Über Strukturreformen, KI-Pragmatismus und den Kampf gegen Bildungsmythen
„Bildung muss entideologisiert werden“ – Brandenburgs Bildungsminister bezieht klare Stellung zu Kooperationsverbot, KI-Pragmatismus und Strukturreformen. Die Themen: - Bildung entideologisieren: Wissenschaft statt Mythen - Digitalpakt-Realität: Es ging vor allem um die Infrastruktur, nicht um die Ausstattung – „Das ist Oberunfug“: Das Kooperationsverbot verhindert Lösungen - KI pragmatisch: „Verbieten bringt nichts“ – Kompetenzen aufbauen - Kinderrechte: Ins Grundgesetz für individuelle Lebenschancen Top-Zitate: „Das ist Oberunfug“ – über das Kooperationsverbot „Schaum wegwischen, Scheuklappen runter” „Kann man KI verbieten?” Ja. Hilft es was? Nein.“
Erschienen: 31.07.2025
Dauer: 00:26:18
Startchancen-Programm, KI-Tools und Schulautonomie
In dieser Folge des EduCouch Politsommers spricht Host Benjamin Heinz mit Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Bündnis 90/Die Grünen). Das Gespräch behandelt aktuelle Herausforderungen der Bildungspolitik mit Schwerpunkt auf Digitalisierung und KI-Integration. Hauptthemen: Bildungsgerechtigkeit und Startchancen-Programm: Sprachförderung, Gemeinschaftsschulen, soziale Herkunft als Bildungsfaktor KI in der Bildung: Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Risiken sowie wissenschaftliche Begleitung Digitalisierungsprojekte in Baden-Württemberg: Robotik in Grundschulen, mobile Makerspaces, KI-Zentrum Heilbronn Bildungsföderalismus: Eigenständigkeit der Länder vs. gemeinsame Standards Cornelsen-Schulleitungsstudie: 69% der Schulleitungen als Innovationstreiber, 60% wären bereit für "Regelbruch" Aktuelle Bildungsdebatten: Handy-Verbote, Lehrkräftemangel, G9-Reform, AIS-Projekt Sandra Boser spricht sich gegen pauschale Handy-Verbote aus, verteidigt den Bildungsföderalismus und betont die Unverzichtbarkeit von Lehrkräften trotz KI-Entwicklung. Besonderer Fokus auf Digital Divide: Zentrale KI-Tools sollen Benachteiligung verhindern. Konkrete Projekte: Robotik-Programm für 400 Grundschulen, mobile Makerspaces für den ländlichen Raum, neues Schulfach „Informatik und Medienbildung” ab 2025/26. Der EduCouch Politsommer ist eine Kooperation mit dem Cornelsen Verlag.
Erschienen: 24.07.2025
Dauer: 00:33:33
Clemens zieht Bilanz
Conrad Clemens im Gespräch mit Prof. Marcus Ventzke. Conrad Clemens hat sich ein sportliches Ziel gesetzt. Als neuer sächsischer Kultusminister will er in den ersten 100 Tagen seines Amtes 100 Schulen besuchen. Nach der Hälfte dieser Zeit zieht er bereits Bilanz aus 52 Schulbesuchen und teilt seine Eindrücke aus der Schulpraxis. Das 100-Schulen-Projekt Clemens schildert, wie unterschiedlich die sächsischen Schulen aufgestellt sind und welche enormen Herausforderungen Schulleitungen täglich bewältigen müssen. Besonders die ungleiche Unterrichtsversorgung im ländlichen Raum und an Oberschulen beschäftigt ihn. Gleichzeitig zeigt er sich beeindruckt vom Engagement und Herzblut, das er täglich in den Schulen erlebt. Digitalisierung als Belastung statt Entlastung Seine deutlichste Kritik gilt der aktuellen Schuldigitalisierung: „Bisher sorgt die Digitalisierung für mehr Aufwand“, stellt er fest. An sächsischen Schulen existiert ein regelrechter „Software-Wust” aus über zehn verschiedenen Programmen. Seine Vision ist das „iPhone-Prinzip” für Schulen, bei dem intuitive Bedienung wichtiger ist als Funktionsvielfalt. Konkrete Reformen Als Lösungsansatz plant Clemens 15 verpflichtende digitale Unterrichtsstunden pro Jahr für die Klassen 7 bis 9, langfristig schwebt ihm jedoch projektorientiertes Lernen vor, wie er es aus internationalen Erfahrungen kennt. Diese Folge ist Teil des EduCouch Politsommers - eine Kooperation mit Cornelsen
Erschienen: 17.07.2025
Dauer: 00:20:33
IDT-Spezial Teil 2
Die DaF-Legende Prof. Hermann Funk spricht mit Host Benjamin Heinz über den Markenkern von Deutsch als Fremdsprache und erklärt, warum KI das Sprachenlernen nicht überflüssig macht. 🎙️ Gast: Prof. Hermann Funk Lehrwerk-Pionier („Das Leben“, „Studio D“, „Studio 21“), Universität Jena, 10-facher Teilnehmer der IDT und ehemaliger Organisator der IDT 2009 in Jena/Weimar. 🎯 Darum geht es: Prof. Funk warnt vor einem „Markenkern-Verlust” in der DaF-Didaktik und erklärt, warum Menschen trotz perfekter KI-Übersetzer noch Sprachen lernen sollten: „Es macht einfach Spaß, live und unplugged mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten, zu feiern und Spaß zu haben.” Seine provokante These: „Je schlechter die Ausbildung einer Lehrkraft, desto mehr dominiert Grammatik ihren Unterricht.” Die Lösung? Der Fokus sollte auf Mündlichkeit statt Schriftfixierung liegen – wie in seinem neuesten Lehrwerk „Das Leben”. Die Neuerung: Tiny Houses statt Restaurant-Dialoge, Homeoffice-Alltag statt Wegbeschreibungen – so werden A1-Anfänger zu Kulturbeobachtern. Relevante Trends statt steriler Lehrbuchwelten! Sein Realitätscheck: „KI hat kein Mitleid und lobt nicht – es ist nur ein Sprachmodell.“ Echte Zuwendung können nur Menschen geben. Lehrkräfte wandeln sich von Wissensvermittlern zu empathischen Sprachlerncoaches. Seine Lerntipps: „Lerne nie ein Wort allein, sondern immer mehrere zusammen – das wirkt wie ein Booster!” Plus: Mit anderen zu lernen, macht fitter und wacher. Seine Vision: „Das Schönste am Sprachenlernen ist, dass man ständig mit Neugier an neue Dinge herangeht“ – ein Abenteuer, das keine KI ersetzen kann.
Erschienen: 03.07.2025
Dauer: 00:27:58
IDT-Spezial Teil 1
Die weltweit größte Deutschlehrertagung - die internationale Deutschlehrenden Tagung (kurz IDT) - findet nur alle vier Jahre statt – und 2025 kommt sie nach Lübeck! Dafür tauchen wir ein in die Welt von DaF und DaZ. Der Host der Folge ist Dr. Florian Sochatzy. 👩🎓 Gast: Prof. Dr. Inger Petersen Sie ist die wissenschaftliche Leiterin der IDT 2025 und Professorin für DaZ an der Universität Kiel. Sie organisiert eine Tagung mit 2.400 Teilnehmenden aus aller Welt. 🎯 Darum geht es: Prof. Petersen erklärt, warum die Frage „Warum lernst du Deutsch?” den entscheidenden Unterschied zwischen Fremdsprachen- und Zweitsprachenlernen offenbart. Während Deutschlernende im Ausland diese Frage beantworten können, haben Menschen in Deutschland oft keine Wahl – sie müssen die Sprache für ihren Alltag beherrschen. Die spannendste Diskussion dreht sich um KI im Sprachunterricht. Können Simultanübersetzer bald den Deutschunterricht ersetzen? Prof. Petersen ist skeptisch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen dauerhaft mit Simultanübersetzern dem Biologieunterricht folgen.” Sie sieht KI als nützliches Werkzeug für Lehrkräfte, warnt aber vor blinden Flecken: „KI hat keine didaktische Ausbildung” und diskriminiert oft unbewusst. Ein Höhepunkt ist die IDT 2025 selbst. Erstmals in der Geschichte öffnen 250 Lübecker Familien ihre Häuser für internationale Gäste – eine Revolution für eine Fachtagung. Prof. Petersens Vision für 2035? „Dass qualifizierte Sprachlehrkräfte endlich die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen.“ Ihre Kernbotschaft lautet: Echte sprachliche Teilhabe entsteht durch menschliche Beziehungen, nicht durch technische Hilfsmittel. KI kann dabei unterstützen, aber niemals die emotionale und soziale Dimension des Sprachenlernens ersetzen. 🔗 Mehr Infos: IDT 2025 Lübeck (29. Juli – 2. August) Eine Kooperation mit Cornelsen - besucht uns am Stand auf der IDT! Teil 2 des IDT-Spezials erscheint nächste Woche!
Erschienen: 26.06.2025
Dauer: 00:29:17
Über Mut, Führung und Entscheidungen gegen Widerstand
Stefan Ruppaner hat als Schulleiter bewiesen: Schule geht anders. Keine Klassenzimmer, keine Klassen, keine Klassenarbeiten – und trotzdem bessere Abiturnoten als der Landesdurchschnitt. Ein Gespräch mit Dr. Florian Sochatzy über Mut, Regelbruch und singende Chirurgen. Worum geht’s? - Mut zum Regelbruch: "Du darfst halt nicht nachfragen" – Innovation braucht manchmal einsame Entscheidungen - Absurdität des Systems: Unser Notensystem zwingt angehende Mediziner zum Singen für den 1,0-Schnitt - KI als Normalität: Schüler dürfen ChatGPT & Co. nutzen, müssen aber Inhalte kritisch prüfen können - Coaching statt Unterricht: 15 Minuten persönliche Betreuung pro Woche: - Radikale Schularchitektur ohne Klassenzimmer - Netflix-Serien statt Fremdsprachenunterricht - Das Ende der traditionellen Lehrerrolle 💬 Zitate der Episode > „Es darf keinen schlecht singenden Chirurgen geben – und ja, wenn man sich mal grundsätzlich unsere Sachen überlegt, was wir verlangen und was wir wollen, macht das überhaupt gar keinen Sinn." > "Manchmal muss man halt einfach was machen. Innovation kann man nicht unbedingt nur demokratisch abstimmen lassen." > "Wir haben komplett das Lernen in den Mittelpunkt gestellt und die Bedürfnisse der Kinder. Wir fragen uns, was will der Kunde?" In Kooperation mit Cornelsen
Erschienen: 05.06.2025
Dauer: 00:24:01
Kreativität, Teamarbeit und kritische Reflexion: Was Schüler*innen beim Entwickeln von KI-Projekten lernen
In dieser Folge der EduCouch spricht Benjamin Heinz mit Dr. Caroline Schmidt über den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz.
Erschienen: 22.05.2025
Dauer: 00:39:25
... und was bedeutet das für die gymnasiale Bildung der Zukunft?
Dr. Florian Sochatzy spricht mit Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes und Professorin für Schulpädagogik über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Bildung, Arbeitswelt und Gesellschaft. Darum geht's in dieser Folge: - Warum Lin-Klitzing die kommunale Finanzierung digitaler Schulausstattung als Verstärker von Bildungsungleichheit sieht - Wie KI als individueller Tutor Potenzial hat – aber nur bei datenschutzkonformer Nutzung - Warum private Handys aus ihrer Sicht nicht in den Unterricht gehören - Warum die Fächerstruktur für sie auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleibt - Wie KI akademische Routinetätigkeiten reduzieren und handwerkliche Tätigkeiten neu aufwerten könnte - Welche Gestaltungsspielräume Schulen schon jetzt haben, aber oft nicht nutzen In Kooperation mit dem Cornelsen Verlag
Erschienen: 15.05.2025
Dauer: 00:25:22
Die scheidende Bildungsministerin spricht über ihre Erfahrungen mit KI an Schulen in Rheinland-Pfalz, verteidigt den Bildungsföderalismus und erklärt, warum ein pauschales Handyverbot im Unterricht der falsche Weg ist
In dieser Folge der EduCouch spricht Host Prof. Dr. Marcus Ventzke mit Dr. Stefanie Hubig kurz vor ihrem Wechsel vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium ins Bundesjustizministerium. Nach fast neun Jahren als Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz und ihrer Zeit als KMK-Präsidentin (2020) teilt Dr. Hubig ihre Perspektiven zu Bildungspolitik, Digitalisierung und KI im Bildungswesen. Themen in dieser Episode: - Bildungsgerechtigkeit als zentrales Anliegen - KI im Schulalltag - Föderalismus in der Bildungspolitik - Digitale Initiativen in Rheinland-Pfalz: Bildungsportal, Schulchat und Software-Lösungen - Differenzierter Umgang mit Handynutzung - Datenschutz und Zugänglichkeit als wichtige Qualitätskriterien für KI-Tools - Zukunft des Lernens: Informatik und Medienbildung als neues Pflichtfach - "Schule der Zukunft": Bottom-up statt Top-down Entwicklung - S4 - Schule stärken, starke Schulen: Förderung von Schulen in herausfordernder Lage - - - - - Über Dr. Stefanie Hubig: Dr. Stefanie Hubig war von Mai 2016 bis Mai 2025 Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz. 2020 stand sie als Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) vor. Die Juristin war bereits von 2000 bis 2008 im Bundesjustizministerium tätig. Am 7. Mai 2025 wurde sie zur Bundesjustizministerin ernannt. - - - - - Diese Folge ist ein Vorgeschmack auf unsere kommende Sommer-Sonderstaffel "EduCouch Polit-Sommer". Ab Juli 2025 bringen wir Gespräche mit Kultusminister*innen aus ganz Deutschland. - - - - - In Kooperation mit dem Cornelsen Verlag
Erschienen: 08.05.2025
Dauer: 00:21:00
In dieser Folge der EduCouch spricht Host Benjamin Heinz mit Prof. Dr. Katharina Scheiter. Als renommierte Professorin für Digitale Bildung an der Universität Potsdam und Mitglied von mehreren Expertengremien zum Thema KI teilt sie ihre Erkenntnisse zu aktuellen Entwicklungen, praktischen Anwendungen und Zukunftsperspektiven. Highlights der Folge: - Praxisnahe KI-Empfehlungen für Einsteiger: Prof. Scheiter empfiehlt ChatGPT als Einstiegspunkt, "weil man da erstmal die ganze Bandbreite kennenlernen kann." - Einblicke in die persönliche KI-Nutzung: Tatsächlich nutze ich viel Übersetzungstools" und "Ich nutze KI auch, um Texte zu vereinfachen. Man neigt ja als Wissenschaftlerin schon dazu, immer sehr komplex und in verschachtelten Sätzen zu schreiben." - Das Bildungsgerechtigkeits-Paradox: "Schülerinnen und Schüler mit mehr Vorwissen setzen KI häufig sparsam und gezielt ein, während schwächere Schüler die Antworten eins zu eins übernehmen" - KI in der Grundschule: Warum Zurückhaltung geboten ist: Prof. Scheiter erklärt, warum sie beim Einsatz generativer KI in der Grundschule skeptisch ist und unterscheidet klar zwischen verschiedenen KI-Anwendungen für jüngere Lernende. - Fachspezifische KI-Prognosen: Eine differenzierte Bewertung verschiedener Schulfächer und deren Veränderungspotenzial durch KI - von Mathematik über Kunst bis zu Fremdsprachen. - Zukunftsvisionen: Wie könnte Schule im Jahr 2030 aussehen und welche Rolle wird KI spielen? Unsere Expertin: Prof. Dr. Katharina Scheiter ist Professorin für Digitale Bildung an der Universität Potsdam und Mitglied der Arbeitsgruppe "Gesellschaftliche und individuelle Auswirkungen von KI-Systemen" der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Sie berät das Bildungsministerium in Brandenburg zum Thema KI und Schule und ist Mitglied des didaktischen Beirats für Künstliche Intelligenz des Cornelsen-Verlags. Unterstützt durch den Cornelsen Verlag / cornelsen.ai
Erschienen: 10.04.2025
Dauer: 00:25:56