In dieser Episode spricht Philipp Strobl mit dem Zeithistoriker Oliver Rathkolb über die historischen Dimensionen und gesellschaftlichen Dynamiken von Migration in Österreich und Europa. Rathkolb zählt zu den renommiertesten Kennern der österreichischen Zeitgeschichte, seine Forschungsschwerpunkte umfassen österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts, Nationalsozialismus und Erinnerungskultur sowie Demokratie- und Migrationsgeschichte. Ausgangspunkt des Gesprächs bilden seine aktuellen Bücher „Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters" — ausgezeichnet mit dem Preis „Wissenschaftsbuch des Jahres 2026" — sowie „Die paradoxe Republik. Österreich 1945 bis 2025". Diskutiert werden u.a. die Frage, ob es eine spezifisch österreichische Form der Migrationsdebatte gibt, die durch die politische Kultur der Zweiten Republik und mitteleuropäische Erinnerungspolitik geprägt ist, sowie der Einfluss der zahlreichen Zu- und Abwanderungswellen des 20. Jahrhunderts auf die österreichische Gesellschaft. Rathkolb analysiert zudem, welche Rolle Medien und permanente Krisenkommunikation bei der emotionalen Aufladung von Migrationsdebatten spielen und warum Migration in gegenwärtigen europäischen Gesellschaften so stark als Projektionsfläche für Ängste vor Kontrollverlust, sozialem Abstieg und kultureller Veränderung dient. Abschließend geht er der Frage nach, warum das Thema seit 2015 gerade in Mitteleuropa zum zentralen Mobilisierungsinstrument populistischer Bewegungen geworden ist und was diese Entwicklung von früheren Migrationsdebatten unterscheidet.
Erschienen: 13.07.2026
Dauer: 00:30:05
In this podcast episode, Philipp Strobl speaks with Anna Kurpiel and Katarzyna Maniak about the concept of “adopted heritage” and the role of everyday objects in the aftermath of forced migration in post-war Poland. They discuss how material culture from former German territories was reinterpreted and integrated into new local histories, and what these objects reveal about memory, belonging, and the complex legacies of displacement and violence in East Central Europe.
Erschienen: 20.03.2026
Dauer: 00:23:54
In dieser Episode von "Transit" spricht Philipp Strobl mit Gerald Knaus über Flucht und Migration als Konstanten europäischer Geschichte. Aktuelle Fluchtbewegungen werden historisch eingeordnet und den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gegenübergestellt. Im Fokus stehen die politische Polarisierung der Migrationsfrage, ihre Instrumentalisierung im öffentlichen Diskurs und die Frage, wie eine realistische, rechtsstaatlich und humanitär fundierte europäische Migrationspolitik aussehen kann.
Erschienen: 02.02.2026
Dauer: 00:37:45
In dieser Podcast-Folge geht es um die deutsche Kultur und Geschichte in Südosteuropa – um Menschen, ihre Wege, ihre Brüche und das, was von ihnen bis heute geblieben ist. Im Gespräch mit dem Historiker Tobias Weger öffnen wir den Blick auf ein Forschungsfeld, das lange am Rand stand und heute neue Aufmerksamkeit erfährt. Wir sprechen über die Deutschen in der Dobrudscha, ihre Ansiedlung, ihr Leben zwischen verschiedenen Kulturen und die Gründe, warum viele von ihnen im 20. Jahrhundert ihre Heimat verlassen mussten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Migration als historischer Dauerbewegung: München erscheint dabei als überraschend zentrale Drehscheibe zwischen Ost-, Südost- und Mitteleuropa – vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zum Abschluss geht es um die Frage, wie sich die deutschsprachige Ost- und Südosteuropaforschung in den letzten Jahren verändert hat und welche Themen und Perspektiven ihre Zukunft prägen werden.
Erschienen: 11.01.2026
Dauer: 00:18:48
In this episode Philipp Strobl talks to the historian Anna Holian about her research on Displaced Persons in postwar Europe. They discuss how competing political systems shaped DP communities in occupied Germany, her project Setting Up Shop in the House of the Hangman on Jewish economic life after the Holocaust, and her work on postwar European cinema, including The Search and Europe’s War Children. The conversation also explores the role of cities like Munich in DP integration and the challenges of reconstructing everyday life from fragmented archives.
Erschienen: 28.10.2025
Dauer: 00:44:31
In the 20th episode of the migration history podcast “Transit”, Michal Frankl talks with Franziska Lamp-Miechowiecki about results from his recently finished ERC-project “Unlikely Refuge. Refugees and Citizens in East-Central Europe in the 20th century” as well as about his previous research on the role of “stateless spaces” and the experience of the “no man’s land” in East-Central European border regions in the late 1930s. Frankl also discusses his research on post-communist refugee policies in the 1990s as well as his more recent endeavours in the field of citizen-science to create archives by and about migrants and refugees.
Erschienen: 15.10.2025
Dauer: 00:34:23
In dieser Episode spricht Philipp Strobl mit dem Politikwissenschaftler und Migrationsexperten Hannes Schammann über Chancen und Herausforderungen der Fluchtmigration nach Europa. Diskutiert werden u.a. die veränderten Dynamiken von Herkunftsregionen und Ankunftszahlen, die politische Instrumentalisierung von Migration in Wahlkämpfen sowie die Uneinigkeit innerhalb der EU in Fragen einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik. Schammann gibt Einblicke in die Forschung seiner Migration Policy Research Group an der Universität Hildesheim und geht der Frage nach, inwiefern staatliche und europäische Politik Migration überhaupt steuern kann. Zudem wird reflektiert, welche Lehren Europa aus den Fluchtbewegungen der Vergangenheit – insbesondere aus den Jahren 2015/16 – gezogen hat und welch zentrale Rolle Kommunen im Umgang mit Geflüchteten spielen.
Erschienen: 11.09.2025
Dauer: 00:34:49
In this 18th episode of the podcast, the focus is on Samantha Knapton's research into contemporary Polish history, particularly the history of Polish migration in the 20th century and the history of displaced persons. In this episode, Franziska Lamp-Miechowiecki talks to Samantha Knapton about her book, 'Occupiers, Humanitarian Workers, and Polish Displaced Persons in British-Occupied Germany', which was published by Bloomsbury Academic in 2023. The episode also covers Knapton's experiences teaching migration history at the University of Nottingham and her recent research into the history of displaced queer people.
Erschienen: 07.07.2025
Dauer: 29:29
In dieser Podcastfolge spricht Franziska Lamp-Miechowiecki mit dem Zeithistoriker Philipp Strobl über Wissen sowie dessen Veränderung und Adaption im Fluchtmigrationskontext. Dabei stellt Strobl auch sein neuestes Buch vor mit dem Titel A History of Displaced Knowledge: Austrian Refugees from National Socialism in Australia, das kürzlich in der Reihe Studies in Global Migration History bei Brill erschienen ist. Dieses gibt Einblicke in eine Wissensgeschichte, die sich mit Wandel und Anpassung von mitgebrachten Wissensbeständen im Kontext von Migration beschäftigt – basierend auf 26 individuellen Lebensgeschichten österreichischer Geflüchteter in Australien.
Erschienen: 10.06.2025
Dauer: 25:25
This special episode focuses on Philippe Sands' latest book, 38 Londres Street – On Impunity, Pinochet in England and a Nazi in Patagonia. The title of Sands' new book refers to the address of Pinochet’s torture centre in 38 London street, Santiago/Chile, and the quest to bring Pinochet to court for his deeds in London and Spain in the late 1990ies. Since the release of Philippe Sand’s book in April 2025, several court cases have been started against Pinochet’s officers in Chile. A second strand of the book is devoted to a member of Pinochet's staff, the Nazi engineer Walter Rauff. Famous as the constructor of the so-called “gas-waggons”, he was also notorious as a torturer and as an intelligence officer in Gestapo and Sicherheitsdienst during the 1940ies in the Nazi era, his specialty was “extraction of confessions”. He also is a protagonist of the so-called Ratline: in the post-war, he escaped several imprisonment camps and evaded justice. Like many Nazi perpetrators he emigrated to Latin America in the 1950ies and subsequently rose to new positions, with old duties. The book gives full account of Rauffs involvement in the murders of the Pinochet intelligence agency DINA and their torture camps during the 1970ies, and his heinous practice to let people “disappear” in fishmeal factories. Special Hosts & Moderators: Prof. Dr. Kerstin von Lingen, Professor of Contemporary History at the University of Vienna; historian Dr. Linda Erker from the Documentation Centre of Austrian Resistance (DÖW); MA history student Bruno Stern and journalist Klaus Taschwer (“Der Standard”, Vienna). Production & Editing: Magdalena Ragl, Franziska Lamp-Miechowiecki
Erschienen: 12.05.2025
Dauer: 54:11