Podcast "IGeL-Podcast"

Der IGeL-Podcast ist der informative Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors. Um Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) wird es gehen, der stetig wachsende IGeL-Markt steht im Mittelpunkt, die Relevanz dieses Marktes für Versicherte, aber auch seine Bedeutung im deutschen Gesundheitssystem. Wir suchen den Dialog mit gesundheitspolitischen Akteuren, holen sie an den Tisch, diskutieren über Geld, Medizin, Rechte von Patientinnen und Patienten. Der IGeL-Podcast, das sind Hintergrundinformationen zu Gesundheitsleistungen, Gesundheitswissenschaft, Gesundheitsökonomie - für die Ohren: Die von gesundheitspolitisch Interessierten und die von allen Menschen, die im weiten Feld des Gesundheitswesens beruflich beheimatet sind. Jetzt reinhören: Einmal im Monat mit dem Medizinjournalisten Marcus Anhäuser. Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: sein Stück Beat Stick ist der Jingle des IGeL-Podcasts. IGeL-Monitor und IGeL-Podcast sind Initiativen des Medizinischen Dienstes Bund.

Podcast-Episoden

Fürs Leben lernen - Gesundheitskompetenz an Schulen

Das Bundesgesundheitsministerium verfolgt das Ziel, Gesundheitskompetenz in allen Lebensbereichen zu stärken. Also die Fähigkeit, gute, seriöse, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, diese richtig einzuordnen und zu verstehen und dieses Wissen im Alltag anzuwenden, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Ein wichtiger Lebensbereich, in dem diese Gesundheitskompetenz erlernt und gestärkt werden könnte, ist der Bereich Schule. Wir fragen im IGeL-Podcast, welche Rolle Gesundheitskompetenz im Unterricht spielt und spielen sollte. Und was noch getan werden muss, um Schülerinnen und Schüler hinreichend in die Lage zu versetzen, gute Entscheidungen zu treffen, wenn es um ihre Gesundheit geht. Zu Gast im IGeL-Podcast-Studio ist Professorin Anke Steckelberg, stellvertretende Leiterin des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle an der Saale. ________________________________________________________________ Faktenbox: Ein Beispiel aus Scheswig-Holstein Das Projekt ebm@school ermöglicht Schülerinnen und Schülern, Fragen zu gesundheitlichen Themen selbständig zu bearbeiten und zu beantworten. Anhand von relevanten Fallbeispielen mit exemplarischem Charakter erwerben sie eine kritische Gesundheitskompetenz. Das Curriculum ebm@school besteht aus sechs Modulen, die gesundheitliche Fragen kritisch beleuchten, beispielsweise Trugschlüsse und Fehleinschätzungen in der Medizin oder verwirrende Informationsdarstellungen in Statistiken. Ergänzt wird es um eine Projektarbeit, die Schülerinnen und Schülern ermöglicht, parallel zum Unterricht an selbst gewählten Gesundheitsthemen zu arbeiten, das Erlernte zu wiederholen und zu vertiefen. Die Ergebnisse der Pilotstudien deuten auf einen relevanten Kompetenzzuwachs hin. Sei der Entwicklung und Erprobung wurde ebm@school von engagierten Lehrenden weiterentwickelt und ergänzt an verschiedenen Schulen in Schleswig-Holstein konsequent den Unterricht. Link: https://www.gesundheit.uni-hamburg.de/projekte/ebm-at-school.html ________________________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 26.10.2023
Dauer: 00:37:05

Weitere Informationen zur Episode "Fürs Leben lernen - Gesundheitskompetenz an Schulen"


Was heißt eigentlich Patientensicherheit?

Und wie erreicht man die?

Dieses Thema betrifft alle Versicherten: Wenn ich als Patientin oder Patient in die ärztliche Praxis oder ins Krankenhaus gehe, erwarte ich, dass dort nach bestem Wissen behandelt wird und keine Fehler passieren. Allerdings kommen Fehler immer wieder vor: Im August 2023 veröffentlichte der Medizinische Dienst Bund die sogenannte Jahresstatistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung. Anlass für den IGeL-Podcast, heute, zum Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September 2023, eine Episode zu veröffentlichen, die den Begriff Patient*innensicherheit näher erläutert, erörtert, wie sicher Patient*innen in Deutschland sind, diskutiert, wie in anderen Ländern damit umgegangen ist, und nachfragt, an welchen Stellschrauben in Deutschland gedreht werden muss, um die Sicherheit für Patient*innen in Praxis und Krankenhaus noch zu verbessern. Ein IGeL-Podcast mit Dr. Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Bund. _________________________________________________________ Faktenbox: Das Weißbuch Patientensicherheit von Prof. Matthias Schrappe, herausgegeben vom Aktionsbündnis Patientensicherheit und dem Verband der Ersatzkassen (vdek), definiert 2018 Patientensicherheit als das aus der Perspektive der Patienten bestimmte Maß, in dem handelnde Personen, Berufsgruppen, Teams, Organisationen, Verbände und das Gesundheitssystem in der Lage sind, einen Zustand aufweisen, in dem Unerwünschte Ereignisse selten auftreten, Sicherheitsverhalten gefördert wird und Risiken beherrscht werden. Darüber hinaus sollten sie über die Eigenschaft verfügen, Sicherheit als erstrebenswertes Ziel zu erkennen und realistische Optionen zur Verbesserung umzusetzen sowie ihre Innovationskompetenz in den Dienst der Verwirklichung von Sicherheit zu stellen. Zur Pressemitteilung und zum Downloadbereich der diesjährigen Jahresstatistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung des Medizinischen Dienstes Bund gelangen Sie hier: https://md-bund.de/presse/pressemitteilungen/neueste-pressemitteilungen/behandlungsfehlerbegutachtung-2022-immer-wieder-die-gleichen-fehler.html __________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 17.09.2023
Dauer: 00:35:39

Weitere Informationen zur Episode "Was heißt eigentlich Patientensicherheit?"


Long- und Post-COVID: Was hilft gegen die Symptome?

Für viele Menschen in Deutschland - genaue Zahlen gibt es nicht - ist COVID19 noch nicht vorbei. Sie leiden unter bleibenden oder nach der Erkrankung neu entstandenen Symptomen. Viele Menschen berichten von schneller und schwerwiegender Erschöpfung (Fatigue), Kurzatmigkeit, Husten oder einer beeinträchtigten Konzentrations- und Merkfähigkeit. Oder auch von psychischen Symptomen wie Depressionen und Angsterkrankungen. Forscherinnen, Forscher, Ärztinnen und Ärzte tun viel, um den Menschen zu helfen, ihre Symptome zu lindern. Oft greifen sie auf therapeutische Maßnahmen zurück, die eigentlich bei anderen Erkrankungen angewendet werden, und bei diesen teilweise bewährt sind. In dieser Episode sprechen wir über Erfahrungen in der Behandlung von Menschen mit Long-/Post-COVID, besprechen den aktuellen Forschungsstand und stellen vier Therapieverfahren vor, die aktuell als IGeL angeboten werden und die der IGeL-Monitor bewertet hat: Die hyperbare Sauerstofftherapie, die Ozontherapie, die sogenannte H.E.L.P.-Apherese und die Immun-Apherese (Apherese wird umgangssprachlich oft Blutwäsche genannt). Ein Podcast mit der Long-/Post-COVID-Expertin Prof. Julia Weinmann-Menke, Pressesprecherin Deutsche Gesellschaft für Nephrologie, Leiterin der Klinik Nephrologie der Uniklinik Mainz und Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs evidenzbasierte Medizin beim Medizinischen Dienst Bund und Leiterin des IGeL-Monitors. _________________________________________________ Faktenbox: Nach einer akuten COVID-19-Erkrankung können längerfristig anhaltende oder neue körperliche und psychische Beeinträchtigungen auftreten, die nicht anders erklärbar sind. Die Beschwerden belasten die Betroffenen oft stark, mindern ihre Lebensqualität und schränken ihren Alltag stark ein. Oft halten die Beschwerden über mehrere Wochen oder Monate an, unabhängig davon, ob die COVID-19-Erkrankung einen schweren oder milden Verlauf genommen hat oder es sich um eine unbemerkte Infektion handelte. Halten die Beschwerden länger als vier Wochen nach Infektion an, spricht man von Long-COVID. Halten sie länger als 12 Wochen an, spricht man von Post-COVID. Die genauen Gründe, wie Long- und Post-COVID entstehen, sind bisher nicht ausreichend geklärt. Auch über die Risikofaktoren, die ein Auftreten von Long-/Post-COVID begünstigen, gibt es bisher wenig gesichertes Wissen. Frauen scheinen insgesamt häufiger betroffen zu sein, ebenso wie Menschen, die einen schwereren Verlauf der akuten COVID-Erkrankung hatten. Die Behandlung von Long- und Post-COVID erfolgt derzeit vor allem mit dem Ziel, die Symptome zu lindern. Spezifische Behandlungsmöglichkeiten sind bisher nicht bekannt. (aus: IGeL-Monitor, u.a. https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/help-apherese-zur-behandlung-von-long-post-covid.html?no_cache=1) _______________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 31.08.2023
Dauer: 00:50:53

Weitere Informationen zur Episode "Long- und Post-COVID: Was hilft gegen die Symptome?"


Patient*innen im Gemeinsamen Bundesausschuss

Wie funktioniert die Beteiligung?

Wenn neue Arzneimittel, neue Behandlungs- oder Diagnoseverfahren in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden sollen, dann müssen Sie vorher den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) passieren. Dort wird geprüft, diskutiert und schließlich darüber entschieden (siehe auch IGeL-Podcast, Episode 4). Außer den Krankenkassen, ärztlichen Vertreter*innen und unabhängigen Mitgliedern sitzt im G-BA auch eine Vertretung von Patient*innen: Sie dürfen Anträge stellen, mitberaten, mitdiskutieren, haben aber kein Stimmrecht. Wie diese Art der Beteiligung funktioniert, welche Patient*innen diesen Job machen und was sie bewirken wollen und können, darum geht es in dieser Ausgabe des IGeL-Podcasts. Ein Podcast mit Gregor Bornes, Patient*innen-Berater, Geschäftsführer des Gesundheitsladens Köln und langjähriger Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patient*innen-Stellen. ____________________________________________________________ Die Faktenbox: Die Grundlage für die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses liefert das fünfte Buch des Sozialgesesetzbuches. Es schreibt vor, dass Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung – der GKV - „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein müssen. Diese Kriterien – also der diagnostische oder therapeutische Nutzen , die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit von Leistungen - müssen nachgewiesen sein, erst dann können sie GKV-Leistung werden. Die Entscheidung, ob die Kriterien erfüllt sind, trifft der Gemeinsame Bundesauschuss (der GB-A). Dieses 13-köpfige Gremium besteht aus drei unparteiischen Mitgliedern sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Ärzteschaft, der Zahnärzteschaft, der gesetzlichen Krankenkassen und der Krankenhäuser. Auch Vertreterinnen und Vertreter von Patientenorganisationen nehmen an den Sitzungen teil, haben aber kein Stimmrecht. Der GB-A hat das Recht, medizinische Leistungen auszuschließen, wenn die genannten Kriterien nicht nachgewiesen sind. Außerdem prüft der G-BA für alle neu zugelassenen Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen sofort nach Markteintritt den Zusatznutzen und bewertet ihn. Für diese und viele andere Aufgaben der gesundheitlichen Versorgung setzt der GB-A Unterausschüsse ein und kann vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen – dem IQWiG – unterstützt werden. _______________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 27.07.2023
Dauer: 00:36:25

Weitere Informationen zur Episode "Patient*innen im Gemeinsamen Bundesausschuss"


Der Weg zur IGeL-Bewertung

Die Wissenschaft hinter’m IGeL-Monitor

Der IGeL-Monitor bietet evidenzbasierte Gesundheitsinformationen zu über 60 Selbstzahlerleistungen oder IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen). 55 davon hat das wissenschaftliche Team bewertet - mit ernüchternder Bilanz: Etwa 50 sind entweder unklar oder tendenziell negativ. Hinter jeder einzelnen Bewertung steht immer wieder dieselbe wissenschaftliche Herangehensweise und Methode. Wie viel wissenschaftliche Arbeit es eigentlich braucht, bis schließlich eine Bewertung ermittelt werden kann, das geht diese Podcast-Folge Schritt für Schritt durch. Und beantwortet die Frage, warum so viele Bewertungen unklar oder tendenziell negativ sind und wie groß die Gefahr ist, dass bei aller Wissenschaft die Patient*innen aus dem Blick geraten. Ein IGeL-Podcast mit Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs Evidenzbasierte Medizin beim Medizinischen Dienst Bund und Leiterin des IGeL-Monitors. ________________________________________________________________ Faktenbox: Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen unterstützen Bürger und Patienten dabei, in Gesundheitsfragen Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit ihren persönlichen Vorstellungen, Zielen und Erwartungen sind. Neben der Wissensvermittlung besteht ein Hauptziel darin, realistische Erwartungen über den Nutzen und Schaden von gesundheitsbezogenen Interventionen zu vermitteln. Dies setzt voraus, dass die Inhalte relevant, möglichst vollständig und wissenschaftlich fundiert sind. Ferner sollten die Inhalte gut dargestellt und vermittelt werden. Methodische Grundlage hierfür liefern Methoden der klinischen Epidemiologie, Risikokommunikationsforschung und der Bürger- und Patienteneinbindung. Die Anforderungen an evidenzbasierte Gesundheitsinformationen sollten ganz besonders auch bei Informationen zu präventiven Maßnahmen erfüllt werden – denn diese richten sich an Menschen, die frei von Beschwerden sind und diese oftmals gar nicht von selbst nachfragen oder ohne entsprechende gesellschaftliche Trends nachfragen würden. Quelle: Roland Brian Büchter, Martina Albrecht, M. (2021). Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen in der Prävention und Gesundheitsförderung. Teil der Buchreihe: Springer Reference Pflege – Therapie – Gesundheit. Springer, Berlin, Heidelberg Eine Beschreibung, wie und nach welchen Kriterien der IGeL-Monitor arbeitet, findet sich unter folgendem Link: https://www.igel-monitor.de/wie-wir-arbeiten.html Glossar: PICO Fragestellung: P=Population, um welche Patient*innengruppe geht es? I=Intervention, welche Behandlung wird erforscht? C=Kontrollgruppe, welche Behandlung bekommt die Vergleichsgruppe, z.B. Placebo oder ein anderes Medikament. O=Outcome/Endpunkte, welche Ziele soll die Behandlung erreichen, z.B. weniger Schmerz oder längeres Leben. Systematisches Review: Ein Review ist eine Übersichtsarbeit über alle Einzelstudien, die zu dem entsprechenden Thema gemacht wurden und spiegelt somit das derzeit verfügbare Wisse über eine entsprechende medizinische Maßnahme wider. Patientenrelevante Endpunkte: Die Ziele einer Behandlung, der Nutzen einer Behandlung für den/die Patient*in. ________________________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 29.06.2023
Dauer: 00:38:32

Weitere Informationen zur Episode "Der Weg zur IGeL-Bewertung"


Mitsprechen, Beteiligen, Mitwirken

Partizipation von Patient*innen an systematischen Reviews

Nichts über uns ohne uns. Das ist - salopp gesprochen - das Motto der Partizipativen Gesundheitsforschung. Die Idee dahinter ist, Menschen oder Patient*innen, die Gegenstand eines Forschungsprojekts sind, auch in die Planung, Umsetzung und Auswertung dieses Projekts miteinzubeziehen. Der übliche Ablauf eines Forschungsvorhabens ist ja: Forschende überlegen sich relevante Themen, stellen ein Team zusammen, überlegen sich Eckpunkte, Endpunkte, Zielfragen, entscheiden sich für eine Methodik, und dann beginnen sie mit ihrer Recherche. Eigentlich für das Wohl von Patientinnen und Patienten. Aber oft, ohne sie richtig gefragt zu haben. Der IGeL-Podcast diskutiert die Frage, wie Partizipative Gesundheitsforschung gelingen kann und wann sie nur bedingt oder gar nicht funktioniert. Die Aufzeichnung fand statt auf der diesjährigen Jahrestagung des Netzwerks evidenzbasierte Medizin, am Rande eines Workshops zu diesem Thema mit den beiden Referentinnen: Dr. Charlotte Kugler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Claire Ianizzi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin an der Uniklinik Köln ___________________________________________________ Faktenbox: Partizipative Gesundheitsforschung bedeutet, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erzeugen, die die Gesundheitschancen bestimmter Bevölkerungsgruppen unmittelbar verbessern. Dazu werden Menschen, deren Arbeits- oder Lebensverhältnisse Gegenstand der Forschung sind, direkt am Forschungsprozess beteiligt. Und zwar nicht als Probandinnen, Probanden oder Studienteilnehmende, sondern als Forschungspartnerinnen und -partner auf Augenhöhe. Sie bestimmen mit, was die Kernelemente des Forschungsprojekts sind, von der Auswahl des Forschungsschwerpunkts bis hin zur Methodenauswahl, Datenerhebung und Interpretation der Ergebnisse. Internationale Erfahrungen zeigen, dass in der Praxis die Partizipationsmöglichkeiten aus verschiedenen Gründen oft eingeschränkt sind, oder dass Partizipation behauptet wird, doch lediglich eine Scheinpartizipation vorliegt. Um zu beantworten, wie weit die Beteiligung, die Partizipation gehen kann, sind verschiedene „Stufenmodelle“ entwickelt worden. Werden Menschen, die beteiligt werden sollen, lediglich informiert, angehört oder in die Forschungsplanung einbezogen, sprechen die Modelle von Vorstufen der Partizipation. Erst bei einer Mitbestimmung oder wenn die Entscheidungsmacht teilweise oder ganz auf diese Menschen übertragen wird, ist von echter Partizipation die Rede. Quelle: Partizipative Gesundheitsforschung: Ursprünge und heutiger Stand (Wright, et al. 2020), https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-020-03264-y ___________________________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 25.05.2023
Dauer: 00:33:21

Weitere Informationen zur Episode "Mitsprechen, Beteiligen, Mitwirken"


Der neue IGeL-Report

Ergebnisse der Versichertenbefragung 2023

Der IGeL-Markt ist unübersichtlich, weil jede medizinische Leistung zwischen der Praxis und den Patient*innen privat abgerechnet wird. Niemand kann beziffern, wie viele IGeL es gibt und wie viel Geld damit in Deutschland umgesetzt wird. Der jetzt zum vierten Mal erschienene IGeL-Report bildet die Erfahrungen von 6000 Versicherten ab, die sie in der ärztlichen Praxis mit Selbstzahlerleistungen gemacht haben: Was sind die am häufigsten angebotenen IGeL? Wie viel Geld geben Patient*innen durchschnittlich für IGeL aus? Wie verständlich und vollständig ist die Aufklärung über die jeweililge medizinische Leistung? Wie zufrieden sind Patient*innen mit der Situation in der Praxis? Der IGeL-Podcast diskutiert die aktuellen Ergebnisse dieser bevölkerungsrepräsentativen Befragung mit Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs evidenzbasierte Medizin beim Medizinischen Dienst Bund und Leiterin des IGeL-Monitors. -------------------------------------------------------------------------- Faktenbox: Nach den Versichertenbefragungen 2016, 2018 und 2020 führten der IGeL-Monitor zusammen mit dem Marktforschungsinstitut aserto im Januar 2023 die vierte bevölkerungsrepräsentativ quotierte Onlinebefragung unter 5854 gesetzlich Versicherten durch Es ist der erste IGeL-Report nach der COVID-19-Pandemie. Bevölkerungsrepräsentativ quotiert heißt, dass die Befragten nach Alter, Geschlecht und Bundesland gewichtet wurden. Da individuelle Gesundheitsleistungen nicht zentral erfasst werden, gibt es weder eine vollständige Auflistung aller IGeL noch eine konkrete Kostenaufstellung. Hinter IGeL verbergen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die von Ärztinnen und Ärzten auch selbst entwickelt werden können. Die tatsächliche Anzahl wird auf hunderte Leistungen geschätzt. Die Umfrage sollte allgemeine Entwicklungen im IGeL-Markt aufzeigen, die Bekanntheit von IGeL unter den Versicherten evaluieren und eine Liste der am häufigsten angebotenen bzw. von Patientinnen und Patienten nachgefragten IGeL erstellen Sie sollte messen, wie zufrieden Patientinnen und Patienten mit der Situation in der Praxis sind, wenn es um IGeL geht. Und ob die verbindlichen IGeL-Regeln eingehalten wurden. Außerdem hat sie nach IGeL gefragt, die speziell im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen angeboten bzw. nachgefragt werden und erstmals danach gefragt, wie viel Geld Patientinnen und Patienten im Schnitt für IGeL ausgeben. In der Befragung wurden ausschließlich ärztliche und keine zahnärztlichen Leistungen erfasst. Den IGeL-Report 2023, einen Kurzbericht und weiter Informationen erhalten Sie hier: https://www.igel-monitor.de/presse/materialien.html ---------------------------------------------------------------------------------- Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 27.04.2023
Dauer: 00:34:44

Weitere Informationen zur Episode "Der neue IGeL-Report"


Sonderfolge: Evidenz statt Eminenz

25 Jahre Netzwerk evidenzbasierte Medizin

Vor 25 Jahren traf sich eine Gruppe engagierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um das Gesundheitssystem in Deutschland grundlegend zu verändern. Ziel war es, Behandlungs-Leitlinien zu entwickeln, die konsequent auf den Ergebnissen guter wissenschaftlicher Studien basieren. Wo Patient*innen teilweise noch nach ärztlichem Erfahrungswissen oder dem Motto "Das haben wir immer so gemacht" behandelt wurden, sollte die evidenzbasierte Medizin, die nachweisorientierte Medizin, Einzug erhalten. Der Leitgedanke war: Evidenz statt Eminenz. Warum das damals wichtig war, wie sich die Gesundheitslandschaft in Deutschland verändert hat, welche neuen Aufgabenfelder entstehen und wohin die Reise in Zukunft gehen soll, darum geht es in dieser Sonderfolge des IGeL-Podcasts. Mit einem Mann der ersten Stunde: Prof. Günter Ollenschläger, Internist, Apotheker, Medizinpublizist, Gründungmitglied des Netzwerks ebM und lange geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Und einem jungen Vertreter des Netzwerks: Prof. Tim Mathes vom Institut für medizinische Statistik der Universitätsmedizin Göttingen und neu gewählter Beisitzer des Vorstands im Netzwerk ebM. _______________________________________________________________ Weiterführende Informationen: Informationen zu der Gründung des Netzwerks ebM finden Sie hier: https://www.ebm-netzwerk.de/de/ueber-uns/chronik Informationen über das Leitbild und die Ziel des Netzwerks ebM finden Sie hier: https://www.ebm-netzwerk.de/de/ueber-uns/vision-mission Die IGeL-Podcast-Folge über evidenzbasierte Medizin finden Sie hier: https://der-igel-podcast.podigee.io/3-evidenzbasierte-medizin _______________________________________________________________ Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

Erschienen: 13.04.2023
Dauer: 00:37:12

Weitere Informationen zur Episode "Sonderfolge: Evidenz statt Eminenz"


Klima und Gesundheit

Evidenzbasierte Medizin für die Zukunft

Ein Podcast von der Jahrestagung des Netzwerks evidenzbasierte Medizin im März 2023 in Potsdam. Klima und Gesundheit ist das Motto der Tagung, im Podcast diskutieren wir, wie sich evidenzbasierte Medizin und Gesundheitspolitik heute aufstellen müssen, um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aufzufangen, zu bekämpfen und auszugleichen, und welche Rolle dabei Studien, Gesundheitsdaten und Evidenz spielen.

Erschienen: 30.03.2023
Dauer: 00:34:05

Weitere Informationen zur Episode "Klima und Gesundheit"


Kassenleistung oder IGeL?

Der Wirrwarr um die Kosten

Es gibt Kassenleistungen, die manchmal von den Patient*innen selbst bezahlt werden müssen - als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Und dann gibt es IGeL, die manchmal von den Kassen übernommen werden. In dieser Episode des IGeL-Podcasts entwirren wir den Wirrwarr um die Kosten und erläutern, warum es zu solchen Fällen kommen kann.

Erschienen: 23.02.2023
Dauer: 00:33:18

Weitere Informationen zur Episode "Kassenleistung oder IGeL?"


Podcast "IGeL-Podcast"
Merken
QR-Code