der Aufklärung beschäftigt – ihrer Suche nach Wahrheit, ihrem Hang zur Kontrolle, ihren Feindbildern. In dieser Folge knüpfen wir daran an: Wir schauen auf einen Gegner der Aufklärer, der für viele zur idealen Projektionsfläche wurde – die Gesellschaft Jesu, besser bekannt als die Jesuiten.Ein Verbot mit Signalwirkung: Clemens XIV. hebt den Orden auf1773 war Schluss. Papst Clemens XIV. hob den Jesuitenorden mit der Bulle Dominus ac Redemptor offiziell auf – ein beispielloser Akt der Selbstbeschneidung kirchlicher Macht. In der Bulle werden schwere Vorwürfe gegen den Orden erhoben: Intrigen, Machtmissbrauch, politische Einmischung, Überheblichkeit und Habgier. Wir gehen diese Punkte Schritt für Schritt durch, fragen nach den konkreten Hintergründen – und zeigen, warum der Papst kaum noch eine Wahl hatte, als der Druck von fast allen katholischen Höfen Europas auf Rom wuchs.Der Anfang: Ignatius von Loyola und die Gründung der Gesellschaft JesuUm das Misstrauen zu verstehen, müssen wir ganz an den Anfang zurück: Ignatius von Loyola, baskischer Edelmann und Ex-Söldner, gründete 1540 mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter den Orden der Societas Jesu. Dabei sind die Jesuiten kein Orden im eigentlichen Sinne, sondern eine Gemeinschaft von Weltpriestern, die einer gemeinsamen Regel folgen. Ihre Zahl stieg schnell an und die Jesuiten entwickelten sich rasant zu einer internationalen Gesllschaft. Wir rekonstruieren die geistigen Grundlagen, das militärisch geprägte Selbstverständnis und die enge Bindung an den Papst – die für viele schon damals verdächtig wirkten.Eliteprojekt mit globalem Netzwerk: Die Macht der JesuitenDer Erfolg des Ordens war atemberaubend: Jesuiten betrieben im 17. Jahrhundert Hunderte Schulen und Universitäten in Europa und Übersee, sie begleiteten Könige als Beichtväter, standen an der Spitze diplomatischer Missionen, leiteten wissenschaftliche Projekte und wirkten als kulturelle Mittler zwischen Kontinenten. Doch mit der wachsenden Macht wuchs auch die Feindschaft – gerade von jenen, die sich vom Einfluss der Jesuiten bedroht fühlten: dem weltlichen Klerus, adeligen Bildungsreformern, philosophischen Aufklärern.Frankreich als Konfliktherd: Jansenismus, Gallikanismus, AntijesuitismusBesonders scharf wurde der Konflikt in Frankreich. Hier trafen die Jesuiten auf einen ideologischen Gegner, der ihnen auf Augenhöhe entgegentreten konnte: den Jansenismus – eine theologisch-strenge Richtung, die Gnade und Prädestination betonte und für ihre moralische Strenge bekannt war. Jesuiten und Jansenisten lieferten sich erbitterte Auseinandersetzungen, die bald über den theologischen Rahmen hinauswuchsen. Der bekannte Mathematiker Blaise Pascal gab seiner antijesuitischen Haltung Ausdruck in seinem Werk Briefe in die Provinz. Dazu kam der Gallikanismus, also die Forderung nach mehr Unabhängigkeit der französischen Kirche von Rom – was den Jesuiten, als Papsttreue par excellence, doppelt verdächtig machte. Besonders wirkmächtig wurde ein Buch, das die angeblichen geheimen Anweisungen des Generaloberen an die Mitglieder der Gesellschaft Jesu enthielt. Diese Monita Secreta stellten die Jesuiten als machthungrige und habgierige Organisation dar. Das anonyme Machwerk entfaltete zu Beginn des 19. Jahrhunderts seinen größten Einfluss.Geheime Macht: Nikolai, Knigge und das Bild des „Schwarzen Ordens“Im 18. Jahrhundert waren es dann die Aufklärer, die den Ton angaben – und die Jesuiten - nach dem erfolgten Verbot der Gesellschaft - zu einem Symbol für Fanatismus und dunkle Macht machten. Insbesondere Friedrich Nicolai stilisierte den Orden zu einer Art katholischem Deep State. In ihrer Vorstellung zogen Jesuiten im Verborgenen die Fäden, verhinderten Fortschritt, unterdrückten Vernunft – und manipulierten die Massen. Der Antijesuitismus wurde zur literarischen wie politischen Waffe.Weltweit im Einsatz: Missionen in China und SüdamerikaDabei agierten die Jesuiten nicht nur in Europa: Ihre Missionare wirkten in Südamerika – etwa in den sogenannten Reduktionen in Paraguay, wo sie eigenständige Gemeinschaften mit indigener Selbstverwaltung aufbauten – und in China, wo sie am Kaiserhof astronomische und mathematische Kenntnisse vermittelten. Diese Missionspraxis stieß allerdings auf Widerstand in Rom: Der sogenannte Ritenstreit drehte sich um die Frage, ob beispielsweise chinesische Ahnenkulte mit dem Christentum vereinbar seien. Die Jesuiten waren für kulturelle Anpassung – der Vatikan sagte Nein. In diesem Konflikt zwischen religiösem Dogma und kultureller Öffnung gerieten die Jesuiten nun auch innerkirchlich verstärkt unter Druck.Die Gegner formieren sich: Pombal, Choiseul und der Weg zum VerbotIn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts spitzte sich der politische Druck auf den Orden zu. In Portugal war es der radikale Reformer Marquês de Pombal, in Frankreich Außenminister Étienne-François de Choiseul, die mit Nachdruck die Vertreibung der Jesuiten betrieben. Beide nutzten einzelne Skandale, etwa die angebliche Verwicklung in Verschwörungen oder wirtschaftliche Streitigkeiten, um ein umfassendes Verbot durchzusetzen. 1764 wurden sie in Frankreich verboten, bereits 1759 in Portugal. Spanien und Neapel folgten und setzten Rom unter Zugzwang.1773 – Das Ende und der Anfang des MythosMit dem Verbot 1773 verschwand der Orden offiziell – doch sein Bild blieb. Und es verwandelte sich: in ein Verschwörungsnarrativ, das erstaunlich modern anmutet. Jesuiten wurden nun als geheime Drahtzieher, als „unsichtbare Internationale“, als Gegner der Freiheit gezeichnet. Friedrich Nicolai dichtete ihnen Einfluss bis in die Französische Revolution hinein an. Die Form dieser Kritik – antielitär, kirchenkritisch, häufig antisemitisch aufgeladen – lebt in vielen späteren Erzählungen weiter, bis ins 20. Jahrhundert.Die Jesuiten sind längst rehabilitiert und wieder weltweit aktiv. Doch die alten Mythen haben überlebt – in Literatur, Verschwörungstheorien und kirchenkritischen Diskursen. Warum? Vielleicht, weil der Orden immer ein Spiegel war: für Ängste vor Macht, vor Bildungseliten, vor dem Fremden. Und weil er selbst nie ganz unschuldig daran war, dass man ihm so viel zutraute.Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steady.page/de/flurfunk-geschichteFür deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 10.07.2025
Dauer: 02:18:44

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FG055 - Glanz und Elend der Aufklärung

Schon oft haben wir in unseren Folgen Philosophen der Aufklärung besprochen. Nun nehmen wir uns das ganze Zeitalter vor! Wir diskutieren, was es wirklich bedeutet, aufgeklärt zu sein, und wie viel Licht die Aufklärung tatsächlich in die Dunkelheit des Unwissens gebracht hat. Solveig fasst die zentralen Ideen und Protagonisten der Aufklärung zusammen und beleuchtet die Ambivalenz dieser Epoche, die oft als der Beginn der modernen Welt gefeiert wird. Doch war es wirklich so einfach?Ein Blick auf die AufklärerWir beginnen mit Immanuel Kant, dessen berühmtes Zitat „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ als Leitfaden dient. Doch was bedeutet das für die Frauen und andere marginalisierte Gruppen dieser Zeit? Solveig zeigt auf, dass die Aufklärung nicht für alle Menschen gleichermaßen gilt und dass Frauen wie Olympe de Gouges und Mary Wollstonecraft gegen die gesellschaftlichen Normen ankämpfen mussten, um ihre Stimmen zu erheben.Die Schattenseiten der AufklärungWir werfen einen kritischen Blick auf die dunkleren Aspekte der Aufklärung, darunter Rassismus und die Abwertung von Frauen. Die Aufklärer, die sich für Freiheit und Gleichheit einsetzten, schlossen viele Menschen aus ihren Idealen aus. Wir fragen uns, inwieweit die Aufklärung tatsächlich eine positive Wende für die gesamte Menschheit bedeutete und welche Strukturen bis heute bestehen geblieben sind.Ein Aufruf zur VerantwortungIn dieser Episode wird deutlich, dass die Aufklärung nicht nur eine historische Epoche ist, sondern auch ein fortwährender Prozess, der uns herausfordert, Verantwortung für unsere eigenen Überzeugungen und die Gesellschaft, in der wir leben, zu übernehmen. Wir laden euch ein, mit uns über die Lehren der Aufklärung nachzudenken und darüber, wie wir sie in der heutigen Zeit umsetzen können.Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steadyhq.com/de/flurfunk-geschichte/Für deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 12.06.2025
Dauer: 02:36:41

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FG054 - Mythos Maria - Ausstellung im Dommuseum Brandenburg

ACHTUNG: Mit Hilfe der Kapitelmarken kann man in dieser Folge direkt zu einzelnen Objekten der Ausstellung springen. Dazu wird auch die jeweilige Abbildung eingeblendet. Bei Spotify steht diese Funktion leider nicht zur Verfügung. Nutzt dafür einen alternativen Player oder diesen Link!Diese Episode ist eine Premiere: Wir begeben uns auf eine Wallfahrt der besonderen Art. Wir haben Berlin verlassen, um einen weniger bekannten historischen Marienwallfahrtsort zu besuchen: Brandenburg an der Havel. Dort schauen wir uns eine die spannende Ausstellung mit dem Titel „Mythos Maria“ an, die sich mit der Verehrung der Mutter Gottes und der Geschichte Brandenburgs als Pilgerort beschäftigt.Ein unerwarteter WallfahrtsortPassend zu unserer letzten Folge wurde im Dommuseum Brandenburg die Ausstellung "Mythos Maria" eröffnet. Dort erfahren wir, warum Brandenburg, heute völlig unbekannt im Kontext von Marienwallfahrten, eine so wichtige Rolle in der Marienverehrung spielte. Darüber erzählt uns Michael, der schon einmal bei uns im Podcast zu Gast war. Er kennt sich nicht nur mit den Hohenzollern aus, sondern ist auch Kirchenpädagoge am Domstift. Michael erzählt uns die Geschichte des Doms, der ältesten Kirche der Region, und erklärt die Ursprünge der hiesigen Marienverehrung. Wir erfahren von der eigentlichen Wallfahrtskirche, die 1222-1240 erbaut wurde und warum sie heute nicht mehr existiert.Die Ausstellung „Mythos Maria“Die Ausstellung zeigt rund 100 Objekte, die die vielfältigen Darstellungen Marias im Laufe der Jahrhunderte beleuchten. Wir diskutieren die verschiedenen Aspekte der Marienverehrung, ihre Rolle in der Kunst und die tiefere Symbolik, die mit der Figur der Maria verbunden ist. Maria in modernen FormenEin zentraler Punkt der Episode ist die Frage, wie Maria heute wahrgenommen wird und welche Bedeutung sie in verschiedenen Kulturen und Religionen hat. Wir betrachten im Bereich "aller Welts Maria", wie die Ausstellung nicht nur die katholische Perspektive, sondern auch die Sichtweisen anderer Glaubensrichtungen und moderne Interpretationen einbezieht.Mit Hilfe der Kapitelmarken kann man in dieser Folge direkt zu einzelnen Objekten springen. Dazu wird auch die jeweilige Abbildung eingeblendet. Die Folge lässt sich daher perfekt bei einem Rundgang in der Ausstellung hören! Kontakt und UnterstützungDir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteOder auch regelmäßig durch eine Mitgliedschaft auf Steady: https://steadyhq.com/de/flurfunk-geschichte/Für deine regelmäßige Unterstützung bedanken wir uns mit einer Bonus-Folge "Nachklapp" zum Thema der aktuellen Folge.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads. Weiterer PodcastWillst du noch mehr von uns hören? Dann folge den Ereignissen und Debatten in der ersten deutschen Nationalversammlung bei Flurfunk Paulskirche: https://flurfunk-paulskirche.letscast.fm

Erschienen: 15.05.2025
Dauer: 01:29:38

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