Podcast "Wer wir sind und warum das nicht klappte ..."

Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.

Podcast-Episoden

#35 Das Attentat von Anagni und der Aufstieg der Luxemburger

Mit Martin Kaufhold:Am 7. September 1303 gegen 15.00 Uhr ruft der Papst um Hilfe. Er bangt um sein Leben. Ein militärisches Überfallkommando belagert und beschießt sein Sommerhaus in Anagni. Hier in seinem Heimatort 70 km süd-östlich von Rom verbringt Papst Bonifaz VIII. seinen Sommer. Bis im Morgengrauen des 7. September eine bewaffnete Truppe in die Stadt einfällt und seinen Sommerpalast angreift. Vergeblich flehte der Papst um Hilfe. Sein Palast wurde gestürmt. Die Angreifer verlangten seinen sofortigen Rücktritt. Doch der Papst schmetterte ihnen entgegen: „Ich verliere lieber den Kopf…Hier mein Hals, hier mein Haupt“. Daraufhin misshandelten sie ihn schwer. Drei Tage dauerte die Tortur, bis der alte Herr von den Bürgern der Stadt befreit wurde. Sie vertrieben das französische Überfallkommando und retteten ihren Papst. Doch die Wunden heilten nicht und Bonifaz starb vier Wochen später an den Folgen des Attentats. Was hat diese Gewalttat mit der deutschen Geschichte zu tun? Die Macht des französischen Königs wuchs. Der nächste Papst war ein Franzose und wählte Avignon statt Rom als seine Residenz. Die Stadt in der Provence wurde die nächsten 70 Jahre der Sitz des Papstes. Der starke französische König hatte die französischstämmigen Päpste in Reichweite und dominiert die europäische Politik im Spätmittelalter. Auch die Wahl des römisch-deutschen Königs wollte er beeinflussen. Er schlug seinen Bruder für den deutschen Thron vor. Doch die Kurfüsten einigten sich auf einen Kompromisskandidaten: Heinrich von Luxemburg. Heinrich war Vasall des französischen Königs, stammte aber aus einem Grafenhaus, das zum römisch-deutschen Reich gehörte. Der Graf aus der zweiten Reihe war frankophil und ausreichend machtlos, um sowohl vom französischen König als auch den deutschen Kurfürsten akzeptiert zu werden. Wie Heinrich von Luxemburg seiner Familie das Königreich Böhmen sicherte und sie dadurch zu einer der mächtigsten Sippe im Reich machte, darüber spreche ich mit Martin Kaufhold, Professor für mittellaterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 05.12.2025
Dauer: keine Angabe

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#35 Ritter oder Mönche - Was ist der Deutsche Orden?

Mit Jürgen Sarnowsky:Warum der geistliche Ritterorden 4000 Kilometer von seinem Gründungsort im Heiligen Land entfernt an der Ostseeküste seine neue Heimat fand, und wie daraus das Herzogtum Preußen entstand, das besprechen wir heute. Der Deutsche Orden wurde 1190 im heutigen Israel in der Hafenstadt Akkon gegründet. Kaufleute aus Bremen und Lübeck wollten Pilgern Schutz, Unterkunft und vor allem Krankenversorgung bieten. Das war in der Zeit des dritten Kreuzzuges, bei dem Barbarossa  schon auf dem Hinweg ums Leben gekommen war. Wir haben in der Folge #24 zu Richard Löwenherz über diesen dritten Kreuzzug gesprochen. Für die deutschen Kreuzfahrer war er ein Desaster.  Die übriggebliebenen Deutschen, die es nach Palästina geschafft hatten, belagerten die Hafenstadt Akkon und brauchten diese medizinische Unterstützung dringend. Erst als der englische und der französische König eintrafen, wurde Akkon erobert. Und aus dieser Keimzelle, eines Hospitals vor den Toren der belagerten Stadt, wurde ziemlich schnell eine große Organisation. Denn einerseits stifteten viele Menschen aus der Heimat an den Deutschen Orden um den Kreuzzug und die Versorgung der Pilger zu unterstützen, und andererseits gab es auch viele junge Männer, die sich dem Orden anschlossen. 1226 wurde der Deutsche Orden von Palästina an die Ostsee gerufen, um die heidnischen Prussen zu christianisieren. Mit einem jahrelangen Kreuzzug entlang der Ostseeküste unterwarf der deutsche Orden die Prussen und missionierte sie. 1309 verlegte der Hochmeister des Deutschen Ordens seinen Sitz von Venedig in die Marienburg bei Danzig. Er war der Regierungschef des Deutschordensstaates Preußen. Aber: Was war der Deutsche Orden überhaupt? Ritter oder Mönche. Und warum waren sie an so weit voneinander entfernten Orten gleichzeitig aktiv? Darüber spreche ich mit Jürgen Sarnowsky, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Hamburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 26.11.2025
Dauer: 00:45:31

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#33 Rudolf von Habsburg

Mit Martin Kaufhold:Rudolf von Habsburg dachte hielt die Nachricht für einen Scherz. Er war ein Graf von regionaler Bedeutung. Seine Familie stammte aus der heutigen Nordschweiz. Rudolf belagerte gerade Basel, da erreichte ihn im Feldlager nachts die Nachricht: Die Kurfürsten wollten ihn zum König wählen. Nach einem Vierteljahrhundert ohne einen allseits akzeptierten Herrscher, einigten sich die Kurfürsten im Jahr 1273 auf diesen „armen Grafen“. Rudolf war so überrascht, dass er es selbst kaum glauben wollte. Wahrscheinlich haben sie gedacht, mit ihm als König hätte niemand etwas zu befürchten. Wir sind im Jahr 1273. Das Hochmittelalter mit den mächtigen Kaisern des Heiligen Römischen Reiches war vorbei. Die Päpste hatten den Machtkampf gewonnen. Der letzte Staufer Konradin war auf dem Marktplatz von Neapel enthauptet worden. Die sieben deutschen Kurfürsten sollten einen neuen König zu küren. Doch das klappte nicht: Fast ein Viertaljahrhundert lang, konnten sie sich nicht einigen. 1273 war es so weit. Sie votierten für Rudolf von Habsburg. Doch sollten sie ihn tatsächlich für schwach gehalten haben, dann haben sie sich gründlich verschätzt. Während seiner Könisgherrschaft sorgte Rudolf für den Aufstieg der Habsburger in Österreich und der Steiermark. Über den konsequenten Machtausbau des Aufsteigers spreche ich mit Martin Kaufhold, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg. Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 19.11.2025
Dauer: 00:41:01

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#32 Die Schlacht von Worringen - Der Freiheitskampf der Kölner

Mit Willem Fromm: Jetzt betritt einen neue Gesellschaftsschicht die Bühne unserer Geschichte. Bisher haben wir über Kaiser, Könige, Päpste, Bischöfe und Herzöge gesprochen. In der Mitte des 13. Jahrhunderts, haben Menschen wie Du und ich Premiere: Die Bürger. Durch den Wirtschaftsboom im Hochmittelalter und der damals neuen Geldwirtschaft wurden die Kaufleute und Handwerker in Köln so reich, dass sie alleine das Sagen in der Stadt haben wollten. Ohne ihren Landesherren, den Erzbischof. Die Bürger dieser einzigen deutschen Großstadt im Mittelalter mit schätzungsweise 40.000 Einwohnern drangen auf Selbstverwaltung. Die Bürgerschaft bestand aus zwei großen Machtblöcken: Den Zünften der Handwerker und den Patriziern. Die Patrizier waren reiche Kaufleute, die in der "Richerzeche", der Bruderschaft der Reichen, organisiert waren. Über den Freiheitskampf der Kölner Bürger und das Leben in der größten deutschen Stadt des Mittelalters spreche ich mit dem Podcaster Willem Fromm. Seine Reisetipps und "Lümmelfotos" findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de Zu Willems Podcast "Eine Geschichte der Stadt Köln" gehts hier lang: https://open.spotify.com/show/6kk7THL3rdJAmWU4Nj3jPV?si=8150896ee2274688 "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 12.11.2025
Dauer: 00:53:28

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#31 Der Kölner Dom - Wer war Meister Gerhard?

Mit Barbara Schock-Werner:Der Kölner Dom war ein Jahrtausendprojekt im politischen Chaos. Mitten im Interregnum, der herrscherlosen Zeit, wollten die Kölner das größte Gebäude der Christenheit bauen. In Frankreich war ein Baustil in Mode gekommen, der das Prinzip der dicken dunklen Wände durch eine neuartige Architektur ersetzte. Wändflächen bestanden jetzt aus großdimensionierten Fenstern, die den Kirchenraum in buntes Licht tauchten. Die Spitzbogenarchitektur verbesserte die Statik und gab den Baumeistern die Freiheit, die Gesamtkonstruktion des Gotteshauses als Skelett aus Pfeilern, Streben und Spitzbögen zu bauen. Statt Außenwänden setzten sie bunte Fenster ein, die mit den Sonnenstrahlen spielen. Am Beginn der Geschichte des Kölner Doms steht sein erster Dombaumeister: Meister Gerhard. Über sein Leben vor dem Kölner Dom weiß man so gut wie nichts. Höchstwahrscheinlich hat er in Frankreich die damals neuen gotischen Bauten gesehen. Vielleicht hat er auch bei dem Bau der Kathedrale von Amiens mitgearbeitet. Jedenfalls war er der Kopf hinter dem Jahrtausendprojekt. Über die Genialität von Meister Gerhard, die Geheimnisse der Steinmetzbruderschaften und die Schwierigkeit des Bauens im Mittelalter spreche ich mit Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin von Köln. Die Reisetipps der Vorsitzenden des Zentralen Dombauvereins findet Ihr hier: www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 05.11.2025
Dauer: 00:54:33

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#30 Die herrscherlose Zeit _ Das Interregnum

Mit Martin Kaufhold:Der absolute Tiefpunkt des deutschen Mittelalters. Das nackte Chaos. Ein Kaiserreich ohne Kaiser. Der letzte glanzvolle Stauferkaiser Friedrich II. war 1245 vom Papst abgesetzt worden. 5 Jahre später starb Friedrich II. in Süditalien. Damit endete Folge #28. Jetzt mussten die deutschen Fürsten einen neuen König wählen und konnten sich aber nicht einigen. 23 Jahre lang. Sie waren zu verstritten und haben es 23 Jahre nicht auf die Reihe gekriegt. Fast ein Vierteljahrhundert hatte das Deutsche Reich keinen Kaiser und keinen König, der wirklich was zu sagen hatte. „Interregnum“ also „Zwischenregierungszeit“ wird diese Periode genannt. Keiner sorgte für Recht und Ordnung. Fehden brachen aus, Raubritter machten das Land unsicher. Eine Phase von Stagnation, Chaos und Anarchie. Aber stimmt das wirklich? Oder muss man das anders sehen? Vielleicht gab es gar kein Machtvakuum? Vielleicht kam man ganz gut ohne einen König aus? Darüber spreche ich heute mit Martin Kaufhold. Er ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Augsburg und hat das Standardwerk über das Interregnum geschrieben. Seine Reisetipps und mher Infos findet Ihr unter www.99xgeschichte.de "Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 29.10.2025
Dauer: 00:42:29

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#29 Der Sachsenspiegel

Mit Heiner LückWenn einem im Mittelalter Unrecht geschehen war, dann konnte man nirgendwo nachschauen, wie der Täter bestraft werden könnte und ob man Anspruch auf Schadensersatz hat. Denn Gesetzbücher gab es damals nicht. Die gesamte Vorstellung von Recht und Ordnung war mündlich überliefert. Was zu einer Hochzeit dazu gehört, wie ein Diebstahl bestraft wird, wer den König wählt, oder was passiert, wenn jemand im Badehaus die Klamotten verwechselt. Für all diese Fälle gab es zwar Regeln, die waren aber nirgendwo gesammelt aufgeschrieben.  Bis Graf Hoyer von Falkenstein um das Jahr 1220 herum Eike von Repgow bat, alle Regeln, aus dem Recht der Sachsen aufzuschreiben. Und zwar nicht auf Latein, sondern auf Deutsch: auf „Mittelniederdeutsch“ um genau zu sein. Diese Sammlung schrieb Eike von Repgow zum Teil aus dem Kopf auf, weil es sich um mündlich überlieferte Rechtssätze handelte. Andere Teile hat er aus unterschiedlichen Handschriften in Kloster- und Dombibliotheken zusammengestellt. Der Sachsenspiegel ist eine der ältesten Regelsammlungen Deutschlands. Strafrecht, Öffentliches Recht, Vertragsrecht, Prozessrecht … alles was Eike wusste und finden konnte. Der Sachsensspiegel ist nicht nur eines der ältesten deutschen Rechtsbücher, er gibt auch einen Blick frei auf die Lebensverhältnisse vor 800 Jahren in unserem Land. Darüber spreche ich mit dem Juristen und Rechtshistoriker Prof. Dr. Heiner Lück von der Universität Halle. Seine Reisetipps und Fotos von den Bilderhandschriften findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 22.10.2025
Dauer: 00:50:25

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#28 Friedrich II. - Das Staunen der Welt!

Mit Julia Becker:Friedrich II. den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nannten seine Zeitgenossen bewundernd: Das Staunen der Welt. Wir sind im 13. Jahrhundert. Heinrich VI. hatte das deutsch-römische Reich von der Nordsee bis nach Sizilien ausgeweitet. Er starb allerdings mit Anfang 30. Sein Sohn Friedrich war mit zwei Jahren deutlich zu jung, um die Macht zu übernehmen. Daraufhin brach ein Thronstreit im deutsch-römischen Reich aus, der 14 Jahre dauerte. Nach drei Königen aus der Familie der Staufer wollte nun endlich die Familie der Welfen den Königs- und Kaiserthron für sich. Otto IV. setzte sich schließlich durch. Aber er blieb der einzige Welfe auf dem Königsthron. Denn er hielt sich nicht an seine Wahlversprechen, und  verlor bald den Rückhalt des Papstes und die Königskrone. In dieser Situation wurde von der staufischen Partei Friedrich II. wiederentdeckt. Er war inzwischen 17 Jahre alt und fern vom deutsch-römischen Thronstreit als Vollwaise in Palermo aufgewachsen. Über das schillernde Leben des letzten Kaisers aus der Familie der Staufer spreche ich in dieser Episode mit der Historikerin Dr. Julia Becker vom Schelling Forum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an der Uni Würzburg. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 16.10.2025
Dauer: 1:00:14

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#27 Die Nibelungen - Wer war Siegfried?

Mit Tobias Enseleit:Die Nibelungensage war schon Jahrhunderte alt, als sie aufgeschrieben wurde. Das Drama um Siegfried, Kriemhild, Gunther, Brünhild und Hagen von Tronje war im 13. Jahrhundert so populär, dass ein unbekannter Schreiber aus Passau sie auf Pergament festgehalten hat: 2400 Strophen nicht auf Latein, sondern auf deutsch, bzw. Mittelhochdeutsch. Damit lag sie im Trend. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts hatten auf deutsch geschriebene Texte Konjunktur. Über den Beginn der geschriebenen deutschen Sprache sprechen wir heute. Was faszinierte die Menschen im Mittelalter so sehr am Nibelungenlied? Steckt darin ein historischer Kern? Wer war zum Beispiel Siegfried? In der Renaissance gerieten die Nibelungen in Vergessenheit. 250 Jahre lang, hat sich keiner mehr für sie interessiert, bis sie im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurden und zum Nationalepos aufstiegen. Noch heute dient der Text als Vorlage für große Dramen. Was macht ihn so unkaputtbar? Darüber spreche ich mit Tobias Enseleit, Historiker und Germanist. Tobias ist einer der Köpfe hinter Mittelalter.digital, einer sehr empfehlenswerten Plattform, die Wissenschaftskommunikation mit Populärkultur zum Thema Mittelalter vernetzt. Hier der link: https://mittelalter.digital/ Seine Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 08.10.2025
Dauer: 1:01:10

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#26 Die Inquisition und das Ideal der Armut

Mit Gisela Muschiol und Sr. Jakoba Zöll:Die Armutsbewegung im Mittelalter war eine Gegenbewegung zu dem boomenden Fernhandel, den aufblühenden Städten und der neuen Geldwirtschaft. Die Einführung von Geld machte den Handel mit den Warenströmen viel effizienter. So wurden einige Wenige reich, der großen Teil der Bevölkerung blieb aber weiterhin bitterarm. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnete sich. Auch das Gefälle zwischen den wachsenden Schätzen der Kirche und den mittellosen Gläubigen wurde immer steiler. Es gründete sich eine religiöse Gegenbewegung  „ von unten“. Ihre Vertreter forderten die Rückbesinnung auf das christliche Gebot der Armut. Dieser Konflikt zwischen der bitterarmen Basis und der reichen Kirche war die Ursache für Gegenkirchen, Ketzerkreuzzüge, die Gründung von Bettelorden und die Erfindung der Inquisition. In unserer Geschichte verkörpert diesen Konflikt kein Mensch besser, als eine weitere starke Frau des Mittelalters: Elisabeth von Thüringen. Mit Prof. Dr. Gisela Muschiol und Sr. Jakoba Zöll vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn spreche ich über Elisabeth und die Welt, in der sie lebte. Ihre Reisetipps, Bilder und Zusatzinfos findet Ihr unter: www.99xgeschichte.de Der Podcast ist Teil der Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und Mittelalter.digital. #Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

Erschienen: 02.10.2025
Dauer: 1:02:30

Weitere Informationen zur Episode "#26 Die Inquisition und das Ideal der Armut"


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