Podcast "Roundtable Osteuropa"

Der Roundtable Osteuropa ist ein Podcast des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS). Hier diskutieren Wissenschaftler*innen des ZOiS und Gäste über ihre Forschung zu Osteuropa. Dabei gehen wir auf aktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft ein, versuchen aber auch, unbekanntere Themen zu beleuchten. Mit Einblicken aus Soziologie, Politikwissenschaften, Geografie, Sozialanthropologie, Kulturwissenschaften und Theologie.

Episoden: Neueste Episoden


#30PostSovietYears: Das Ende der Sowjetunion und der sowjetische/russische Truppenabzug

Untertitel: Mit Christoph Meißner, Matthias Uhl und Nadja Douglas

Im Januar 1991 sind auf dem Gebiet der ehemaligen DDR noch über eine halbe Million sowjetische Armeeangehörige und deren Familien stationiert. Sie alle werden innerhalb von nur vier Jahren das Land verlassen. Der Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus dem wiedervereinigten Deutschland war unter anderem im Zwei-plus-Vier-Vertrag festgelegt worden. Doch auch aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zogen die Truppen der sowjetischen und schließlich der russischen Armee vollständig ab. Die Politikwissenschaftlerin Nadja Douglas (ZOiS) lässt mit den Historikern Matthias Uhl (DHI Moskau) und Christoph Meißner (Museum Berlin-Karlshorst) die zeitliche Abfolge der wichtigsten Schritte Revue passieren und diskutiert mit ihnen, wie diese Truppenabzüge mit dem Zerfall der Sowjetunion zusammenhängen. Dabei geht es auch um die symbolische Wirkung dieses als „Abzug in Würde“ geplanten Manövers und um die Spuren, die das Ereignis in der kollektiven Erinnerung hinterlassen hat. Außerdem werfen sie einen Blick auf die Transformation der Armee in anderen heute unabhängigen Staaten sowie die fortdauernde russische Truppenpräsenz in de-facto Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 10.06.2021
Dauer: 00:34:27

Podcast-Webseite: Episode "#30PostSovietYears: Das Ende der Sowjetunion und der sowjetische/russische Truppenabzug"


#30PostSovietYears | Wirtschaftspolitik und Regimestabilität: Einsichten aus Russland und Belarus

mit Michael Rochlitz, Fabian Burkhardt und Julia Langbein

Nach 1991 schlugen Belarus und Russland unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungspfade ein: Während Privatisierung und Liberalisierung in Belarus bis heute nur ansatzweise vollzogen wurden, markiert Russlands Schocktherapie schon in den frühen 1990er Jahren die Einführung zentraler Elemente der Marktwirtschaft. Gleichwohl gelten Eigentumsrechte in beiden Ländern immer noch als unsicher und auch in Russland spielt der Staat in der Wirtschaft inzwischen wieder eine größere Rolle. Wie ist es zu erklären, dass sich beide Länder nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wirtschaftlich so unterschiedlich orientierten? Wie wirken die Erfahrungen der 1990er Jahre bis heute auf die wirtschaftliche Entwicklung in beiden Ländern? Wie hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft in Belarus und Russland inzwischen verändert und in welchem Zusammenhang steht die wirtschaftliche Performanz mit der Stabilität der autoritären Regime beider Länder? Diese Fragen diskutiert Julia Langbein vom ZOiS mit dem Wirtschaftswissenschaftler Michael Rochlitz und dem Politikwissenschaftler Fabian Burkhardt.

Erschienen: 18.05.2021
Dauer: 00:31:13

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#30PostSovietYears | Erinnerung an die Sowjetunion und ihren Zerfall

Mit Irina Scherbakowa, Félix Krawatzek und Gwendolyn Sasse

Mit dieser Folge eröffnen wir unseren Themenschwerpunkt #30PostSovietYears, denn im Dezember 2021 jährt sich der Zerfall der Sowjetunion zum dreißigsten Mal. Wie wird dieser historische Wendepunkt von den Menschen in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion heute wahrgenommen, und welche Rolle spielt die fehlende Aufarbeitung der Sowjetzeit und ihres Zusammenbruchs in der Folge? Die Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Irina Scherbakowa, setzt sich seit den 1980er Jahren mit der Erinnerungskultur in Russland auseinander. Im Gespräch mit der Historikerin diskutieren Félix Krawatzek und Gwendolyn Sasse vom ZOiS, wie sich die Wahrnehmung der Geschichte in dieser Zeit gewandelt hat, welche Funktion sie im politischen Diskurs bekommt und welche Bedeutung sie für junge Menschen besitzt. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 23.03.2021
Dauer: 00:50:24

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Krieg, Alltag, Literatur: Lesung und Gespräch mit Yevgenia Belorusets

Mit Yevgenia Belorusets, Alexander Chertenko und Sabine von Löwis

Seit mehr als sechs Jahren herrscht Krieg in der Ostukraine. Was macht dieser Konflikt mit der Sprache und wo kommen die Menschen vor, die von ihm direkt betroffen sind? Die Schriftstellerin und Künstlerin Yevgenia Belorusets war seit 2014 regelmäßig in der Region und hat ihnen zugehört. Im Podcast liest sie aus ihrem Erzählband „Glückliche Fälle“ (Matthes & Seitz 2019) und spricht über ihre Motivation für das Buch. Im Gespräch mit der Autorin gehen der Literaturwissenschaftler Alexander Chertenko und die Sozialgeographin Sabine von Löwis der Frage nach, wie Autoren den Krieg in der Ostukraine bisher verhandelt haben und wie der Alltag im Konflikt in Literatur und Wissenschaft einen Platz finden kann. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 27.10.2020
Dauer: 00:38:01

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Belarus in turmoil

With Nadja Douglas, Félix Krawatzek and Stefanie Orphal

For more than two weeks now, Belarus has been in turmoil. After president Aliaksandr Lukashenka was announced the winner of the presidential election with more than 80% of the votes, Belarusians took to the streets to contest the results as electoral fraud. The regime cracked down hard on the protests, large-scale police violence and even torture were reported. Nevertheless, an increasing number of Belarusians across the country with different personal backgrounds and ages have joined the protests. And also workers in several state enterprises went on strike. Where does this solidarity, the determination and the widespread will for change come from? Political scientists Nadja Douglas and Félix Krawatzek, who both cover Belarus in their research, talk about the widening gap between Belarusian state institutions and the people, the role of a new politicised generation and how Lukashenka’s handling of the Covid-19 crisis served as a catalyst. We discuss the international perspective and take a look at difficulties the activists may face as the protests continue. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 21.08.2020
Dauer: 00:36:45

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Die Verfassungsreform in Russland

Mit Caroline von Gall, Christian Schaich und Gwendolyn Sasse

Noch bis zum 1. Juli wird in Russland eine Volksabstimmung über die Verfassungsreform abgehalten, die Präsident Wladimir Putin im Januar 2020 angestoßen hatte. Neben der vieldiskutierten „Nullung“ der bisherigen Amtszeiten, nach der Putin noch bis 2036 weiteregieren dürfte, enthält sie viele weitere Änderungen – von sozialen Garantien über konservative Werte bis hin zu geschichtspolitischen Festlegungen. Für das gewählte Verfahren der Verfassungsänderung wäre die jetzige Abstimmung nicht nötig gewesen. Warum erscheint es also so wichtig, die Bevölkerung in diesen Prozess einzubeziehen? Worum geht es dieser Reform genau und welche Rolle spielt die Verfassung in einem autoritär regierten Staat wie Russland? Caroline von Gall (Universität zu Köln), Christian Schaich (ZOiS) und Gwendolyn Sasse (ZOiS) ordnen die Verfassungsreform juristisch und politisch ein. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 29.06.2020
Dauer: 00:48:09

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Market integration and room for development in Europe’s peripheries: Constraint or opportunity?

With László Bruszt, Julia Langbein and Vera Šćepanović

One of the key claims used to legitimate market integration was that the freer movement of goods, capital, services and labour will automatically produce benefits for all participating countries without much supranational intervention. This position is increasingly being challenged in Europe. Strong political forces in both the Southern and Eastern peripheries claim the European project has stifled, rather than improved their ability to grow as indicated by persisting economic disparities within the EU. Even in the scholarly literature, the dominating view is that market integration distributes gains and losses among participating countries unevenly and it has the uniform effect of decreasing the room for development in peripheral economies. And while we see EU attempts to level the playing field by way of transfers and transnational industrial policies, their role is limited. The dominating EU strategy for managing developmental diversity still relies on the disciplinary power of markets and supranational hierarchies, an approach that is looking ever less convincing. Is there another way for the supranational strategies to help promote development in the peripheries? In this podcast, Dr. Julia Langbein (ZOiS), Prof. László Bruszt (Central European University) and Dr. Vera Šćepanović (Leiden University) argue that the European Union can use, and has used in the past, a surprisingly big variety of strategies to manage the developmental consequences of market integration in its peripheries. Across the Southern and Eastern EU member states, as well as in the states outside the EU, these strategies have shaped both the room for development and the capacity of domestic states to use this room. As the effect of these strategies has ranged from political and economic decay to industrial upgrading and revival, the deeper exploration of these strategies has relevance also for integration attempts in other parts of the world. The presented insights got recently published in a Special Issue for the Review of International Political Economy. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 12.06.2020
Dauer: 00:34:56

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Urbaner Aktivismus und sozialer Protest in postsowjetischen Städten

Mit Carola Neugebauer, Nadja Douglas und Tspylma Darieva

In westlichen Gesellschaften hält sich das Stereotyp einer passiven Zivilbevölkerung in autoritär regierten postsowjetischen Staaten. Die Neuerscheinung „Urban Activism in Eastern Europe and Eurasia – Strategies and Practices“ erkundet und analysiert hingegen zahlreiche Beispiele für zivilgesellschaftlichen Aktivismus und Akteur*innen, die Anspruch auf die Mitgestaltung urbaner Räume erheben. Im Podcast „Roundtable Osteuropa“ diskutieren die Herausgeberinnen Carola Neugebauer und Tsypylma Darieva mit Nadja Douglas vom ZOiS die zentrale Rolle der Stadt als Mobilisierungsraum. Hierbei steht die Rolle der Stadtplanung und der städtische Raum als Arena für zivilen Aktivismus im Mittelpunkt. Zum Abschluss beleuchten sie alternative Protestformen während der Corona-Pandemie und wagen einen Ausblick auf die Zeit danach. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 14.05.2020
Dauer: 00:36:15

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9 May in Russia: Memory (politics) of World War II

With George Soroka, Nina Frieß and Félix Krawatzek

This year’s celebrations of the end World War II have been long in the planning in Russia. But the spread of Covid-19 has made it inevitable to postpone the most important events, notably the military parade in Moscow. Already last year, President Vladimir Putin declared 2020 a year of victory and glory, demonstrating once more that the Soviet victory is a very important resource for identification with the Russian state. In the year of the 75th anniversary of its end, the memory of World War II has become an immensely controversial topic in international politics. At the same time, it is one of the last anniversaries that a significant number of veterans can join. In the podcast, slavicist Nina Frieß and political scientists George Soroka and Félix Krawatzek discuss the importance of victory day for Russia, its relevance abroad and what young people make of the victory today. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 06.05.2020
Dauer: 00:35:29

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Kampf um Frauenrechte in Osteuropa: Nicht nur am 8. März

Mit Regina Elsner (ZOiS), Erica Zingher (taz) und Maria Kireenko (ZOiS)

Der 8. März ist als Feiertag der Emanzipation der Frau seit dem Beginn der Sowjetzeit tief in der Gesellschaft verankert. Im Laufe seines Bestehens wurde der Tag jedoch zunehmend entpolitisiert. Wie wird er heute in Putins Russland begangen? Welche Möglichkeiten haben Frauenrechtsaktivist*innen für Proteste vor Ort? Maria Kireenko spricht mit Dr. Regina Elsner und Erica Zingher über die feministischen Kämpfe in Ost- und Mitteleuropa und weltweit. Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Gesetz gegen häusliche Gewalt und zwei Jahre vor der weltweiten #metoo-Bewegung verbreitete sich im russischen Internet der Hashtag #ЯнеБоюсьСказать (dt. Ich habe keine Angst, es zu sagen), unter dem tausende Betroffene von häuslicher Gewalt ihre Geschichten erzählt haben. Wir fragen uns, welche Auswirkungen diese Bewegung und der Fall der Schwestern Chatschaturjan auf die Diskussionen um das neue Gesetz und auf die öffentliche Wahrnehmung von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Russland hatten. Außerdem schauen wir uns die Auseinandersetzungen um das Abtreibungsgesetz in Polen an, analysieren seine Hintergründe und überlegen, welche Folgen es für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen in Polen hatte. Schließlich ordnen wir die feministischen Kämpfe im Osteuropa in den Kontext der globalen Frauenrechtsbewegung ein. (Music: “Complete” by Modul is licensed under a CC BY-NC-ND 3.0-License.)

Erschienen: 20.03.2020
Dauer: 00:29:39

Podcast-Webseite: Episode "Kampf um Frauenrechte in Osteuropa: Nicht nur am 8. März"


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