Podcast "EvidenzUpdate-Podcast"

Betrachtungen über sogenannte "Wahrheiten" in der Medizin. Wir schauen auf die medizinische Wissenschaft, auf Studienergebnisse und Expertenaussagen. Wir ordnen ein, was wir eigentlich wissen können und was nicht. Und wo es schlicht Grenzen gibt. Wir, das sind Martin Scherer, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, und Denis Nößler, Medizinjournalist. www.evidenzupdate.de

Podcast-Episoden

Nützlich und schädlich – die Folgen sozialer Isolation, auch in Corona-Zeiten

Und warum Quarantäne kein "Humbug" ist

Wegen SARS-CoV-2 leben wir in einer Zeit sozialer Isolation – ob im Lebensmittelgeschäft, in Parks oder im Altenheim. Das Ziel: so wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie nur irgend möglich.Doch welche Folgen kann soziale Isolation für uns haben, besonders für ältere Menschen? Dieser Frage sind ganz aktuell Forscher vom University College in London nachgegangen. Sie wollten wissen, wie sich soziale Isolierung und Alleinsein auf das Risiko für Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegserkrankungen bei Älteren auswirkt.Eines ihrerer Ergebnisse: Alleine zu leben oder sozial nicht sehr aktiv zu sein, ist mit einem relativ erhöhten Risiko für Hospitalisierungen verbunden. Doch was bedeutet das für den momentanen Zustand der Gesellschaft angesichts COVID-19? Sind unsere Älteren jetzt besonders gefährdet? Müssten wir deswegen nicht den Lockdown sofort zurückfahren?In dieser Episode vom "CoronaUpdate" blicken wir wieder in die Literatur und versuchen, diese Fragen zu beantworten. Und wir klären, warum Quarantänemaßnahmen kein "Humbug" sind.Quellen:1. Feifei Bu, et al. Social isolation and loneliness as risk factors for hospital admissions for respiratory disease among older adults. Thorax Epub ahead of print: 22. May 2020. doi: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2019-2144452. Compare A, et al. Social support, depression, and heart disease: a ten year literature review. Front Psychol. 1. Juli 2013. doi: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2013.003843. Chivukula U, et al. Role of Psychosocial Care on ICU Trauma. Indian J Psychol Med. 2014;36(3):312–6. doi: https://doi.org/10.4103/0253-7176.1353884. Deja M, et al. Social support during intensive care unit stay might improve mental impairment and consequently health-related quality of life in survivors of severe acute respiratory distress syndrome. Crit Care. 16. Oktober 2006;10(5):R147. doi: https://doi.org/10.1186/cc50705. Allardyce J, et al. Social fragmentation, deprivation and urbanicity: relation to first-admission rates for psychoses. Br J Psychiatry 2005;187:401–6. doi: https://doi.org/10.1192/bjp.187.5.4016. Rodríguez-Artalejo F, et al. Social network as a predictor of hospital readmission and mortality among older patients with heart failure. J Card Fail 2006;12:621–7. doi: https://doi.org/10.1016/j.cardfail.2006.06.4717. He, X., et al. Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19. Nat Med (2020). doi: https://doi.org/10.1038/s41591-020-0869-5 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 22.04.2020
Dauer: 00:20:25

Weitere Informationen zur Episode "Nützlich und schädlich – die Folgen sozialer Isolation, auch in Corona-Zeiten"


Die schwierige Suche nach einer COVID-19-Therapie

Erste Daten aus klinischen Studien liegen schon vor.

Angesichts der COVID-19-Pandemie läuft die Suche nach Impfstoffen und Therapien auf Hochtouren. Allein auf der Website des Verbands forschender Arzneimittelhersteller, dem vfa, ist die Rede von „mindestens 80 Impfstoffprojekten“. Und zig Wirkstoffe und Kombinationen werden genannt, an denen geforscht wird. Im US-Studienregister clinicaltrials.gov findet man über 440 registrierte interventionelle Studien zu COVID-19. In der vergleichbaren EU-Datenbank EudraCT sind immerhin gut über 100 gemeldete klinische Forschungsprojekte registriert.In dieser Episode vom "CoronaUpdate" beschäftigen wir uns mit zwei Wirkstoffen, die momentan erforscht werden: Chloroquin und Remdesivir. Letzteres, ein RNA-Polymerasehemmer, hat jetzt in Studienpublikationen erste Wirksamkeitsnachweise angetreten. Doch wie aussagekräftig können diese Studiendaten sein?Und beim Malariamedikament Chloroquin war jüngst eine Studie teilweise abgebrochen worden, weil es unter der Hochdosistherapie zu Todesfällen kam. Dämpft das die Hoffnung für eine Arznei, die US-Präsident Donald Trump "ein starkes Medikament" nannte?Quellen:1. Jonathan Grein, et al. Compassionate Use of Remdesivir for Patients with Severe Covid-19. N Engl J Med April 10, 2020. DOI: https://doi.org/10.1056/NEJMoa20070162. Brandi N. Williamson, et al. Clinical benefit of remdesivir in rhesus macaques infected with SARS-CoV-2. bioRxiv 2020.04.15.043166; doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.15.0431663. Mayla Gabriela Silva Borba, et al., CloroCovid-19 Team. Chloroquine diphosphate in two different dosages as adjunctive therapy of hospitalized patients with severe respiratory syndrome in the context of coronavirus (SARS-CoV-2) infection: Preliminary safety results of a randomized, double-blinded, phase IIb clinical trial (CloroCovid-19 Study). medRxiv 2020.04.07.20056424; doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.07.200564244. David N. Juurlink. Safety considerations with chloroquine, hydroxychloroquine and azithromycin in the management of SARS-CoV-2 infection. CMAJ Apr 2020, cmaj.200528; DOI: https://doi.org/10.1503/cmaj.200528 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 21.04.2020
Dauer: 00:19:51

Weitere Informationen zur Episode "Die schwierige Suche nach einer COVID-19-Therapie"


Streit um Telefon-AU – werden Hausärzte nun zu SARS-Superspreadern?

Berichte aus Italien zeigen, wie sehr Hausärzte dem Coronavirus ausgesetzt sind

Ein Bericht aus der Lombardei zeigt, wie sehr Hausärzte dem Coronavirus SARS-CoV-2 ausgesetzt sind. In einer Umfrage, an der fast dreihundert Allgemeinmediziner teilgenommen haben, hatte fast jeder zweite Befragte COVID-19-Symptome angegeben. Doch getestet wurden nur die Allerwenigsten.Die italienischen Autoren schlussfolgern, dass Hausärzte und ihr Praxispersonal selbst zu Verbreitern des Virus werden können. Besonders gefährdet wären dann ihre älteren, chronisch kranken oder multimorbiden Patienten.Und just in dieser Zeit hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) von Ärzten und Krankenkassen die Möglichkeit telefonischer AU-Bescheinigungen zunächst nicht verlängert. Patienten hätten seit Montag (20.4.) wieder in die Arztpraxis gemusst, wenn sie eine Krankmeldung brauchen. Der GBA hat kurz darauf angekündigt, die Tele-AU nun wohl doch zu verlängern.Wir fragen deswegen in diesem "CoronaUpdate": Werden Hausärzte jetzt zu SARS-Superspreadern? Und bräuchte es telefonische AU-Bescheinigungen nicht grundsätzlich, also nicht nur in Corona-Zeiten?Quellen:1. Fiorino G, Colombo M, Natale C, et al. Clinician Education and Adoption of Preventive Measures for COVID-19: A Survey of a Convenience Sample of General Practitioners in Lombardy, Italy. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 15 April 2020]. doi: https://doi.org/10.7326/M20-1447 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 20.04.2020
Dauer: 00:13:22

Weitere Informationen zur Episode "Streit um Telefon-AU – werden Hausärzte nun zu SARS-Superspreadern?"


Leben mit Corona – "Wir dürfen keine gesellschaftliche PTBS entwickeln"

SARS-CoV-2 wird unter uns bleiben, nur wie sollen wir damit umgehen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist in der Menschheit angekommen – und dort wird es wohl bleiben. Das Virus könnte ein neuer „Nachbar“ von Influenza und anderen Krankheitserregern werden, ein womöglich saisonaler-endemischer Gast in unseren Wohnzimmern, Arztpraxen und Kliniken.Doch wie sollen wir damit umgehen? Denn noch gibt es keine Impfung, und auch von einer Herdenimmunität sind wir einstweilen noch weit entfernt. Wird der nächste Lockdown folgen, wenn nach ersten Lockerungen die Erkrankungszahlen wieder steigen? Denn eine Herdenimmunität werden wir nicht erzwingen können.Und es stellt sich die Frage, wie unser Leben nach Corona sein wird. Werden wir bei künftigen Epidemien mit ähnlichen Kontaktbeschränkungen wie jetzt reagieren? Werden wir in Zukunft immer dann Konzerte absagen, Stadien und Schulen schließen, wenn eine saisonale Influenzawelle stark verläuft?Die letzten drei Monate könnten nachhaltige Wirkung auf unser Gesundheitswesen und unser gesellschaftliches Verständnis haben: Könnte unser Zugang zu viralen Erkrankungen womöglich ein anderer sein? Werden sich Werte verschieben – hin zu einer immer spezialistischeren Sichtweise, oder eher zu einer multidisziplinären Perspektive? Wird sich in unserer Gesellschaft ein Gesundheitspaternalismus entwickeln?Eine "CoronaUpdate" über das Leben mit COVID-19. Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 17.04.2020
Dauer: 00:16:56

Weitere Informationen zur Episode "Leben mit Corona – "Wir dürfen keine gesellschaftliche PTBS entwickeln""


Was uns klinische Daten zu COVID-19 aus der Lombardei und Aachen verraten

Und die Unterschiede zwischen CFR, Letalität und Mortalität

Was Aachen und die Lombardei gemeinsam haben? Beide Regionen sind besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffen. In den dortigen Krankenhäusern mussten Ärzte sehr schnell eine hohe Zahl von COVID-19-Patienten versorgen.Ihre Erfahrungen sammeln sie mittlerweile in Studien. In dieser Episode vom "CoronaUpdate" stellen wir zwei aktuelle Arbeiten vor und blicken näher auf die Ergebnisse. Wir fragen uns: Welche klinischen Lehren können wir aus diesen Fallserien ziehen?Überhaupt stellen wir die Frage: Welche Evidenzgrenzen haben Fallserien, welche Aussagekraft haben andere Studientypen und Studiendesigns?Und zu guter Letzt klären wir noch die Unterschiede zwischen Fallsterblichkeit oder Case Fatality Rate (CFR), Letalität und Mortalität.Quellen:1. Grasselli G, Zangrillo A, Zanella A, et al. Baseline Characteristics and Outcomes of 1591 Patients Infected With SARS-CoV-2 Admitted to ICUs of the Lombardy Region, Italy. JAMA. Published online April 06, 2020. doi: https://doi.org/10.1001/jama.2020.53942. Dreher M, Kersten A, Bickenbach J, Balfanz P, Hartmann B, Cornelissen C, Daher A, Stöhr R, Kleines M, Lemmen SW, Brokmann JC, Müller T, Müller-Wieland D, Marx G, Marx N: The characteristics of 50 hospitalized COVID-19 patients with and without ARDS. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 271–8. doi: https://doi.org/10.3238/arztebl.2020.0271 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 16.04.2020
Dauer: 00:23:21

Weitere Informationen zur Episode "Was uns klinische Daten zu COVID-19 aus der Lombardei und Aachen verraten"


Masken tragen – "Für die Wirksamkeit des Fallschirms braucht es erstmal keine Studie"

Über die Beweise für das Tragen von Masken und die Grenzen der Evidenz

Für den schrittweisen Ausstieg aus dem Lockdown fordern Wissenschaftler und Politiker unter anderem das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit, zumindest in speziellen Situationen, etwa in Bussen und Bahnen.Wie wirksam aber wäre der Schutz vor SARS-CoV-2, würden alle Bürger Masken tragen? Ließe sich die Pandemie damit bezwingen? Oder wiegen wir uns mit ihnen vielleicht nur in trügerischer Sicherheit?Die Forschung hat sich des Themas schon vor Jahren angenommen und ist auch jetzt angesichts der Coronavirus-Pandemie aktiv. Gesucht wird nach dem Beweis, welche Masken was nützen.In dieser Episode vom "CoronaUpdate" sichten wir die jüngste Literatur.Quellen:1. Lydia Bourouiba. A Sneeze. N Engl J Med 2016; 375:e15. doi: https://doi.org/10.1056/NEJMicm1501197.2. Greenhalgh Trisha, Schmid Manuel B, Czypionka Thomas, Bassler Dirk, Gruer Laurence. Face masks for the public during the covid-19 crisis BMJ 2020; 369 :m1435. doi: https://doi.org/10.1136/bmj.m1435 3. Marasinghe KM. A systematic review investigating the effectiveness of face mask use in limiting the spread of COVID-19 among medically not diagnosed individuals: shedding light on current recommendations provided to individuals not medically diagnosed with covid-19. Version 2. Research Square 2020.[Preprint.] doi: https://doi.org/10.21203/rs.3.rs-16701/v24. Long Y, Hu T, Liu L, et al. Effectiveness of N95 respirators versus surgical masks against influenza: A systematic review and meta-analysis. J Evid Based Med2020. doi: https://doi.org/10.1111/jebm.12381 pmid:321672455. MacIntyre CR, Cauchemez S, Dwyer DE, et al. Face mask use and control of respiratory virus transmission in households. Emerg Infect Dis2009;15:233-41. doi: https://doi.org/10.3201/eid1502.081166 pmid:191932676. Jefferson T, Del Mar CB, Dooley L, et al. Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses. Cochrane Database Syst Rev2011;7:CD006207. doi: https://doi.org/10.1002/14651858.CD006207.pub4 pmid:217354027. Cowling BJ, Zhou Y, Ip DK, Leung GM, Aiello AE. Face masks to prevent transmission of influenza virus: a systematic review. Epidemiol Infect2010;138:449-56. doi: https://doi.org/10.1017/S0950268809991658 pmid:200926688. Aledort JE, Lurie N, Wasserman J, Bozzette SA. Non-pharmaceutical public health interventions for pandemic influenza: an evaluation of the evidence base. BMC Public Health2007;7:208. doi: https://doi.org/10.1186/1471-2458-7-208 pmid:176973899. Xiao J, Shiu EYC, Gao H, et al. Nonpharmaceutical measures for pandemic influenza in nonhealthcare settings-personal protective and environmental measures. Emerg Infect Dis2020;26. doi: https://doi.org/10.3201/eid2605.190994 pmid:3202758610. Brainard JS, Jones N, Lake I, et al. Facemasks and similar barriers to prevent respiratory illness such as COVID-19: A rapid systematic review. MedRxiv 2020.04.01.20049528 [Preprint.] 2020 doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.01.2004952811. Cowling BJ, Ali ST, Ng TW, et al. Impact assessment of non-pharmaceutical interventions against COVID-19 and influenza in Hong Kong: an observational study. medRxiv 2020.03.12.20034660. [Preprint.] doi: https://doi.org/10.1101/2020.03.12.2003466012. Bae S, Kim M, Kim JY, et al. Effectiveness of Surgical and Cotton Masks in Blocking SARS–CoV-2: A Controlled Comparison in 4 Patients. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 6 April 2020]. doi: https://doi.org/10.7326/M20-1342 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 15.04.2020
Dauer: 00:21:27

Weitere Informationen zur Episode "Masken tragen – "Für die Wirksamkeit des Fallschirms braucht es erstmal keine Studie""


Die Validität von Antikörper-Tests – und das Problem der Repräsentativität

Eine Evidenz-Update zu ELISA und der Gangelt-Studie

Die offiziellen Zahlen zur Corona-Pandemie zeigen uns nur ein Zerrbild: nämlich nur die Daten der laborbestätigten Fälle. Um aber das wahre Ausmaß der Epidemie hierzulande abschätzen zu können, braucht es andere Daten. Reihenweise sind jetzt Studien angelaufen, die das untersuchen sollen. Die Forscher wollen die Durchseuchung der Bevölkerung ermitteln – über repräsentative Stichproben. Damit könnten sie auch feststellen, wie viele Menschen womöglich immun gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 sind, etwa weil sie eine Infektion längst unbemerkt durchgemacht haben.Erste vorläufige Ergebnisse einer solchen Studie gibt es in Deutschland bereits für das Örtchen Gangelt im schwer betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Doch kaum waren die ersten Daten am Gründonnerstag veröffentlicht, kam Kritik an der Untersuchung auf.In dieser Episode vom "CoronaUpdate" beschäftigen wir uns näher mit der Gangelt-Studie und der Kritik daran. Ist sie womöglich berechtigt? Welche Schlüsse können wir aus einer Erhebung in einem kleinen Ort für die ganze Republik ziehen?Und wie verlässlich sind die Testverfahren, die die Forscher für diese Untersuchungen einsetzen? Eine neue Validitätsstudie aus Kopenhagen lässt nämlich einige Zweifel an Antikörpertests aufkommen.Quellen:1. Hendrik Streeck, Gunther Hartmann, Martin Exner, Matthias Schmid. Vorläufiges Ergebnis und Schlussfolgerungen der COVID-19 Case-ClusterStudy (Gemeinde Gangelt). www.land.nrw. 9. April2. Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) e.V. 7. April3. Ria Lassaunière, Anders Frische, Zitta B Harboe, Alex CY Nielsen, Anders Fomsgaard, Karen A Krogfelt, Charlotte S Jørgensen. Evaluation of nine commercial SARS-CoV-2 immunoassays. medRxiv 2020.04.09.20056325; doi: 10.1101/2020.04.09.20056325 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 14.04.2020
Dauer: 00:19:25

Weitere Informationen zur Episode "Die Validität von Antikörper-Tests – und das Problem der Repräsentativität"


Medizin in Krisenzeiten – "'One size fits all' funktioniert nicht!"

Wie Patienten angesichts Corona adäquat versorgt werden können

Medizinische Versorgung, so scheint es, findet im Moment nur mehr im intensivmedizinischen Setting im Kontext von COVID-19 statt. Das ist zumindest das medial oft vermittelte Bild. Was aber geschieht mit all den Diabetikern, Menschen mit Rhythmusstörungen oder mit chronischen Wunden? Wer versorgt all jene, die sonst das medizinische Versorgungsgeschehen ausmachen, wenn Praxen unter Quarantäne stehen oder Ärzte zu Pflichtdiensten herangezogen werden oder in Abstrichzentren Dienst tun?In diesem „CoronaUpdate“ reden wird über die medizinische Versorgung in Zeiten der Krise. Denn das SARS-CoV-2 schert sich nicht um die 700 Millionen ambulanten Behandlungsfälle, die es auch ohne das neue Coronavirus jährlich in Deutschland gibt. Diese Patienten, sagt DEGAM-Präsident Martin Scherer, müssen nach wie vor gut versorgt werden. Und es müssen Risikopatienten identifiziert und geschützt werden. Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 09.04.2020
Dauer: 00:24:34

Weitere Informationen zur Episode "Medizin in Krisenzeiten – "'One size fits all' funktioniert nicht!""


Gibt es wegen SARS-CoV-2 mehr tödliche Herzinfarkte?

Über die medizinische Kollateralschäden des Lockdowns

Die Gesellschaft, die Politik kennt im Moment kaum ein anderes Thema als die Coronavirus-Pandemie. Wir sind im Corona-Tunnel. Doch welche Folgen hat er, welche Kollateralschäden könnten wir mit den Maßnahmen vielleicht sogar provozieren? Und zwar mit besonderem Blick auf die medizinische Versorgung.In dieser Folge vom "CoronaUpdate"-Podcast reden wir über die paradoxe Situation, dass gleichzeitig Arztpraxen im Moment leer stehen, viele Menschen aber medizinisch oder pflegerisch nur schwer betreut werden können.Wir schauen in die wissenschaftliche Literatur und suchen nach möglichen medizinischen Kollateralschäden, die der Lockdown verursachen könnte. Gibt es beispielsweise Evidenz, dass Herzinfarkte nicht schnell genug behandelt werden? Und könnte dadurch sogar die Zahl der Todesfälle steigen?Und wie wirkt sich Homeoffice auf die Gesundheit aus? Welche Belastungen bringt die Pandemie für Gesundheitspersonal mit sich? Und was bedeutet der Lockdown für die Betreuung von Pflegebedürftigen? Als das sind unsere Themen in diesem "CoronaUpdate".Quellen von Martin Scherer:[1] Bussche et al. Umfang und Typologie der Häufignutzung in der vertragsärztlichen Versorgung der älteren Bevölkerung - Eine Analyse auf der Basis von GKV-Abrechnungsdaten. ZEFQ 2013; 107(7): 435-441. doi: https://doi.org/10.1016/j.zefq.2012.12.025[2] Tam et al. Impact of Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Outbreak on ST-Segment-Elevation Myocardial Infarction Care in Hong Kong, China. Circ Cardiovasc Qual Outcomes 2020; Mar 17: CIRCOUTCOMES120006631. doi: https://doi.org/10.1161/CIRCOUTCOMES.120.006631[3] Qiu et al.: A nationwide survey of psychological distress among Chinese people in the COVID-19 epidemic: implications and policy recommendations. General Psychiatry 2020; 33: e100213. doi: https://doi.org/10.1136/gpsych-2020-100213[4] Lai et al.: Factors Associated With Mental Health Outcomes Among Health Care Workers Exposed to Coronavirus Disease 2019. JAMA Network Open 2020; 3(3): e203976. doi: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2020.3976 [5] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Ambulante-Pflege-in-der-Corona-Krise,corona1342.html[6] https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/corona-krise-ambulante-pflege-vor-dem-aus,Rv0Abmh[7] https://www.br.de/nachrichten/wissen/arztbesuche-waehrend-der-corona-krise,Rv6xhx3 Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 08.04.2020
Dauer: 00:25:35

Weitere Informationen zur Episode "Gibt es wegen SARS-CoV-2 mehr tödliche Herzinfarkte?"


Der "Corona-Tunnel" – und seine Folgen für die Medizin

Die Konsequenzen der Fokussierung auf nur noch ein Thema

Alles dreht sich im Moment um das neue Coronavirus SARS-CoV-2. Politik und Gesellschaft sind im Krisenmodus, im "Corona-Tunnel". Unser Fokus liegt ganz auf Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen. Das Ziel: die Gesundheitssysteme und vor allem Risikogruppen vor dramatischen Folgen schützen.Doch was passiert mit uns, mit den Gesellschaften, wenn unser Blickfeld eingeschränkt ist? Was könnte ein Tunnelblick für uns bedeuten? Und wie kämen wir wieder daraus?In dieser Episode vom "CoronaUpdate" reden wir über die "Virtualisierung unseres Lebens" in einer "unbedingten Realität". Wir reden über die Folgen eines Tunnelblicks für die medizinische Versorgung. Was bedeuten all die getroffenen Maßnahmen für Menschen, die schon vor Corona an einer Krankheit gelitten haben?Und wir fragen uns, was aus Digitalisierung, Klimaschutz, Organspende und der Reform der Notfallversorgung in Deutschland geworden ist. Get full access to EvidenzUpdate at www.evidenzupdate.de/subscribe

Erschienen: 07.04.2020
Dauer: 00:21:12

Weitere Informationen zur Episode "Der "Corona-Tunnel" – und seine Folgen für die Medizin"


Podcast "EvidenzUpdate-Podcast"
Merken
QR-Code