A Psychologist's Guide to the Universe
Science Fiction entwirft technische und gesellschaftliche Visionen. Wie werden wir in Zukunft leben -- und damit auch denken, fühlen und handeln? Dieses Genre kann uns inspirieren, über uns hinauszudenken und hinauszuwachsen. Manchmal kann es uns auch eine mögliche Zukunft aufzeigen, die so gar nicht erstrebenswert ist; und uns so anspornen, diese dystopische Zukunft zu verhindern. So geht die Reise manchmal in eine lustige und doch tiefsinnige alternative Realität (wie im Hitchhiker's Guide), in eine verstörende nahe Zukunft (2001: A Space Odyssey), in eine manchmal dornige und doch vielversprechende Zukunft einer geeinten und die Sterne erobernden Menschheit (Star Trek), in inhumane high-tech, low-life Dystopien (Blade Runner, Neuromancer) oder direkt in die Hölle (Event Horizon). Immer geht die Reise dabei in unsere eigene Psyche, zu unseren großen Hoffnungen und großen Ängsten. Darüber reden in dieser Folge die drei Gehirne der Serie 9000: Niklas, Marius und Claus.
Erschienen: 22.10.2020
Dauer: 01:02:37
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 5, Vers 4: Science Fiction"
Einmal Todesstern und zurück
Ein Held zieht hinaus in die Welt, widersteht der Verführung durch eine Frau, söhnt sich mit dem Vater aus (was auch durch ein paar gezielte Schwerthiebe auf lebenswichtige Organe geschehen kann), kehrt nach mehreren Irrungen und Wirrungen nach Hause zurück und wird dort (nach ein paar weiteren Missverständnissen) als Held gefeiert. Diese ursprünglich vom Mythenforscher Joseph Campbell (mit einigen weiteren Elementen) formulierte, so genannte Heldenreise ist ein Narrationsschema, das in vielen großen Erzählungen von der Antike bis heute zu finden ist. Die Geschichte von Sam im Herrn der Ringe beispielsweise passt sehr gut in dieses Schema. Und George Lucas' Star Wars wurde wohl ganz bewusst als Heldenreise konstruiert ("Nein, ich bin Dein Vater!" [Imperial March playing]). Aber sind diese Archetypen (und in manchen Fällen wäre Stereotypen treffender) emotional so packend, weil sie universelle Muster in unserer Psyche berühren; oder wirken sie so universell, weil Buch- und Drehbuchschreiber viel zu oft auf das Klischee der Heldenreise zurückgreifen? Darüber diskutieren Marius, Claus und Niklas in dieser Folge.
Erschienen: 15.10.2020
Dauer: 01:02:57
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 5, Vers 3: Heldenreise"
"What's your story?" -- Lebensgeschichten und Geschichten des Lebens
Ein Aphorismus (und inzwischen Kalenderspruch) von Søren Kierkegaard sagt, dass man das Leben vorwärts leben muss; aber rückwärts verstehen. Diese Rückschau ist ein Blick auf unsere Lebensgeschichte: Was haben wir wann getan, und was nicht? Warum? Und würden wir heute anders entscheiden? Gerade wenn wir mit unserem Leben hadern, dann stellen wir uns solche Fragen und suchen nach Antworten. Wie uns Geschichten dabei helfen, darüber diskutieren Marius, Niklas und Claus.
Erschienen: 08.10.2020
Dauer: 01:03:52
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 5, Vers 2: Lebensgeschichten"
Über die psychologischen Eigenschaften von Narrationen
"Ich war gestern beim Bäcker." Was aus inhaltlicher Sicht erstmal trivial wirkt, ist psychologisch gesehen hoch spannend. Geschichten erfüllen nicht nur eine soziale Funktion, sondern spiegeln auch wider, wie wir die Welt um uns herum begreifen. Das --und warum eine gute Geschichte auch davon lebt, was man nicht erzählt -- besprechen in dieser Episode Marius, Claus und Niklas.
Erschienen: 01.10.2020
Dauer: 00:59:54
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 5, Vers 1: Geschichten"
Live aus Hamburg vom Markt des nützlichen Wissens und Nicht-Wissens
Marius war vom 25-26.09 als Experte beim 7. Markt des nützlichen Wissens und Nicht-Wissens zu Gast. Hier können interessierte Kund:innen sich eine halbe Stunde Zeit mit einem der zahlreich angereisten Expert:innen kaufen. Von Schamanismus, über Sex-Arbeit bis hin zu Virologie war alles vetreten. Niklas und Marius schildern ihre Eindrücke
Erschienen: 30.09.2020
Dauer: 00:35:42
Weitere Informationen zur Episode "Schnipsel: Expertise in Coronäischen Zeiten"
Wissenschaft im gesellschaftlichen Diskurs
Counterstrike, Call of Duty & Co: Wir nutzen das aktuelle Thema um die Rolle der Wissenschaft in der Demokratie und der gesellschaftlichen Debatte zu beleuchten. Müssen Wissenschaftler:innen sich zurückhalten, wenn Ergebnisse falsch zitiert werden oder Unwahrheiten verbreitetet werden? Claus, Marius und Niklas nehmen Stellung!
Erschienen: 24.09.2020
Dauer: 01:04:42
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 4, Vers 4: Die "Killerspiel"-Debatte"
Wie spielfremde Kontexte mehr Pepp bekommen
Kann Arbeit Spaß machen? Darf sie Spaß machen? Und: Wie schafft man das überhaupt, diesen Spaß zu erzeugen? Heute diskutieren Marius, Claus und Niklas über Gamification. Damit meint man die Übertragung von Spiel-Design-Elementen in spielfremde Kontexte, um dann beispielsweise die Motivation zu steigern. Dabei ist Gamification kein Allheilmittel. Sie kann auch Motivation zerstören, und sie kann auch genutzt werden, um moralisch fragwürdige Absichten zu verschleiern. Dann kann Gamification auch, um einen Fachbegriff von Harry Frankfurt zu verwenden, Bullshit sein.
Erschienen: 17.09.2020
Dauer: 01:00:55
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 4, Vers 3: Gamification"
Wie lassen sich Spieler:innen nach ihren Motiven und Zielen unterscheiden?
Immer und immer wieder, fünf gegen fünf, auf der gleichen Karte kämpfen, der "Kluft der Beschwörer". Wird das nicht langweilig? Niklas und Millionen anderer Spieler meinen: Das wird es nicht! Im Computerspiel "League of Legends" kämpfen sie, zusammen mit vier Mitstreiter:innen, gegen ein anderes fünfköpfiges Team. Dabei geht es um ... Ja, worum geht es dabei eigentlich? Ruhm und Ehre. Kurzweil und Abschalten? Gewinnen oder Entdecken? Niklas erklärt uns in dieser Folge, was ihn antreibt und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse uns helfen können, die Motivation von (Computer-) Spielern besser zu verstehen.
Erschienen: 10.09.2020
Dauer: 01:01:59
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 4, Vers 2: Motivation im Spiel"
Eine aktuelle Folge zu den Ereignissen in Berlin
Zwischen buntem Haufen und Sturm auf den Reichstag: Die so genannten Hygienedemos in Berlin werden seit Tagen in (klassischen und sozialen) Medien diskutiert. Manche Kritiker:innen sehen die Demos insgesamt als unangemessen; andere befürchten eine Querfront aus rechten und linken Ideologen, die hier Stimmung gegen den Staat machen; und wieder andere eine legitime und friedliche Bewegung, die mit Extremismus nichts am Hut hat. Was war da los? Welche Rolle spielen okkulte Symbole? Und was können wir als Psychologen und Wissenschaftler allgemein zu der Debatte beitragen? Darüber diskutieren Niklas, Claus und Marius.
Erschienen: 03.09.2020
Dauer: 01:04:28
Ein psychologischer Blick auf den homo ludens
„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Dieses Zitat von Friedrich Schiller macht klar: Das Spiel ist mehr als Zeitvertreib oder nettes Hobby. Es ist untrennbar verbunden mit unserer Kultur, unserem Menschsein, und ist -- so die Sichtweise des berühmten Spiele-Theoretikers und Historikers Johan Huizinga -- die Blaupause für alle kulturellen Prozesse. Das Spiel -- ob eher regelgeleitet als game oder frei und zwanglos als play -- ist in seiner Bedeutung universell. Dabei müssen Spiele nicht immer Spaß machen. Sie können auch ernst, und manchmal sogar gefährlich sein. Wenn also alles am Spiele hängt und zum Spiele drängt, dann sollte sich auch die Psychologie damit beschäftigen. Unter dem Buzzword Gamification geschieht das schon. Darüber, aber auch über weitere Aspekte, diskutieren im ersten Vers dieses Kapitels Marius, Claus und Niklas.
Erschienen: 27.08.2020
Dauer: 01:01:30
Weitere Informationen zur Episode "Kapitel 4, Vers 1. Spiel!"