„Koloniales Gewusel“: Patrick Krapf arbeitet in der Forschungsgruppe für molekulare Ökologie am Institut für Ökologie der Uni Innsbruck. Das Thema seiner PhD-Arbeit interessiert den Nachwuchswissenschaftler nicht nur, er widmet sich seiner Forschungsfrage auch mit großer Begeisterung. Krapf versucht die vielseitigen Verhaltensweisen von Ameisen auf genetischer Ebene besser zu verstehen, in dem er Vaterschafts- und Aggressionstests einsetzt. Pilzzucht, Versklavungen oder Kolonien, die sich über 4000 Kilometer erstrecken: Ameisen sind unglaublich gut organisiert und geben der Wissenschaft immer noch viele Rätsel auf. Wie diese Genetik der Kooperation in teilweise riesigen Ameisenkolonien funktioniert, untersucht Patrick Krapf, MSc am Beispiel der alpinen Rasenameise Tetramorium alpestre. Links: Patrick Krapf Forschungsgruppe für molekulare Ökologie Video: Science Slam - Superkoloniales Gewusel am Boden
Erschienen: 05.02.2016
Dauer: 00:58:26
Social Media spielen in der Forschungsarbeit von Dr. Eva Zangerle vom Institut für Informatik der Uni Innsbruck eine wesentliche Rolle. Die Informatikerin analysiert gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgruppe für Datenbanken und Informationssysteme soziale Netzwerke – allen voran Twitter. Dabei liegt Zangerle der User besonders „am Herzen“: Mit der Verbesserung und Etablierung so genannter „Recommender Systeme“ will die Informatikerin eine einfachere und effizientere Nutzung sozialer Medien ermöglichen. Etwa 4 Milliarden Tweets umfasst der „Untersuchungsgegenstand“ von Eva Zangler in den Datenbanken am Institut für Informatik im Moment. Etwa ein Prozent der Tweets sind frei zugänglich und können „gecrawlt“ werden. Sie bilden mit ihren jeweiligen Informationen wie etwa Hashtags und Links die Grundlage für verschiedene Untersuchungen, die von User-Reaktionen auf gehackte Profile bis hin zur Häufigkeit der Verwendung von Wikipedia-Links reichen. Links: Forschungsgruppe Datenbanken und Informationssysteme Eva Zangerle Forschungsthema: „Wikipedia on Twitter“
Erschienen: 21.01.2016
Dauer: 01:11:26
„Duell“ um die Kläranlage: Michael Meirer, MSc vom Institut für Infrastruktur der Uni Innsbruck beschäftigt sich mit Abfall- und Ressourcenmanagement und forscht in seinem aktuellen Projekt an der Schnittstelle zwischen Abwasser und Abfall. Bioabfall und entsprechend aufbereiteter Restabfall sind Hoffnungsträger in der Verbesserung von Biogaserzeugung in Kläranlagen. In „Zeit für Wissenschaft“ spricht der Wissenschaftler über Herausforderungen in der Abfallbehandlung, sinnvolles Mülltrennen und Potenziale der alternativen Bio-Energieerzeugung. Österreich, Deutschland und die Schweiz werden immer wieder als „Mülltrenn-Weltmeister“ bezeichnet. Getrennt gesammelter, „reiner“ Bioabfall ist ein wichtiges Gut für verschiedene umweltschonende Einsatzmöglichkeiten. Dennoch: Der Anteil biogener Stoffe im Restmüll beträgt bis zu 40 Prozent. Michael Meirer arbeitet an aufwändigen Verfahren, um diese wertvollen organischen Stoffe aus dem Restmüll zurückzugewinnen. Links: Michael Meirer Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement Video: Science Slam – „Duell der Giganten“
Erschienen: 17.12.2015
Dauer: keine Angabe
Günther Mühlberger ist Germanist und Leiter der Gruppe für Digitalisierung und Elektronische Archivierung (DEA) an der Uni Innsbruck. Seit mehr als zehn Jahren sucht der Wissenschaftler in internationalen, interdisziplinären Projekten nach Möglichkeiten, historische Texte und Schriften elektronisch durchsuchbar zu machen. Dieser Ansatz geht über ein „Einscannen“ weit hinaus und bringt für Mühlberger einen Paradigmenwechsel in den Geisteswissenschaften mit sich: Nicht nur die Datenlage ändert sich, sondern auch die Forschungsinstrumentarien. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt er über seine Arbeit an der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. „Die Maschine wird gefüttert und lernt“: Auf dem Gebiet der Texterkennung spielt maschinelles Lernen eine zentrale Rolle und macht es möglich, historische Texte gezielt nach Stichworten zu durchsuchen. Während Mühlberger in einem vergangenen Projekt beispielsweise 10.000.000 Zeitungsseiten in Frakturschrift mit OCR-Erkennung erfasste, zielt „Transkribus“ auf die automatisierte Erkennung von historischen Handschriften ab. Links: DEA Transkribus (mit Downloadmöglichkeit) Europeana Newspapers OCR (Wikipedia)
Erschienen: 22.10.2015
Dauer: keine Angabe
Weitere Informationen zur Episode "ZfW_023 - Elektronische Archivierung"
Für viele Menschen mag es überraschend klingen, aber Schnee und Eis stellen den Lebensraum für zahlreiche hochsensible Mikroorganismen dar. Die Limnologin Birgit Sattler beschäftigt sich mit diesen „extremen“ Bakterien, Viren und Algen, die sich an extreme Lebensbedingungen angepasst haben. Dabei arbeitet die Forscherin des Instituts für Ökologie der Uni Innsbruck häufig im Feld und ist dem mikrobiellen Leben nicht nur in den Gletschern und Gletscherhöhlen der nahegelegenen Alpen, sondern auch in den Eiswüsten der Arktis und Antarktis auf der Spur. Die Anpassungsfähigkeit an niedrige Temperaturen, Nährstoffknappheit und wenig Licht machen Mikroorganismen im Eis zu interessanten „Forschungsobjekten“ im Hinblick auf pharmazeutische oder medizinische Entwicklungen. In „Zeit für Wissenschaft“ erzählt Dr. Birgit Sattler über ethische Herausforderungen, ihre Arbeit am körperlichen und psychischen Limit, potenzielles Leben im All und Teddybären im Eis. Links: Birgit Sattler Lake and Glacier Ecology Research Group Austrian Polar Research Institute
Erschienen: 07.10.2015
Dauer: keine Angabe
Der Leiter des Instituts für Konstruktion und Materialwissenschaften, Michael Flach, beschäftigt sich mit Potenzialen eines faszinierenden Baustoffs, der wie kein anderer die Geschichte der Menschheit begleitet: Holz. Der zeitlose Baustoff steht im Mittelpunkt des Forschungsinteresses des Wissenschaftlers und ist nicht nur vielfältig einsetzbar, sondern auch ein wichtiger Hoffnungsträger im Hinblick auf das Thema Klimaschutz. Diese Ausgabe wird von einer kleinen audiosvisuellen Reportage (Pageflow) begleitet: http://zeit.pageflow.io/holz Michael Flach sucht mit seinem Team nach ressourcenschonenden, effizienten und auf den ersten Blick ungewöhnlichen Einsatzmöglichkeiten für Holz. Neben der Anwendung von Holzkonstruktionen in gebogenen bzw. runden Bauweisen sind zum Beispiel auch Badewanne und Waschbecken im Hause Flach aus Holz. Außerdem nennt der Ingenieur ein 100m2-Baumhaus sein Eigen. Links: Michael Flach Arbeitsbereich für Holzbau Experimentalgelände in Cantercel / Frankreich
Erschienen: 23.09.2015
Dauer: keine Angabe
„Zeit für Wissenschaft“ wagt sich in die Rechtswissenschaften: Andreas Scheil ist Professor für Finanz- und Wirtschaftsstrafrecht am Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie und berichtet über sein komplexes Arbeitsfeld. Stichworte wie etwa „Steuerhinterziehung“ und „Selbstanzeige“ sind auch für Laien aufgrund der medialen Berichterstattung sehr präsent, Scheil gibt Einblicke in die rechtswissenschaftlichen Hintergründe dieser „Dauerbrenner“. Nachdem es zunächst nur ein Zufall war, der Andreas Scheil zum Jus-Studium geführt hatte, erkannte der Rechtswissenschaftler sehr schnell, dass er eine richtige Entscheidung getroffen hatte. Scheil geht seiner Arbeit als Wissenschaftler und Strafvertreidiger im komplexen, aber spannenden Feld des Finanz- und Wirtschaftsstrafrechts mit großer Leidenschaft nach – weit abseits eines „trockenen“ Fachs. Links: Andreas Scheil Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie
Erschienen: 18.08.2015
Dauer: keine Angabe
Weitere Informationen zur Episode "ZfW_020 - Finanzstrafrecht"
„Wie lebt man auf Lampedusa?“ – auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage bereiste der Ethnologe Gilles Reckinger in den letzten Jahren die süditalienische Insel. Sein Ziel: Abseits der in Mitteleuropa dominanten Berichterstattung zu verstehen, wie sich das Leben auf dieser kleinen Insel sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für die ankommenden Bootsflüchtlinge gestaltet. Der Professor für Interkulturelle Kommunikations- und Risikoforschung spricht in „Zeit für Wissenschaft“ über seine Forschung im gesellschaftspolitischen Brennpunkt. In dem Folgeprojekt „Bitter Oranges“ beschäftige sich Reckinger vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie mit einem „neuen Gesicht der Sklaverei“. Afrikanische Erntearbeiter, die meist als Bootsflüchtlinge über die Insel Lampedusa nach Europa kamen, arbeiten als Tagelöhner unter Bedingungen extremer Ausbeutung beispielsweise bei der Orangen-Ernte in Kalabrien. Links: Gilles Reckinger Projekt und Ausstellung: Bitter Oranges Buch: Lampedusa - Begegnungen am Rande Europas
Erschienen: 13.07.2015
Dauer: keine Angabe
„Zeit für Wissenschaft“ zu Besuch am Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn. Das Institut ist nicht in Tirol, sondern in Vorarlberg angesiedelt, da sich dort ein Großteil der textilverarbeitenden Betriebe Österreichs befindet. Inmitten dieses Industriezweiges arbeitet Thomas Bechtold mit seinem etwa 20-köpfigen Team an zahlreichen Projekten im Bereich der Formung, Verarbeitung und Anwendung von Textilfasern. Dabei versucht der Institutsleitern und Professor für angewandte Chemie und Textilchemie einen Spagat zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Textilien sind und können viel mehr, als häufig vermutet wird. Trotz hoher Festigkeiten bleiben sie dennoch formbar, was sie nicht zuletzt im Baubereich für eine interessante, leichtere Alternative zu Metallen werden lässt. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen kommt „klugen“ Textilien eine immer größere Bedeutung zu: In der Pflege älterer Menschen ist der Einsatz von mit Sensoren ausgestatteten Stoffen (etwa Bettwäsche) eine wichtige Stütze im Alltag. Links: Institut für Textilchemie und Textilphysik Thomas Bechtold Netzwerk waschbare Sensortextilien TEXon - Textilbeton TAGS – Textiles for Ageing Society
Erschienen: 18.06.2015
Dauer: keine Angabe
Musik verstärkt Gefühle - eine Eigenschaft, die auch zu einer missbräuchlichen Verwendung führen kann, wenn sie beispielsweise als Trägerin ideologischer Inhalte eingesetzt wird. Der Musikwissenschaftler Dr. Kurt Drexel beschäftigt sich mit Musik als zentralem Instrument der nationalsozialistischen Propaganda am Beispiel des „Reichsgaues“ Tirol / Vorarlberg zwischen 1938 und 1954. Dem Musizieren wurde zur Zeit des Nationalsozialismus eine große Bedeutung beigemessen. Aber welchen Beitrag konnte Musik zu Bildung einer „nationalsozialistischen Identität“ leisten? Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Hitler-Deutschland im Frühjahr 1938 wurde unmittelbar mit der Einrichtung des Reichgaues Tirol-Vorarlberg begonnen. Diese „Umstrukturierung“ im Sinne der NS-Ideologie betraf alle gesellschaftlichen Bereiche und führte auch zu einer umfassenden Überwachung des Kulturlebens. Kurt Drexel untersucht, wie diese ideologische Aufladung der Musik so „erfolgreich“ gelingen konnte und wie mit eindeutig konnotierten Musikstücken sowie Entscheidungsträgern nach 1945 umgegangen wurde. Links: Kurt Drexel Institut für Musikwissenschaft Buch: "Klingendes Bekenntnis zu Führer und Reich. Musik und Identität im Reichsgau Tirol-Vorarlberg 1938–1945"
Erschienen: 03.06.2015
Dauer: keine Angabe
Weitere Informationen zur Episode "ZfW_017 - Musik im Nationalsozialismus"