Ein Gespräch mit Katja Sinko & Peter Jelinek
Europa hat schon bessere Zeiten gesehen: Polarisierte Gesellschaften, Rechtsextreme auf dem Vormarsch, veraltete Strukturen – Es wird Zeit, Europa neu zu erfinden und mit unerhörten Ideen neu zu beleben. Diesem Ziel haben sich die beiden Europa-Aktivist:innen Katja Sinko und Peter Jelinek verschrieben. Beide blicken anders auf Brüssel als die meisten von uns. Wo andere in der EU nur ein lästiges „Bürokratiemonster“ sehen, erkennen sie die Potenziale für uns alle. Etwa durch die Einführung einer kostenlosen EuropaCard für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, durch ein „Recht auf Natur“, das uns freien Zugang zur Natur gewähren soll, oder ein „Recht auf Auszeit“, um Europa zu erleben und sich fortzubilden. Dass keine ihrer „unerhörten Ideen“ utopisch ist, verdeutlichen konkrete Beispiele aus Luxemburg, Estland oder Schweden. Sie lassen hoffen: Europa kann das Leben von Millionen Menschen besser, fairer und lebenswerter machen.
Erschienen: 20.07.2026
Dauer: 01:14:20
Ein Vortrag von Ursula Bittner
Wir recyceln, kaufen »klimaneutral« ein und vertrauen darauf, dass Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsversprechen halten. Doch nicht jede „grüne“ Werbeaussage hält, was sie verspricht. „Greenwashing“ ist eher die Regel als die Ausnahme. Ein aktueller Greenpeace-Report deckt auf, wie die Industrie systematisch Politik und Verbraucherschaft mit leeren Versprechen und »freiwilligen Selbstverpflichtungen« ruhigstellt – und sich über ihre Lobbyarbeit längst Einfluss auf politische Entscheidungen gesichert hat. Greenwashing ist nicht nur irreführende Werbung – es ist ein lukratives Geschäftsmodell und Milliardenbusiness. Denn statt Umweltschutz zu betreiben, ist es billiger, ihn vorzutäuschen. Welche Strategien der Täuschung, aber auch politischen Einflussnahme stecken hinter Greenwashing? Welche tiefgreifenden Veränderungen bräuchte es, um Greenwashing zurückzudrängen und durch glaubwürdiges, wirksames Handeln zu ersetzen?
Erschienen: 09.06.2026
Dauer: 00:40:32
[Ein Gespräch mit Martha Mertens und Annemarie Volling]
Noch sind Europas Äcker weitgehend gentechnikfrei – doch das könnte sich bald ändern. Die EU plant die weitgehende Deregulierung von Pflanzen, die mithilfe Neuer Gentechnik hergestellt wurden. Sie sollen ohne jegliche ökologische und gesundheitliche Risikoprüfung und ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen. Doch wie sicher ist die „Neue Gentechnik“ wirklich? Welche Kriterien für deren „Unbedenklichkeit“ liegen dem Gesetzesvorschlag zugrunde? Und was würde es für uns alle (aber auch für die Natur) bedeuten, wenn die Vorgaben der EU-Kommission wie geplant umgesetzt würden? Werden Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit dann den Interessen einiger wenigen Gentechnikkonzerne geopfert? – Eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission, der Neuen Gentechnik den Weg auf die Äcker Europas zu ebnen.
Erschienen: 23.04.2026
Dauer: 00:49:58
[Ein Gespräch mit Frauke Fischer]
Künstliche Intelligenz ist inzwischen allgegenwärtig: Wir lassen uns Texte von ihr übersetzen, ganze Referate schreiben, Staus vorhersagen und Bilder generieren. Alles in rasantem Tempo und mit z.T. verblüffenden Ergebnissen. Die Wildbiologin Frauke Fischer erklärt, wie mittlerweile auch im Naturschutz KI eingesetzt wird – etwa beim Monitoring von Tierarten, der Analyse von Tierstimmen oder der Früherkennung von Umweltveränderungen. Anhand konkreter Beispiele illustriert sie, wie digitale Technologien helfen können, Ökosysteme besser zu verstehen und die biologische Vielfalt zu schützen. Die Natur selbst braucht zwar keine App und keine KI. Aber wir Menschen brauchen die Natur – und die Hilfe von KI, um die Natur (vor uns) zu schützen.
Erschienen: 19.03.2026
Dauer: 01:06:29
[Gespräch mit Susanne Götze und Annika Joeres]
Milliarden fließen in Panzer und Raketen, doch vor der wahren Bedrohung verschließt Europa die Augen: die fatale Abhängigkeit von Energieimporten aus Krisenregionen und erpresserischen Regierungen. Mehr als 90 Prozent von Europas Öl und Gas stammen aus dem Ausland – aus autoritären Regimen wie Russland und Katar oder den unberechenbaren USA unter Donald Trump. So entstehen doppelte Risiken: Europa macht sich erpressbar – und stärkt gleichzeitig autoritäre Regime. Doch trotz der bitteren Lektionen aus Putins Angriffskrieg und Trumps Erpressungspolitik halten Berlin und Brüssel an fossilen Geschäften fest und torpedieren gleichzeitig die Energiewende, die allein uns unabhängiger machen könnte. Denn Sicherheit ohne Energiewende ist eine Illusion.
Erschienen: 20.02.2026
Dauer: 00:57:44
[Gespräch mit Matthias Drösler und Pia Röder]
Moore sind nicht nur faszinierende Lebensräume und Heimat seltener Pflanzen und Tiere. Sie speichern in ihren über Jahrtausenden gewachsenen Torfböden auch mehr Kohlenstoff als jedes andere Landökosystem der Welt – aber nur, solange sie nass und als Feuchtgebiete intakt sind. Das sind in Deutschland aber nur noch ganz winzige Moorflächen. Über 90 Prozent der Moore sind mittlerweile großflächig entwässert, um sie land- und forstwirtschaftlich zu nutzen. Mit entsprechend fatalen Folgen für den Klimaschutz. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, Moore zu erhalten und ehemalige Moorgebiete wieder zu vernässen. Doch wie kann das gelingen und wo stehen wir in diesem Prozess?
Erschienen: 12.01.2026
Dauer: 00:48:44
Weitere Informationen zur Episode "Mehr Moor wagen! Über den Beitrag von Mooren zum Klimaschutz"
[Gespräch mit Albert Denk und Johanna Siebert]
»Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Elitenprojekte auf Kosten des Volkes.« – Narrative wie diese sind zunehmend Teil rechtspopulistischer Argumentation. Sie richten sich gegen jede Form ambitionierter Umwelt- und Klimaschutzpolitik und zielen darauf ab, diese zu delegitimieren. In dem Vortrag werden zentrale rechtspopulistische Narrative im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik analysiert. Einige von ihnen haben eine hohe Anschlussfähigkeit für breite Teile der Bevölkerung und wirken bereits bis in die sog. »gesellschaftliche Mitte« hinein. Wie ist dem zu begegnen – kommunikativ, aber auch politisch?
Erschienen: 12.11.2025
Dauer: 00:56:39
[Vortrag von Miriam Lang]
Die Klimakrise duldet keinen Aufschub – doch sind die Lösungen der sog. „Energiewende“ wirklich nachhaltig? Während Europa, Nordamerika und Asien auf erneuerbare Energien, Elektroautos und Wasserstoff setzen, bleibt eine unbequeme Wahrheit verborgen: Diese Wende basiert auf dem massiven Abbau strategischer Rohstoffe im Globalen Süden. Unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit entstehen neue Ungerechtigkeiten – für Mensch und Umwelt. In dem Vortrag werden die Schattenseiten dieser Entwicklung aufgezeigt. Mit Stimmen aus dem Globalen Süden beleuchtet die Referentin, wie grüner Kolonialismus Ressourcen ausbeutet, bestehende Abhängigkeiten vertieft und wirklich nachhaltige Alternativen verdrängt. Sie analysiert die geopolitischen Verflechtungen der Energiewende und zeigt, dass eine klimagerechte Zukunft nur mit globaler Gerechtigkeit möglich ist.
Erschienen: 01.10.2025
Dauer: 00:36:23
[Essay von Tim Jackson]
Die Coronapandemie hat uns eine klare Lektion erteilt: Gesundheit ist wertvoller als bloßes Wirtschaftswachstum. Fürsorge und Sorgearbeit (»Care«), die der Gesundheit dienen, bilden die Grundlage allen Lebens und Zusammenlebens. Doch diese Lektion droht in Vergessenheit zu geraten. Zumal eine »Ökonomie der Fürsorge« dem kapitalistischen Streben nach Effizienz und Arbeitsproduktivität widerspricht. Denn »Zeit ist Geld« – da bleibt nicht mehr viel Platz für zeitaufwendige Sorgearbeit. Tätigkeiten der Fürsorge, die Zeit weil Aufmerksamkeit benötigen, werden zu »Bürgern zweiter Klasse«. Sie führen gleichsam ein Schattendasein: konstant unterbezahlt, geringgeschätzt, entwertet und »feminisiert«. Wie sähe demgegenüber eine grundlegende Neuausrichtung unseres Wirtschaftssystems aus, die endlich Menschen und ihre Gesundheit über das Streben nach Profit stellt? Health statt wealth!
Erschienen: 28.08.2025
Dauer: 00:45:39
[Essay von Tim Jackson]
Die Coronapandemie hat uns eine klare Lektion erteilt: Gesundheit ist wertvoller als bloßes Wirtschaftswachstum. Fürsorge und Sorgearbeit (»Care«), die der Gesundheit dienen, bilden die Grundlage allen Lebens und Zusammenlebens. Doch diese Lektion droht in Vergessenheit zu geraten. Zumal eine »Ökonomie der Fürsorge« dem kapitalistischen Streben nach Effizienz und Arbeitsproduktivität widerspricht. Denn »Zeit ist Geld« – da bleibt nicht mehr viel Platz für zeitaufwendige Sorgearbeit. Tätigkeiten der Fürsorge, die Zeit weil Aufmerksamkeit benötigen, werden zu »Bürgern zweiter Klasse«. Sie führen gleichsam ein Schattendasein: konstant unterbezahlt, geringgeschätzt, entwertet und »feminisiert«. Wie sähe demgegenüber eine grundlegende Neuausrichtung unseres Wirtschaftssystems aus, die endlich Menschen und ihre Gesundheit über das Streben nach Profit stellt? Health statt wealth!
Erschienen: 28.08.2025
Dauer: 00:45:39