Partizipation von Patient*innen an systematischen Reviews
Nichts über uns ohne uns. Das ist - salopp gesprochen - das Motto der Partizipativen Gesundheitsforschung. Die Idee dahinter ist, Menschen oder Patient*innen, die Gegenstand eines Forschungsprojekts sind, auch in die Planung, Umsetzung und Auswertung dieses Projekts miteinzubeziehen. Der übliche Ablauf eines Forschungsvorhabens ist ja: Forschende überlegen sich relevante Themen, stellen ein Team zusammen, überlegen sich Eckpunkte, Endpunkte, Zielfragen, entscheiden sich für eine Methodik, und dann beginnen sie mit ihrer Recherche. Eigentlich für das Wohl von Patientinnen und Patienten. Aber oft, ohne sie richtig gefragt zu haben. Der IGeL-Podcast diskutiert die Frage, wie Partizipative Gesundheitsforschung gelingen kann und wann sie nur bedingt oder gar nicht funktioniert. Die Aufzeichnung fand statt auf der diesjährigen Jahrestagung des Netzwerks evidenzbasierte Medizin, am Rande eines Workshops zu diesem Thema mit den beiden Referentinnen: Dr. Charlotte Kugler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Claire Ianizzi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin an der Uniklinik Köln ___________________________________________________ Faktenbox: Partizipative Gesundheitsforschung bedeutet, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erzeugen, die die Gesundheitschancen bestimmter Bevölkerungsgruppen unmittelbar verbessern. Dazu werden Menschen, deren Arbeits- oder Lebensverhältnisse Gegenstand der Forschung sind, direkt am Forschungsprozess beteiligt. Und zwar nicht als Probandinnen, Probanden oder Studienteilnehmende, sondern als Forschungspartnerinnen und -partner auf Augenhöhe. Sie bestimmen mit, was die Kernelemente des Forschungsprojekts sind, von der Auswahl des Forschungsschwerpunkts bis hin zur Methodenauswahl, Datenerhebung und Interpretation der Ergebnisse. Internationale Erfahrungen zeigen, dass in der Praxis die Partizipationsmöglichkeiten aus verschiedenen Gründen oft eingeschränkt sind, oder dass Partizipation behauptet wird, doch lediglich eine Scheinpartizipation vorliegt. Um zu beantworten, wie weit die Beteiligung, die Partizipation gehen kann, sind verschiedene „Stufenmodelle“ entwickelt worden. Werden Menschen, die beteiligt werden sollen, lediglich informiert, angehört oder in die Forschungsplanung einbezogen, sprechen die Modelle von Vorstufen der Partizipation. Erst bei einer Mitbestimmung oder wenn die Entscheidungsmacht teilweise oder ganz auf diese Menschen übertragen wird, ist von echter Partizipation die Rede. Quelle: Partizipative Gesundheitsforschung: Ursprünge und heutiger Stand (Wright, et al. 2020), https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-020-03264-y ___________________________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
Erschienen: 25.05.2023
Dauer: 00:33:21
Weitere Informationen zur Episode "Mitsprechen, Beteiligen, Mitwirken"
Ergebnisse der Versichertenbefragung 2023
Der IGeL-Markt ist unübersichtlich, weil jede medizinische Leistung zwischen der Praxis und den Patient*innen privat abgerechnet wird. Niemand kann beziffern, wie viele IGeL es gibt und wie viel Geld damit in Deutschland umgesetzt wird. Der jetzt zum vierten Mal erschienene IGeL-Report bildet die Erfahrungen von 6000 Versicherten ab, die sie in der ärztlichen Praxis mit Selbstzahlerleistungen gemacht haben: Was sind die am häufigsten angebotenen IGeL? Wie viel Geld geben Patient*innen durchschnittlich für IGeL aus? Wie verständlich und vollständig ist die Aufklärung über die jeweililge medizinische Leistung? Wie zufrieden sind Patient*innen mit der Situation in der Praxis? Der IGeL-Podcast diskutiert die aktuellen Ergebnisse dieser bevölkerungsrepräsentativen Befragung mit Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs evidenzbasierte Medizin beim Medizinischen Dienst Bund und Leiterin des IGeL-Monitors. -------------------------------------------------------------------------- Faktenbox: Nach den Versichertenbefragungen 2016, 2018 und 2020 führten der IGeL-Monitor zusammen mit dem Marktforschungsinstitut aserto im Januar 2023 die vierte bevölkerungsrepräsentativ quotierte Onlinebefragung unter 5854 gesetzlich Versicherten durch Es ist der erste IGeL-Report nach der COVID-19-Pandemie. Bevölkerungsrepräsentativ quotiert heißt, dass die Befragten nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet wurden. Da individuelle Gesundheitsleistungen nicht zentral erfasst werden, gibt es weder eine vollständige Auflistung aller IGeL noch eine konkrete Kostenaufstellung. Hinter IGeL verbergen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die von Ärztinnen und Ärzten auch selbst entwickelt werden können. Die tatsächliche Anzahl wird auf hunderte Leistungen geschätzt. Die Umfrage sollte allgemeine Entwicklungen im IGeL-Markt aufzeigen, die Bekanntheit von IGeL unter den Versicherten evaluieren und eine Liste der am häufigsten angebotenen bzw. von Patientinnen und Patienten nachgefragten IGeL erstellen Sie sollte messen, wie zufrieden Patientinnen und Patienten mit der Situation in der Praxis sind, wenn es um IGeL geht. Und ob die verbindlichen IGeL-Regeln eingehalten wurden. Außerdem hat sie nach IGeL gefragt, die speziell im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen angeboten bzw. nachgefragt werden und erstmals danach gefragt, wie viel Geld Patientinnen und Patienten im Schnitt für IGeL ausgeben. In der Befragung wurden ausschließlich ärztliche und keine zahnärztlichen Leistungen erfasst. Den IGeL-Report 2023, einen Kurzbericht und weiter Informationen erhalten Sie hier: https://www.igel-monitor.de/presse/materialien.html ---------------------------------------------------------------------------------- Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
Erschienen: 27.04.2023
Dauer: 00:34:44
25 Jahre Netzwerk evidenzbasierte Medizin
Vor 25 Jahren traf sich eine Gruppe engagierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um das Gesundheitssystem in Deutschland grundlegend zu verändern. Ziel war es, Behandlungs-Leitlinien zu entwickeln, die konsequent auf den Ergebnissen guter wissenschaftlicher Studien basieren. Wo Patient*innen teilweise noch nach ärztlichem Erfahrungswissen oder dem Motto "Das haben wir immer so gemacht" behandelt wurden, sollte die evidenzbasierte Medizin, die nachweisorientierte Medizin, Einzug erhalten. Der Leitgedanke war: Evidenz statt Eminenz. Warum das damals wichtig war, wie sich die Gesundheitslandschaft in Deutschland verändert hat, welche neuen Aufgabenfelder entstehen und wohin die Reise in Zukunft gehen soll, darum geht es in dieser Sonderfolge des IGeL-Podcasts. Mit einem Mann der ersten Stunde: Prof. Günter Ollenschläger, Internist, Apotheker, Medizinpublizist, Gründungmitglied des Netzwerks ebM und lange geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Und einem jungen Vertreter des Netzwerks: Prof. Tim Mathes vom Institut für medizinische Statistik der Universitätsmedizin Göttingen und neu gewählter Beisitzer des Vorstands im Netzwerk ebM. _______________________________________________________________ Weiterführende Informationen: Informationen zu der Gründung des Netzwerks ebM finden Sie hier: https://www.ebm-netzwerk.de/de/ueber-uns/chronik Informationen über das Leitbild und die Ziel des Netzwerks ebM finden Sie hier: https://www.ebm-netzwerk.de/de/ueber-uns/vision-mission Die IGeL-Podcast-Folge über evidenzbasierte Medizin finden Sie hier: https://der-igel-podcast.podigee.io/3-evidenzbasierte-medizin _______________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
Erschienen: 13.04.2023
Dauer: 00:37:12
Weitere Informationen zur Episode "Sonderfolge: Evidenz statt Eminenz"
Evidenzbasierte Medizin für die Zukunft
Ein Podcast von der Jahrestagung des Netzwerks evidenzbasierte Medizin im März 2023 in Potsdam. Klima und Gesundheit ist das Motto der Tagung, im Podcast diskutieren wir, wie sich evidenzbasierte Medizin und Gesundheitspolitik heute aufstellen müssen, um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aufzufangen, zu bekämpfen und auszugleichen, und welche Rolle dabei Studien, Gesundheitsdaten und Evidenz spielen.
Erschienen: 30.03.2023
Dauer: 00:34:05
Der Wirrwarr um die Kosten
Es gibt Kassenleistungen, die manchmal von den Patient*innen selbst bezahlt werden müssen - als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Und dann gibt es IGeL, die manchmal von den Kassen übernommen werden. In dieser Episode des IGeL-Podcasts entwirren wir den Wirrwarr um die Kosten und erläutern, warum es zu solchen Fällen kommen kann.
Erschienen: 23.02.2023
Dauer: 00:33:18
Weitere Informationen zur Episode "Kassenleistung oder IGeL?"
Verbrieftes Recht, oft ignoriert
Um den Umgang mit Selbstzahlerleistungen dreht sich diese Episode des IGeL-Podcasts. Welche Regeln gelten für Patient*innen und Ärzt*innen, wenn Individuelle Gesundheitsleistungen angeboten, nachgefragt, durchgeführt und abgerechnet werden sollen. Der IGeL-Podcast nennt die Regeln, auf die sich Ärzteschaft, Patientenverbände und Krankenkassen geeinigt haben und erläutert, wie Patient*innen konkret in der Praxis damit umgehen sollten.
Erschienen: 26.01.2023
Dauer: 00:33:05
Wem nützen Tablet, Handy und PC?
Was ist Digitale Gesundheitskompetenz? Welche Fähigkeiten stecken genau dahinter? Und in welchen Bereichen des Gesundheitswesens werden diese Fähigkeiten überhaupt benötigt? Ein IGeL-Podcast rund um das Thema "eHealth-Literacy" - von der elektronischen Patientenakte über den Datenschutz bis zur Tele-Konsultation mit Ärztinnen und Ärzten.
Erschienen: 24.11.2022
Dauer: 00:34:25
Weitere Informationen zur Episode "Digitale Gesundheitskompetenz"
Als Kassenleistung vor dem Aus - als IGeL okay?
Warum kommen die Krankenkassen für Homöopathie auf? Und was bedeutet es, sie als Kassenleistung zu verbieten, wie es Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach, plant? Wie ist die Evidenzlage zu Homöopathie (In Abgrenzung zu anderen alternativen Heilmethoden)?
Erschienen: 27.10.2022
Dauer: 00:27:07
Über Chancen und Grenzen
Wie lässt sich das Konzept der evidenzbasierten Medizin einbinden in den täglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten in der Hausarztpraxis – mit ihren Sorgen, ihren Fragen, ihren Nöten und Ängsten? Im IGeL-Podcast bringen wir zwei Blickwinken, zwei Erfahrungshorizonte zusammen. Einmal das Konzept der evidenzbasierten Medizin, auf der anderen Seite der Alltag in der Hausarztpraxis. Wie sich beides verbinden lässt und wo die Grenzen liegen, das diskutieren wir im IGeL-Podcast.
Erschienen: 22.09.2022
Dauer: 00:37:29
Weitere Informationen zur Episode "Evidenzbasierte Medizin im Praxisalltag"
Wie wird's verständlich?
Medizinisches Wissen verständlich vermitteln. Schaden und Nutzen von Diagnosen und Behandlungen realistisch einschätzen und einordnen. Patientinnen und Patienten eine gute Orientierung und Entscheidungshilfe geben. Sie nicht verunsichern. All das ist eine Kunst. Wie eine solche gute Gesundheitsinformation gelingen kann, darüber sprechen wir im IGeL Podcast.
Erschienen: 25.08.2022
Dauer: 00:39:12
Weitere Informationen zur Episode "Informieren über Gesundheit"