Podcast "Frauen von damals"

Im Podcast erzähle ich von Frauen, die mir im Laufe der Jahre in der Forschung begegnet sind. Es sind Frauen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die Grenzen überschritten, mit neuen Lebensmodellen experimentierten und sich Freiräume nahmen – oft jenseits der heterosexuellen Norm. Wir gehen mit ihnen auf Reisen und Radausflüge, in den Reichstag und auf Kneipentour – und manchen schauen wir über die Schulter, wie sie Liebesbriefe schrieben. Am Mikro: Bianca Walther Gefällt euch, was ihr hört? Auf https://steady.de/frauenvondamals könnt ihr diesen Podcast jetzt unterstützen!

Podcast-Episoden

Minna Cauer (1841-1922) - Mit Leidenschaft für Frauen, Frieden und Demokratie

Minna Cauer war eine der wichtigsten Frauenrechtlerinnen im Kaiserreich. Trotzdem ist seit 95 Jahren kein Buch mehr über sie geschrieben worden - vielleicht, weil sie immer zwischen den Stühlen saß: Den einen zu links, den anderen zu emotional, wieder anderen zu alt. Zeit, einer ganz Großen zu ihrem Geburtstag etwas Aufmerksamkeit zu schenken! Wie immer freue ich mich über euer Feedback auf Twitter oder Instagram unter @frauenvondamals - oder per Email an rohrpost at biancawalther punkt de! Verwendete Literatur: Else Lüders: Minna Cauer. Leben und Werk, Gotha/Stuttgart 1925. (Das Bild zu dieser Folge ist das Frontispiz aus diesem Buch) Anne-Laure Briatte; Meiken Endruweit (Übers.): Bevormundete Staatsbürgerinnen. Die 'radikale' Frauenbewegung im deutschen Kaiserreich, München 2020. Bianca Walther: "Diese Zeit findet kein großes Geschlecht, besonders nicht unter den Frauen." - Minna Cauer und die bürgerliche Frauenbewegung, 1914-1918. Unveröffentlichte Hausarbeit, Fernuniversität Hagen, 2014. *** Viel Material zu Minna Cauer findet ihr auch auf den Internetseiten des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (https://digitales-deutsches-frauenarchiv.de) und in deren Katalog https://meta-katalog.eu, der auch zahlreiche Digitalisate enthält. Und hier wie versprochen das Bild, das ich euch ganz am Schluss der Folge versprochen habe: https://search.iisg.amsterdam/Record/593987

Erschienen: 30.10.2020
Dauer: 00:49:11

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Die Lieben der Selma Lagerlöf

Die schwedische Schriftstellerin Selma Lagerlöf (1858-1940) ist in Deutschland heute hauptsächlich als Autorin des Kinderbuchs "Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen" bekannt. Sie hatte aber noch deutlich mehr auf dem Kasten: Als erste Frau bekam sie 1909 den Literaturnobelpreis zugesprochen. In Schweden ist sie nach wie vor eine Ikone, zierte jahrzehntelang den 20-Kronen-Schein. Was allerdings erst 50 Jahre nach ihrem Tod bekannt wurde, war, dass sie neben der Schriftstellerei noch zwei andere große Lieben hatte: ihre Kollegin Sophie Elkan und die Studienrätin Valborg Olander - ihre "Sekretärin", wie es nach außen hieß. In dieser Folge erzähle ich euch die Geschichte dazu - und habe für euch ein paar Briefauszüge übersetzt. Hat dir die Folge gefallen? Unterstütze die Frauen von damals auf https://ko-fi.com/frauenvondamals! Verwendete Quellen und Literatur: Andersson, Eva: Valborg H C Olander, https://sok.riksarkivet.se/sbl/artikel/7676, Svenskt biografiskt lexikon (abg. 10/2020) Edström, Vivi: Selma Lagerlöf. Livets vågspel, Stockholm 2002. Frunck, Ingrid: "Minnesteckning över Valborg Olander", in: Falu folkskoleseminariums kamratförbunds årsskrift, Jg. 1956, S. 9-20. Königliche Bibliothek, Stockholm: Nachlass Selma Lagerlöf (KB1:L1) und Sophie Elkan (KB1:L84). Lagerlöf, Selma: Mårbacka. Kindheitserinnerungen, dt. v. Pauline Klaiber-Gottschau, München o. J. [orig.: 1922]. Lagerlöf, Selma: Aus meinen Kindertagen, dt. v. Pauline Klaiber-Gottschau, München 1931 [orig.: 1930]. Lagerlöf, Selma: Tagebuch der Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf, dt. v. Pauline Klaiber-Gottschau, München 1934 [orig: 1932]. Lagerlöf, Selma: Du lär mig att bli fri. Selma Lagerlöf skriver till Sophie Elkan, hg. v. Ying Toijer-Nilsson, Stockholm 1992. Lagerlöf, Selma: En riktig författarhustru. Selma Lagerlöf skriver till Valborg Olander, hg. v. Ying Toijer-Nilsson, Stockholm 2006. Oterdahl, Jeanna: Sophie Elkan (f. Salomon), https://sok.riksarkivet.se/sbl/artikel/16006, Svenskt biografiskt lexikon (abg. 10/2020) Toijer-Nilsson, Ying: "Den nya vännen", in: Karl-Erik Lagerlöf (Hg.): Selma Lagerlöf och kärleken, Södertälje 1997, S. 9-15. Ulvros, Eva Helen: Sophie Elkan. Hennes liv och vänskap med Selma Lagerlöf, Lund 2001. Wägner, Elin: Selma Lagerlöf I: Från Mårbacka till Jerusalem, Stockholm 1942. Wägner, Elin: Selma Lagerlöf II: Från Jerusalem till Mårbacka, Stockholm 1943. Walther, Bianca: Jedes ist ein Eigenes und auf seine Art Einziges. Weibliche Lebensgemeinschaften und Freundinnenkultur im Bürgertum, 1890-1940. Unveröffentlichte Masterarbeit, FernUni Hagen 2014.

Erschienen: 16.10.2020
Dauer: 00:47:04

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Von Olympe bis Helene: Streifzug durch 100 Jahre Frauenbewegung

Nachdem wir uns schon ein paar Mal mit Biografien einzelner Frauenrechtlerinnen befasst haben, wagen wir uns ab heute in unregelmäßigen Abständen an einen Überblick über die deutsche Frauenbewegung in Kaiserzeit und Weimarer Republik. Los geht es - wie könnte es anders sein? - mit den Anfängen. Wir marschieren so um die Zeit der Französischen Revolution los und erreichen unser Etappenziel Hamburg im Jahr 1898, gerade pünktlich zu einer denkwürdigen Jahresversammlung des Bunds deutscher Frauenvereine (BDF). Natürlich können wir nur einen Ausschnitt abbilden. Mehr über das äußerst reiche, komplexe Gebilde, das sich "Frauenbewegung" nannte, könnt ihr zum Beispiel erfahren, indem ihr das wunderbare Internetportal des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de) durchstöbert - oder aus den folgenden Büchern: Literatur: Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933, Darmstadt 2006. Ute Gerhard: Unerhört. Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung, Reinbek 1990. Barbara Beuys: Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich München, 2014. Anne-Laure Briatte-Peters (Autorin); Meiken Endruweit (Übers.): Bevormundete Staatsbürgerinnen: Die »radikale« Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich, München 2020. Herrad Schenk: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland, München 1980. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ferner günstig (sofern noch lieferbar) ein Überblickswerk von Rosemarie Nave-Herz. Weitere Tipps, auch zu Einzeldarstellungen und Biografien, gebe ich auch gern auf Twitter unter dem Handle @frauenvondamals, auf dem ihr mich gern kontaktieren dürft. Ich freu mich!

Erschienen: 01.10.2020
Dauer: 00:44:28

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Gertrud Bäumer (1873-1954) - Frauenrechtlerin, Politikerin, Multitaskerin

Gertrud Bäumer war eine Frauenrechtlerin, die polarisierte: Die einen fanden sie zu moderat, die anderen bewunderten ihren Pragmatismus. Den einen war sie zu machtbewusst, wieder anderen war sie Vorbild und Inspiration. Ein Jahrzehnt lang stand sie dem Bund deutscher Frauenvereine vor; danach machte sie sich auf den Marsch durch die Institutionen - ohne Landkarte, denn sie war fast überall eine der Ersten. Zeit für Privatleben fand sie trotzdem. Ein Blick in die Geschichte einer Frau, die sich nicht in eine Schublade pressen lässt und für die vielleicht noch nicht einmal eine ganze Kommode ausreicht. Verwendete Literatur: Bäumer, Gertrud: Lebensweg durch eine Zeitenwende, Tübingen 1933. Bäumer, Gertrud: Des Lebens wie der Liebe Band. Briefe (hg. v. Emmy Beckmann), Tübingen 1956. Göttert, Margit: Macht und Eros. Eine neue Perspektive auf Helene Lange und Gertrud Bäumer, Königstein/Ts. 2000. Lange, Helene: Lebenserinnerungen, Berlin 1921. Lange, Helene: Was ich hier geliebt. Briefe (hg. v. Emmy Beckmann), Tübingen 1957 Schaser, Angelika: Helene Lange und Gertrud Bäumer. Eine politische Lebensgemeinschaft, Köln u.a. 2000. Velsen, Dorothee von: Im Alter die Fülle, Tübingen 1957. Bildquelle: Zeitungsausschnitt der "Gartenlaube" vom Sommer 1912, via Wikipedia.

Erschienen: 17.09.2020
Dauer: 00:42:08

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Eine afrikanische Frauenrechtlerin: Adelaide Casely-Hayford (1868-1960)

Adelaide Casely-Hayford, geboren 1868 in Freetown, lebte unabhängig, bereiste drei Kontinente und reformierte die Mädchenbildung in ihrer Heimat Sierra Leone. Die Geschichte einer Powerfrau, die Chancen ergriff und Konflikte nicht scheute. Verwendete Literatur: Adelaide Cromwell:  An African Victorian Feminist. The Life and Times of Adelaide Smith Casely Hayford (1868-1960), Washington D. C.  1992 (Daraus auch das Bild, das diese Episode ziert) Keisha Blain: Emerging Feminisms - A Historical Note. Pan-African Feminist Adelaide Casely-Hayford, The Feminist Wire, 28. März 2016, https://thefeministwire.com/2016/03/a-historical-note-pan-african-feminist-adelaide-casely-hayford/ Mary Louise Pratt: Imperial Eyes. Travel Writing and Transculturation. London/New York 1992. Erwähnte historische Personen: Mary Seacole - https://de.wikipedia.org/wiki/Mary_Seacole Edmonia Lewis - https://en.wikipedia.org/wiki/Edmonia_Lewis Und natürlich die Podcast-und-Sonstiges-Empfehlungen: Petra Tabarelli und andere: Frauen reden über Fußball - https://www.fruef.de/ Laura Baumgarten: Frau Abgeordnete - https://www.instagram.com/frauabgeordnete/ Nora Hespers: Die Anachronistin - https://www.die-anachronistin.de/ Jasmin Lörchner: Herstory Pod - https://herstorypod.de/ Wenn es euch gefallen hat, wenn ihr Fragen, Wünsche oder sonstiges Feedback habt, freue ich mich, von euch zu hören. Ihr findet mich auf Twitter und Instagram unter @frauenvondamals (https://twitter.com/frauenvondamals und https://www.instagram.com/frauenvondamals/), auf Facebook unter https://www.facebook.com/DieGeschichtsdolmetscherin und auf meiner Internetseite https://biancawalther.de/ Und natürlich freu ich mich auch immer über Sterne, wo auch immer ihr welche hinterlassen könnt! :)

Erschienen: 03.09.2020
Dauer: 00:37:24

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Mary Kingsley - Grenzgängerin zwischen Kulturen und Konventionen

Die englische Afrikareisende Mary Kingsley (1862-1900) war eine Grenzgängerin im wahrsten Sinne des Wortes: Mit 32 Jahren trat die Tochter einer Köchin und eines Arztes aus der Enge des viktorianischen Fräuleindaseins heraus, um Forschungsreisende zu werden. Sie reiste dreimal nach Afrika, schrieb einen schillernden Reisebericht und begeisterte das Publikum zu Hause mit ihren Vorträgen. Die britische Kolonialverwaltung war indes weniger angetan von ihren lautstarken Rufen nach Reformen. In dieser Folge beleuchten wir Mary Kingsleys Grenzgänge und begeben uns mit ihr auf Reisen - zu Flusspferden und Krokodilen, durch den Dschungel und natürlich auch zu Menschen.

Erschienen: 23.07.2020
Dauer: 00:31:59

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Eine Frauenrechtlerin reist nach Indien: Das Reisetagebuch der Anna Pappritz (Teil 2)

Im Winter 1912/13 reiste die Berliner Frauenrechtlerin Anna Pappritz nach Indien. In dieser Folge stelle ich euch Auszüge aus ihrem Reisetagebuch vor. Wir begleiten Anna Pappritz übers Meer und durch Ceylon (das heutige Sri Lanka), nach Darjeeling, und zum Taj Mahal, bevor wir auf der Rückreise noch einen Zwischenstopp in Kairo einlegen und übers Mittelmeer wieder nach Europa übersetzen. Bildquelle: BArch N1151/341 Fol. 12.

Erschienen: 09.07.2020
Dauer: 00:31:30

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Eine Frauenrechtlerin reist nach Indien: Das Reisetagebuch der Anna Pappritz

Im Winter 1912/1913 ging die Berliner Frauenrechtlerin Anna Pappritz auf große Fahrt: Mit zwei Reisebüchern und viel Gepäck ging es zunächst per Schiff nach Ceylon und dann mit dem Zug einmal quer durch Indien. Im Juli 2019 tauchte ihr Reisetagebuch wieder auf; jetzt ist es im Röhrig Universitätsverlag als kommentierte Edition erschienen.  In diesem Podcast erzähle ich über den Fund, stelle euch Anna Pappritz vor und mache einen Vorschlag, wie wir uns heute den Reiseberichten weißer, westlicher Frauen sinnvoll nähern können.  Das Buch gibt es hier (Link zum Verlag). Ein digitales Begleitangebot zum Buch gibt es auf meiner Webseite. Bildquelle: BArch N1151/341 Fol. 9.

Erschienen: 26.06.2020
Dauer: 00:26:00

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Ika Freudenberg (1858-1912): Rheinische Lebensfreude trifft Münchner Frauenbewegung

Wie kam eine Westerwälder Klavierlehrerin dazu, die Münchner Frauenbewegung zu organisieren? Die noch nie so ganz erzählte Geschichte einer vergessenen Frauenrechtlerin. *** Hinweis: Im Podcast sage ich, Ika Freudenberg habe am Berliner Konservatorium ihres Bruders Klavier studiert. Wilhelm ging aber erst 1886 nach Berlin; zu diesem Zeitpunkt wäre Ika fast 30 Jahre alt gewesen. Wahrscheinlicher ist, dass Ika am 1870 ebenfalls von Wilhelm gegründeten Wiesbadener Konservatorium studierte.

Erschienen: 17.06.2020
Dauer: 00:36:52

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Charlotte Ritters reale Kolleginnen: Martha Mosse und Friedrike Wieking

In der Fernsehserie Babylon Berlin begegnet uns eine Kriminalassistentin, die offenbar nie einer Kollegin begegnet. 1929 gab es in der 'Roten Burg' am Alex jedoch schon einige Polizistinnen. Zwei davon stelle ich euch heute vor: Polizeirätin Dr. Martha Mosse und Kriminalpolizeirätin Friedrike Wieking (die amtlich übrigens Friederike hieß, aber selbst immer ohne das mittlere 'e' zeichnete). Bildquelle: United States Army Office of the Chief of Counsel for War Crimes (n.d.), photographer - USHMM, courtesy of National Archives and Records Administration, College Park [Photograph #43031] (via Wikipedia)

Erschienen: 24.05.2020
Dauer: 00:20:05

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Podcast "Frauen von damals"
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