Ein Sommer in Sizilien wird Tradition bei Flurfunk Geschichte. Gleich mehrere Folgen widmen wir Maria Karolina von Österreich, Königin von Neapel und Sizilien! Als Tochter der Kaiserin Maria Theresia wird sie für die dynastische Hochzeitspolitik eingesetzt. Dabei war sie erst die dritte Wahl und gelangt nur durch die plötzlichen Tode zweier älterer Schwestern auf den Thron Neapel-Siziliens. Als eigentliche Herrscherin des Königreiches steht sie über Jahrzehnte im Mittelpunkt einer Geschichte, die von politischen Intrigen, Machtkämpfen und bemerkenswerten Persönlichkeiten geprägt ist.HochzeitsplanungenAm Beginn unserer Geschichte stehen die hohen Erwartungen, die Kaiserin Maria Theresia an ihre Töchter hat und die sie ihnen auf den Weg gibt. Zunächst sind Tochter Johanna Gabriela und nach deren plötzlichem Tod die nächstjüngere Maria Josepha als Braut für den jungen König Ferdinand IV. von Neapel ausersehen. Am geplanten Tag der Trauung verstirbt auch Maria Josepha. Da nun aber bereits alle Vorbereitung getroffen sind, wird sie kurzerhand durch Maria Karolina ersetzt."Wenn sie nur ihre Aufgabe Gott und ihrem Gatten gegenüber erfüllt und sein Glück macht, wenn sie selbst unglücklich werden müsste, ich würde dann zufrieden sein." Maria TheresiaNeapel-Sizilien und sein KönigBegleitet von ihrem Bruder Leopold bricht die junge Königin von Neapel unter Tränen gen Süden auf. Dabei weiß sie noch gar nicht welch außerordentlichen Charakter Ferdinand IV., König von Neapel hat. Die Botschafter heben vor allem sein wenig einladendes Äußeres hervor, besonders aber das eklatante Fehlen jeglicher Bildung. Sein neapolitanischer Dialekt, seine kindliche Art und Unbekümmertheit machten ihn beim Volk beliebt. Regieren war bis dato sowieso Sache des vom Vater eingesetzten Ministers Tanucci. Ferdinands Vater hat als Karl III. den spanischen Thron bestiegen und betrachtet Neapel noch immer als sein Revier. "Ich habe den König an Aussehen schlechter, aber an Verstand besser gefunden, als ich erwartet hätte." Sir William Hamilton - Britischer BotschafterMaria Karolina wird es sich zur Aufgabe machen, ihren Mann zu mehr Selbständigkeit zu erziehen und ihr Königreich aus der Abhängigkeit von Spanien zu befreien. Aber zunächst erhält sie Besuch von ihrem kaiserlichen Bruder Joseph II. Dieser sendet Maria Theresia einen seitenlangen Bericht, der in aller Klarheit die bemerkenswerten Zustände am Hof von Neapel beschreibt. Ich würde niemals zu Ende kommen, wenn ich all die armseligen Dummheiten beschreiben müsste..." Kaiser Joseph II.Hört Euch auch unsere Sizilien-Trilogie über Normannen und Staufer an! Daniel zitiert am Ende aus dem Buch "Das Europa der Könige" von Leonhard Horowski. Eine absolute Empfehlung, wenn ihr euch für das 17. und 18. Jahrhundert interessiert!Dir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns auch über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteWir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 01.08.2024
Dauer: 01:19:39
Weitere Informationen zur Episode "FG040 - Maria Karolina | Die verkaufte Tochter"
Nonnen sind heiß!? Zumindest in der Popkultur. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind sowohl ein Kinofilm, als auch auch ein Computerspiel erschienen, in dem eine Nonne die Hauptrolle spielt – dies wäre „Immaculate“ zum einen und „Indika“ zum anderen. In beiden Fällen sehen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer einer jungen, schönen Nonne gegenüber, die sich in einer ihr feindlich gesinnten Umgebung durchschlagen muss und dabei sowohl physischer, psychischer wie auch sexueller Gewalt ausgesetzt ist. Ein Motiv, das Solveig müde mit den Augen rollen lässt.Denn tatsächlich werden wir wieder und wieder mit diesem Bild konfrontiert. Nicht nur in der Popkultur, sondern auch im wissenschaftlichen Diskurs, wo Nonnen eher als Randerscheinung einer christlichen Religiosität abgetan werden. Doch stimmt das? Waren Frauenklöster wirklich nur „Verwahranstalten“ für die Hässlichen und Ungeliebten? Wollten die Nonnen nicht doch vielmehr ein von einem Ehemann bestimmtes Leben führen?In den letzten Jahren kommen immer mehr Zweifel an dieser Lesart auf. Das hat wohl auch damit zu tun, dass diese vor allem von Männern geprägt worden ist. Im Rahmen der Frauengeschichte wird auch das Thema Frauenkloster neu bewertet. Erst im letzten Jahr haben die Professorinnen Eva Schlotheuber und Henrike Lähnemann mit ihrem Buch „Unerhörte Frauen“ aufgezeigt, welche Perspektiven und Lebensentwürfe für Frauen in Klöstern möglich waren.Woher stammt aber unser so entschieden negatives Bild von Nonnen? Kann es vielleicht etwas mit der antiklerikalen Aufklärung zu tun haben, deren Bild von unserer aktuellen, ebenso antiklerikalen Gesellschaft mit Begeisterung weiterverbreitet wird? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Folge. Es wird über das Konzept Frauenkloster und seine Entwicklung im Mittelalter gesprochen; über den Einfluss der Aufklärung auf die Wahrnehmung von Nonnenklöstern. Die Heilige Klara von Assisi ist ebenso Thema, wie die Stiftsdamen in Essen und Quedlinburg. Aber es geht auch um Missbrauchsfälle, die in Klöstern stattgefunden haben. Dabei kommt auch die Medienkritik nicht zu kurz, denn Solveig hat gerade mit den Machern von „Indika“ ein Hühnchen zu rupfen. Denn auch wenn ihr das Spiel gut gefällt, müssen wir darüber diskutieren, was es für unsere Gesellschaft eigentlich bedeutet, wenn nicht nur unsere Geschichten, sondern sogar unsere Geschichte vom Male Gaze beeinflusst wird?Dir gefällt Flurfunk Geschichte? Wir freuen uns über eine nette Bewertung oder eine Nachricht von dir. Du kannst uns auch über ko-fi unterstützen: https://ko-fi.com/flurfunkgeschichteWir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte liefert Euch weitere Hintergrundinfos bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 04.07.2024
Dauer: 01:42:50
Weitere Informationen zur Episode "FG039 - Unverstandene Nonnen"
Die tragische Geschichte um den Tod des österreichischen Kronprinzen Rudolf von Österreich-Ungarn im Januar 1889 bewegt bis heute die Gemüter. Auch Daniel und Solveig lässt sie nicht los. Im Fokus dieser Folge stehen jedoch nicht die Geschehnisse dieser Nacht im Jagdschloss Mayerling, an deren Ende sowohl der Kronprinz wie seine siebzehnjährige Geliebte Mary Vetsera tot waren.Vielmehr gucken wir uns an, wie es überhaupt zu dieser Nacht kommen konnte. Es soll auch um die Frauen in Rudolfs Leben gehen, die am Wiener Hof rasch in Verbindung mit dieser Tat gebracht und teils für sie verantwortlich gemacht wurden. Die Rede ist dabei von Stephanie von Belgien, der Ehefrau Rudolfs, sowie der kaiserlichen Nichte, der Gräfin Marie Larisch. Es geht um die Folgen, die die sog. „Katastrophe von Mayerling“ auf ihr jeweiliges Leben hatte und wie sie dieses später prägte. Und natürlich soll es auch um Mary Vetsera, das erste Opfer dieser Nacht gehen.Trigger Warnung! In dieser Folge sprechen wir über Depressionen, Selbsttötungsgedanken und Selbstmord. Sollten diese Themen derzeit zu viel für euch sein, dann lasst diese Folge bitte aus. Sollte es euch derzeit nicht gut gehen und diese Themen euch aktiv begleiten, dann gebt auf euch acht und sprecht mit jemandem darüber. Eventuell kann man euch auch hier helfen: 0800/1110111 (evangelische Telefonseelsorge) | 0800/1110222 (katholische Telefonseelsorge)| 116.123Gefällt dir Flurfunk Geschichte? Du kannst uns über ko-fi unterstützen. Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 13.06.2024
Dauer: 01:42:42
Weitere Informationen zur Episode "FG038 - Die Opfer von Mayerling"
Im Zuge der Debatte um Geschlecht und Transidentitäten, wird seit einigen Jahren auch innerhalb der Geschichtsforschung, sei sie populär oder akademisch, nach Transpersonen und anderen Formen queeren Lebens geforscht. Dies ist eine wundervolle Entwicklung. Gleichzeitig muss man jedoch darauf achten, keine Anachronismen zu kreieren und historischen Personen nicht Identitäten zuzusprechen, die diese womöglich nicht besessen haben.Begriffe wie trans, cis, Heterosexualität wie auch Homosexualität sind hochmodern und existierten vor dem 20. Jahrhundert nicht. Dementsprechend finden sich in den historischen Zeitzeugnissen – wenn diese überhaupt existieren – solche Zuschreibung nicht. Hinzu treten patriarchale Strukturen, die das Leben von Frauen einschränkten. Das Tragen von Männerkleidung konnte in manchen Fällen Freiheiten und Privilegien mit sich bringen, die den Frauen zuvor verwehrt gewesen waren; ungeachtet einer Transidentität.Dass es jedoch Transpersonen in der Geschichte gab, ist nicht zu bestreiten. Von einer dieser Personen handelt unsere Spezialfolge, die mal wieder länger geworden ist als gedacht. Es geht um Antonio de Erauso, der im Spanien des 16. Jahrhundert als Catalina de Erauso getauft und in einem Nonnenkloster aufgewachsen ist. Später floh er aus diesem Kloster und machte als „Nonnen-Fähnrich“ eine Militärkarriere in der „Neuen Welt“, wo er an der spanischen Kolonialisierung Perus beteiligt war. Zum Ende seines Lebens hinterließ er eine Autobiographie, in der er sein Leben niederschrieb. Seine Geschichte verbreitete sich rasch in Spanien und seinen Kolonien. Es wurden Kurztexte verbreitet und sogar ein Theaterstück verfasst. Der Maler Juan van der Hamen y León malte 1626 sein Portrait.Im 19. Jahrhundert gewann die Geschichte de Erausos erneut Bekanntheit durch die Publikation seiner Autobiographie durch Joaquín María Ferrer Cafranga. Schon ein Jahr darauf wurde diese Biographie von Andreas Daniel Berthold von Schepeler ins Deutsche übersetzt. Beide Männer haben offensichtlich mit der Person Antonio de Erausos zu hadern, dessen Leben so gar nicht in ihr Welt- und Geschlechtsbild passen will. Dabei kommen sie in ihren Analysen nah dran, das Konzept ihrer
Erschienen: 30.05.2024
Dauer: 00:52:56
Weitere Informationen zur Episode "FG037 - Der Nonnen-Fähnrich"
Im Flurfunk-Frauenjahr geht es weiter mit einer Folge zur französischen Nationalheiligen Jeanne d'Arc. Die junge Jeanne wird von Stimmen in den Krieg gegen die Engländer in Frankreich berufen. Jeanne scheint tatsächlich im heiligen Auftrag zu kämpfen, denn erfolgreich gelingt es den Truppen unter Jeannes Führung die Stadt Orléans zu erobern. Danach wird sie auch Jungfrau von Orléans genannt. In der Folge von Jeannes Sieg über die Franzosen kann Karl VII. in Reims zum König von Frankreich gekrönt werden. Danach scheint Jeanne d'Arc vom Glück verlassen. In der Schlacht von Compiègne unterliegen die Franzosen und Jeanne gerät in die Hände der Burgunder. Diese verfolgen in Frankreich ihre eigenen Interessen und liefern Jeanne an ihre englischen Verbündeten aus. So führt Pierre Cauchon, der Bischof von Beauvais und Berater des englischen Königs Heinrichs VI. einen Prozess gegen Jeanne wegen Ketzerei, Wahrsagerei und Feenglaubens. In ihrem Prozess hat Jeanne keine Chance, denn eigentlich geht es um eine Kampagne gegen den französischen König. Denn wer seine Krone einer falschen Prophetin verdankt, muss selbst ein Ketzer sein. Jeannes Verurteilung war daher genauso politisch wie die Revision zwei Jahrzehnte später. Dort passt es Karl VII. aus Jeanne eine Märtyrerin zu machen. Seit 1920 ist Jeanne tatsächlich heilig und Schutzpatronin Frankreichs. In den Protokollen, die Solveig für Euch dramatisiert hat und Daniel endlich mal Inquisitor sein darf, erscheint Jeanne d'Arc einfach als einfache junge Frau, die nicht versteht worein sie geraten ist und einfach ihren Überzeugungen folgt. Dabei wirkt sie in ihrem Auftreten ganz schön zickig...Gefällt dir Flurfunk Geschichte? Du kannst uns über ko-fi unterstützen. Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 02.05.2024
Dauer: 01:29:23
Solveigs Frauen-Trilogie hat das erste Quartal des Jahres bestimmt und nun legt Daniel mit einer radikalen Frau nach: wir würdigen in dieser Folge Luise, die bekannteste preußische Königin. Über ein Jahrhundert war Luise Teil eines nationalen preußischen und deutschen Mythos. Dessen wesentlicher Bestandteil war ihre Begegnung mit Napoleon. Daher sprechen wir auch über die Umwälzungen in Europa unter Napoleon, die wir in unserer ersten Folge über den Kaiser der Franzosen nicht besprechen konnten.Die junge PrinzessinAls Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz kam Luise 1793 zusammen mit ihrer Schwester Friederike nach Berlin. Beide jungen Frauen wurden mit preußischen Prinzen vermählt. Während Luise und der spätere preußische König Friedrich Wilhelm III. sich in Liebe und Freundschaft einander zugetan waren, war Friederikes Gatte deutlich weniger begeistert. Die Hochzeiten werden noch mit barockem Zeremoniell und in Anwesenheit der Witwe Friedrichs des Großen gefeiert. Doch mit Amtsantritt Friedrich Wilhelms III. beginnt die bürgerliche Lebensweise am Berliner Hof bzw. auf dem Landgut in Paretz.Die leidende KöniginViele Jahre hält sich Preußen aus den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich heraus, obwohl insbesondere Zar Alexander es gerne als Verbündeten hätte. Friedrich Wilhelm III. steht schließlich alleine gegen Frankreich und erlebt die vernichtende Niederlage seines Heeres in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Napoleon sieht in Königin Luise die eigentliche Kriegspartei. Der königliche Hof flieht nach Ostpreußen, wo zeitweilig schwer erkrankt und mit ihrem Schicksal hadert. Dort kommt es schließlich zur Begegnung mit Napoleon. Staatskanzler Hardenberg hofft, sie könne durch ihren "Opfergang" den Kaiser zur Milde in den Friedensverhandlungen bewegen. Der nationale MythosLuise, die junge, schöne und im Umgang mit Menschen unbefangene Königin war schon zu Lebzeiten sehr populär. Nach ihrem frühen plötzlichen Tod im Jahre 1810 wird sie zur preußischen Madonna verklärt. Ihrem Andenken widmet Friedrich Wilhelm III. die Stiftung des Eisernen Kreuzes und die Befreiungskriege erscheinen bald wie ein Rachefeldzug für Luise, der die französische Besetzung Preußens ihr Herz gebrochen habe. Diese Vorstellungen werden um ein Vielfaches verstärkt, als Frankreich 1870 Preußen - ausgerechnet an Luises Todestag - den Krieg erklärt. Der spätere Kaiser Wilhelm I., Luises Sohn, besucht ihr Mausoleum, bevor er mit den Truppen gen Frankreich aufbricht. Nun wird Luise zur Mutter der Nation stilisiert. Gefällt dir Flurfunk Geschichte? Dann kannst du uns über ko-fi unterstützen. Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 04.04.2024
Dauer: 01:38:08
Weitere Informationen zur Episode "FG035 - Napoleon und Luise"
Pünktlich zum Frauentag vollenden wir unsere Trilogie mit einer Folge über die radikale Frauenbewegung. Die Frauen dieser Bewegung sind jedoch weder Terroristinnen noch Thermidorianerinnen. Ihre Radikalität äußert sich in der Infragestellung überkommener Geschlechterbilder.Durch ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen, die Ablehnung der Ehe und ihre Auseinandersetzung mit weiblicher Sexualität geraten die Frauen der "radikalen" Bewegung in Konflikt mit Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung. Der Konflikt um die Zielsetzung der Frauenbewegung ist zugleich auch ein Generationenkonflikt. So profitierte Helene Stöcker als Studentin vom Kampf für Bildung des Frauenvereins der bürgerlichen Frauen. Im Bund für Mutterschutz kämpft sie nun für eine neue Ethik. Kern der "radikalen" Ansichten ist das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper und die Idee einer gerechten Partnerschaft. Daraus folgt vor allem das Eintreten für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, d.h. die Abschaffung des §218 StGB. Doch auch die Streichung des §175, der männliche Homosexualität unter Strafe stellt, wird angestrebt. So findet auch eine Auseinandersetzung mit den Forschungen Magnus Hirschfelds statt. Anna Pappritz findet dessen Konzepte von Geschlecht jedoch zu simpel. Das einige Frauen in Gemeinschaft zusammenleben, veranlasst jedoch auch zu Distanzierungen innerhalb der Bewegung. Denn diese stehen im Verdacht, lesbischer Liebesbeziehungen zu sein. Das bekannteste Beispiel ist Anita Augspurg, obwohl die Quellen hier keine definitive Auskunft geben. Ella Mensch, Herausgeberin der Frauen-Rundschau, sieht dadurch die gesamte Frauenbewegung diskreditiert und ist mit dieser Ansicht nicht alleine. Noch mehr zur ersten Frauenbewegung gibt es in Folge 8 unseres Podcasts "Flurfunk Paulskirche"Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram und twitter.
Erschienen: 07.03.2024
Dauer: 00:53:27
Weitere Informationen zur Episode "FG034 - Radikale Frauenbewegung"
In unserer neuen Folge blicken wir auf die proletarische Frauenbewegung. Anders als den bürgerlichen Damen geht es den Arbeiterinnen um eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Anerkennung ihrer Arbeitsleistungen. Arbeitende Frauen gab es ohne Zweifel zu allen Zeiten - vor allem in der Heimarbeit. Und so gab es auch schon in früheren Epochen berühmte Frauenproteste, wie den Marsch der "Fischweiber" nach Versailles. Wo Frauen sich als Fabrikarbeiterinnen verdingen, werden sie für ihre vermeintlichen "leichten" Tätigkeiten schlechter entlohnt. Gleichzeitig fürchten die männlichen Kollegen eine mögliche Konkurrenz. Dennoch wird die proletarische Solidarität zum wichtigen Moment. Vor allem für die zentrale Figur der Bewegung: Clara Zetkin.Zetkin engagiert sich in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und sieht in den bürgerlichen Frauen keine Verbündeten, sondern Vertreterinnen der Bourgeoisie. Die Skepsis ist dabei beiderseitig, denn die bürgerlichen Frauenvereine sorgen sich wegen des revolutionären Geistes im Arbeiterinnenverein. Nach Erlangung des Wahlrechts in der Weimarer Republik wendet sich Zetkin vor allem dem Kampf gegen den Faschismus. Als Alterspräsidentin eröffnet noch 1932 den Reichstag und muss den Vorsitz an Hermann Göring übergeben. Ihre Eröffnungsrede, in dem sie noch einmal von einem "Sowjetdeutschland" träumt, könnt ihr hier nachhören: Rundfunkarchiv.Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.
Erschienen: 08.02.2024
Dauer: 00:48:02
Weitere Informationen zur Episode "FG033 - Proletarische Frauenbewegung"
Gleich zum Start in das neue Podcast-Jahr verspricht uns Solveig eine neue Trilogie! Diesmal stimmen wir uns auf den Frauentag im März ein und schauen auf verschiedene Gruppierungen der Frauenbewegung im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert. Im ersten Teil geht es um die bürgerlichen Frauen und ihren Kampf um Bildung. Die Frauen werden unterstützt vom sozialistischen Vorkämpfer August Bebel. Der beschwert sich über die hartnäckigen Vorurteile gegenüber Frauen. Denn die meisten Männer sehen das "schwache" Geschlecht mit den Augen des Aufklärers Johann Ludwig Ewald. Das ist ein aus der Episode über Johanna Haarer bekannter Naturphilosph. Er hielt seinen Zeitgenössinen Vorlesungen darüber, welche Rolle die Natur für sie vorgesehen hat und derer sie sich nicht erwehren sollen. "Drohende und tobende Weiber" hatte Ewald vermutlich in der englischen Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft oder der französischen Revolutionärin Olympe de Gouges. Deren Vorstellungen von Frauenrechten stieß seinerzeit auf wenig Verständnis und kostete sie das Leben! In Deutschland werden Frauen in der Revolution von 1848 politisch sichtbar und eine zentrale Rolle spielte dabei Louise Otto-Peters. Sie wurde später zur Mitbegründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Dessen Ziel war es vor allem, Frauen Zugang zu höherer Bildung zu verschaffen und die rechtliche Gleichstellung der Frau zu erreichen. Die bürgerlichen Vereinsmitglieder hätten aber ansonsten den naturphilosophischen Äußerungen immer nochzugestimmt - insbesondere was die Mutterschaft betraf. Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.de Flurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram und twitter. #Deutschland #Europa #Frauen #Frauenbewegung #Frauenrechte #Neuere_und_neueste_Geschichte
Erschienen: 18.01.2024
Dauer: 00:59:48
Weitere Informationen zur Episode "FG031 - Bürgerliche Frauenbewegung"
Wir bringen uns in Stimmung für Weihnachten und feiern ein kleines Jubiläum. Das zweite Jahr Flurfunk Geschichte geht zu Ende und dreißig Folgen absolviert! Das feiern wir mit einer Premiere: Wir haben erstmals einen Gast. Nach Daniels Aufruf an alle Germanist*innen in der ersten Nibelungen-Folge, hat uns Steffi eine Tondatei mit den ersten vier Strophen auf Mittelhochdeutsch geschickt. Daniel wollte aber noch mehr wissen und hat Steffi einfach eingeladen. So habt ihr nun die Möglichkeit von unserer Expertin zu erfahren, woher man eigentlich weiß, wie Mittelhochdeutsch geklungen hat und wie sich die Sprache verändert hat. Denn das hat mit den ominösen Lautverschiebungen zu tun. Die machen manche mit und andere nicht. Daher trennt in Deutschland die Benrather Linie Appel von Apfel! Das altsächsische Heliand-Lied erzählt uns die Weihnachtsgeschichte und Solveig erzählt mehr über die Geschichte von Weihnachten und unserer Weihnachts-Traditionen: Weihnachtsbaum und -kranz, Krippe, Hl. Nikolaus vs. Weihnachtsmann und sogar Hexen haben mit Weihnachten zu tun. Wir wünschen Euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins nächste Podcast-Jahr! Schenkt uns doch eine nette Bewertung zu Weihnachten :) Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.de Flurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram und twitter.
Erschienen: 22.12.2023
Dauer: 1:37:04
Weitere Informationen zur Episode "FG031 - Mittelhochdeutsche Weihnachten"