Wenn es auf der einen Seite was gibt, sollte es auf der anderen Seite auch was geben.
In dieser Folge erklärt uns Thomas, was Goethe mit der Entdeckung des Ultraviolett zu tun hat: Am 22. Februar 1801 entdeckte der Pharmazeut Johann Wilhelm Ritter in Jena das ultraviolette Licht - eine unsichtbare Strahlung jenseits des violetten Spektralbereichs. Ritter, ein experimentierfreudiger Forscher, der sich mit Galvanismus, Elektrizität und Optikbeschäftigte, nutzte lichtempfindliche Silbersalze (wie Silberchlorid), um die Existenz dieser Strahlung nachzuweisen. Er platzierte diese Substanzen hinter einem Prisma, wo das Sonnenlicht in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Während das sichtbare Licht nur eine schwache Schwärzung der Silbersalze verursachte, reagierte der unsichtbare Bereich jenseits des Violetts intensiv - ein Beweis für die Existenz des Ultravioletts und für Marcus ein weiteres typisches Beispiel für die Wissenschaftler in dieser Zeit, als die Geheimnisse der Welt noch ohne große Gerätschaften zu entdecken waren.Ritters Entdeckung war eng mit der vorherigen Entdeckung des Infrarotsdurch William Herschel (1800) verbunden. Herschel hatte nachgewiesen, dass das Sonnenspektrum über das rote Licht hinaus eine unsichtbare, wärmende Strahlung enthält. Ritter folgerte aus dem Prinzip der Polarität - einem zentralen Konzept der romantischen Naturphilosophie, das Goethe prägte - dass es auf der anderen Seite des Spektrums ebenfalls unsichtbare Strahlung geben müsse. Seine Experimente bestätigten dies.Goethe und Ritter kannten sich persönlich und standen im Austausch. Ritter besuchte Goethe bereits einen Tag nach seiner Entdeckung in Weimar, um ihm das Experiment vorzuführen. Goethe, der sich intensiv mit Farbenlehre und Optik beschäftigte, reagierte mit einem langen Brief an Ritter, in dem er weitere Experimente vorschlug. Obwohl Goethe das Ultraviolett nicht direkt in seinen Werken thematisierte, beeinflusste die Entdeckung seine naturphilosophischen Überlegungen.Ritters Arbeit war jedoch nicht unumstritten. Seine exzessiven Selbstexperimente mit Elektrizität und seine Nähe zur Naturphilosophie der Romantik - etwa seine Beschäftigung mit Wünschelruten - führten zu wissenschaftlicher Isolation. Zudem zwangen ihn finanzielle Probleme und Gläubiger zur Flucht aus Jena. Später zog er nach München, wo er weiterhin experimentierte, aber zunehmend als unseriös galt.Trotz seines frühen Todes mit nur 33 Jahren hinterließ Ritter ein umfangreiches Werk. Seine Entdeckung des Ultravioletts markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Optik und Fotografie, da sie die Grundlage für das Verständnis des elektromagnetischen Spektrums legte.Links (mainly Wikipedia)Johann Wilhelm RitterUltraviolettstrahlungWilhelm HerschelInfrarotstrahlungThomas Johann SeebeckChronologie der FotografieFriedrich Wilhelm Heinrich von TrebraLeseempfehlung: Olaf L. Müller: Ultraviolett, Schriften der Goethe-Gesellschaft, Bd. 80, Wallstein Verlag, 2021 Leseempfehlung: Thomas Schmuck: Anschauung der Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln. Verlag Sandstein Kultur, 2026Mit Musik von Nicholas Cangiano, Laure Chan, Davide Sammarchi, Aguava via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 02.04.2026
Dauer: 01:01:30
Weitere Informationen zur Episode "Goethe und der Mann, der das Ultraviolett entdeckte"
Wie Thomas und ein Team aus Jena das Insekt entdeckten und erforschten.
Es ist eine kleine Sensation: Plötzlich berichten Medien weltweit über einen kleinen Teil von Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung. Thomas hat mit einem Team der Uni Jena und des Phyletischen Museums eine vierzig Millionen Jahre alte Ameise in einem der Bernsteine Goethes entdeckt. Ist es eine neue Art? Das Team macht Röntgen-Aufnahmen in unglaublicher Feinheit. Thomas Kollege Bernd Bock, Präparator am Phyletischen Museum Jena, erzählt als Gast in der aktuellen Folge, wie die Ameise am DESY in Hamburg mit Synchrotron-Strahlung gescannt wird und die Forscher*innen sogar ein 3D-Modell der Ameise erstellen. Die Pläne dazu kann sich jeder und jede herunterladen und selbst mit einem 3D-Drucker ausdrucken. Thomas erklärt Interessantes zu Goethes Bernsteinsammlung und dass sie größer ist als lange bekannt war. Marcus ist natürlich hellauf begeistert von der Netdekcung, aber auch dem Aufwand, den Forschung betreibt, um auch nur kleinste Puzzlestücke für das Wissen der Welt zu entdecken. Jetzt sucht das Team Spezialisten, die sich mit Kriebel- und Trauermücken auskennen, denn diese finden sich auch im Bernstein, aber für eine genauere Analyse, fehlen den Jenaern die genauen Kenntnisse. Die Folge erscheint etwas später als gedacht, weil die Drei ungewöhnlich viele Hürden zu nehmen hatten, bis die Aufnahme im Kasten war.Links:Fachartikel in Scientific Reports, Boudinot et al. (2026) Discovery of Goethe’s amber ant: its phylogenetic and evolutionary implicationsPressemitteilung der Uni Jena, Sehr gut erhaltene Ameise in Goethes BernsteinPressemitteilung des DESY, Die Bernstein-Beamline und die Goethe-Ameise3D-Modelle der Ameise, der Kriebelmücke und der TrauermückeHeinrich GoeppertChristian Gottlob von VoigtBernsteinSynchrotronstrahlungKnotenameisenCtenobethylus goepperti (engl.)Phyletisches Museum Jena, Ausstellung Electro Mundi – Bernsteinwelten (noch bis 28.2.2026)Mit Musik von Gas Lab, Slowdrip, Ted Taforo, KapKapMoode, Edward Cross, Akolo via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deBernhard Bock Kontakteintrag auf der Mitarbeiterseite des Institit für Zoologie und EvolutionsforschungMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 15.02.2026
Dauer: 00:56:21
Weitere Informationen zur Episode "Goethes Ameise in Goethes Bernstein, 40 Mio. Jahre alt"
Ein exklusiver Blick In Goethes naturwissenschaftliches Kabinett
Besuch in Weimar! In Episode 19 besucht Marcus Thomas im Goethe-Haus am Frauenplan 1 in Weimar. Thomas führt ihn exklusiv durch Goethes naturwissenschaftliches Kabinett - ein faszinierender Raum voller Überraschungen: rund fünftausend Objekte zwischen Kuriositäten und Versuchsresten. Thomas stellt zunächst die Schränke mit Objekten aus dem organischen Reich vor, darunter Menschenschädel, phrenologische Modelle, Vogelskelette, Muscheln, Algen und ein prachtvolles Herbarium. Es folgt die anorganisch-technische Hälfte mit Elektrisiermaschinen, Glaskolben und Apparaturen zur Farbenlehre. Höhepunkte sind etwa eine phrenologische „Kopfkarte“, ein Fingerabdruck in Goethes Mikroskop, Georg Forsters Rindenstücke aus Tahiti, Goethes handschriftliche Notiz zur Pflanzenmetamorphose, eine Kux-Aktie mit Goethes Unterschrift, aber es gibt auch ein 3D-Modell der Ameise, die in Bernstein eingeschlossen in Goethes Sammlung entdeckt wurde. Ein original Gemälde von Ernst Haeckels Sohn Walter illustriert Goethes Theorie farbiger Schatten. Es gibt sogar Fensterschmuck, mit dem sich Goethe und seine Konsorten über Newton lustig machen.Links (mainly Wikipedia):August von GoetheGeorg ForsterFritz von Stein, "Das Erziehungsprojekt “Fritz von Stein”" von Yvonne PietschWalter Haeckel, Sohn von Ernst HaeckelChristian Gottlob von VoigtTimo MappesChristiane Nüsslein-VolhardKuxLesetipp: "Die Sammlung als Ort der Erziehung" (PDF) von Valérie Kobi, Beitrag zum Anteil von Goethes Sohn August an der naturwissenschaftlichen SammlungMit Musik von Tambala, Mad Keys, Joshua Naranjo, Arms and Sleepers, No Mindless Scroll, Faux Tales, The Departures, Primo Levi via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 11.01.2026
Dauer: 01:17:35
Weitere Informationen zur Episode "5000 Objekte und ein Fingerabdruck in Goethes Mikroskop"
Die mythische, die poetische und die wissenschaftliche Betrachtung der Wolken.
In Podcast-Episode 18 dreht sich alles um Goethes Interesse an Wolken. Thomas und Marcus beleuchten, wie Goethe sich nicht nur als Dichter und Forscher mit meteorologischen Phänomenen beschäftigte. Ausgehend von Goethes Wolkentagebüchern und seiner Faszination für das Flüchtige und schwer Fassbare der Wolken, nähern sie sich der Begeisterung Goethes für diese so wandelbaren Objekte, die das Gegenteil von Steinen und Mineralien sind, die Goethe ja intensiv gesammelt hat. Besonderen Einfluss auf Goethe hatte der englische Apotheker Luke Howard, der 1803 eine Systematik der Wolkenformen entwickelte und dessen deutsche Übersetzung Goethe viele Jahre später auf einen Hinweis des Herzogs Carl August studierte. Goethe war von Howards Ansatz so begeistert, dass er ihm eine Gedicht-Trilogie widmete, einen Briefwechsel initiierte und sogar eine wichtige Wolkenkategorie beisteuerte. Marcus und Thomas lesen aus Goethes "Howards Ehrengedächtnis" und Thomas macht klar, dass es eben nicht nur ein Gedicht war, das Goethe für Howard verfasst hatte, sondern eine Trilogie. Dann erläutert er, wie Goethe Howards System in sein eigenes Denken über Metamorphose und Naturkreisläufe integrierte und wie die Benennung und Ordnung der Wolken für Goethe ein Weg war, Natur zu verstehen, ohne ihre Schönheit zu zerstören. Links (mainly Wikipedia):Luke HowardCarl August (Sachsen-Weimar-Eisenach)Johann Christian Hüttner (engl. Wikipedia)Gedichttrilogie: Atmosphäre, Howards Ehrengedächtnis, Wohl zu merken!Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus mit einem Abschnitt zur LeiterCyanometerGoethes Wetterglas ("Barometer") als PDFFulgurit (Blitzröhre)Wilhelm WesselhöftFerdinand de SaussureVersuch einer WitterungslehreLesetipp: Goethe und die Wolken von Franz OssingMit Musik von Arms and Sleepers, Sé Bastian, Raphael Novarina via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 30.11.2025
Dauer: 01:05:40
Weitere Informationen zur Episode "Howards Wolken und Goethes Keislauf"
Erstmals mit Gast: Florian Freistetter
In der 17. Folge des Goethe-Podcasts Natur und Geist begrüßen Marcus und Thomas erstmals einen Gast: Florian Freistetter, Astronom, Autor und Podcaster, bekannt für seinen erfolgreichen Wissenschafts-Podcast Sternengeschichten. Freistetter, der selbst in Jena lebte, bringt frische Perspektiven auf Goethes Verbindung zur Stadt und zur Wissenschaft.Die Drei widmen sich zunächst Goethes „Hexen-Einmaleins“, das Marcus vorliest. Florian erläutert, wie Goethe darin mathematische und mystische Elemente verbindet – ein weiteres Beispiel für Goethes vielseitiges Interesse an Naturwissenschaft und Dichtung. Sie besprechen die Gründung der Sternwarte in Jena, die Goethe veranlasst hatte und verfolgen ihre weitere Entwicklung. Thomas verweist auf das Kometenjahr 1811 und den Kometenwein, der besonders gut war.Abgerundet wird die Folge mit persönlichen Anekdoten, etwa über Goethes Beziehung zu Jena und die Bedeutung des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der persönlich sehr an der Naturwissenschaft interessiert war und sie deshalb förderte.Schließlich erfahren wir, das Florian mehr Meteoriten hat als Goethe, und einer davon ganz besonders persönlich ist.Links (mainly Wikipedia):HexeneinmaleinsAthanasius KircherChristopher MarloweChristoph Martin WielandFriedrich Wilhelm BesselChristiaan HuygensVolkssternwarte Urania JenaSchillers GartenhausErhard WeigelErnst AbbeCarl ZeißCeresTitius-Bode-ReiheL’Aigle (Meteorit)Ensisheim (Meteorit)Georg GlaeserFlorians Kolumnentext über das Hexeneinmaleins: Goethes magische ZahlFlorians Blogtext über Goethe und der Mond: Johann Wolfgang von Goethe und der MondFlorians Buchtipp: Andrea Wulf: Fabelhafte RebellenMit Musik von Natasha Gosh, Fjodor, Diego Martinez, Piscines, Ferraz via AudiioIdee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserFlorian aufInstagram: https://www.instagram.com/astrodicticumFreistetters Formelwelt: https://www.spektrum.de/kolumne/freistetters-formelweltHomepage: https://www.florian-freistetter.atPodcast Sternengeschichten: https://sternengeschichten.podigee.io/Podcast Das Universum: https://dasuniversum.podigee.io/Podcast Das Klima: https://dasklima.podigee.io/Bei Hanser: https://www.hanser-literaturverlage.de/personen/florian-freistetterBlog: https://astrodicticum-simplex.at/ alt hier: https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplexAusgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 06.10.2025
Dauer: 01:12:41
Drei Kuriosa, die er nicht erforscht hat.
In Folge 16 stellt Thomas drei außergewöhnlichen Objekten aus Goethes Besitz vor – allesamt Kuriositäten, deren ursprünglicher Zweck teils rätselhaft bleibt.Das erste Objekt ist ein unscheinbares, aber 200 Jahre altes Stück Brot aus dem Jahr 1813, das Goethe einst erhielt. Es stammt aus der russischen Stadt Kasan und wurde von einer Kosakenmutter an ihren im Krieg gegen Napoleon kämpfenden Sohn geschickt. Über mehrere Umwege – inklusive eines Festmahls in Thüringen – landete ein Rest davon bei Goethe, der es als besondere Seltenheit aufbewahrte.Das zweite Objekt ist deutlich makaberer: eine mumifizierte Kinderhand aus dem Bremer „Bleikeller“. Sie wurde Goethe 1804 von einem Arzt zugesandt, zusammen mit einem menschlichen Finger. Der ursprüngliche Kontext ist unklar, ein wissenschaftlicher Zweck nicht erkennbar – dennoch blieb die Hand, wie viele andere Stücke, in der Sammlung erhalten.Zum Schluss geht es um einen schlichten Essteller, gefüllt mit grauer, staubfeiner Erde, der seit Goethes Tod 1832 unberührt in seinem Arbeitszimmer steht. Wissenschaftliche Analysen konnten weder vulkanischen Ursprung noch andere Besonderheiten nachweisen. Schmuck vermutet, dass es sich schlicht um Erde von Frühblühern handelt, die Gärtner kurz vor Goethes Tod ins Haus brachten – doch das Rätsel bleibt offen.Die Folge beleuchtet nicht nur die Geschichten hinter diesen Objekten, sondern wirft auch Fragen auf, warum Goethe oder seine Umgebung solch skurrile Dinge aufbewahrten – und wie sie bis heute erhalten bleiben konnten.Hinweis: Beim zweiten Objekt geht es um ein "Human Remain", also etwas von einem menschlichen Körper. Wer sich das nicht anhören will, weil es ihn zu sehr belastet, der kann über die Kapitelfunktion einfach weiter skippen.Links (mainly Wikipedia):Johann Casper GoetheAugust von Goethe Wilhelm von HumboldtJustus Christian LoderNikolaus MeyerBleikeller im Bremer DomNatürliche MumifizierungMit Musik von Natasha Gosh, Fjodor, Diego Martinez, Piscines, Ferraz via AudiioIdee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 11.08.2025
Dauer: 00:51:18
Weitere Informationen zur Episode "Warum sind diese Stücke in Goethes Sammlung?"
Sind Gebirge "schockgefrostetes" Gestein?
Unordnung in einer Schublade in Goethes geologischer Sammlung? Das kann eigentlich nicht sein. In dieser Folge erzählt uns Thomas, wie er 'Ordnung' in das Chaos in eine der Schubladen in Schrank Nummer 18 in Goethes Gesteinssammlung brachte, in dem er ein kleines Geheimnis löste. Wir erfahren, was Buntmarmore sind, warum Rom einst nicht nur das Zentrum der Welt, sondern auch das Zentrum des Marmors war und wie Goethe versuchte, die Entstehung des Marmors zu verstehen. Seine These brachte ihn soweit, dass er glaubte, auch eine Erklärung für eine "gewaltfreie" Entstehung von Gebirgen zu haben, die manchmal schon durch zarteste Auslöser "schockgefrostet" wurden.Links (mainly Wikipedia):MarmorJohann Casper GoetheAugust von Goethe Johann Jacob Ferber Johann Heinrich Wilhelm TischbeinKosmatenFriedrich Wilhelm Heinrich von TrebraMit Musik von Matthew Wright, James Spaite, Nylon, Tim and James, The Major Toms, Allen via AudiioIdee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenDas Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 31.05.2025
Dauer: 01:09:04
Weitere Informationen zur Episode "Goethes Marmor und das Geheimnis in Schrank Nummer 18"
Was haben ein Lindenblatt, Fraunhofers Lichtspektrum und ein Meteorit mit dem Faust zu tun?
Eine große Faust-Ausstellung steht in Weimar an und Thomas steuert einige Stücke aus Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung bei, die thematisch zu dem Mammutwerk passen. Er stellt Fraunhofers legendäres Lichtspektrum vor, von dem es weltweit nur drei Originale gibt, ein Lindenblatt aus Goethes Herbarium, das an ein berühmtes Paar aus der griechischen Mythologie erinnert, einen kleinen Meteoriten, bei dem Marcus die Frage aufwirft, woher man eigentlich wusste, dass diese Steine aus dem All stammen. Besonders freut sich Thomas auf die Präsentation der Doktorarbeit von Christian Heinrich Pander, der tausende von Hühnereiern untersucht hat, um die Entwicklung des Hühnerembryos zu untersuchen und zu illustrieren, und daraus das noch heute gültige Keimblattkonzept der Embryologie entwickelte. Es wird ein Rüsselkäfer zu sehen sein, den letzten 'Überlebenden' von Goethes Insektensammlung, und ein verkalktes Wasserrohr aus Goethes Gesteinssammlung.Kleiner Korrektur: In Podcast weist Thomas die erste künstliche Herstellung von Harnstoff dem Chemiker Alexander Mitscherlich zu. Tatsächlich war es Friedrich Wöhler, der 1828 Harnstoff herstellte.Links (mainly Wikipedia):WalpurgisnachtJoseph von Fraunhofer und seine Fraunhoferlinien im FarbspektrumFriedrich WöhlerMeteoritBrasilianischer Diamantkäfer (Entimus imperialis) (engl. Wikipedia)Philemon und BaucisDie Linde in der SymbolikChristian Heinrich PanderKeimblattErnst Florens Friedrich ChladniWill Quadflieg mit Eingangsmonolog im Faust, Der Tragödie erster Teil, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 1960, YouTube.Faust. Eine TragödieFaust. Der Tragödie zweiter TeilSonderausstellung im Schiller Museum in Weimar im Rahmen des Themenjahres Faust 2025 mit Ausstellungen und Veranstaltungen in ganz Weimarer über das Jahr verteilt (ab 30. April 2025, der Tag der Walpurgisnacht).Mit Musik von Tiger Run und Marscott via Audiio und Songs von blue note sessions (The Cornice, Deixa, Closer, Common Peace, Golden Grass)Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenDas Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 25.04.2025
Dauer: 01:06:31
Weitere Informationen zur Episode "Goethes Faust erklärt in den Dingen"
Vogel, Kriechtier oder Fledermaus? Das ist hier die Frage!
In dieser Folge stellen Thomas und Marcus ein einzelnes Stück aus Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung vor: Den bemalten Gipsabguss eines Schädels eines Flugsauriers, den Ihr Euch auch auf einem der Kapitelbilder auf Eurem Smartphone oder Tablet anschauen könnt. Thomas berichtet, wie das "Fossil" in die Sammlung kam, von der Diskussion darüber, ob es sich um einen Vogel, ein Reptil oder eine Fledermaus handelt und was Goethe davon hielt. Thomas erklärt schließlich noch, wie man sich in den frühen Zeiten vorstellte, wie Fossilien entstanden sind.Links:Thomas' älterer Blogbeitrag über Goethes Flugsaurier: Von rätselhaften „Flederechsen“Samuel Thomas von SoemmerringCosimo Alessandro ColliniGeorges CuvierFlugsaurierFossilMit Musik von Tiger Run, MNRCH, Heem, Drakeford, The Major Toms, As Tall As Pine via Audiio.Technik und Produktion: Marcus AnhäuserMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenDas Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
Erschienen: 10.04.2025
Dauer: 00:32:11
Die Holzkrise, der Holzluxus und die Suche nach alternativen Energien.
Das erste Dutzend ist komplett. In dieser 12. Episode untersuchen Johann Wolfgang von Goethes Verhältnis zu Torf und Kohle als alternative Energieträger im 19. Jahrhundert. Thomas erklärt Goethes Sammlung der Materialien, die nicht nur sein Interesse an der Natur widerspiegeln, sondern auch den gesellschaftlichen Bedarf während der industriellen Revolution verdeutlichen. Wir beleuchten Goethes Austausch mit Wissenschaftlern wie Johann Georg Lenz aus Jena oder Carl Christoph von Lengefeld sowie die verschiedenen Torfarten, die er sammelte und analysierte. Zudem erörtern wir die Entwicklung und Nutzung von Kohle, die die zunehmend wichtiger wurde, je weiter die Industrialisierung voran schritt. Thomas liest ein längeres Zitat von Georg Gottfried Zinke, der eindrücklich das Waldsterben auf den Hügeln seiner Zeit beschreibt und wir lernen, dass man damals den "Holzluxus" kritisierte. Die ökologischen Bedenken der damaligen Zeit bieten zudem Parallelen zu heutigen Diskussionen über nachhaltige Energiequellen. Wir erfahren, schließlich, was Goethe mit dem berühmten Zillbacher Holzprozess zu tun hat. Dies ist die längste Episode bisher, nach der ersten Aufnahme fiel und auf, dass wir was vergessen hatten. Also haben wir uns einfach nochmal getroffen, und das Ganze hinten angehängt. dann war's aber rund.Carl Christoph von LengefeldGeorg Gottfried Zinke: Naturgeschichte der Schädlichen Nadelholz-Insecten Nebst Anweisung zu Ihrer Vertilgung: Ein Nutzliches Lesebuch für Naturforscher, Forstmänner und OekonomenJohann Matthäus BechsteinHans Carl von Carlowitz"Goethes Mitwirkung beim Zillbacher Holzprozeß. Ein Stück aus Goethes amtlicher Tätigkeit 1954"GagatTorfKohleMit Musik von Stephen The Levite, Mad Keys, Pelican Street, Lake Isabel, Gideon Matthew, Sonant via Audiio.Technik und Produktion: Marcus AnhäuserMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netBluesky: @anhaeuser.bsky.socialFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken Dresden
Erschienen: 03.02.2025
Dauer: 01:46:30
Weitere Informationen zur Episode "Goethe, das Waldsterben, der Torf und die Kohle"