Wolfgang Niedecken, Frontmann der kölschen Band BAP, ist nicht nur einer der bekanntesten Deutschrocker, sondern auch ein ernstzunehmender politischer Intellektueller – diese These vertritt Jens Ivo Engels in seinem neuen Buch „Rock und Politik“. In den Texten von BAP spiegeln sich Fragen über das „richtige Leben“, über Krieg und Frieden, über den Kampf gegen rechts. Damit stehen sie für ein breiteres Phänomen: die Etablierung linksliberaler Ansichten durch Rockmusik im BRD-Mainstream der 1980er und 1990er Jahre. Was machte ausgerechnet Niedecken, BAP und ihre Fans zum Vorzeigebeispiel für diese Entwicklung? Wie wird man vom Musiker zum politischen Vordenker? Und was hat sich dadurch tatsächlich verändert? Darüber sprechen wir mit Jens Ivo Engels in der neuesten Episode von Wagnis Wissen. Jens Ivo Engels ist seit 2008 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Technischen Universität Darmstadt. Seine Hauptforschungsschwerpunkte sind Geschichte der Korruption, Umweltgeschichte, Geschichte von Infrastrukturen sowie Monarchie. Er ist außerdem geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift "Neue Politische Literatur". Bei Böhlau/De Gruyter Brill hat er das Buch "Rock und Politik: Wolfgang Niedecken, BAP und die politische Kultur im späten 20. Jahrhundert" veröffentlicht.
Erschienen: 02.10.2026
Dauer: 00:44:25
Weitere Informationen zur Episode "Wolfgang Niedecken und BAP – wieviel Politik steckt im Rock?"
Sei es über einschlägige Telegram-Gruppen oder algorithmisch gesteuerte Social-Media-Feeds: Verschwörungstheorien, Fake News und Hatespeech verbreiten sich besonders effektiv innerhalb von Filterblasen und digitalen Echokammern. Abweichende Meinungen werden dabei kategorisch abgeschmettert – oder kommen gar nicht erst vor. In Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierung stellt sich die Frage: Wie kommt man überhaupt noch ins Gespräch, wenn reine Fakten als Argumente nicht mehr überzeugen?Antworten auf diese Frage liefert uns Dr. Sarah Pohl in der neuesten Folge von „Wagnis Wissen“. Sie ist Diplom-Pädagogin, systemische Paar- und Familienberaterin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und leitet die Zentrale Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen des Landes Baden-Württemberg (ZEBRA/BW). Bei V&R/De Gruyter Brill hat sie zuletzt das Buch „Kann man Filterblasen platzen lassen?“ veröffentlicht.
Erschienen: 04.09.2026
Dauer: 00:39:40
Weitere Informationen zur Episode "Wie kann man Filterblasen platzen lassen?"
Ob Einhörner, Basilisken oder Wolpertinger – Fabeltiere bevölkern seit jeher Märchen, Mythen und Sagen im europäischen Raum. Doch an so manches fantastische Tierwesen scheint die Erinnerung langsam aber sicher zu verblassen. In der neuesten Folge von Wagnis Wissen befassen wir uns mit der Frage, was passiert, wenn Elwetritsche, Rollibock und Co. aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. „Brauchen“ wir Fabeltiere heutzutage überhaupt noch oder ist es Zeit, den Aberglauben ad acta zu legen?Darüber – und mehr – sprechen wir mit dem Sagenforscher, Biologen und Schriftsteller Dr. Florian Schäfer. Zusammen mit Janin Pisarek und Hannah Gritsch hat er bei De Gruyter Brill/Böhlau die Sachbücher "Fabeltiere" und "Hausgeister" veröffentlicht. Im Rahmen des Projekts „Forgotten Creatures“ baut er lebensgroße Skulpturen mythologischer Wesen nach und kuratiert Ausstellungen, die vergessene Kreaturen wieder sichtbar machen. Außerdem ist er, zusammen mit Elif Siebenpfeiffer, Autor einer preisgekrönten Fantasy-Trilogie.
Erschienen: 07.08.2026
Dauer: 00:38:53
Weitere Informationen zur Episode "Warum sollten wir Fabeltiere vor dem Aussterben retten?"
Viele Menschen fürchten sich vor dem Älterwerden – vor Einsamkeit, Krankheit und Hilfsbedürftigkeit. Doch stimmt dieses Schreckensbild wirklich? Ab wann gilt man überhaupt als „alt“? Und bringt jedes zusätzliche Lebensjahr tatsächlich nur neue Einschränkungen – oder gibt es auch Entwicklungen, die unsere Lebensqualität im Alter verbessern? Darüber sprechen wir in dieser Folge von „Wagnis Wissen“ mit Prof. Dr. Hans-Werner Wahl.Hans-Werner Wahl ist Psychologe und Alternsforscher. An der Universität Heidelberg ist er als Seniorprofessor des Netzwerks AlternsfoRschung tätig. Zusammen mit Denis Gerstorf hat er bei De Gruyter Brill den Artikel „SubjektiveAlternsprozesse – Veränderungen über die vergangenen Jahrzehnte“ im Journal Public Health Forum veröffentlicht.
Erschienen: 03.07.2026
Dauer: 00:40:28
Weitere Informationen zur Episode "Ist Altern besser als sein Ruf?"
Ob Ableismus, Rassismus oder Queerfeindlichkeit – Diskriminierung hat viele Gesichter. Der Schulalltag spiegelt dabei oft wider, was die Gesellschaft prägt. Warum sind viele Lehrkräfte im Umgang mit diskriminierenden Verhaltensweisen so unsicher? Welche Rolle spielt das aktuelle politische Klima? Und was braucht es über den guten Willen hinaus, damit aus dem Klassenzimmer ein sicherer Ort für alle wird? Darüber sprechen wir mit Pauline Seuß in dieser Folge von „Wagnis Wissen“.Pauline Seuß ist studierte Kultur- und Sozialanthropologin und Kulturwissenschaftlerin. Nach jahrelanger Selbstständigkeit als Referentin und Moderatorin im Bereich Demokratieförderung mit Jugendlichen und Erwachsenen hat sie gemeinsam mit Julika Brandner-Weber das Bildungsinstitut für inklusive Vielfalt gegründet. Gemeinsam haben sie auch das Buch „Diskriminierungssensible Bildung: Ein Werkzeugkoffer für die pädagogische Praxis" bei V&R/De Gruyter Brill veröffentlicht.
Erschienen: 05.06.2026
Dauer: 00:35:59
Weitere Informationen zur Episode "Wie wird aus dem Klassenzimmer ein Ort für alle?"
Nach weit verbreitetem Glaube befindet sich unsere moderne Gesellschaft in einem „Zeitalter der Einsamkeit“ – doch war früher wirklich alles besser? Welche sozialen Gruppen sind am meisten von Einsamkeit betroffen? Was meinen wir überhaupt, wenn wir von Einsamkeit sprechen? Wir sprechen mit dem Soziologen Dr. Janosch Schobin über ein Phänomen, das schwerer zu fassen ist, als es scheint.Janosch Schobin forscht an der Universität Göttingen vor allem zu Freundschaft, sozialer Isolation, Familie, Arbeit und Spiel. Außerdem berät er die Bundesregierung im Kompetenznetz Einsamkeit des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Dort entwickelt er regelmäßig das Einsamkeitsbarometer mit.Bei De Gruyter Brill hat er den Beitrag "All The Lonely People? Warum uns moderne Gesellschaften (noch) nicht einsamer machen" veröffentlicht, im Band "Einsamkeit, Sinnsuche, Teilhabe".
Erschienen: 01.05.2026
Dauer: 00:48:18
Weitere Informationen zur Episode "Ist die Einsamkeitsepidemie ein Mythos?"
Wirtschaftliches Wachstum gilt als Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Fortschritt. Doch das war nicht immer so – erst in den 1950er Jahren wurde das Bruttoinlandsprodukt zum zentralen Maßstab für das Wohlergehen eines Landes. Zu Unrecht?In dieser Episode von „Wagnis Wissen" sprechen wir mit dem Wirtschafts- und Umwelthistoriker Matthias Schmelzer über "Degrowth" – die Idee, dass weniger Wachstum nicht Rückschritt, sondern Fortschritt bedeuten könnte. Können wir mit einem Abschied von der Wachstumslogik die Klimakrise bekämpfen? Und wie umsetzbar wäre ein solch radikaler Wandel überhaupt?Matthias Schmelzer ist Wirtschafts- und Umwelthistoriker und Professor für sozial-ökologische Transformationsforschung an der Europa-Universität Flensburg. Bei De Gruyter Brill hat er im "De Gruyter Handbook of Degrowth" den Beitrag "‘Without Growth, Everything is Nothing’: On the Origins of Growthism" veröffentlicht.
Erschienen: 03.04.2026
Dauer: 00:37:36
Weitere Informationen zur Episode "Degrowth: Wie sieht eine Zukunft ohne Wachstum aus?"
Generative KI erzeugt Texte, Musik und Bilder – oft scheinbar ohne menschliches Zutun. Damit geraten grundlegende Fragen über Autorschaft und Verantwortung ins Wanken. Wie schaffen wir es in einer von digitalen Technologie durchdrungenen Welt handlungsfähig zu bleiben, ohne den Menschen aus dem Zentrum zu verlieren? Und was passiert mit unserem Verständnis von Kreativität, wenn Maschinen zunehmend an künstlerischen Prozessen beteiligt sind? Darüber sprechen wir in „Wagnis Wissen“ mit der Philosophin und Kunsthistorikerin Dr. Dorothea Winter.Dorothea Winter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Angewandte Ethik an der Humanistischen Hochschule Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Demokratietheorie, Ethik, Erkenntnistheorie und Feminismus. Bei De Gruyter Brill hat sie das Buch „Rationalität– Freiheit – Verantwortung: Beiträge zur Philosophie Julian Nida-Rümelins“ mitherausgegeben. Gemeinsam mit Nina Zuber steuerte sie außerdem das Kapitel „Digitaler Humanismus: Die unverzichtbare Rolle menschlicher Autorschaft im Zeitalter der Technologie“ bei. Ihr Buch „KI, Kunst und Kitsch. Ein philosophischer Aufreger“ erschien 2023 bei Carl Auer.
Erschienen: 06.03.2026
Dauer: 00:37:08
Weitere Informationen zur Episode "Was heißt Menschsein im Zeitalter kreativer Maschinen?"
Im Zeitalter der Polykrisen stehen die Geisteswissenschaften zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Brauchen wir sie überhaupt noch? Und wenn ja, warum fällt es vielen Geisteswissenschaftler*innen so schwer, selbstbewusst mit ihrer Forschung an die Öffentlichkeit zu gehen?In „Wagnis Wissen“ sprechen wir mit dem Literaturwissenschaftler Johannes Franzen über die Vertrauenskrise der Geisteswissenschaften und wie diese überwunden werden kann.Johannes Franzen ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Mannheim und Autor verschiedener Bücher. Im Newsletter „Kultur und Kontroverse“ schreibt er über kulturelle Konflikte der Gegenwart. In seinem Essay „Die Geisteswissenschaften und die Öffentlichkeit – Szenen einer Legitimationskrise“, veröffentlicht in dem Open-Access-Band „Überzeugungskräfte: Über das Vertrauen in Wissenschaft (und Pseudowissenschaft)“ (Brill, 2025), setzt er sich mit dem Thema der aktuellen Folge auseinander. Foto: Marion Koell
Erschienen: 06.02.2026
Dauer: 00:35:31
Weitere Informationen zur Episode "Wie kommen die Geisteswissenschaften aus der Vertrauenskrise?"
Die deutsche Erinnerungskultur und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus gelten weltweit als vorbildlich. Aber war die Demokratisierung der Deutschen nach 1945 wirklich eine lupenreine Erfolgsgeschichte? Die Historikerin und Antisemitismusforscherin Stefanie Schüler-Springorum erzählt in ihrem neuen Buch "Unerwünscht" (S. Fischer) die Nachkriegsgeschichte aus der bisher unterbelichteten Perspektive der Opfer und Verfolgten der Nazis und rüttelt so am Selbstbild Deutschlands als Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung. Wir sprechen mit ihr bei WAGNIS WISSEN über Kontinuitäten von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus seit 1945 und gehen der Frage nach, wie neu gegenwärtige Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung wirklich sind.Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und seit 2011 Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, seit 2012 Ko-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und seit 2020 Leiterin des Berliner Standorts des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind deutsche und jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Geschlechtergeschichte und spanische Geschichte. Bei De Gruyter Brill sind von und mit ihr unter anderem diese Titel zum Thema erschienen: Antisemitismus und Rassismus (V&R), Handbuch Jüdische Studien (Böhlau).Bei S. Fischer Verlage: Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-RegimesFoto: G. Faller-Walzer
Erschienen: 09.01.2026
Dauer: 00:34:28
Weitere Informationen zur Episode "Demokratisierung der Deutschen: eine Erfolgsgeschichte?"