Auf den Spuren einer jahrtausendealten Wissenswelt Äthiopiens und Eretreias
Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe. Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arbaische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
Erschienen: 17.11.2025
Dauer: 00:45:21
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 34 – Daria Elagina (Äthiopistik)"
Global Dynamics in Antiquity
How to write a history of becoming in Antiquity? This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics. In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research. What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'? Tune in on this episode to find discussions of these questions and many more!
Erschienen: 27.10.2025
Dauer: 1:34:26
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 33 - Miguel John Versluys (Leiden University)."
Kriegsführung in der Antike – ein Thema angesichts aktueller Konflikte?
In dieser Episode stellt der Althistoriker Dr. Marian Helm die zentralen Thesen seiner Dissertation „Kampf um Mittelitalien“ vor. Darin rückt er das 4. Jahrhundert v. Chr. in den Fokus – für ihn eine Schlüsselphase auf dem Weg Roms zur Großmacht. Gemeinsam mit Kim und Nikola beleuchtet er ausgewählte Stationen dieser Entwicklung, die alles andere als gradlinig verlief. Darüber hinaus berichtet Marian Helm über die von ihm mitorganisierte transkontinentale Tagung War in the Ancient World (WAWIC), die im Sommer 2025 zeitgleich in Münster und Duluth (USA) stattfand. Im Zentrum der Konferenz stand das enge Verhältnis zwischen Militär und Gesellschaft, denn Krieg hinterlässt Spuren: beim Individuum, in der Familie und innerhalb staatlicher Strukturen. Thematisiert wurden auf der Konferenz neben klassischen Inhalten auch die Rolle von Frauen im Krieg, Konflikte in der Steppe sowie das Schicksal von Deserteuren. Abschließend gehen wir den Frage nach, ob die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Krieg“ in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit eine neue Bewertung erfährt – und inwiefern die Forschung dieses Thema in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einbetten muss.
Erschienen: 21.07.2025
Dauer: 00:57:08
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 32 – Marian Helm (Alte Geschichte)"
Das Alte Testament im Dialog der Kulturen: "Wie entstand die Tora?"
Babylonisches Exil, Wüstenerfahrung und Begegnungen mit den Persern spielen für den Alttestamentler Professor Dr. Reinhard Achenbach eine zentrale Rolle, um die Entstehung der Tora nachzuzeichnen. Gemeinsam mit Natalie Kraneiß und Christoph Müller beleuchtet er, wie das Alte Testament in Auseinandersetzung mit vielen antiken Kulturen entstanden ist und wie wichtig daher ein interdisziplinärer Dialog mit den benachbarten Wissenschaften ist. Aus dieser Perspektive heraus plädiert er dafür, eine positive Theologie im Diskurs mit Judentum und Islam zu formulieren. Das Zusammenspiel der Altertumswissenschaften hat Reinhard Achenbach viele Jahre als Sprecher des Centrums für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmerraums (GKM) entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Kurz vor seinem Ruhestand gibt er in dieser Episode einen persönlichen Einblick in die Geschichte und Bedeutung dieses Forschungs- und Lehrnetzwerks.
Erschienen: 26.05.2025
Dauer: 1:04:14
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 31 - Reinhard Achenbach (Altes Testament)"
Wie wird ein Staat zu einem Imperium?
In dieser Episode stellt der Assyriologe Alexander Johannes Edmonds sein soeben erschienenes Buch "Triumph and Betrayal. Assyria's Path to Empire, 935-745 BC" vor, in dem er eine neue Rekonstruktion der frühen neuassyrischen Periode präsentiert. Im Gespräch mit Lotta Dümeland und Christoph Müller zeichnet er nach, auf der Grundlage welcher Quellen und Interpretationen er die Chronologie entwickelt hat und welche Rolle dabei interne Konflikte, konkurrierende Zukunftsvisionen und neu entdeckte Könige spielten. Mindestens ebenso spannend ist der Lebenslauf dieses jungen Wissenschaftlers, der ihn von Cambridge über Heidelberg, Tübingen und Changchun an die Universität Münster führte. Und am Ende der Folge gibt er noch ein Highlight zum Besten.
Erschienen: 21.04.2025
Dauer: 1:08:08
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 30 - Alexander Johannes Edmonds (Assyriologie)"
Mensch-Tier-Beziehungen in der Eisenzeit der Südlevante
Laura Tretow, Absolventin des Masterstudiengangs „Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraums“ (AKOEM), betrachtet das berühmte Lachisch-Relief mit der Darstellung der Eroberung der judäischen Stadt Lachisch und zeigt dabei besonders Interesse an den darauf abgebildeten Tieren, denn das Thema ihrer Masterarbeit lautet „Mensch-Tier-Beziehungen in der Eisenzeit der Südlevante“. Ihre Abschlussarbeit ist dem interdisziplinären Forschungsfeld der Human-Animal Studies zuzuordnen. Felix und Kim bringen in dieser Episode in Erfahrung, wie ihre Kommilitonin zu diesem Thema gekommen ist und welche Herausforderungen es bei der Bearbeitung gab. Inwiefern sind Tierhaltung und das Verhältnis des Menschen zu Tieren kontextabhängig? Und warum wählte Laura die Orte Lachisch, Tell Miqne und Tell es-Safi als Fallbeispiele?
Erschienen: 24.03.2025
Dauer: 00:39:47
Detektive an Gottes Wort oder Wie stellt man eigentlich Bibeln im Museum aus?
In dieser Folge stellen Pina und Christoph vor, welche Schätze Dr. Jan Graefe im Bibelmuseum der Universität Münster hütet und vor welchen Herausforderungen er dabei steht. So beschreibt er, wie das Bibelmuseum den Spagat zwischen religiösem und wissenschaftlichem Objekt hinbekommt. Warum das Institut für Neutestamentliche Textforschung eng mit dem Museum verbunden ist. Und welche Konsequenzen es für die Ausstellung hat, dass in einer Vitrine immer nur eine Seite einer Bibel gezeigt werden kann. Highlights der Ausstellung sind – sicherlich nicht nur für Jan Graefe – eine Lutherbibel mit Widmung des Reformators aus seinen letzten Lebenstagen, eine sumerische Tontafel aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. und ein Ziegelstein vom Turm zu Babel.
Erschienen: 03.02.2025
Dauer: 1:14:26
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 28 Jan Graefe (Bibelmuseum)"
Warum gehört ein Archäologisches Museum unabdingbar zu einer Universität?
Pina Klemme und Christoph Müller erörtern in dieser Episode, wie das Museum in Forschung, Lehre und Transfer der Universität eingebettet ist. Sie haben zu Gast: Helge Nieswandt, langjähriger Kurator des Archäologischen Museums an der Universität Münster, und Saskia Erhardt, die Ausstellungskuratorin der aktuellen Sonderausstellung "Körper.Kult.Religion". Die Frage nach der Provenienz eines Objekts ist in den letzten Jahren auch im Archäologischen Museum ein Fokus der Forschung. Gehören vielleicht auch hier Ausstellungsstücke eigentlich jemand anderem? Und wie gehen das Museumsteam und die Universitätsleistung dann damit um?
Erschienen: 23.12.2024
Dauer: 1:02:46
Wie interdisziplinär die „Biblische Archäologie“ arbeitet, stellen Kim Renzel und Trixi Steil in dieser Episode vor. Sie erfahren dabei im Gespräch mit Juniorprofessorin Dr. Katharina Schmidt, was dieses Fach überhaupt mit der Bibel zu tun hat und warum oftmals auch von „Archäologie der Levante“ gesprochen wird. Und dann gibt Frau Schmidt noch spannende Einblicke in ihr Grabungsprojekt auf der Zitadelle von Amman (Jordanien), das im Sommer 2024 gestartet ist.
Erschienen: 18.11.2024
Dauer: 00:59:47
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 26 Katharina Schmidt (Biblische Archäologie)"
"Körpermodifikationen" ist schon ein ganz schön außergewöhnliches Thema, das Lukas Kerk in seinem Promotionsprojekt untersucht. Kim und Pina stellen den Gast aus der Ur- und Frühgeschichte in dieser Episode vor und werfen dabei den Blick auf ein Fach, das zeitlich etwa 99% der Menschheitsgeschichte abdeckt.
Erschienen: 21.10.2024
Dauer: 00:59:31
Weitere Informationen zur Episode "NADAW 25 Lukas Kerk (Ur- und Frühgeschichte)"