In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 setzen wir unsere Reihe zur DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Axel Pichler von der Universität Wien. Axel gibt uns Einblicke in mehrere aktuelle Projekte, die sich mit generativer KI und literaturwissenschaftlicher Methodik beschäftigen. Gemeinsam mit Kolleg*innen untersucht er, inwiefern sich das Outputverhalten großer Sprachmodelle mit literaturwissenschaftlichen Interpretationsstandards vergleichen lässt. Daneben arbeitet er an einem Workflow zur Evaluation generierter Gedichtinterpretationen sowie an einer Studie zur literaturgeschichtlichen Textpraxis im Kontext von LLMs. Im Gespräch wird schnell deutlich: Eine pauschale Bilanz zur Eignung von KI in der Literaturwissenschaft gibt es nicht. Ob Large Language Models sinnvoll einsetzbar sind, hängt stark von Datensatz, Fragestellung und methodischem Design ab. Wir sind der Meinung, dass die Modelle momentan als Coding-Assistenten besonders hilfreich sind. Gleichzeitig betont Axel die Verpflichtung zur sorgfältigen Validierung: Auch KI-generierte Ergebnisse müssen kritisch geprüft und methodisch reflektiert werden.
Erschienen: 21.02.2026
Dauer: 00:24:48
English Version below In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 setzen wir unsere Interviewreihe zur DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Beatrice Nava, die im Bereich Digital Philology an der Universität Wien forscht und lehrt. Im Gespräch gibt Beatrice uns Einblicke in ihre Arbeit an digitalen wissenschaftlichen Editionen. Ein aktuelles Projekt widmet sich einer genetischen digitalen Edition von Giacomo Leopardis Idilli und der Frage, wie sich Schreib- und Überarbeitungsprozesse eines Autors über unterschiedliche Manuskripte und Drucke hinweg digital modellieren lassen. Dabei geht es nicht nur um TEI/XML-Kodierung, sondern auch um Visualisierungen, die literarische Produktionsprozesse nachvollziehbar machen. Ergänzt wird diese Arbeit durch die Beteiligung an der internationalen Arbeitsgruppe VIDIT, die sich mit der Visualisierung textueller Varianz beschäftigt und an gemeinsamen Begrifflichkeiten und Best Practices für interoperable Werkzeuge arbeitet. English: In this short episode of RaDiHum20, we continue our interview series ahead of DHd2026 in Vienna, talking to Beatrice Nava. Beatrice is a lecturer and researcher in Digital Philology at the University of Vienna. During the interview, Beatrice shares insights into her work on digital scholarly editions. One of her current projects is a genetic digital edition of Giacomo Leopardi’s Idilli, which explores how an author's writing and revision processes can be modelled digitally across different manuscripts and printed editions. This involves TEI/XML encoding and visualizations that make literary production processes tangible. Beatrice's work is also enriched by her participation in the international VIDIT working group, dedicated to visualising textual variation and developing shared terminology and best practices for interoperable tools.
Erschienen: 20.02.2026
Dauer: 00:18:03
English Version below In dieser Kurzfolge setzen wir unsere Reise durch die Wiener Digital Humanities im Vorfeld der DHd2026 fort. Zu Gast ist diesmal erneut Tara Andrews, die ein Teil des zentralen Organisationsteams der kommenden Konferenz ist. Zu Beginn der Folge erzählt Tara von ihrem ungewöhnlichen akademischen Werdegang, der sie in die Digital Humanities gebracht hat. In Wien arbeitet sie schwerpunktmäßig an digitaler Text- und Editionsphilologie, an computergestützter Stemmatologie sowie an nachhaltigen Forschungsinfrastrukturen. Mit STEMMAweb hat sie bereits früh ein Werkzeug zur Analyse komplexer Überlieferungszusammenhänge entwickelt, das bis heute aus „reiner Hartnäckigkeit“ weiterlebt. Ihr zentrales aktuelles Projekt ist das RELEVEN, das sich mit Unsicherheit in historischen Daten beschäftigt. Tara und ihr Team fragen darin, wie Zeit-, Raum- und Personendaten für vormoderne Kontexte modelliert werden können, ohne eine trügerische Eindeutigkeit vorzugeben. Gerade für mittelalterliche Geschichte, so Tara, ist es entscheidend, digitale Datenstrukturen zu entwickeln, die historiographische Zweifel und Mehrdeutigkeiten sichtbar machen. Daneben gibt sie Einblicke in die große thematische Bandbreite ihrer Wiener Arbeitsgruppe, die von mittelalterlicher Materialkultur über Prosopographie bis hin zu Fragen kultureller Identitätsbildung reicht. English: In this short episode, we continue our journey through Vienna’s Digital Humanities landscape in the run-up to DHd2026. Our guest is Tara Andrews, once again, who is part of the core organising team for the upcoming conference. At the beginning of the episode, Tara reflects on her unconventional academic journey and how it led her to the field of Digital Humanities. In Vienna, she works in the areas of digital textual scholarship and scholarly editing, computational stemmatology, and sustainable research infrastructures. She developed STEMMAweb early on as a tool for analysing complex textual transmission histories, and it is still in use today, largely thanks to her tenacity. Her current main project is RELEVEN, which addresses uncertainty in historical data. In this project, Tara and her team are exploring how temporal, spatial, and personal data in premodern contexts can be modelled without creating a false sense of certainty. Tara argues that, especially for medieval history, it is crucial to design digital data structures that make historiographical doubt and ambiguity visible. She also provides insight into the wide thematic range of her Vienna-based research group, which spans medieval material culture, prosopography, and questions of cultural identity formation.
Erschienen: 19.02.2026
Dauer: keine Angabe
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 geht es weiter mit den Vorbereitungen für die DHd2026. Dafür ist Gabriel Viehhauser erneut bei uns im Podcaststudio zu Gast. Im Interview erzählt Gabriel, woran in Wien gerade geforscht wird. Ein wichtiges Projekt heißt „Scalable Reading“ und beschäftigt sich mit Gesamtausgaben aus dem 18. Jahrhundert. Ziel ist es, diesen besonderen Buchtyp genauer zu untersuchen: Wie entwickeln sich Gesamtausgaben, welche Bedeutung haben sie für Autorinnen und Autoren sowie für Verlage, und kann man literaturwissenschaftliche Annahmen direkt am Material überprüfen? Besonders herausfordernd sind dabei digitale Aspekte wie komplexe Layouts mit mehreren Ebenen von Fußnoten und Apparaten sowie Methoden, um Unterschiede zwischen verschiedenen Ausgaben sichtbar zu machen.
Erschienen: 18.02.2026
Dauer: 00:16:18
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 führen wir unsere Reihe zur DHd2026 in Wien fort und sprechen mit Maria Vargha, die an der Universität Wien an der Schnittstelle von Digital Humanities, Mediävistik und Spatial Humanities forscht und lehrt. Im Interview erzählt Maria von ihrer aktuellen Forschung, die sich besonders auf die Spatial Humanities konzentriert. Ein wichtiges Projekt ist das ERC-Projekt RELIG, das sie gemeinsam mit Kolleg*innen an der Universität Wien und am Naturhistorischen Museum Wien durchführt. Dabei geht es darum, wie die Christianisierung und Staatsbildung im frühmittelalterlichen Mitteleuropa (vor allem in Böhmen, im mittelalterlichen Ungarn und im heutigen Österreich) das Leben der "normalen" Alltags-Bevölkerung beeinflusst haben. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Studien, die sich auf Eliten konzentrieren, richtet dieses Projekt den Fokus bewusst auf lokale Gemeinschaften, Begräbnislandschaften, kirchliche Netzwerke und materielle Überlieferungen. In this short episode of RaDiHum20, we continue our series on DHd2026 in Vienna by talking to Maria Vargha. Maria is a researcher and teaches at the intersection of Digital Humanities, Medieval Studies, and Spatial Humanities at the University of Vienna. In the interview, Maria discusses her current research, which focuses particularly on Spatial Humanities. One of the key projects is the ERC project RELIG, which she is conducting with colleagues from the University of Vienna and the Natural History Museum Vienna. This project examines the impact of Christianisation and state formation in early medieval Central Europe (particularly Bohemia, medieval Hungary, and present-day Austria) on the lives of ordinary people. Unlike many historical studies that focus on elites, this project deliberately shifts attention to local communities, burial landscapes, ecclesiastical networks, and material remains.
Erschienen: 17.02.2026
Dauer: 0:25:29
In dieser Kurzfolge von RaDiHum20 bereiten wir euch auf die DHd2026 in Wien vor und stellen eine weitere Stimme aus der Wiener Digital-Humanities-Landschaft vor. Wir sprechen diesmal mit Andreas Baumann, der an der Universität Wien im Bereich der digitalen Linguistik tätig ist. Im Gespräch geht es vor allem um ein zentrales Thema: Sprachvielfalt. Andreas erklärt, wie sich Sprache über verschiedene Zeiträume verändert, von Jahrhunderten bis zu wenigen Jahrzehnten, und warum Variation, Vielfalt und Komplexität dabei wichtig sind. Er untersucht diese Vielfalt sowohl innerhalb der Sprache, zum Beispiel bei Bedeutungsvarianten oder Synonymen, als auch außerhalb, etwa in verschiedenen Regionen, Sprachräumen und weltweiten Entwicklungen.
Erschienen: 16.02.2026
Dauer: 0:26:06
Mit einem neuen Jahr startet auch eine neue Staffel von RaDiHum20, und damit der Auftakt zu einer besonderen Podcast-Reihe. In der ersten Folge der zehnten Staffel richten wir den Blick nach Wien, wo vom 23. bis 27. Februar 2026 die DHd-Konferenz unter dem Motto „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ stattfinden wird. Wie schon in den vergangenen Jahren begleiten wir die Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum mit Gesprächen, Einblicken und Diskussionen. In der ersten Folge begrüßen wir zwei Gäste, die aktuell vermutlich sehr viele Tabs, To-do-Listen und Tabellen offen haben: Tara Andrews und Gabriel Viehauser aus dem Organisationsteam der DHd 2026. Mit ihnen sprechen wir über Vorfreude, Herausforderungen und darüber, warum es eigentlich höchste Zeit war, dass die DHd einmal in Wien stattfindet.
Erschienen: 20.01.2026
Dauer: keine Angabe
In dieser Folge unserer neunten Staffel zu Barrieren und Teilhabe sprechen wir über Zugang, und darüber, was eigentlich gemeint ist, wenn wir von Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Raum sprechen. Zu Gast sind Ursula Frohne und Reinold Schmücker, beide Teil der Kolleg-Forschungsgruppe Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel an der Universität Münster. Gemeinsam mit unseren Gästen gehen wir der Frage nach, wie Digitalisierung neue Zugänge eröffnet und gleichzeitig unabsichtlich neue Barrieren erzeugt, die auf den ersten Blick oft unsichtbar bleiben.
Erschienen: 20.12.2025
Dauer: keine Angabe
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das in den Digital Humanities oft implizit mitgedacht wird, aber selten klar im Mittelpunkt steht: Mehrsprachigkeit. Wir haben Jana-Katharina Mende (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Cosima Wanger (Goethe- Universität Frankfurt) und Till Grallert (Humboldt-Universität zu Berlin) von der AG Multilingual DH zu Gast. Gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren wir, wie Sprache, Infrastruktur und Forschungsrealität zusammenhängen, und warum digitale Methoden manchmal nur so gut funktionieren wie die sprachlichen Voraussetzungen, auf denen sie beruhen.
Erschienen: 20.11.2025
Dauer: 1:07:19
In dieser Folge sprechen wir über ein Projekt, das inzwischen zum festen Bestandteil der Digital Humanities gehört: DraCor – das Drama Corpora Project. Wir haben Frank Fischer, Peer Trilcke und Julia Jennifer Beine zu Gast, die uns erzählen, wie aus einem kleinen gemeinsamen Forschungsinteresse eine internationale Infrastruktur wurde und warum es manchmal reicht, mit Kaffee, Club Mate und Neugier anzufangen.
Erschienen: 20.10.2025
Dauer: 1:07:42