Podcast "Alter, was geht?"

Alter, was geht? ist ein Podcast über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Alters und des Alterns. Euch erwartet ist ein kurzweiliger und humorvoller Streifzug durch Kultur, Gesellschaft, Politik und Philosophie. Das Versprechen: Nach jeder Folge seid Ihr um spannende Fakten und interessante Anekdoten reicher - und ein bisschen älter.

Podcast-Episoden

In einem Land vor unserer Zeit

Die 1889 unter Bismarck eingeführte Alters- und Invalidenversicherung gilt als der Beginn der modernen Rentensysteme. Bei genauer Betrachtung hat sie aber mit Rentenversicherungen, wie wir sie kennen, wenig zu tun. Überhaupt war die Idee, dass man irgendwelche Ansprüche hatte, nur weil man alt war, sehr gewöhnungsbedürftig für die damalige Gesellschaft inklusive Sozialdemokratie. Die Rente war keinesfalls als Ersatz für Arbeit gedacht, sondern als ein Zuschuss, damit man auch im Alter von der eigenen Arbeit leben konnte. Denn anders als heute sank damals der Lohn automatisch, wenn man älter wurde. Und übrigens hatte die damalige Rente auch wenig mit dem zu tun, was Bismarck eigentlich vorschwebte: eine einheitliche steuerfinanzierte Rente für alle. https://paypal.me/alterwasgeht :) Ausgewählte Quellen: Bernays, Marie (1912): Berufswahl und Berufsschicksal des modernen Industriearbeiters. Busch, Moritz (1899): Tagebuchblätter 1821-1899. Göckenjan, Gerd (2000): Das Alter würdigen. Haerendel, Ulrike (2010): Frauen, Männer und die Konstruktion der Rentenversicherung im Kaiserreich. Haerendel, Ulrike (2012): Die historische Entwicklung bis 2012. Krug, Lepold (1810): Die Armenassekuranz. Landé, Dora (1910): Arbeits- und Lohnverhältnisse in der Berliner Maschinenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schmähl, Winfried (2018): Alterssicherungspolitik in Deutschland. Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867-1914. Thane, Pat (2006): The History of Retirement. Die Geschichte zur Aufnahme und die Aufnahme in voller Länge: https://www.bismarck-stiftung.de/otto-von-bismarck/bismarcks-stimme/

Erschienen: 06.06.2022
Dauer: 00:32:48

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Folge 13 - Du kannst nicht immer 27 sein

... Popstar, das kannst du nicht. Wenngleich die einzige Alternative zum weiteren Altern tragisch erscheint, eröffnet sie doch neue Möglichkeiten: nämlich die Mitgliedschaft im illustren Klub 27, in welchem sich nur solche Stars und Sternchen tummeln, die mit 27 gestorben sind. Aber was ist wirklich dran an diesem Mythos? Wie lange leben berühmte Musikerinnen und Musiker? Sterben sie wirklich jung? Und wenn ja, auf welche Weise? - Takeaway: das Leben bei der Mafia ist wahrscheinlich sicherer und stressfreier. Ausgewählte Quellen: Bellis et al. (2007): Elvis to Eminem: quantifying the price of fame through early mortality of European and North American rock and pop stars Bellis et al. (2012): Dying to be famous: retrospective cohort study of rock and pop star mortality and its association with adverse childhood experiences Kenny, Diana (2014): Stairway to hell: life and death in the pop music industry Paypal: https://paypal.me/alterwasgeht

Erschienen: 15.05.2022
Dauer: 00:11:33

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Folge 12 - Alte Arbeit rostet nicht

Viele Menschen bekommen Schnappatmung, wenn sie von Seniorität am Arbeitsplatz hören. Mehr Geld bei gleicher Leistung, nur weil jemand älter ist? Wo ist da der gleiche Lohn für gleiche Arbeit? Wir werden sehen, dass Bezahlung nach Seniorität in der Tat viele Vorteile hat und idealerweise eine Win-Win-Situation ist. Nur sind diese Idealbedingungen häufig nicht gegeben - in der Zukunft immer weniger und in der Praxis vor allem nicht für Frauen. Wohl nirgends lässt sich dieses ambivalente Konzept besser illustrieren als am japanischen Arbeitsmarkt, der für europäische Ohren ähnlich kurios ist wie manche japanische Popkulturimporte. Kompetente Unterstützung erfahren wir in dieser Folge von Prof. Dr. Thomas Zwick von der Universität Würzburg. Ausgewählte Quellen: Arakawa et al. (2007): Present Situation and Problems (...) of Older Workers Araki (2015): Age Discrimination and Labor Law in Japan. Freedland (2016): The Contract of Employment and the Paradoxes of Precarity. Fujimoto (2017): What is the Japanese Long-Term Employment System? Has it Vanished? Hamaguchi (2017): Job Changes for Re-employed Retirees. Jolls (1996): Hands-Tying and the Age Discrimination in Employment Act Lazear (1979): Why is there Mandatory Retirement? Neumark (2006): Productivity, Compensation and Retirement. Tahara (2017): Elderly Employment in a Society of Population Decline. Watanabe et al. (2016): Employment of Youth, Older Persons, Women and Foreign Workers. Zwick (2012): Consequences of Seniority Wages on the Employment Structure. Paypal (: https://paypal.me/alterwasgeht oder @alterwasgeht

Erschienen: 17.04.2022
Dauer: 00:35:36

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Old is Big in Japan

Kaum ein Land gilt so sehr als Inbegriff einer umfassenden Alterskultur als Alltagskultur wie Japan. Gemeinsam mit dem Autor Felix Lill schauen wir uns an, welche Rolle das Alter im Land der aufgehenden Sonne wirklich spielt. Die Reise führt uns zu den fließenden Grenzen zwischen Respekt vor dem Alter und allgemeiner Höflichkeit, zu einem Arbeitsmarkt der streng nach Seniorität geregelt ist und zu einer vielfältigen Freizeitgestaltung alter Menschen. Womöglich ist es sogar eine Reise in die eigene Zukunft, da Japan bereits demografisch das erlebt, was vielen europäischen Ländern noch bevorsteht. Die Alterung heißt aber nicht, dass das Land ergraut und an Farbe verliert. Rote Unterwäsche ist der Schlüssel zu einer Alterskultur, die sexy ist. Für alle, die den Podcast finanziell unterstützen wollen: https://paypal.me/alterwasgeht bzw. @alterwasgeht - vielen Dank! :-)

Erschienen: 27.03.2022
Dauer: 00:32:37

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Krieg und Frieden

Auch wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, kann er dem Alter nicht entkommen: Die Altersverteilung einer Bevölkerung ist ein wichtiger Faktor für die Gewaltneigung einer Bevölkerung, so die These vom Jugendüberhang. Und je weniger junge Leute es gibt, desto weniger möchten die Menschen deren Leben aufs Spiel setzen. Friedlicher ist es, Konflikte im Parlament auszutragen und die Jugend dort einzubinden. Das klappt nicht in allen Ländern gleich gut, aber von vielen kann man mit Sicherheit lernen. A propos: Welches unserer Lebensjahre ist eigentlich das sicherste? Ausgewählte Quellen: Bouthoul (1972): Kindermord aus Staatsräson. Ebeling (2018): How Has the Lower Boundary of Human Mortality Evolved, and Has It Already Stopped Decreasing? Heinsohn (2011): Gesellschaftkliche Kriegstheorien: Demografische Faktoren Kröhnert (2006): Demografische Faktoren bei der Entstehung gewaltsamer Konflikte. Leonhard (2016): Die postheroische Gesellschaft und ihr Militär. Münkler (2006): Der Wandel des Krieges und (2007): Heroische und postheroische Gesellschaften. Paypal: https://paypal.me/alterwasgeht Vielen Dank fürs Zuhören :-)

Erschienen: 11.03.2022
Dauer: 00:30:49

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Senioren oder Demokratie

Die ganze Welt altert, auch Deutschland. Was heißt das für die demokratische Teilhabe im Land? Löst eine steigende Anzahl von Rentnerinnen und Rentner einen Boom im Ehrenamt aus? Und wer sind eigentlich diese Alten, deren Interessen in den Fokus rücken? Spoiler: sie sind nicht repräsentativ. Falls jemand in naher Zukunft aber mit einer Seniorenherrschaft rechnet, dem sei ein Vergleich mit einer wirklichen Gerontokratie empfohlen, nämlich der im antiken Sparta. Demgegenüber läuft das Leben zwischen Alt und Jung heutzutage gleichberechtigt und harmonisch ab. Der Frieden hört aber auf, wenn man die eine Frage in den Raum wirft: Wie gehen wir mit gesetzlichen Feiertagen, die auf einen Sonntag fallen, um? Weiterführende Quellen: Der deutsche Freiwilligensurvey 2019. Richter (2020): Seniorendemokratie. Rohwetter (2022): "Vom Kalender betrogen", in die ZEIT 1/2022. Todd (1996): Athens and Sparta. Timmer (2008): Altersgrenzen politischer Partizipation in antiken Gesellschaften. Wagner-Hasel (2012): Alter in der Antike. Wer mich finanziell unterstützen möchte, kann das über Paypal an https://paypal.me/alterwasgeht gerne tun (-:

Erschienen: 06.02.2022
Dauer: 00:28:45

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Fairness im Spiel des Lebens

Gerade in einer alternden Gesellschaft ist das Alter eine Frage der Fairness. Gesellschaftliche Ressourcen wie Geld und Zeit müssen zwischen Rente und Schulen abgewogen werden und insbesondere im Gesundheitswesen schwelen Verteilungskonflikte. Zwar sind verschiedene Entscheidungskriterien entlang des Alters plausibel, doch keines gänzlich überzeugend. Das liegt auch an unserer Perspektive auf die Zeit. Wenngleich wir nämlich drei unterschiedliche im Alltag nutzen, entspricht nur eine den verfassungsgemäßen Grundrechten. Aber kein Grund zur Panik auf der Titanic: unser ethischer Kompass führt häufig zum Guten. Falls ihr mich unterstützen wollt, könnt ihr das gerne über Paypal https://paypal.me/alterwasgeht oder über Patreon.com https://www.patreon.com/alterwasgeht machen :-) Ausgewählte Literatur: Shafik, M. (2021): Was wir einander schulden (Kapitel 4 zum Gesundheitwesen). Rogge/Kittel (2016): Who shall not be treated. Bidadanure, J. (2016): Making sense of age-group justice. McKerlie, D. (2012): Justice between the Young and the Old. Temkin, L. (1993): Inequality (S. 233 zu den Perspektiven auf die Zeit). Harris, J. (1985): The value of life.

Erschienen: 06.01.2022
Dauer: 00:31:28

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Wie alt bin ich? Und wenn ja, welches?

Nicht einmal auf die einfache Frage "Wie alt bist du?" gibt es eine einfache Antwort, sondern viele verschiedene. Selbst das kalendarische Alter verhält sich nicht so einfach, wie wir denken. Es ist absolut und unbestreitbar - und doch in gewisser Hinsicht eine Frage der eigenen Wahrnehmung. Auch das existenzielle Alter ist eine höchstpersönliche Angelegenheit, über die wir dringend nachdenken und reden sollten. Das beschäftigt nicht nur euch in diesem Podcast, sondern auch die Gerichte: ist das Alter ein objektiver Fakt oder eine Konvention? Ausgewählte Literatur: Nowotny (1993): Eigenzeit. Blumenberg (2001): Lebenszeit und Weltzeit. Lang/Carstensen (2002): Time counts. Future time perspective, goals, and social relationships. Knell/Weber (2009): Länger Leben? Philosophische und biowissenschaftliche Perspektiven. Falls ihr mich unterstützen wollt, könnt ihr das gerne über Paypal https://paypal.me/alterwasgeht oder Patreon.com https://www.patreon.com/alterwasgeht machen :-)

Erschienen: 12.12.2021
Dauer: 00:30:09

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Kinderreiche Jugendreiche Kaiserreiche

Alt und Jung war um 1900 eine scharfe Debatte, bei der die Jugend mal Aufbruch, mal Ausbruch war - der fortschrittliche Aufbruch in die Zukunft oder der romantische Ausbruch aus der Zivilisation. Wir hören von einem Protagonisten der Weihnachtsgeschichte, der neben der Entmachtung der Alten noch das Ende des Patriarchats einleitete, und sprechen darüber, warum das Kaffeekränzchen der Kitt sein könnte, den die Nation braucht - über alle Generationen hinweg. Ausgewählte Quellen: Göckenjan, Gerd (2000): Das Alter würdigen. Gutsfeld, Andreas (2009): Das schwache Alter - die Alten in den Rechtsquellen der Prinzipatszeit. Heine, Mathias (2021): Krass: 500 Jahre deutsche Jugendsprache. Trentmann, Frank (2018): Herrschaft der Dinge. Wagner-Hasel, Beate (2012): Alter in der Antike. Eine Kulturgeschichte.

Erschienen: 21.11.2021
Dauer: 00:31:26

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Generationenkonflikte

Von Alterskohorten, Altersgruppen und Ahnenschwund

Wer gehört zu einer Generation? Menschen einer Altersgruppe oder Menschen bestimmter Geburtsjahrgänge? Ihr erfahrt, warum das nicht das Gleiche ist, und anhand bekannter Beispiele warum nicht immer ein Generationenkonflikt drinsteckt, wenn Generationenkonflikt draufsteht. Auf der Suche nach nach den verlorenen Vorfahren in jedem unserer Stammbäume müssen wir einsehen, dass wir alle stärker miteinander verwandt sind, als uns bewusst und vielleicht angenehm ist.

Erschienen: 01.11.2021
Dauer: 00:28:26

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