In ihrem Buch «Die Frauen der Red-Power-Bewegung» beleuchtet Rachel Huber eine bisher wenig bekannte Seite des indigenen Widerstands in den USA in den 1960er- und 1970er-Jahren. Sie geht den Spuren von historischen Akteurinnen und Zeitzeuginnen auf sozialen Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram nach und vergleicht diese mit den Spuren in analogen Archiven in den USA und Europa. So wird deutlich, dass Red-Power-Aktivistinnen massgeblich für den Erfolg des politischen Widerstandes waren. In der neusten Cliocast-Folge spricht Rachel Huber mit Alexandra Binnenkade über bislang wenig sichtbare Akteurinnen und ihre Verdienste in der Red-Power-Bewegung und wie es gelingen kann, diese in die etablierte Meistererzählung einzuschreiben. Sie erklärt dabei auch, dass digital-born-Selbstzeugnisse Geschichten zum Vorschein bringen, die sich mit analogen Quellen nicht erschliessen lassen, und was im Umgang mit solchen Quellen zu beachten ist.
Erschienen: 24.08.2023
Dauer: 00:30:47
Weitere Informationen zur Episode "Cliocast #22: Rachel Huber - Die Frauen der Red-Power-Bewegung"
Gespenster, Toten- und Poltergeister, Arme Seelen, die nicht zur Ewigen Ruhe finden – in ihrem Buch «Sinn für Gespenster» beschäftigt sich Eveline Szarka mit Spukphänomenen in der reformierten Schweiz der Frühen Neuzeit. Auf der Grundlage einer breiten Quellenbasis analysiert sie an rund 50 dokumentierten Fällen aus den Jahren 1570-1730, wie die Spukphänomene wahrgenommen, gedeutet und bewältigt wurden. In der neusten Cliocast-Folge erklärt die Autorin im Gespräch mit Jan-Friedrich Missfelder, wieso die reformierte Obrigkeit Gespenster ab dem 16. Jahrhundert umdeutete und weshalb in der Glaubenspraxis der Bevölkerung die Interpretationen und Bewältigungen dieser vielfältigen Phänomene nicht selten vom reformierten Dogma abwichen. Gesprächsgegenstand sind im Weiteren das breite Spektrum der Begegnungen mit Gespenstern, die sozialen und juristischen Folgen, die diese «multisensorischen Ereignisse» mit sich brachten, und wie sich die Expertise für Gespenster und deren Vertreibung historisch entwickelte. Eveline Szarka führt schliesslich auch aus, wieso die Gespenster in ihrer Sinnwidrigkeit doch sinnstiftend waren.
Erschienen: 07.03.2023
Dauer: 00:37:30
Weitere Informationen zur Episode "Cliocast #21: Eveline Szarka Espahangizi - Sinn für Gespenster"
«Migration» und «Integration» - zwei gesellschaftspolitisch prägende Begriffe, deren Geschichte aber nur wenige Jahrzehnte zurückreicht. Kijan Espahangizi nimmt diesen Umstand in seinem Buch «Der Migration-Integration-Komplex» zum Ausgangspunkt, um am Beispiel der Schweiz herauszuarbeiten, wie sich mit dem diskursiven Aufstieg der beiden Begriffe unsere Sicht auf die moderne Gesellschaft grundlegend gewandelt hat. In der 20. Cliocast-Episode erläutert Kijan Espahangizi im Gespräch mit Isabelle Schürch, wie die Begriffs- und Wissenschaftsgeschichte zu menschlicher Mobilität Zugang zu den Verschiebungen der Perspektive bietet – von den Einwanderungsdebatten in den 1960er Jahren bis hin zu einer Globalisierung der Migrationsfrage in den 1990er Jahren. Er geht dabei auch auf die Entstehung und das Anliegen des Buchs ein und thematisiert, wie sich die Geschichtswissenschaft in gesellschaftliche Debatten einbringen kann. Und schliesslich erklärt er auch, wieso er mithilfe von persönlichen Fotografien aus dem Familienarchiv seine eigene Perspektive auf die Migrationsgeschichte offenlegt.
Erschienen: 12.10.2022
Dauer: 00:41:10
Die russische Invasion in der Ukraine ist Anlass, in der neusten Cliocast-Episode über ein Buch zu sprechen, das erst im Erscheinen ist. Fabian Baumann (Chicago) hat Jan-Friedrich Missfelder vorab Einblick in sein Buchmanuskript «Diverging Paths. An Intimate History of Russian and Ukrainian Nationalism in Late Imperial Kiev» gegeben. Das Buch erzählt die Geschichte der russischen und ukrainischen Nationalismen im russischen Imperium in der zweiten Hälfte des 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert anhand einer Familiengeschichten, deren Mitglieder sich konkurrierenden nationalistischen Konzepten verschrieben haben. Ihre Lebenswege bewegen sich zunehmend auseinander, genauso wie die Nationalismen in der Ukraine und in Russland. In der aktuellen Cliocast-Episode erläutert Fabian Baumann die im 19. Jahrhundert herausgebildeten nationalistischen Konzepte, wie sie sich gesellschaftlich verankerten und wie sich die mit ihnen einhergehenden historischen Narrative entwickelten. Er sieht das Divergieren der Geschichtserzählungen und der Selbstverständnisse, das im 19. Jahrhundert einsetzte, als Anfang des aktuellen Unverständnisses zwischen den beiden Ländern.
Erschienen: 28.03.2022
Dauer: 00:34:25
«Es ist Zeit für eine neue Geschichte des Klimas und der Gesellschaft, für eine, die der heutigen Situation angemessen ist.» (S. 14) Diese Geschichte vermitteln der Klimatologe Heinz Wanner und der Historiker Christian Pfister in ihrem gemeinsamen Buch, das 2021 im Haupt Verlag erschienen ist. Für einem Zeitraum von eintausend Jahren kombinieren sie Kilmarekonstruktionen anhand von Dokumentendaten in ihrem humangeschichtlichen Kontext mit zeitlich hochaufgelösten Analysen der Klima- und Gletschergeschichte. Das Buch führt in die Grundlagen der Klimageschichte wie auch der Klimatologie ein, trägt den Forschungsstand der beiden Disziplinen zusammen und stellt historischen Befunden klimatologische Erkenntnisse gegenüber. Isabelle Schürch (Bern) mit den beiden Autoren über die Entstehungsgeschichte des Buchs, die Darstellungs- und Erzählweise und wie das nicht immer reibungslose Zusammenführen der beiden Ansätze zu neuen Erkenntnissen geführt hat. Christian Pfister und Heinz Wanner geben dabei Einblick in die gesellschaftlichen Folgen klimageschichtlicher Ereignisse wie die vulkanische Eruption des Samalas 1257, die Entdeckung des Eismanns Ötzi 1991 oder das «Jahr ohne Sommer», das auf den Ausbruch des Vulkans Tambora 1816 folgte. Schliesslich blicken sie auch in die Zukunft und stellen Szenarien extremer Klimaereignisse vor, die sie aus der Vergangenheit entwickelten und die die Verletzlichkeit von Gesellschaften sichtbar machen.
Erschienen: 28.02.2022
Dauer: 00:33:29
Cliocast ist eine Podcast-Serie von Gesprächen mit HistorikerInnen über ihre neuen Bücher. In den rund 30minütigen Beiträgen können der historische Gegenstand und die zentralen Thesen genauso zur Sprache kommen wie methodische Herausforderungen, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle Rezeption und Diskussion der Bücher. Cliocast versteht sich nicht als Rezensionsorgan, sondern will Gesprächsplattform für den Austausch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten sein. Mit Cliocast präsentiert infoclio.ch ein neues Podcast-Format für die Geschichtswissenschaften in der Schweiz.
Erschienen: 14.02.2022
Dauer: 00:46:36
Weitere Informationen zur Episode "Cliocast #17: Bruce Gordon: Zwingli. God's Armed Prophet"
Cliocast ist eine Podcast-Serie von Gesprächen mit HistorikerInnen über ihre neuen Bücher. In den rund 30minütigen Beiträgen können der historische Gegenstand und die zentralen Thesen genauso zur Sprache kommen wie methodische Herausforderungen, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle Rezeption und Diskussion der Bücher. Cliocast versteht sich nicht als Rezensionsorgan, sondern will Gesprächsplattform für den Austausch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten sein. Mit Cliocast präsentiert infoclio.ch ein neues Podcast-Format für die Geschichtswissenschaften in der Schweiz.
Erschienen: 09.02.2022
Dauer: 00:33:28
Weitere Informationen zur Episode "Cliocast #16: Milo Probst: Für einen Umweltschutz der 99%"
Cliocast ist eine Podcast-Serie von Gesprächen mit HistorikerInnen über ihre neuen Bücher. In den rund 30minütigen Beiträgen können der historische Gegenstand und die zentralen Thesen genauso zur Sprache kommen wie methodische Herausforderungen, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle Rezeption und Diskussion der Bücher. Cliocast versteht sich nicht als Rezensionsorgan, sondern will Gesprächsplattform für den Austausch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten sein. Mit Cliocast präsentiert infoclio.ch ein neues Podcast-Format für die Geschichtswissenschaften in der Schweiz.
Erschienen: 09.09.2021
Dauer: 00:33:23
Cliocast ist eine Podcast-Serie von Gesprächen mit HistorikerInnen über ihre neuen Bücher. In den rund 30minütigen Beiträgen können der historische Gegenstand und die zentralen Thesen genauso zur Sprache kommen wie methodische Herausforderungen, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle Rezeption und Diskussion der Bücher. Cliocast versteht sich nicht als Rezensionsorgan, sondern will Gesprächsplattform für den Austausch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten sein. Mit Cliocast präsentiert infoclio.ch ein neues Podcast-Format für die Geschichtswissenschaften in der Schweiz.
Erschienen: 22.03.2021
Dauer: 00:32:57
Cliocast ist eine Podcast-Serie von Gesprächen mit HistorikerInnen über ihre neuen Bücher. In den rund 30minütigen Beiträgen können der historische Gegenstand und die zentralen Thesen genauso zur Sprache kommen wie methodische Herausforderungen, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle Rezeption und Diskussion der Bücher. Cliocast versteht sich nicht als Rezensionsorgan, sondern will Gesprächsplattform für den Austausch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten sein. Mit Cliocast präsentiert infoclio.ch ein neues Podcast-Format für die Geschichtswissenschaften in der Schweiz.
Erschienen: 08.03.2021
Dauer: 00:34:18