Podcast "Wer wir sind und warum das nicht klappte ..."

Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.

Podcast-Episoden

#29 Der Sachsenspiegel

Mit Heiner LückWenn einem im Mittelalter Unrecht geschehen war, dann konnte man nirgendwo nachschauen, wie der Täter bestraft werden könnte und ob man Anspruch auf Schadensersatz hat. Denn Gesetzbücher gab es damals nicht. Die gesamte Vorstellung von Recht und Ordnung war mündlich überliefert. Was zu einer Hochzeit dazu gehört, wie ein Diebstahl bestraft wird, wer den König wählt, oder was passiert, wenn jemand im Badehaus die Klamotten verwechselt. Für all diese Fälle gab es zwar Regeln, die waren aber nirgendwo gesammelt aufgeschrieben.  Bis Graf Hoyer von Falkenstein um das Jahr 1220 herum Eike von Repgow bat, alle Regeln, aus dem Recht der Sachsen aufzuschreiben. Und zwar nicht auf Latein, sondern auf Deutsch: auf „Mittelniederdeutsch“ um genau zu sein. Diese Sammlung schrieb Eike von Repgow zum Teil aus dem Kopf auf, weil es sich um mündlich überlieferte Rechtssätze handelte. Andere Teile hat er aus unterschiedlichen Handschriften in Kloster- und Dombibliotheken zusammengestellt. Der Sachsenspiegel ist eine der ältesten Regelsammlungen Deutschlands. Strafrecht, Öffentliches Recht, Vertragsrecht, Prozessrecht … alles was Eike wusste und finden konnte. Der Sachsensspiegel ist nicht nur eines der ältesten deutschen Rechtsbücher, er gibt auch einen Blick frei auf die Lebensverhältnisse vor 800 Jahren in unserem Land. Darüber spreche ich mit dem Juristen und Rechtshistoriker Prof. Dr. Heiner Lück von der Universität Halle. Seine Reisetipps und Fotos von den Bilderhandschriften findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 22.10.2025
Dauer: 00:50:25

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#28 Friedrich II. - Das Staunen der Welt!

Mit Julia Becker:Friedrich II. den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nannten seine Zeitgenossen bewundernd: Das Staunen der Welt. Wir sind im 13. Jahrhundert. Heinrich VI. hatte das deutsch-römische Reich von der Nordsee bis nach Sizilien ausgeweitet. Er starb allerdings mit Anfang 30. Sein Sohn Friedrich war mit zwei Jahren deutlich zu jung, um die Macht zu übernehmen. Daraufhin brach ein Thronstreit im deutsch-römischen Reich aus, der 14 Jahre dauerte. Nach drei Königen aus der Familie der Staufer wollte nun endlich die Familie der Welfen den Königs- und Kaiserthron für sich. Otto IV. setzte sich schließlich durch. Aber er blieb der einzige Welfe auf dem Königsthron. Denn er hielt sich nicht an seine Wahlversprechen, und  verlor bald den Rückhalt des Papstes und die Königskrone. In dieser Situation wurde von der staufischen Partei Friedrich II. wiederentdeckt. Er war inzwischen 17 Jahre alt und fern vom deutsch-römischen Thronstreit als Vollwaise in Palermo aufgewachsen. Über das schillernde Leben des letzten Kaisers aus der Familie der Staufer spreche ich in dieser Episode mit der Historikerin Dr. Julia Becker vom Schelling Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an der Uni Würzburg. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 16.10.2025
Dauer: 1:00:14

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#27 Die Nibelungen - Wer war Siegfried?

Mit Tobias Enseleit:Die Nibelungensage war schon Jahrhunderte alt, als sie aufgeschrieben wurde. Das Drama um Siegfried, Kriemhild, Gunther, Brünhild und Hagen von Tronje war im 13. Jahrhundert so populär, dass ein unbekannter Schreiber aus Passau sie auf Pergament festgehalten hat: 2400 Strophen nicht auf Latein, sondern auf deutsch, bzw. Mittelhochdeutsch. Damit lag sie im Trend. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts hatten auf deutsch geschriebene Texte Konjunktur. Über den Beginn der geschriebenen deutschen Sprache sprechen wir heute. Was faszinierte die Menschen im Mittelalter so sehr am Nibelungenlied? Steckt darin ein historischer Kern? Wer war zum Beispiel Siegfried? In der Renaissance gerieten die Nibelungen in Vergessenheit. 250 Jahre lang, hat sich keiner mehr für sie interessiert, bis sie im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurden und zum Nationalepos aufstiegen. Noch heute dient der Text als Vorlage für große Dramen. Was macht ihn so unkaputtbar? Darüber spreche ich mit Tobias Enseleit, Historiker und Germanist. Tobias ist einer der Köpfe hinter Mittelalter.digital, einer sehr empfehlenswerten Plattform, die Wissenschaftskommunikation mit Populärkultur zum Thema Mittelalter vernetzt. Hier der link: https://mittelalter.digital/ Seine Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 08.10.2025
Dauer: 1:01:10

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#26 Die Inquisition und das Ideal der Armut

Mit Gisela Muschiol und Sr. Jakoba Zöll:Die Armutsbewegung im Mittelalter war eine Gegenbewegung zu dem boomenden Fernhandel, den aufblühenden Städten und der neuen Geldwirtschaft. Die Einführung von Geld machte den Handel mit den Warenströmen viel effizienter. So wurden einige Wenige reich, der großen Teil der Bevölkerung blieb aber weiterhin bitterarm. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnete sich. Auch das Gefälle zwischen den wachsenden Schätzen der Kirche und den mittellosen Gläubigen wurde immer steiler. Es gründete sich eine religiöse Gegenbewegung  „ von unten“. Ihre Vertreter forderten die Rückbesinnung auf das christliche Gebot der Armut. Dieser Konflikt zwischen der bitterarmen Basis und der reichen Kirche war die Ursache für Gegenkirchen, Ketzerkreuzzüge, die Gründung von Bettelorden und die Erfindung der Inquisition. In unserer Geschichte verkörpert diesen Konflikt kein Mensch besser, als eine weitere starke Frau des Mittelalters: Elisabeth von Thüringen. Mit Prof. Dr. Gisela Muschiol und Sr. Jakoba Zöll vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn spreche ich über Elisabeth und die Welt, in der sie lebte. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 02.10.2025
Dauer: 1:02:30

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#25 Die Ritter

Mit Andrej Pfeiffer-Perkuhn vom Geschichtsfenster: Wir schreiten die rund 1000 Jahre ab, in denen es Ritter im heutigen Deutschland gab. Obwohl der „letzte Ritter“, Kaiser Maximilian wurde so genannt,  vor über 500 Jahren starb, wird noch heute in Büchern, Filmen, Videospielen und Songs an diese Kämpfer auf dem Pferd erinnert.  Wir knüpfen an im Jahr 1184. Kaiser Friedrich Barbarossa lud auf die Rheinwiesen bei Mainz ein. Zum spektakulärsten Hoffest des Mittelalters. 70.000 Gäste aus dem ganzen Reich. Davon 20.000 Ritter, die für Turniere angereist waren… Der Kult um die berittenen Kämpfer hatte seinen Höhepunkt erreicht mit Minnesang und Ritterlichkeit. Ich will das Phänomen Ritter verstehen. Was war echt? Und was ist nur Mythos?  Darüber spreche ich mit dem Macher vom Geschichtsfenster Andrej Pfeiffer Perkuhn. https://www.youtube.com/geschichtsfenster Seine Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 24.09.2025
Dauer: 1:35:00

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#24 Richard Löwenherz: Ich bin ein King - Holt mich hier raus!

Mit Franziska Quaas:Es war die spektakulärste Gefangennahme des Mittelalters. Richard Löwenherz, König von England, Herrscher über halb Frankreich und berühmter Kreuzfahrer wollte sich inkognito an Wien vorbeischleichen. Als Händler verkleidet. Aber: Die Münzen, mit denen er seine Einkäufe bezahlte, erregten Aufsehen. Schließlich verriet ihn sein königlicher Ring, der unter dem zerschlissenen Ärmel hervorlugte. Beim Hühnchenessen in einer heruntergekommenen Kaschemme wurde er im Dezember 1192 festgenommen. Diese Verhaftung übernahm der Herzog Leopold von Österreich persönlich. Er soll den berühmten Gefangenen voller Schadenfreude ausgelacht haben. Wieso der König von England verhaftet wurde, wie sehr die anschließende Lösegeldforderung sein Land  in den Ruin trieb und wie die 35 Tonnen Silber schließlich den Lauf unserer Geschichte beeinflussten, darüber spreche ich heute mit der Historikerin Dr. Franziska Quaas. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 18.09.2025
Dauer: 00:57:34

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#23 Hildegard von Bingen

Mit Gisela Muschiol:Während Barbarossa zusammen mit Heinrich dem Löwen das neue Machtzentrum im römisch-deutschen Reich bildete, war Hildegard von Bingen das Zentrum für Glaubens- und Gewissensfragen. Hoch über dem Rhein thronte das Orakel Gottes. Jeder Schifferjunge auf dem Fluss kannte Hildegard von Bingen. Wenn man von Mainz flussabwärts fährt, passiert man auf der linken Seite Ingelheim, dort stand die alte Kaiserpfalz. 10 Kilometer weiter mündet bei Bingen die Nahe in den Rhein. Hoch über Rhein und Nahe, residierte die Prophetin mit weitem Blick über die alten römischen Fernhandelswege nach Köln und Trier. Der mächtigste Kirchenfürst, der Erzbischof von Mainz, lebte in Reichweite und die Lieblingspfalz des Kaisers war zu Fuß zu erreichen. Erzbischöfe, Bischöfe, Äbtissinnen und Äbte zog es zu ihr hinauf den Rupertsberg. Oft nahmen sie den beschwerlichen Weg persönlich auf sich, noch öfter schickten sie Briefboten. Nicht allen Bitten konnte sie entsprechen. Einige Briefe blieben trotz drängender Nachfragen unbearbeitet. Es waren einfach zu viele. Mit Prof. Dr. Gisela Muschiol spreche ich über das Leben einer der stärksten Frauen des Mittelalters. Ihre Reisetipps und mehr Infos findet Ihr unter: www.99xGeschichte.de Dieser Podcast ist Mitglied der Netzwerke #Historytelling und www.wissenschaftspodcasts.de #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 11.09.2025
Dauer: 00:38:18

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#22 Barbarossa

Mit Knut Görich

Erschienen: 04.09.2025
Dauer: 00:55:55

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#21 Die Welfen

Mit Bernd SchneidmüllerDie Welfen waren im Mittelalter reicher und wahrscheinlich mächtiger als mancher König und der Kaiser selbst. Eine Familie, die häufig kurz davor war, die Herrschaft im deutsch-römischen Reich zu übernehmen, es aber nur einmal für wenige Jahre geschafft hat. In dieser Folge unternehmen wir einen Ausflug von der Chronologie der Geschichte und fokussieren uns auf die älteste Adelsfamilie Deutschlands. Die Welfen sind heute besser bekannt als das „Haus Hannover“. Die Familie ist mindestens 1280 Jahre alt und noch heute begegnet sie uns in der Berichterstattung. Schon im Mittelalter waren sie eine international vernetzte Familie mit Verwandten in Oberitalien, West- und Ostfranken. Warum trotzdem die Aura des „Zukurzgekommenseins“ diese historische Familie umwehte, bespreche ich mit Prof. Dr. Bernd Schneidmüller in dieser Podcastfolge. Mehr Infos: www.99xgeschichte.de Die Reisetipps: Top 1: Braunschweig: Die Burg Dankwarderode ist leider geschlossen. Das Ensemble mit dem Dom ist trotzdem sehr sehenswert. https://www.braunschweigerdom.de/ Top 2: Hannover Herrenhausen https://herrenhaeuser-gaerten.hannover.de/ Top 3: Kloster Weingarten https://www.stadt-weingarten.de/kultur-freizeit-tourismus/tourismus/barock-basilika-blutfreitag/Klosteranlage #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 28.08.2025
Dauer: 00:47:09

Weitere Informationen zur Episode "#21 Die Welfen"


#20 Die Kreuzzüge

Mit Kristin SkottkiWir sind im Jahr 1095. Also am Ende des 11. Jahrhunderts. Der Gang nach Canossa war 18 Jahre her, und der Salier Heinrich IV. regierte immer noch. Allerdings hatte sein welthistorischer Konflikt mit Papst Gregor VII. einen Keil zwischen die deutschen Fürsten getrieben. Sie waren entweder Gegner oder Anhänger Heinrichs. Seine Gegner wählten einen deutschen Gegenkönig: Rudolf von Rheinfelden. Mit ihm lieferte sich Heinrich erbitterte Kämpfe. Heinrich wiederum, akzeptierte den Nachfolger von Papst Gregor nicht und ernannte einen Gegenpapst. Um es kurz zu machen: Maximales Chaos.   Ein Zeitgenosse schrieb: „Oh beklagenswertes Antliz des Reiches:“ … „`Alle sind wir doppelt`, so sind nun die Päpste verdoppelt, die Bischöfe verdoppelt, die Könige verdoppelt, die Herzöge verdoppelt.“ Und in dieses Chaos hinein verschaffte sich Papst Urban II. – das war nicht Heinrichs Papst, sondern sein Gegner - mit einer damals sensationellen Idee Gehör: Er rief die Christenheit dazu auf, in einem militärischen Zug nach Palästina das Heilige Land vom Zugriff der Muslime zu befreien. Mit Prof. Dr. Kristin Skottki spreche ich über die plötzlich aufkommende Begeisterung für diese Idee. Wer diesen Weg auf sich nahm und warum der amerikanische Verteidigungsminister "Deus vult" auf seinen rechten Oberarm tätowiert hat... Drei Reisetipps: Top 1: Jerusalem https://franziskaner.de/hueter-heiliger-staetten/ Top 2: Crac des Chevalier https://whc.unesco.org/en/list/1229/ Top 3: Antakya https://turkeyregional.com/de/hatay/antakya/index.html Fotos und mehr Infos zu dieser Folge findet Ihr auf meiner Website: www.99xgeschichte.de #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 21.08.2025
Dauer: 00:55:21

Weitere Informationen zur Episode "#20 Die Kreuzzüge"


Podcast "Wer wir sind und warum das nicht klappte ..."
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