Journalismus mit Tiefgang
In diesem Podcast erzählen wir von unseren Recherchen: Wir, das sind die RiffReporter, eine Genossenschaft von über hundert freien Journalistinnen und Journalisten. Und wir schauen nicht nur, was an der Oberfläche treibt – sondern wir tauchen tief ab.In Parfüms steckt ein Stoff aus dem Amazonas – gewonnen aus dem bedrohten Rosenholz. Ulrike Prinz ist zu den Sateré-Mawé gereist. Die Indigenen planen in ihren Waldgärten einen nachhaltigen Neuanfang für ein westliches Luxusgut.
Die Substanz steckt im berühmten Duft von Chanel No. 5, die Parfümindustrie nutzt den Stoff seit Jahrzehnten für ihre Rezepturen: den Naturstoff Linalool, der aus einem Baum im Amazonas-Regenwald stammt. Dieses sogenannte Rosenholz war zeitweise derart gefragt, dass der Bedarf den Baum fast ausrottete. Der Duft machte die Parfümwelt reich, aber die Wälder arm. Riff-Autorin Ulrike Prinz erzählt in dieser Folge von ihrer Reise in den Norden Brasiliens zu den Sateré-Mawé. Die Geschichte dieser Indigenen ist voller Leid und kolonialer Ausbeutung. Aber nun gibt es Hoffnung: In ihren Waldgärten, einem naturnahen Wald, pflanzen sie viele Nutzpflanzen, darunter auch das begehrte Rosenholz. Die Sateré-Mawé wollen es möglichst ohne Zwischenhändler vermarkten. Die Bäume müssen längst nicht mehr abgeholzt werden, denn dank wissenschaftlicher Studien ist klar: Auch Blätter und Zweige sind voll vom gefragten Linalool. Das Gespräch wurde am 10. Februar 2026 aufgezeichnet.
Erschienen: 02.03.2026
Dauer: keine Angabe
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Vor rund fünfzehn Jahren weckte eine Protestbewegung in Nordafrika und dem Nahen Osten die Hoffnung auf Demokratie und Wohlstand. Was aus dem 'Arabischen Frühling wurde', erklärt RiffReporterin Sarah Mersch, die seit 2010 aus Tunesien beric
Eine Selbstverbrennung war der Auslöser für eine Protestwelle, die 2010/2011 den Maghreb und den Nahen Osten erfasste und als 'Arabischer Frühling' in die Geschichte einging. RiffReporterin Sarah Mersch erklärt in dieser neuen Folge im Gespräch mit Marcus Anhäuser, was aus der Bewegung wurde und warum sie heute als gescheitert gilt, obwohl einige Autokraten stürzten.
Erschienen: 11.02.2026
Dauer: 00:36:37
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Grönland zwischen Tradition und Weltpolitik: Das Land blickt auf 2000 Jahre indigene Kultur zurück, Kolonialgeschichte und neue Machtansprüche. Barbara Schaefer erzählt im RiffPodcast aus Jahren vor Ort – über Identität, Robbenjagd, Schlittenhun
Grönland hat eine lange Geschichte. Von einer zweitausend Jahre zurückreichenden indigenen Kultur über Wikinger-Siedlungen auf der größten Insel der Erde bis zur norwegischen und dann dänischen Kolonialzeit, in der viel Leid geschah. Seit mehr als zweihundert Jahren gehört Grönland zu Dänemark, seit 1979 verwalten sich seine Bewohnerinnen und Bewohner zunehmend selbst. Auch im Kalten Krieg gab es US-Ansprüche auf die Insel. Die USA erhielten 1951 die Erlaubnis, die Insel militärisch zu nutzen. Die von Donald Trump formulierten Ansprüche bedeuten eine neue Eskalation. Barbara Schaefer ist seit den 1990er Jahren mehrfach in Grönland gewesen. Sie hat für Monate an der abgelegenen Ostküste gelebt und hat bis heute Kontakt zu Menschen vor Ort. Im Podcast erzählt sie vom Selbstbild der Grönländer, der Rolle von Robbenjagd und Schlittenhunden und was es für die Menschen bedeutet, nun wieder mal Spielball globaler Kräfte geworden zu sein. Das Gespräch wurde am 22. Januar 2026 aufgezeichnet.
Erschienen: 30.01.2026
Dauer: 00:33:32
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Das Wattenmeer gilt als Sehnsuchtsort. Doch vor Borkum steht nun ein neuer Bohrturm. Im RiffReporter Podcast erzählen Björn Göttlicher und Steve Przybilla von Erdgasförderung, Protesten und ihren Gesprächen mit Inselbewohnern und Aktivisten.
Erschienen: 07.01.2026
Dauer: 00:31:40
Schleim mag für die meisten eklig sein, aber er ist doch ein überlebenswichtiger Teil der Natur für Menschen, Tiere und Mikroben, berichtet RiffReporterin Susanne Wedlich im Gespräch mit Marcus Anhäuser.
Schleim ist eklig, aber faszinierend, erklärt RiffReporterin Susanne Wedlich im Gespräch mit Marcus Anhäuser. Das "steife Wasser“ erfülle vielfältige Funktionen als Gleitmittel, Mikrobenabwehr oder Klebstoff und wird von uns Menschen wie von Tieren, Pflanzen und Mikroben produziert. Der Glibber beeinflusst unsere Gesundheit genauso wie Ökosysteme. Und selbst der Ekel ist etwas Gutes: Er schützt Mensch und Tier vor Infektionen und anderen Erkrankungen, erklärt Susanne Wedlich, die über das Schleimige in der Welt ein ganzes Buch recherchiert hat und an einer Ausstellung in Berlin beteiligt ist.
Erschienen: 17.12.2025
Dauer: 00:49:22
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Weihnachten in Venezuela ist bunt, musikalisch – und politisch aufgeladen. Im RiffReporter-Podcast spricht Karl Urban mit Hildegard Willer über ein Land zwischen Diktatur, Exil und Hoffnung – und die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado.
Weihnachten in Venezuela ist farbenfroh, hell und beschwingt. Im kleinen Kreis trifft man sich, um für Freunde und Familie Musik zu machen, mit Gitarre und rhythmisch geschlagenen Maracas. Dazu genießt man gemeinsam Hallacas, in Bananenblätter gewickelte Maistaschen. Doch Weihnachten in dem südamerikanischen Land hat eine düstere Seite: Seit zwölf Jahren regiert Nicolás Maduro zunehmend autokratisch, seine Wiederwahl im Juli 2024 wurde von der Opposition nicht anerkannt, weil sie Wahlbetrug vermutet. Der bei vielen Venezolanern unbeliebte Diktator versuchte sich schon früh auf eine eigene Art Beliebtheit zu verschaffen: Er ließ Weihnachten auf den 1. Oktober vorverlegen. In dieser Folge des RiffReporter Podcasts spricht Karl Urban mit der Lateinamerika-Korrespondentin Hildegard Willer. Sie kennt Venezuela gut, hat schon in dem Land gelebt. Sie berichtet heute aus Lima in Peru – der Stadt mit dem größten Anteil von Venezolanerinnen und Venezolanern außerhalb der Heimat. Aufmerksam wurde die Welt auf Venezuela zuletzt am 10. Oktober 2025: Da gab das Nobelkomitee in Oslo bekannt, dass es der Oppositionspolitikerin María Corina Machado den Friedensnobelpreis verleiht. Machado ist beliebt – und das trotz ihrer Nähe zu rechten Kreisen in den USA oder Argentinien. Das Gespräch wurde am 21. Oktober 2025 aufgezeichnet. Epispodenbild: Photo Agency / Shutterstock.com
Erschienen: 12.12.2025
Dauer: 00:19:55
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Die Alpen stehen für weiße Hänge und Kindheitsträume auf Skiern – doch das Gebirge wandelt sich rasant. Immer weniger Naturschnee, immer mehr Technik oder aufgegebene Pisten. Laura Anninger erzählt im RiffReporter Podcast, wie die Zukunft des Win
Rundum weiße Hänge, schneidend kalte Luft und eine unberührte Piste: In vielen Menschen wecken die winterlichen Berghänge der Alpen den Drang, sich zwei Ski oder ein Snowboard unter die Füße zu schnallen. Doch der Traum vom Wintersport ist nicht mehr ungetrübt: Die Schneedecke wird immer dünner. Gleichzeitig nimmt der ohnehin schon hohe technische Aufwand für ein gutes Bergerlebnis weiter zu und opfert wertvolle Naturräume. RiffReporterin Laura Anninger ist in Österreichs Bergwelt aufgewachsen und stand schon als Kleinkind auf Skiern. Sie erzählt im Podcast aus der Recherche für ihr neues Buch. Es geht um das, was sich in den Alpen derzeit verändert: kleine und talnähere Skigebiete werden reihenweise aufgegeben, während höher gelegene Pisten mit wachsendem technischen Aufwand weiß gehalten werden. Das hinterlässt längst landschaftliche Narben - nicht nur entlang der Abfahrtsstrecken. Das Gespräch wurde am 20. November 2025 aufgezeichnet.
Erschienen: 26.11.2025
Dauer: 00:43:07
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RiffReporterin Ruth Eisenreich erklärt, welche Unterschiede es in der Gesundheit von Männern, Frauen und anderen Geschlechtern gibt und warum diese so lange ignoriert wurden.
Es gibt nicht nur äußerliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen, auch ihre Gesundheit unterscheidet sich in vielen Aspekten, auch wenn dies lange nicht beachtet wurde. RiffReporterin Ruth Eisenreich erklärt, wie diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern erst allmählich akzeptiert werden, welche Folgen die Ignoranz hat und warum jetzt wieder ein Backlash droht.
Erschienen: 05.11.2025
Dauer: 00:52:18
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Die RiffReporter sind einzigartig in der Medienlandschaft. RiffReporter Stefan Johannesberg erklärt im Gespräch mit Marcus Anhäuser, was sie so besonders macht und warum sie jetzt ein Crowdfunding gestartet haben.
Die RiffReporter starten ihr erstes Crowdfunding. Die perfekte Gelegenheit, um endlich mal zu erklären, was sie in der Medienlandschaft so einzigartig macht. Der geschäftsführende Co-Vorstand Stefan Johannesberg erklärt im Gespräch mit Marcus Anhäuser, was die Genossenschaft ausmacht, was das für die Journalistinnen und Journalisten bedeutet und was Leserinnen und Leser davon haben.
Erschienen: 22.10.2025
Dauer: 00:31:20
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Sklaverei gibt es bis heute. Wegen sklavenähnlicher Bedingungen wurde etwa VW kürzlich in Brasilien zu einer Strafe von 26 Millionen Euro verurteilt. Im Podcast erklärt Sandra Weiss, wie entschlossen das Land gegen moderne Sklaverei vorgeht.
Auf dieses Urteil hatten die Betroffenen ein halbes Jahrhundert gewartet: Wegen sklavenähnlicher Bedingungen sprach ein brasilianisches Gericht am 29. August 2025 Volkswagen schuldig. Gegen den deutschen Konzern verhängte die Justiz eine Geldstrafe von umgerechnet 26 Millionen Euro. In dieser Podcastfolge spricht Karl Urban mit der Lateinamerika-Korrespondentin Sandra Weiss über Sklaverei, etwas, was man längst überwunden glaubte. Sandra hat in Brasilien zu moderner Sklaverei recherchiert. Das Land nimmt den Kampf gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse sehr ernst, so dass dort Sklaverei heute deutlich schneller geahndet werden kann als früher: Eine Brigade zur Sklavenbefreiung rückt dafür mit bewaffneten Kräften und sogar einem Staatsanwalt an, der direkt Strafen verhängen kann. Im Gespräch geht es darum, was moderne Sklaverei ist, was Sandra bei der Brigade erlebt hat und wie in Brasilien den Menschen geholfen wird, damit sie nicht wieder in Abhängigkeit geraten. Das Gespräch wurde am 25. September 2025 aufgezeichnet.
Erschienen: 07.10.2025
Dauer: 00:47:11
Weitere Informationen zur Episode "Wie bekämpft man moderne Sklaverei, Sandra Weiss?"