Salzliebender Wrackfresser
Am 14. April 1912 um 23.40 Uhr kollidiert die RMS Titanic mit einem Eisberg. Wenige Stunden später wird das als unsinkbar geltende Schiff untergehen. Fast 75 Jahre liegt das Wrack am Grunde des Meeres und verwittert. In Folge seiner Entdeckung wird deutlich: eisenfressende Mikroben setzten dem Wrack stark zu. Halomonas titanicae könnte dafür verantwortlich sein, dass von der sagenumwobenen RMS Titanic bald nichts mehr übrig ist. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! tauchen wir in die Geschichte der Titanic ein und erkunden, wie H. titanicae auch die robustesten Stahlstrukturen dem Meeresgrund gleichmacht. Kapitel 00:00 – Intro 01:38 – Die RMS Titanic 04:40 – Die Entdeckung des Wracks 06:25 – Der Wrackfresser H. titanicae 07:51 – Wie H. titanicae das Wrack der Titanic verschwinden lässt 09:37 – Was wir von H. titanicae lernen können 11:02 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Am 14. April 1912 stieß die RMS Titanic im Nordatlantik mit einem Eisberg zusammen, was zu ihrem Untergang in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 führte. Fast 75 Jahre lang lag das Wrack dann unentdeckt am Meeresgrund. An den Rostbärten der Titanic wurde das Bakterium Halomonas titanicae gefunden. Es nutzt das Eisen aus dem Stahl der Titanic zur Energiegewinnung und sorgt somit dafür, dass der Stahlkoloss Stück für Stück verschwindet. Durch seine Fähigkeit, solide Stahlstrukturen abzubauen, könnte Halomonas titanicae auch genutzt werden, um den Rückbau mariner Altlasten zu beschleunigen. Erkenntnisse über den Prozess der Biokorrosion helfen, Materialien der Zukunft widerstandsfähiger zu machen. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Allgemeines zur Titanic Datenblatt Titanic, Deutscher Titanic-Verein von 1997 e.V. (Aufgerufen: 13 April 2026). ‘History of RMS Titanic - Woods Hole Oceanographic Institution’ (Aufgerufen: 13 April 2026). Ballard, R.D. and Archbold, R. (1988) The discovery of the Titanic. Entdeckung von H. titanicae Sánchez-Porro, C. et al. (2010), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 60(12), pp. 2768–2774. Salazar, M. and Little, B. (2017), J. Marit. Archaeol., 12(1), pp. 25–32. Biokorrosion der Titanic Johnston, R.C.& L. (2003) ‘Biodeterioration of the RMS Titanic’, Encyclopedia Titanica (Aufgerufen: 13 April 2026). Lu, S. et al. (2025), J. Mater. Sci. Technol., 224, pp. 257–266. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 14.04.2026
Dauer: keine Angabe
Quadratisch, praktisch, gut
Was seht ihr vor eurem inneren Auge, wenn ihr an Mikroben denkt? Wahrscheinlich etwas kugeliges, rundes oder bohnenförmiges. Umso überraschter waren Forschende im Jahre 1980, als sie in einer Wasserprobe aus einem Salzwasserbecken auf ein kleines, lebendiges Quadrat trafen. 25 Jahre sollte es dauern bis Walsby’s square bacterium im Labor kultiviert werden konnte. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! finden wir heraus, warum Haloquadratum walsbyi eigentlich gar kein Bakterium ist, wie es sich vor Austrocknung in extrem salzhaltigen Wasserbecken schützt und wie ihm seine quadratische Form und winzige Gasbläschen bei der Energiegewinnung helfen. Kapitel 00:00 – Intro 01:17 – Die Entdeckung von Hqr. walsbyi 03:17 – Kultivierungserfolg nach 25 Jahren 04:02 – Die Domänen des Lebens 05:12 – Wie Hqr. walsbyi hohen Salzkonzentrationen widersteht 06:48 – Warum das Quadrat praktisch und gut ist 09:20 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Mit seiner ungewöhnlichen quadratischen Form überraschte Haloquadratum walsbyi Forschende in den 1980er. Dieser Mikrobe lebt in sehr salzhaltigen Gewässern und gehört zur Domäne der Archaeen, die erst in den 1990er Jahren neben den Eukaryoten (zu denen auch Menschen gehören) und den Bakterien anerkannt wurde. Über 25 Jahre vergingen zwischen der ersten Beschreibung und der erfolgreichen Isolation und Kultivierung der kleinen Quadrate. Heute wissen wir, wie sie es schaffen, die salzigen Bedingungen zu überleben und wie ihnen dabei auch ihre quadratische Form hilft. Halomucin, ein archaeles Protein schützt vor Austrocknung und Phagen. Die flache Form mit großer Oberfläche erlaubt eine effiziente Nährstoffaufnahme und Lichtabsorption. Gleichzeitig helfen gasgefüllte Vakuolen den Zellen bei der idealen Positionierung im Wasser. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Übersichtsseite zu Haloquadratum walsbyi inkl. Bildern Erstbeschreibung von Hqr. walsbyi Walsby, A.E. (1980), Nature, 283(5742), pp. 69–71. Erste Erfolgreiche Kultivierung von Hqr. walsbyi Bolhuis, H., Poele, E.M.T. and Rodriguez-Valera, F. (2004), Environmental Microbiology, 6(12), pp. 1287–1291. Genomanalyse, formale Beschreibung und Details zur Lebensweise Bolhuis, H. et al. (2006), BMC Genomics, 7, p. 169 Burns, D.G. et al. (2007), Int J Syst Evol Microbiol, 57(2), pp. 387–392. Funktionsweise von Halomucin Zenke, R. et al. (2015), Front Microbiol, 6, p. 249. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 31.03.2026
Dauer: keine Angabe
Leuchtende Tarnung
In den kristallklaren Wassern vor Hawaii lauert eine tödliche Gefahr – zumindest, wenn man eine Garnele ist. Der Hawaiianische Zwergtintenfisch Euprymna scolopes ist ein nachtaktiver Jäger, der sich auf sehr ungewöhnliche Weise vor seinen eigenen Fressfeinden verbirgt: in dem er leuchtet. Diese sogenannte Gegenillumination zur Tarnung erreicht der kleine Tintenfisch allerdings nicht allein, sondern durch eine ungewöhnliche Symbiose mit dem lumineszenten Bakterium Aliivibrio fischeri. Wie diese beiden Meeresbewohner zusammenarbeiten und wie Aliivibrio fischeri dazu beigetragen hat, dass wir in Bakterien nicht nur als einsam herumschwimmende Lebewesen wahrnehmen, erfahrt ihr in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! Kapitel 00:00 – Intro 01:32 – Der Hawaiianische Zwergtintenfisch E. scolopes 02:25 – Tarnung durch Leuchten: Die Symbiose von A. fischeri und E. scolopes 05:04 – Wie das Leuchten von A. fischeri reguliert wird (Quorum Sensing) 08:36 – Erstbeschreibung von A. fischeri 09:20 – A. fischeri als Staatsmikrobe und Wassertester 10:23 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Der Hawaiianische Zwergtintenfisch nutzt Gegenillumination, um sich vor Fressfeinden zu verbergen. Durch das Leuchten von Aliivibrio fischeri, die in seinem Leuchtorgan leben, imitiert er die Reflektionen von Mondlicht auf dem Wasser und wird dadurch nahezu unsichtbar. Das Leuchten von A. fischeri ist streng reguliert und an den circadianen Rhythmus des Tintenfisches angepasst. Die Bakterien stimmen sich untereinander durch einen Prozess ab, der sich Quorum Sensing nennt. Nur wenn genug von ihnen am selben Ort sind, beginnen sie zu leuchten. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Bilder, Videos und weitere Infos zu E. scolopes Symbiose mit E. scolopes Nyholm, S.V. and McFall-Ngai, M.J. (2021), Nat. rev. Microbiol., 19(10), pp. 666–679. Visick, K.L., Stabb, E.V. and Ruby, E.G. (2021), Nat. rev. Microbiol., 19(10), p. 654. Quorum Sensing in A. fischeri Mandel, M.J. et al. (2012), Appl. Env. Microbiol., 78(13), pp. 4620–4626. Septer, A.N. and Visick, K.L. (2024), J. Bacteriol. 206(5), pp. e00035-24. Geschichte und Namensgebung Urbanczyk, H. et al. (2007), Int. J. Syst. and Evol. Microbiol., 57(12), pp. 2823–2829. Anwendung in Wasserqualitätstests Backhaus, T. et al. (1997), Chemosphere, 35(12), pp. 2925–2938. Erzinger, G.S. et al. (2018), Bioassays. Elsevier, pp. 241–262. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 17.03.2026
Dauer: keine Angabe
Stromleitende Kabelbakterien
Biologisch abbaubare Kabel, die unsere elektronischen Geräte mit Strom versorgen und dabei ganz aus Bakterien bestehen? Das klingt wie aus einem Science-Fiction Roman, ist aber näher an der Realität als man vielleicht denkt. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! beschäftigen wir uns mit Candidatus Electronema, einer Gattung von Kabelbakterien. Diese haben die Fähigkeit Elektronen aus sauerstoffarmen in sauerstoffreiche Sedimentschichten zu übertragen. Damit haben sie sich eine einzigartige ökologische Nische erarbeitet. Wenn ihr wissen wollt, wie das funktioniert und wie dieser Prozess genutzt werden kann, hört gerne rein! Kapitel 00:00 – Intro 01:32 – Die Entdeckung von Candidatus Electronema 03:52 – Strom leiten als Überlebensstrategie 07:03 – Electronema als echtes Kabel 07:54 – Einsatz zur Bioremediation und Reduktion von Treibhausgasemissionen 09:44 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Candidatus Electronema ist in der Lage Elektronen, also Strom, zu leiten. Dazu schließen sich zehntausende Bakterien zu einem mehrere Zentimeter langen, kabelartigen Filamenten zusammen. Ihre einzigartige Fähig erlaubt es Candidatus Electronema, im tiefen Sediment von Flüssen, Seen und Meeren zu überleben. Dort können sie auch in sauerstoffarmen Schichten Sulfide zur Energiegewinnung nutzen. Die anfallenden Elektronen werden dann entlang der Filamente in sauerstoffreiche Regionen transportiert, wo sie dann abgegeben werden können. In Zukunft könnte Candidatus Electronema in der Bioremediation zur Reinigung belasteter Gewässer, zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Reisanbau und eventuell als Basis für biobasierte elektronische Materialien eingesetzt werden. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Entdeckung von Candidatus Electronema Nielsen, L.P. et al. (2010), Nature, 463(7284), pp. 1071–1074. Pfeffer, C. et al. (2012), Nature, 491(7423), pp. 218–221. Nickel-haltige Proteinfasern leiten Elektronen Boschker, H.T.S. et al. (2021), Nature Communications, 12(1), p. 3996. Kabelbakterien in der Bioremediation Dong, M. et al. (2024), Trends in Microbiology, 32(7), pp. 697–706. Scholz, V.V. et al. (2020), Nature Communications,11(1), p. 1878. Entdeckung weiterer Kabelbakterien-Arten Hiralal, A. et al. (2025), Geomicrobiology, 91(5), pp. e02502-24. Pressemeldung VAAM zur Mikrobe des Jahres 2024, inkl. Bildern Kunstinstallation von Anna Pasco Bolta Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 03.03.2026
Dauer: 00:11:00
Heilender Engelsglanz
Im April 1862 tobt der amerikanische Bürgerkrieg in Tennesse. Verletzte Soldaten entdecken ein unheimliches Leuchten, den Angel’s Glow auf ihren Wunden, der dafür zu sorgen scheint, dass sich keine Infektionen bilden und Wunden schneller heilen. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen wir auf eine Spurensuche, die uns ins Erdreich führt. Wir schauen uns an, wie Photorhabdus luminescens eng mit Würmern und Pflanzen zusammenlebt, als Insektizid wirken kann und was das alles mit erfolgreicher Wundheilung zu tun hat. Kapitel 00:00 – Intro 01:32 – Der Engelsglanz – Leuchtende Heilung in der Schlacht von Shiloh 03:49 – P. luminescens in Symbiose mit Fadenwürmern 06:37 – Wie P. luminescens Infektionen verhindern konnte 09:38 – Arbeitsteilung im Erdboden 11:02 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Während der Schlacht von Shiloh im amerikanischen Bürgerkrieg 1862 trat das Phänomen des Engelsglanzes auf. Offene Wunden der Soldaten schienen grünlich zu leuchten und schneller zu heilen. Der Grund für den Engelsglanz ist vermutlich das Bakterium Photorhabdus luminescens, wie die Schüler Bill Martin und Jon Curtis ermitteln konnten. P. luminescens ist eigentlich ein Bodenbakterium, dass in Symbiose mit Fadenwürmern Jagd auf Insekten macht. Ein Teil einer Population geht aber auch eine enge Bindung mit Pflanzen ein. Für die Differenzierung ist ein hohes Maß an Koordination und Kommunikation erforderlich. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier, Links & weitere Infos Allgemeine Artikel zum Phänomen des Angel’s Glow https://www.thenakedscientists.com/articles/science-features/photorhabdus-luminescens-angels-glow https://allthatsinteresting.com/angels-glow Beschreibung von Photorhabdus luminescens und Symbiose Clarke, D. J. (2008a). Microbiology Today, 35(4), 180–183. Clarke, D. J. (2008b). Cellular Microbiology, 10(12), 2369–2377. Dominelli, N. & Heermann, R. (2021). Freund oder Feind? — Die zwei Gesichter von Photorhabdus luminescens. Toxine und Pathogenität Daborn, P. J. et al. (2002). Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 99, 10742–10747. Unterschiede von Primär- und Sekundärzellen Eckstein, S. et al. (2019). Appl. Environ. Microbiol., 85(24), e01910-19. Eintrag im MicrobeWiki Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 17.02.2026
Dauer: keine Angabe
Weitere Informationen zur Episode "Photorhabdus luminescens"
Conan, das Bakterium
Im Film von 1982 kämpft „Conan, der Barbar“ in rauen Landschaften gegen übermächtige Gegner. Nicht weniger beeindruckend ist Deinococcus radiodurans, das wegen seiner extremen Strahlenresistenz auch „Conan, das Bakterium“ heißt. Wie Mikroben Strahlung überstehen, die über 5.000-mal stärker ist als jede natürliche Belastung auf der Erde, erfahrt ihr in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! Kapitel 00:00 – Intro 01:33 – Die Entdeckung von D. radiodurans 03:29 – Warum D. radiodurans Rekordhalter in Strahlungsresistenz ist 07:51 – Warum Bakterien überhaupt Strahlung aushalten 10:13 – Deinococcus im Weltall und Anwendungen in der Wissenschaft 12:18 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… D. radiodurans wurde 1956 bei Sterilisationstests für Konserven entdeckt. Es übersteht über die 1.000-fache Strahlendosis eines Menschen – dank einer hocheffizienten DNA-Reparatur, die eigentlich der Trockenheitsresistenz dient. In der Forschung spielt Deinococcus eine wichtige Rolle: Es war auf der ISS, hilft bei der Reinigung radioaktiv verseuchter Abwässer und dient der Entwicklung langlebiger DNA-Speicher. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Bilder von D. radiodurans Entdeckung von Deinococcus radiodurans Anderson et al. (1956) Radiat. Res. 5(2): 187-198. Strahlungsresistenz & DNA-Reparatur Cox (2005). Nat. Rev. Microbiol. 3 (11): 882–892. Makarova et al. (2001) Microbiol. Mol. Biol. Rev. 65(1): 44-79. Battista (1997) Annu. Rev. Microbiol. 51: 203-224. Zahradka et al. (2006) Nature 443(7111):569-573. White et al. (1999) Science 286(5444): 1571-1577. Daly (2012) DNA Repair (Amst). 11(1):12-21. Weltall & weitere Anwendungen Kawaguchi et al. (2020) Front. Microbiol. 11: 2050. Brim et al. (2003) Appl. Environ. Microbiol. 69(8): 4575-4583. Wong et al. (2003). Commun. ACM 46 95–98.
Erschienen: 03.02.2026
Dauer: 0:13:11
Wunderbare Schwefelperle
Bis zu zwei Zentimeter lang, mit bloßem Auge sichtbar und innen komplexer aufgebaut, als man es Bakterien je zugetraut hätte. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es um Thiomargarita magnifica – die riesenhafte „Schwefelperle“ aus den Mangroven Guadeloupes – und darum, wie sie das Wissen über Bakterien auf den Kopf gestellt hat und uns einen überraschenden Blick auf die Evolution komplexer Zellen erlaubt. Kapitel 00:00 – Intro 01:15 – Die Entdeckung von Thiomargarita magnifica 03:45 – Warum Bakterien so klein sind 05:05 – Wie Thiomargarita magnifica die Grenzen bakterieller Zellgröße überwinden konnte 07:52 – Die Besonderheiten des Erbguts von Thiomargarita magnifica 08:58 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in dieser Folge lernen konntet… Thiomargarita magnifica ist mit bis zu 2 cm Länge das größte, bislang bekannte Bakterium. Entdeckt wurde die Art in den Mangrovenwäldern von Guadeloupe. Die Größe von Bakterienzellen ist eigentlich durch die Diffusionsgeschwindigkeit begrenzt. Durch große Nährstoffbeutel und eine beginnende Unterteilung kann Thiomargarita magnifica diese Begrenzung umgehen. Thiomargarita magnifica weist viele Eigenschaften weiter entwickelter Zellen auf. Damit stellt das Bakterium eventuell einen Zwischenschritt der Evolution hin zu komplexeren Lebensformen dar. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Entdeckung und Erstbeschreibung von Thiomargarita magnifica (inkl. Bildern) Volland, J.-M. et al. (2022). Science, 376 (6594), 1453–1458. https://www.gbif.org/species/194785935 Informationen zu Thiomargarita namibiensis Schulz, H. N., et al. (1999). Science, 284 (5413), 493–495. https://www.mpg.de/4670997/riesenbakterien-im-meer Übersichtsbeiträge zu Thiomargarita magnifica https://bigthink.com/life/impossible-big-bacteria/ Levin, P. A. (2022). Science, 376(6594), 1385–1386. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 20.01.2026
Dauer: 0:09:48
Lebensretter Schimmelpilz
Neues Jahr – neue Mikrobe des Jahres. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! werfen wir einen Blick auf den diesjährigen Preisträger, der durch die VAAM gekürt wurde: Penicillium. Dabei handelt es sich um einen Schimmelpilz mit lebensrettenden Eigenschaften. Taucht ein in die Geschichte zur Entdeckung von Pencillin und erfahrt, wie ihr euch vielleicht schonmal einige Vertreter der Gattung Penicillium einverleibt habt! Kapitel 00:00 – Intro 01:04 – Die Gattung Penicillium 02:19 – Zur Entdeckung des Penicillins 04:44 – Die Erfolgsgeschichte von Penicillin 08:42 - Was Penicillin mit Käse zu tun hat 09:58 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in der heutigen Folge lernen konntet... Die Gattung Penicillium wurde zur Mikrobe des Jahres 2026 gekürt. Es handelt sich um einen Schlauchpilz, der oft einfach als Schimmelpilz bezeichnet wird. Aus Penicillium wurde im Jahre 1928 zum ersten Mal das Antibiotikum Penicillin isoliert, welches 1941 das erste Mal an einem Patienten getestet wurde. Alexander Fleming, Howard Florey und Ernst Chain erhielten für ihre Arbeit daran einen Nobelpreis. Neben Penicillinproduzenten sind Penicilliumarten auch in der Lebensmittelindustrie relevant. So sind beispielsweise Penicillium camemberti und Pencillium roqueforti ausschlaggebend für Geschmack und Aussehen der entsprechenden Käsesorten. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Originalarbeiten von Fleming, Florey & Chain Fleming, A. (1929), British Journal of Experimental Pathology, 10, S. 226–236. Florey, H.W., Chain, E., Heatley, N.G., Jennings, M.A., Sanders, A.G., Abraham, E.P. & Fletcher, C.M. (1940), The Lancet, 236(6104), S. 226–228. Florey, H.W., Chain, E., & Abraham, E.P. (1941), The Lancet, 237(6138), S. 177–189. Penicillium in der Käseindustrie Thom, C., & Fisk, W. W. (1918). The book of cheese. Macmillan. Pressemitteilung der VAAM zur Mikrobe des Jahres 2026 inkl. Bildern Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) (2025), Mikrobe des Jahres 2026: Penicillium Deutschlandfunk (2021), Erste Penicillin-Behandlung vor 80 Jahren – Der lange Weg zum Erfolg Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro auf deiner Lieblingsplattform, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 06.01.2026
Dauer: 00:11:02
Eine kurze Folge über einen langen Speziesnamen
Ja, dieser Folgentitel ist tatsächlich der Name eines real existierenden Mikroorganismus. Myxococcus llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogochensis wurde im Jahre 2020 aus einer Bodenprobe isoliert, die in der Nähe der nordwalisischen Stadt Llanfairpwll gefunden wurde. Um den wundervollen Namen dieses Mikroorganismus, die Stadt, aus der er kommt und welche spannenden Fähigkeiten er hat, soll es in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! gehen. Kapitel 00:00 – Intro 00:43 – Eine kurze Geschichte von Llanfairpwll 02:18 – Zur Entdeckung von Myxococcus llanfairpwll 04:44 – Myxobakterien – Die Wolfsrudel der Mikrobenwelt 07:54 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in der heutigen Folge lernen konntet... Llanfairpwll ist eine Stadt auf der nordwalisischen Insel Anglesey. Der Name entstand als eine Art Werbegag im 19. Jahrhundert. Myxococcus llanfairpwll wurde aus einer Bodenprobe aus der gleichnamigen Stadt isoliert. Der Name ist seit seiner Veröffentlichung 2021 validiert und offiziell anerkannt. Myxococcus gehört zu den Myxobakterien, die man auch die Wolfsrudel der mikrobiellen Welt nennt. Sie schließen sich zu multizellulären Verbänden zusammen und bejagen dann gemeinsam andere Bakterien. Links & weitere Infos Erstbeschreibung von Myxococcus llanfairpwll Chambers, J. et al. (2020), Genome Biology and Evolution, 12(12), S. 2289–2302. Validierung des Artnamens nach Internationalem Code der Nomenklatur der Prokaryoten Trujillo, M. E. et al. (2021), International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology Räuberisches „Wolfsrudel“-Verhalten und Kooperation bei Myxobakterien Kaimer, C. et al. (2023), Microbiology, 169(7), 001372. Marshall, R. C. und Whitworth, D. E. (2019), BioEssays, 41(4), e1800247. International Code of Nomenclature of Prokaryotes (ICNP) Infos zu Llanfairpwll https://llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk/ Wikipedia-Artikel Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 16.12.2025
Dauer: keine Angabe
Mikrobe im Wandel der Zeit
Der Black Friday ist gerade vorbei, und in Anlehnung an diese Bezeichnung wollen wir uns in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! mit dem schwarzen Tod beschäftigen. Wir beschäftigen uns heute mit dem Auslöser der Pest, dem Bakterium Yersinia pestis, und verfolgen diese Mikrobe auf eine Spurensuche durch die Jahrtausende, von 3.800 v. Chr. bis in die heutige Zeit! Kapitel 00:00 – Intro 00:43 – Der schwarze Freitag 02:18 – Der schwarze Tod 04:44 – Yersinia pestis - Isolation und Erstbeschreibung 07:54 – Y. pestis - langjähriger Begleiter durch die Menschheitsgeschichte 12:58 – Fazit & Verabschiedung Was ihr in der heutigen Folge lernen konntet... Der „Schwarze Tod“ bezeichnet die zweite große Pestepidemie, die Mitte des 14. Jahrhunderts vor allem in Europa wütete und etwa ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte. Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht, dessen primäre Wirte Ratten sind. Die Übertragung zwischen Tieren und auf den Menschen erfolgt durch Flöhe. Yersinia pestis begleitet die Menschheit bereits seit ca. 5.000 Jahren, dabei unterlief es vor allem Änderungen der Übertragbarkeit. Auch heute löst Yersinia pestis noch Pesterkrankungen aus. Diese verbreiten sich aber langsamer und sind weniger tödlich als noch vor einigen hundert Jahren. Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier. Links & weitere Infos Wortherkunft des Black Friday Apfelbaum, M.L. (1966): American Philatelist 69(4), 239. Erstbeschreibung von Yersinia pestis und die Yersin-Kitasato-Kontroverse Bibel, D.J. & Chen, T.H. (1976): Bacteriol. Rev. 40(3), 633–651. Yersin, A. (1894): Ann. Inst. Pasteur 8, 662–667. Yersinia pestis und die verschiedenen Pestepidemien Hänsch, S. et al. (2010): PLoS Pathog. 6(10), e1001134. Wagner, D.M. et al. (2014): Lancet Infect. Dis. 14(4), 319–326. Achtman, M. et al. (1999): Proc. Natl. Acad. Sci. USA 96(24), 14043–14048. Identifikation von Yersinia pestis auf menschlichen Überresten aus verschiedenen Epochen Seersholm, F.V. et al. (2024): Nature 632(8023), 114–121. Spyrou, M.A. et al. (2018): Nat. Commun. 9, 2234. Bos, K.I. et al. (2011): Nature 478, 506–510. Schuenemann, V.J. et al. (2011): Proc. Natl. Acad. Sci. USA. Hat dir diese Folge gefallen? Abonniere MicrobeThingsMacro auf deiner Lieblingsplattform, um keine Episode zu verpassen. Merch gibt es in meinem Spreadshop! Hinterlasse gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts – das hilft, mehr Menschen für die Welt der Mikroben zu begeistern.
Erschienen: 02.12.2025
Dauer: keine Angabe