Artgenossen zu verspeisen, gehört beim Menschen ja eher nicht zum guten Ton. Ganz anders bei einigen Tierarten. Auch wenn Kannibalismus erstmal als evolutiv unsinnig erscheint, ist es manchmal eine erfolgreiche Überlebensstrategie. Die Kaulquappe, die, wenn sie hungrig ist, zum scharfzähnigen Killermonster mit fragwürdiger Moral mutiert, die Beutelteufelmutter, die die erfolglosesten ihrer Kinder als leckere Pralinés verspeist, Hechte, deren größter Feind aus den eigenen Reihen kommt, Würmer, die ihre Mutter von innen verspeisen. Die Gründe warum Tiere Jungtiere, Paarungspartner oder Geschwister verspeisen sind vielfältig, und wir lassen in dieser True-Crime-Folge keine unappetitlichen Details aus. Um den Lehrauftrag zu erfüllen, schauen wir uns aber auch an, warum es vielleicht doch gar keine so tolle Idee ist, Artgenossen auf den eigenen Speiseplan zu setzen. Weiterführende Links: Übersicht Kannibalismus im Tierreich https://www.tagesanzeiger.ch/kannibalismus-im-tierreich-465754478854 Krankheiten verbreiten durch Kannibalismus: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28829639/ Killerkaulquappen und die schlimmsten Kinder der Welt: https://www.science.org/content/article/cannibalistic-tadpoles-and-matricidal-worms-point-powerful-new-helper-evolution Tasmanische Teufel: https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1365-2656.2008.01494.x Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 10.01.2024
Dauer: 32:06
Ein tolles neues Jahr wünschen wir euch! 2024 wird hoffentlich für uns alle ganz wunderbar. Für einige Tiere wird es in jedem Fall ein aufregendes Jahr – sie wurden zum Tier des Jahres gewählt. Oftmals in spannenden, atemberaubenden Kopf-an-Kopfrennen konnten sie sich gegenüber anderen Tieren ihrer Klasse behaupten. Die Wahl zum Fisch des Jahres beispielsweise! Gänsehaut pur, als es zwischen Dorsch und Rapfen sehr knapp wurde! Nur um Haaresbreiten konnte der Dorsch den Mannschaftspokal mit ins Dorschvereinsheim nehmen. Puh, war das aufregend. Ein Jahr tragen die Gewinner nun die Krone in ihrer Kategorie und werben für den Schutz ihrer Art und der Verwandten. Warum und wie ausgerechnet diese Tiere gewählt wurden oder noch werden, wer die Tailor Swift des Tierreichs ist, die alle Pokale abräumt, und wer total abhebt und vermutlich den anderen Tieren mit der ständigen Angeberei auf den Sack geht, das finden wir in dieser Folge heraus. Aber vor allem gibt’s die guten Vorsätze des Tierisch!-Teams fürs neue Jahr – etwa: die Wahl zum Weichtier des Jahres aus einem Nischendasein zum popkulturellen Höhepunkt zu erheben. Ist 2023 das Capybara total viral gegangen, wird es 2024 definitiv ein Weichtier sein. Dafür sorgen wir schon, gemeinsam mit euch. Was auch immer im chinesischen Horoskop das Jahrestier ist, im Tierisch!-Horoskop ist es ein Weichtier. So viel steht fest. Weiterführende Links Alles Jahreswesen im Überblick: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/natur-des-jahres/2024.html Weichtier des Jahres (Nominierung läuft!): https://tbg.senckenberg.de/de/mollusc-of-the-year-nominations/ Vogel des Jahres: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/index.html Reptil des Jahres: https://www.dght.de/schlange-der-superlative-die-kreuzotter-ist-reptil-des-jahres-2024/ Fisch des Jahres: https://www.dafv.de/projekte/fisch-des-jahres/der-dorsch-ist-fisch-des-jahres-2024 Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 03.01.2024
Dauer: 39:08
Weitere Informationen zur Episode "#31: Frohes Neues! Die Tiere des Jahres 2024"
Das heutige Thema habt ihr euch oft gewünscht. Zugegebenermaßen haben wir uns aber eine ganze Weile drum gedrückt. Denn die Diskussionen rund um Zoos werden sehr erhitzt und auch ideologisch geführt, und das Shitstorm-Potential ist von allen Seiten hoch. Bei der ganzen Schwarz-Weiß-Malerei wollen wir uns in dieser Folge aber mal ein wenig um die Grautöne bemühen. Unseren Standpunkt gibt eigentlich ein Zitat am besten wieder (bei dem wir uns nicht erinnern, von wem es nochmal kommt, aber egal): Wir würden gerne in einer Welt Leben in der es keine Zoos geben muss. In dieser Folge von Tierisch! klären wir, warum wir denken, dass dies (noch) nicht die Welt ist, die ohne Zoos auskommt. Allein im Artenschutz spielen Zoos nämlich eine entscheidende Rolle. Die Frage ist aber: Wie sollte ein Zoo heute aussehen? Was ändert sich, und was sollte sich unbedingt ändern? Ihr merkt schon, es ist ein komplexes Thema. Aber trotz aller Diskussionen wollen ganz am Ende ja vermutlich alle das gleiche: Dass es den Tieren und der Natur auf unserer Erde besser geht und dass Arten geschützt und gerettet werden. Also, liebe Zoogegner, liebe Zoofans, anstatt euch die Köpfe einzuschlagen: Warum nicht alle gemeinsam eure ganze Kraft in den Artenschutz legen, jeder so wie er es für richtig hält? Na? Weiterführende Links NABU zu Tieren in Zoos: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/zoos.html WWF zu Zoos: https://www.wwf.de/spenden-helfen/wwf-zoo-kooperationen/interview-zoos-koennen-wichtigen-beitrag-zum-artenschutz-leisten Positionspapier der IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) zur Rolle von Zoos, Aquarien und Botanischen Gärten: https://www.iucn.org/sites/default/files/2023-10/2023-position-statement-on-the-role-of-botanic-gardens-aquariums-and-zoos-in-species-conservation-gr.pdf Wisent Rettung: https://www.tagesschau.de/wissen/wisent-schutz-100.html National Geographic- Zoos und Artenschutz: https://www.nationalgeographic.de/tiere/2020/08/diskussion-um-deutschlands-zoos-wie-wichtig-sind-tiergaerten-fuer-den-artenschutz World Association of Zoos and Aquariums: WAZA | World Association of Zoos and Aquariums Zoo Jersey: https://www.durrell.org/visit-jersey-zoo/about-jersey-zoo/ Auswahl von Geräuschen bei Gorillas in Zoos: https://www.researchgate.net/publication/354110328_Silence_is_Golden_Auditory_Preferences_in_Zoo-housed_Gorillas Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 27.12.2023
Dauer: 42:08
Weitere Informationen zur Episode "#30: Zoos – Tierhaltung und Artenschutz"
Weihnachten! Na? Seid ihr schon alle sehr besinnlich? Oder kämpft ihr euch eher genervt durch die Weihnachtszeit? Egal wie, heute ist für jeden was dabei. Die etwas fragwürdigen tierischen Geschenketraditionen bewahren uns vorm Abrutschen in den Weihnachtskitsch. Bei Eselspinguinen gibt es nie Enttäuschungen bei der Geschenkeübergabe, denn ein schnödes Steinchen lässt das Pinguinherz bereits höherschlagen. Die Übergänge zwischen Schenken und Prostitution sind dann allerdings oft fließend. Fragt man sich ja: Was haben wir eigentlich davon? Warum schenken wir? Und breiter gefasst: Warum haben wir überhaupt Freunde, für die wir uns ein Bein ausreißen? Á propos Körperteile opfern: Damit es gut genährt in die Paarung geht, lassen die Männchen der Grillenart Cyphoderris strepitans das Weibchen als Geschenk an ihren Flügeln knabbern und die Hämolymphe, also das Blutäquivalent bei Insekten, trinken. Das ist dann wohl die Einladung ins Restaurant, aber in etwas morbider Ausprägung. Dennoch nicht die merkwürdigste Geschenketradition, der wir heute begegnen. Und für alle von euch, die auf den letzten Drücker jetzt noch ohne Geschenk dastehen, haben die Listspinnen schonmal geprüft, ob es eigentlich besser ist, gar nichts zu schenken oder doch lieber den letzten Scheiß. Ihr merkt schon: Geht so mit der Weihnachtsromantik. Um euch jetzt aber doch noch mit besinnlichen Weihnachtsgefühlen in die Feiertage zu entlassen: Vampirfledermäuse verteilen ganz selbstlos unter Freunden Geschenke in Form ihres Mageninhalts. Sie würgen ihren Kumpels also ganz niedlich Blut in den Mund. In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten. Weiterführende Links: Geschenke bei Tieren: https://www.willyswilderness.org/post/do-animals-give-gifts-many-do https://www.welt.de/print/wams/lifestyle/article112202137/Auch-Tiere-machen-Geschenke.html Pinguinbescherung: https://www.bbcearth.com/news/the-gift-to-win-a-penguins-heart Warum gibt es Freundschaft? https://www.researchgate.net/publication/239560039_Cooperation_without_Counting_The_Puzzle_of_FriendshipBeschiss bei der Bescherung der Listspinnen: https://bmcecolevol.biomedcentral.com/articles/10.1186/1471-2148-11-329 Lohnen sich wertlose Geschenke? https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982204010218 Rechtsberatung, wenn Krähen nicht nur Geschnke bringen: https://www.jamescrawfordlaw.com/blog/2022/04/can-a-befriender-of-crows-be-charged-with-assault-for-the-crows-attacking-neighbors-lawyer-says/ Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 20.12.2023
Dauer: 38:59
Weitere Informationen zur Episode "#29: Tierische Bescherung"
Es gibt ja echt extreme Viecher, die in unwirtlichen Lebensräumen wie unbeschreiblicher Tiefe, klirrender Kälte oder großer Hitze überleben können. Diese Tiere, die da vielleicht gemütlich in ihrem Atomkraftwerk sitzen oder am schwarzen Raucher in der Tiefsee florieren, finden aber vermutlich umgekehrt, dass wir ganz schön extrem unterwegs sind, in unserem Lebensraum voller Sauerstoff, Sonnenschein und bei so abgefahrenen Temperaturen um die 20 Grad. Was extrem ist, ist also Ansichtssache. Und wenn wir in dieser Folge extreme Organismen bestaunen, handelt es sich um Lebewesen, die einfach ein sehr anderes Lebenskonzept als der Mensch oder allgemein Säugetiere haben. Die mit unglaublichen Tricks den Naturgesetzen zu trotzen scheinen. Die seit Jahrtausenden vor oder eher unter unserer Nase ein geheimes Leben führen. Oder wusstet ihr etwa, dass unser Grundwasser zu einem der größten und unerforschtesten Lebensräume der Erde gehört? Mit Tieren, die bereits lange vor den Dinosauriern existierten? Es gibt sogar extreme Viecher, die möglicherweise in mehreren Kilometern Tiefe die geologischen Prozesse unserer Erde beeinflussen! Ist Loriots Steinlaus also vielleicht gar nicht so abwegig? Und: Ab wann ist man nicht mehr extrem, sondern tot? Weiterführende Links Extreme Lebensräume auf der Erde: https://education.nationalgeographic.org/resource/extreme-habitats-around-globe/ Wie überlebt man tiefgekühlt zu werden: https://www.annualreviews.org/doi/abs/10.1146/annurev.ecolsys.27.1.365?journalCode=ecolsys.1 Der Japanische Baumfrosch:https://link.springer.com/article/10.1134/S0012496616060065 Der Teufelswurm: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/leben-unter-tage-minen-mikroben-verblueffen-forscher-a-483619.html Leben in größter Tiefe: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/leben-unter-tage-minen-mikroben-verblueffen-forscher-a-483619.html Die Steinlaus: https://www.dailymotion.com/video/x2mc4e7 Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/Stay in Touch:Instagram: https://www.instagram.com/weltwach/LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/weltwach/Facebook: https://www.facebook.com/Weltwach/YouTube: https://www.youtube.com/c/WELTWACHNewsletter: https://weltwach.de/newsletter/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 13.12.2023
Dauer: 34:06
Puh … Ich weiß ja nicht wie’s euch geht, aber das Thema heute klingt eher nicht so sexy. Oder? Zumindest Lydia hat so ihre Mühe sich mit der Politik rund um den Schutz der Natur auseinander zu setzen. Obwohl sie natürlich weiß: Dort werden grundlegende Werkzeuge für einen erfolgreichen Artenschutz generiert. Aber vieles verläuft auch im Sand, oft bleibt es bei guten Vorsätzen, so richtig Bock macht das irgendwie nicht. Und dann noch dieses vollkommen undurchsichtige Gewirr an Gesetzen, Abkommen und Organisationen! Anders als Lydia kennt sich Frauke sehr gut mit Artenschutzpolitik aus und kann sich dafür auch echt begeistern. Also nimmt sie uns heute einfach mal an der Hand und geht mit uns auf einen Spaziergang quer durch die Politik rund um die Natur und den Artenschutz. Und siehe da: Das ist ja doch ganz schön spannend! Und wir sind hinterher alle schon wieder so viel schlauer! Weiterführende Links: WWF-Übersicht zu Naturschutzpolitik: https://www.wwf.de/themen-projekte/artenschutz/politische-instrumente/ Homepage CBD: https://www.cbd.int/ Geschichte des IPBES: https://www.ipbes.net/history-establishment Nature Restauration Law: https://www.wwf.de/themen-projekte/biodiversitaet/nature-restoration-law High Seas Treaty: https://oceans-and-fisheries.ec.europa.eu/news/win-ocean-high-seas-treaty-signed-united-nations-2023-09-20_en Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/Stay in Touch:Instagram: https://www.instagram.com/weltwach/LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/weltwach/Facebook: https://www.facebook.com/Weltwach/YouTube: https://www.youtube.com/c/WELTWACHNewsletter: https://weltwach.de/newsletter/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 06.12.2023
Dauer: 30:43
Frauke hat Geburtstag, und wie jedes Jahr teilt sie sich ihren Ehrentag mit einem guten Freund von uns: Der 29.11. ist nämlich gleichzeitig der offizielle WELTTAG DES AMEISENBÄREN! Diese beiden spektakulären Ereignisse begehen wir mit einer Folge über das Altern und über Ameisenbären. Logisch. Wir starten mit sehr, sehr alten Tieren wie zum Beispiel dem Organismus, der das absolut höchste Alter erreicht. Na? Schon eine Idee, wer das sein könnte? Verraten wir hier jetzt noch nicht. Abgesehen davon gibt es ein Säugetier, das schon uralt aussieht, wenn es auf die Welt kommt – danach geht es aber kaum noch bergab. Die Rede ist von unserem alten Bekannten, dem Nacktmull. Er ist, in Relation zu seiner geringen Körpergröße, Spitzenreiter der sehr alt werdenden Tiere. Bei ihm wurde unter anderem die epigenetische Uhr erforscht. Das sind Uhren in oder eher an der DNA, über die man in jeder einzelnen Zelle das Alter des Körpers, in dem sie wohnt, ablesen kann. Auch wenn die Zelle selbst gerade erst entstanden ist. Verrückt, oder? Und eine ganz ähnliche Uhr wie der Nacktmull hat ein anderes Säugetier, das ganz schön alt wird: Der Mensch! Frauke fühlt sich an ihrem Geburtstag aber nicht den besonders alten Tieren, sondern eher dem Axolotel oder auch Grottenolm zugehörig. Die bewahren sich nämlich auch in höherem Alter ihre Jugend! Gut, der Axolotl tut das unter anderem in Form von externen Kiemen – die sind bei Frauke (noch) nicht zu entdecken, aber wer will da schon kleinlich sein. Nachdem wir dann noch den Eishai bestaunt haben, gibt es als Finale die Ameisenbärenfacts, für die ihr euch auf Instagram interessiert habt. Eine Sensation jagt mal wieder die nächste. Was will man mehr? Weiterführende Links: Die epigenetische Uhr des Menschen: https://www.spektrum.de/news/epigenetische-uhr-verraet-unser-alter-auf-wenige-monate-genau-spektrum-de/1285389 Nacktmullfilm von unserem Freund Herbert Ostwalt: https://www.tageblatt.lu/headlines/nacktmulle-und-weltherrschaft-ein-dokumentarfilmer-ueber-seine-faszination/ Die DNA der Nacktmulle: https://alleninstitute.org/news/naked-mole-rats-dont-show-signs-of-old-age-but-their-dna-says-otherwise/ Axolotl- Projekt der TU Dresden zum Altern: https://physics-of-life.tu-dresden.de/news/2022/04/28/axolotl-aging-dfg Alt, älter, unsterblich – Altern im Tierreich: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/tiere-alt-aelter-unsterblich-100.html Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 29.11.2023
Dauer: 38:22
Wir haben Pause gemacht! Die einen mehr, die anderen weniger. Frauke eher weniger – und wir fragen uns: Könnte sie sich da vielleicht von den Tieren noch was abgucken? Also, wie machen Tiere mal ein Päuschen? Da gibt es den Winterschlaf wenn’s kalt wird, die Ästivation wenn’s warm wird oder den Torpor, wenn es gerade ungemütlich ist. Bei allen dreien werden sämtliche Körperfunktionen runtergefahren, bis es wieder besser aussieht. Der Torpor ist aber eine etwas spontanere Angelegenheit, verglichen zum Winterschlaf zum Beispiel, der ja hormonell und körperlich langwierig vorbereitet werden muss. Nix zu Futtern? Kaltfront? Ab in den Torpor, einfach mal aus dem Weltgeschehen aussteigen, und wenn es wieder netter aussieht, wacht man wieder auf. Angesichts der aktuellen internationalen Lage eigentlich schade, dass es Torpor nur bei sehr kleinen Tierchen gibt. So ein bisschen Torpor machen wäre ja auch für uns manchmal eine Wohltat. Am liebsten würde man es dem Weltrekordhalter des Ballflachhaltens gleichtun: Dem Fadenwurm, der sich einfach mal eine 48.000 Jahre andauernde Pause gegönnt hat. Aber wie auch immer: Wir sind jedenfalls wieder raus aus der Pause und freuen uns riesig auf die nächsten Folgen Tierisch! Und ihr jetzt nochmal: Liken, abonnieren, folgen etc., damit wir immer schön weiter podcasten können! Weiterführende Links: Torpor vs. Winterschlaf: https://www.treehugger.com/hibernation-and-torpor-whats-the-difference-1140760 Täglicher Torpor bei Vögeln und Säugetieren: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/brv.12137 Leichenbesiedlung durch Tiere: https://news.rub.de/english/2022-03-29-biology-when-maggots-solve-murder Alle machen mal Pause, außer Seesterne und Seeigel: https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2435.13718 Ein Wurm macht mal ordentlich Pause: https://www.researchgate.net/publication/326422419_Viable_Nematodes_from_Late_Pleistocene_Permafrost_of_the_Kolyma_River_Lowland Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 22.11.2023
Dauer: 30:03
Wie? Was? Schon ein halbes Jahr rum??? Schon 24 Folgen Tierisch! rausgehauen? Wie kann das denn sein?! Ist aber so. Und zur Feier unseres Staffelfinales haben wir mit einem Live-Event in Köln die Vielfalt des Tierreichs zelebriert. Es war ein sehr bunter Abend, an dem Schnaps verlost wurde, es tierische Rätselrunden, Science Slams und Live-Musik gab. Und natürlich haben wir die letzte Folge der ersten Staffel Tierisch! aufgezeichnet! Für diese Folge kramen wir in den Giftschränken unserer Forschung, denn: Bei Forschung in freier Wildbahn kann so einiges schief gehen. Transekte liegen statt im Pantanal in Grönland und enden nach 10 Metern in einem Blutsturz, Antilopen hören den Knall und lassen sich deshalb nicht betäuben, und in Fallen sitzt alles, aber nicht das Tier, das man eigentlich fangen wollte. Eine wissenschaftliche Studie zu konzipieren und durchzuführen ist ein kreativer Prozess. Unter anderem, weil in der Feldforschung oft alles anders kommt als gedacht, aber auch eigentlich ganz grundlegend. Man beginnt damit, sich eine Forschungsfrage zu überlegen, und dann wird eine Methodik entwickelt, mit der diese Frage beantwortet werden kann. Also – optimalerweise. Wenn nicht wieder alles schief geht. So wundern sich zum Beispiel die Bewohner eines Dorfes in der Elfenbeinküste darüber, dass der Klopapierkonsum der ohnehin schon dubiosen Forscher im nahegelegenen Nationalpark auf einmal eklatant in die Höhe schießt. Und dann wundern sie sich im weiteren Verlauf noch mehr über Termitenhügel, die plötzlich in rosa Toilettenpapier gehüllt in der Savanne stehen. Dabei handelt es sich hier um eine geniale Vermessungsmethode für Oberflächen aller Art! Hört rein, um unter anderem zu erfahren, warum Lydia in diesem Jahr mit dem Forscherauto durch eine Wand fuhr. Feiert mit uns, und dann sehen wir uns nach einer kleinen Pause zur zweiten Staffel wieder – pünktlich am 22.11.2023! Danke für eure Treue, bis dahin! Links: Termitenstudie: https://www.researchgate.net/publication/225348258_Thermoregulation_of_termite_mounds_What_role_does_ambient_temperature_and_metabolism_of_the_colony_play Ameisenbärenstudie in Akazienplantagen: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/mammalia-2011-0049/html Buch über Forschungsfails und ihre Vorteile: https://press.princeton.edu/books/hardcover/9780691161891/failing-in-the-field Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 27.09.2023
Dauer: 38:05
Hinweis: Wir nehmen mit dieser Folge am Wettbewerb Fast Forward Science 2024 teil – schaut gern mal vorbei: http://www.fastforwardscience.deWir fragen ja regelmäßig nach Hörerwünschen, und in dieser Folge nehmen wir uns einem Wunsch von Ann-Christin an: Die wollte gerne mehr über Schlüsselarten erfahren! Eine Schlüsselart ist eine Tier- oder auch Pflanzenart, ohne die sich das Ökosystem dramatisch verändern würde oder sogar aufhören könnte zu existieren. Schlüsselarten haben eine geringe funktionelle Redundanz, das bedeutet, wenn die Art aus dem Ökosystem verschwindet, ist keine andere Art in der Lage sie zu ersetzen. Oft sind Schlüsselarten Prädatoren. Also Räuber, die ihre Beutetiere mengenmäßig in Schach halten. Wie wir in unserer Folge „Tierische Baumeister“ aber auch gesehen haben, können sogenannte „Ökosystemingenieure“, also Lebewesen, die bauen oder graben und so die Natur umgestalten, ebenfalls entscheidend für ihre Gesundheit sein. Und dann gibt es noch solche Arten, die einen Dienst am Volk leisten, in dem sie zum Beispiel das ganze Jahr über Früchte liefern und viele Tiere so durch harte Zeiten bringen. Wie die Acurí-Palme im Pantanal. Oder Bestäuber wie die gute alte Biene. Oder… ach hört doch selbst. Auf Englisch heißen Schlüsselarten Keystone Species, nach dem zentralen Stein, der zum Beispiel einen Kirchenbogen stabilisiert. Ähnlich wie auf diesem Stein, lastet auf einer Schlüsselart, obwohl sie das ganze Ökosystem stabilisiert, vielleicht gar nicht der größte Druck. Sie muss zum Beispiel nicht groß und auch nicht häufig sein. Daher ist es oft gar nicht so einfach einzuschätzen, welche Arten Schlüsselarten, und damit überlebenswichtig für die Natur sind. Mal wieder ein Grund, schön die ganze Natur zu schützen, gell? Und das nicht nur auf Artenebene, sondern auch auf genetischer Ebene: Da wir einfach nicht in der Lage sind, die Komplexität von Ökosystemen zu durchschauen, ist der wichtigste Schlüssel, um unsere Natur gesund und stabil zu halten, Arten erst gar nicht selten werden zu lassen! Nächste Woche gibt es übrigens eine ganz besondere Folge. Die haben wir live vor Publikum aufgezeichnet! Weiterführende Link:Übersicht zum Thema Schlüsselarten: https://utopia.de/ratgeber/schluesselarten-welche-bedeutung-haben-sie-fuer-oekosysteme/ Studie zu Schlüsselgenen der Uni Zürich: https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2022/Schl%C3%BCsselgen.html Bakterium aus dem menschlichen Darm: https://www.mdpi.com/2304-8158/12/13/2485 Treiberameisenstudie: https://www.nationalgeographic.com/science/article/an-entire-world-follows-the-march-of-the-army-ants Lemminge: https://www.spektrum.de/news/klimafolgen-das-schweigen-der-lemminge/1945627 Ihr möchtet in unserer Show werben? Kontaktiert uns via www.weltwach.de/kooperationen/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 20.09.2023
Dauer: 35:31
Weitere Informationen zur Episode "#23: Schlüsselarten – Stützsteine unserer Natur"