Der Gang nach Canossa: die berühmteste Entschuldigung der in unserer Geschichte. Kein deutsch-römischer König oder Kaiser vor ihm oder nach ihm hat jemals wieder so eine Abbitte geleistet. Heinrich IV. stand barfuß im Schneegestöber vor den Toren der Burg Canossa und flehte um Verzeihung. Der Papst war so vergrätzt, dass er den bibbernden Heinrich ganze drei Tage lang im Schnee warten ließ. Warum machte sich der König im Januar 1077 so klein? Und war der Gang nach Canossa eine blamable Niederlage für Heinrich oder vielleicht ein genialer Schachzug? Darüber spreche ich heute mit Prof. Dr. Gisela Muschiol. Sie lehrt Kirchengeschichte an der Uni Bonn. Ihre Reisetipps: Top 1: Canossa https://emiliaromagnaturismo.it/de/orte/canossa Top 2: Dom zu Speyer https://www.dom-zu-speyer.de/ Top 3: Kloster Cluny https://www.cluny-abbaye.fr/de #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 14.08.2025
Dauer: 00:51:23
Weitere Informationen zur Episode "#19 Der Gang nach Canossa - Heinrich IV."
Der Dom zu Speyer und die Kaiserpfalz in Goslar sind beide Weltkuturerbe und erinnern an die Herrschaft der Salier im Mittelalter. Im Jahr 1024 entschieden sie sich die Großen des Reiches für einen Neustart. Diesmal kein Norddeutscher Sachse, sondern ein Adeliger aus einer alten fränkischen Familie. Sie stammte vom Mittelrhein: Die Salier hatten in dem Dreieck zwischen Worms, Speyer und Lautern ihre Heimat. Die Salier waren altehrwürdiger Adel, dem allerdings deutlich weniger eigenes Land, Gefolgsleute und Pfalzen zur Verfügung hatte, als die Sachsen. Mit einem Wort: Die Salier waren nicht so reich, wie ihre Vorgänger. Um zu regieren, waren sie auf die königliche Struktur aus Pfalzen und Bischofssitzen angewiesen, die die Ottonen aufgebaut hatten. Daraus entstand ein Dauerkonflikt. Was genau steht einem neugewählten König zu und was muss er selbst mitbringen? Und was darf er bestimmen? Vier Könige stellten die Salier in ihrer hundertjährigen Regierungszeit. Von hünenhafter Gestalt waren sie als gnadenlose Machtmenschen verschrien, die durchsetzungsstark, humorlos und unerbittlich regierten. Konrad II. schuf eine neue kaiserliche Grablege im Reich: Speyer. Zeitgenossen beschrieben es als "Kuhdorf". Die Salier bauten in ihrer Heimat die größte Kathedrale der Christenheit. In der Krypta kann man noch heute die Gräber der salischen Königs- und Kaiserpaare bestaunen. Konrads Sohn, Heinrich III., hatte einen anderen Lieblingsort. Eine Pfalz im sächsischen Herzland: Goslar. Heinrich III. ließ die Kaiserpfalz, zum größten Profanbau jenseits der Alpen ausbauen. Doch auch diese Maßnahme festigte seine Herrschaft nicht. Er entkam nur knapp mehreren Mordanschlägen. Der Sohn Heinrichs III., Heinrich IV., kam in der Kaiserpfalz in Goslar zur Welt. Im Alter von drei Jahren ließ sein Vater ihn von den Großen des Reiches zum zukünftigen König wählen. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich, wie misstrauisch bis zerrüttet Heinrichs III. Verhältnis zu seinem Hochadel inzwischen war. Die Großen des Reiches stellten eine Bedingung: Sie würden dem Jungen als König nur treu sein, wenn er „ein gerechter Herrscher werde“. Der Umkehrschluss macht deutlich, welche andere Erfahrungen sie mit dem Vater schon gemacht hatten. Über die Schwierigkeiten, eine neue Königsdynastie aufzubauen, die gleichzeitig auf Kontinuität setzt, spreche ich mit Prof. Dr. Bernd Schneidmüller. Seine Reisetipps: Top1: Speyer https://www.dom-zu-speyer.de/ Top 2: Goslar https://www.welterbeimharz.de/welterbe-im-harz/altstadt-von-goslar/kaiserpfalz-goslar Top 3: Limburg an der Haardt https://www.bad-duerkheim.de/kultur-tourismus/veranstaltungen-feste/1-000-jahre-limburg/ #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 07.08.2025
Dauer: 00:47:12
Weitere Informationen zur Episode "#18 Die Salier treten an: Konrad II."
In unserer Zeitreise sind wir an der ersten Jahrtausendwende nach Christus angekommen. Die einfachen Menschen führten ein karges Leben. Auf der Fläche des heutigen Deutschlands lebten ca. 4 Mio. Einwohner meistens in kleinen Siedlungen auf engem Raum. Und trotzdem gab es eine Art Aufschwung zu dieser Zeit. Der wachsende Wohlstand kam vor allem einer Institution zugute: der Kirche. Die Menschen glaubten an das drohende Fegefeuer und wollten durch reiche Spenden an Kirchen und Klöster schon vorsorglich ihre Zeit im Fegefeuer reduzieren. Die Kirche legte das Geld in Gotteshäuser an. An vielen Orten sprossen Dombauten aus der Erde. In Mainz, Trier und in Magdeburg, auch einige romanische Kirchen in Köln stammen aus dieser Zeit. Plötzlich verbreiteten sich die Kirchenbauten in Kreuzform mit Längs- und Querschiff. Auch Kirchtürme waren eine Innovation. Die gab es vorher nicht. Auch in den Schreibstuben der Klöster, den Skriptorien, wurden kleine (und große) Wunder vollbracht. Die Buchmalerei hatte um die Jahrtausendwende ihren ersten Höhepunkt. Kalligraphie geschmückt mit gemalten Miniaturen in glänzenden Farben. Das Ganze in kostbaren Einbänden mit Edelsteinen, Elfenbeinschnitzereien und Blattgold verziert. Eine der berühmtesten Skulpturen jener Zeit steht in Hildesheim: Die Bernwardssäule. 3,80 Meter hoch, fast 60 cm Durchmesser. 28 Szenen aus dem Leben von Jesus Christus schrauben sich spiralförmig dem Himmel entgegen. Die Darsteller ragen halbplastisch aus der Skulptur heraus. Man muss die Säule siebenmal umrunden, um ihren Geschichten von Anfang bis Ende zu folgen. Den Kunsthistoriker Prof. Dr. Harald Wolter von dem Knesebeck frage ich, wie die Künstler damals ihre Werke schufen und woher der Kreativitäsboost kam. Seine Top 3 Reiseziele: Top 3: Insel Reichenau, Bodensee, St. Gallen https://www.reichenau-tourismus.de/ https://www.stiftsbezirk.ch/de/kloster-st.gallen Top 2: Bamberg https://www.staatsbibliothek-bamberg.de/ Top1: Hildesheim https://www.hildesheim-tourismus.de/ #Mittelalter #Deutschland #Europa #Westeuropa
Erschienen: 31.07.2025
Dauer: 00:43:50
Weitere Informationen zur Episode "#17 Bamberger Apokalypse und andere Meisterwerke"
Wie ein Wegelagerer überfiel er mit Waffengewalt den Leichenzug des toten Königs und riss die Krone an sich. Jahre später fiel er vor seinen Bischöfen weinend auf den Boden und flehte sie an, Bamberg zu einem Bistum zu machen. Und wieder 150 Jahre später werden seine Frau Kunigunde und er als einziges deutsches Kaiserpaar heiliggesprochen. Heinrich II. war einer der schillernsten Herrscher des Mittelalters. Im Jahr 1002 stirbt das erste deutsche Königshaus in direkter Linie aus. Otto III war erst 21 Jahre alt, als er in Italien vom Fieber geschüttelt starb. Er hinterließ keine Erben. Das war die Stunde seines Cousins: Heinrich II. Heinrich war Herzog von Bayern und lauerte an der Landesgrenze dem Leichenzug des toten Kaiser auf. Der Tross war auf dem Weg von Italien nach Aachen zur Beerdigung. In Bayern riss Heinrich II. die Krone an sich und verfügte, dass die kaiserlichen Eingeweide in Augsburg zu bestatten seien. Eine Machtübernahme, mit der keineswegs alle einverstanden waren. Das erste Mal in der Geschichte des jungen deutschen Reiches, dass die Krone nicht vom Vater auf den Sohn übergehen konnte, sondern ein „neuer“ König bestimmt werden musste. Wie Heinrich sich durchsetzte, warum er die Politik seiner Vorgänger nahezu zurückdrehte und natürlich seine Bambergliebe, darüber spreche ich mit Prof. Dr. Bernd Schneidmüller. Seine Top Reisetipps: Top 1: Bamberg https://www.bamberg.info/ Top 2: Merseburger Dom https://www.merseburger-dom.de/ Top 3: Basel https://www.basel.com/de/attraktionen/basler-muenster-d7074be3ab Top 3 1/2: Stein am Rhein https://www.klostersanktgeorgen.ch/kstg/de/home.html #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 24.07.2025
Dauer: 00:45:04
Weitere Informationen zur Episode "#16 Heinrich II. - Bamberg first!"
Für sie muss es ein Kulturschock gewesen sein. Theophanu war eine junge byzantinische Prinzessin, als sie aus der glanzvollen Weltmetropole Konstantinopel (heute Istanbul) im Jahr 972 nach Westeuropa segelte, um einen „Barbaren“ (So nannten die Byzantiner unsere Vorfahren) zu heiraten. Ihr Bräutigam, Otto II. war der Sohn des ersten deutschen Kaisers. Trotzdem kann man sich das kulturelle Gefälle zwischen den beiden nicht steil genug vorstellen. Konstantinopel, die glanzvolle Hauptstadt des byzantinischen Reiches hatte damals schon 400.000 Einwohner, dagegen verfügte das Reich ihres Zukünftigen noch nicht mal über eine Hauptstadt. Wie Nomaden ritten der Kaiser und sein Gefolge von Pfalz zu Pfalz. Die Byzantiner blickten eigentlich mit Verachtung auf die neue Herrscherfamilie im Westen, die sich seit Kurzem, auch „Kaiser“ nannten. Über das Leben der Theophanu, der Kaiserin mit Migrationshintergrund, spreche ich in dieser Folge mit Prof. Dr. Gisela Muschiol vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn. Ihre Reisetipps: Top 1: Das Grab der Theophanu in St Pantaleon in Köln http://www.sankt-pantaleon.de/ Top 2: Eine Tour entlang oder auf dem Rhein von Nijmegen nach Köln Top 3: Das Grab ihres Mannes Otto II. im Petersdom in Rom #Mittelalter 'Europa #Westeuropa #Deutschland
Erschienen: 17.07.2025
Dauer: 00:48:10
Weitere Informationen zur Episode "# 15 Theophanu - Kaiserin mit Migrationshintergrund"
Das hier ist die erste Sonderfolge, bei der ich die Chronologie der Geschichtserzählung für einen Moment verlasse, um ein besonderes Phänomen zu verstehen. Bei den Recherchen zu den letzten beiden Folgen bin ich auf etwas gestoßen, dem ich nachgehen möchte. Als ich in Quedlinburg war, um mir die Heimat der Ottonen anzuschauen, erklärte mir die nette Domführerin, dass, die Krypta mit dem Heinrichsgrab für die Nationalsozialisten und insbesondere Heinrich Himmler zur Nazizeit ein ganz wichtiger Weiheort gewesen sei. Die Hakenkreuze, die damals in der Krypta angebracht wurden, sind inzwischen abgeschlagen. Auch in Haitabu, der ehemaligen Wikingerzentrale an der Schlei, standen die Ausgrabungen ab 1934 unter der Schirmherrschaft von Heinrich Himmler. Die Nationalsozialisten ließen dort auch eine Freilichtbühne bauen, die es nocht heute gibt. Warum war das frühe Mittelalter für die Nazis so wichtig? Und was bedeutet das für die Geschichtserzählung heute? Darüber spreche ich mit Ralf Grabuschnig. Er ist Historiker und betreibt den Geschichtspodcast "Déjà-Vu - Geschichte" Seinen Podcast und seinen Newsletter, den "Geschichtshappen", findet Ihr hier: https://linktr.ee/ralfgrabuschnig
Erschienen: 10.07.2025
Dauer: 00:36:15
Weitere Informationen zur Episode "#14 Die Nazis und das Mittelalter"
Willkommen am Anfang der deutschen Geschichte. Nicht irritiert sein: Ja es ist die Folge 13, aber trotzdem nimmt die Geschichte Deutschlands hier einen neuen Anlauf. Denn mit dem Ostfrankenreich und einer eigenen Königsfamilie bildet sich eine Struktur heraus, die man grob als Vorläufer des heutigen Deutschlands bezeichnen könnte. Bei den Kelten oder Germanen gab es gar keinen einheitlichen staatsähnliche Zusammenhalt, zur Zeit der Römer waren Teile des heutigen Deutschlands römische Provinzen und andere nicht, nach dem Untergang des römischen Reiches übernahmen die Franken die Macht. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht herrschten sie über Frankreich, Teile des heutigen Deutschlands und Norditalien. Erst als sich der Osten des fränkischen Reiches, selbstständig machte und einen eigenen König wählte, entwickelte sich ein Herrschaftsgebilde, das man als Vorläufer des heutigen Deutschlands betrachten kann. Es waren ausgerechnet die Norddeutschen, die Niedersachsen, die die frühen Könige Deutschlands stellten. Karl der Große hatte sie erst 100 Jahre zuvor blutig unterworfen und zu Christen gemacht. Jetzt beherrschten sie das Ostfrankenreich, also das spätere Deutschland. Wir sind im 10. Jahrhundert also kurz vor der Jahrtausendwende. Das große Frankenreich war praktisch unregierbar geworden. Zuerst hatten die Überfälle der Wikinger auf Köln, Trier, und Paris hatten bewiesen, wie wehrlos riesige fränkische Reich war. Dann kam eine noch viel größere Bedrohung aus dem Osten: Die Ungarn terrorisierten mit Pfeil und Bogen auf schnellen Pferden die Menschen zwischen Rhein und Elbe. Auf ihren jahrelangen Raubzügen verbreiteten die Magyaren Angst und Elend . Sie nahmen Geiseln und erpressten Lösegelder. Die Herrscher in den Regionen zwischen Rhein und Elbe einigten sich schließlich auf einen eigenen König, der stark genug war, die Ungarn zurückzudrängen. Das war ein Sachse, also ein Norddeutscher, aus dem Harz: Heinrich I. Die Ungarn waren die existentielle Bedrohung des jungen Reiches. Die Magyaren unternahmen weitausgreifende Streifzüge tief in den Westen hinein. Sie plünderten, mordeten und waren kaum zu stoppen. Selbst die Königsfamilie floh, wenn die Magyaren angaloppierten. Sie suchten jahrzehntelang das Reich heim, bis es im Jahr 955 zu der Entscheidungsschlacht kam. Inzwischen war Heinrich I. gestorben und sein Sohn Otto war zu seinem Nachfolger bestimmt worden. Die Schlacht auf dem Lechfeld war die wichtigste Bewährungsprobe für den König: Die Ungarn hatten ein beeindruckend übermächtiges Heer vor den Toren Augsburgs versammelt. König Otto I. verfügte dagegen nur über eine kleine Truppe, die aus Kriegern von unterschiedlichen Gefolgsleuten bestand. Keine eingeübte Armee. Er war praktisch chancenlos. Doch wie durch ein Wunder schlugen seine Soldaten die übermächtigen Magyaren für immer in die Flucht. Seine zweite Frau, Adelheid, war die junge verwitwete Königin Norditaliens und der mutmaßliche Mörder ihres Mannes hielt sie in einer Burg über dem Gardasee gefangen. Otto eilte ihr mit einem Heer über die Alpen zur Hilfe. Und wie im Märchen, heirateten die beiden tatsächlich. Mit ihrem Ja-Wort machte Sie ihn 951 zum König Norditaliens. Nun war der nächste Karriereschritt nicht mehr weit. Als der Papst ihn neun Jahre später um Hilfe bat, überquerten Adelheid und Otto mit einem Heer die Alpen und retteten den bedrängten Papst. Voller Dankbarkeit salbte der Papst Adelheid zur Kaiserin und Otto zum Kaiser. Über dieses Powerpaar in der deutschen Geschichte spreche ich mit der Historikerin Prof. Dr. Gisela Muschiol von der Uni Bonn. Ihre Reiseziele: #Europa #Westeuropa #Deutschland #Mittelalter
Erschienen: 03.07.2025
Dauer: 00:49:02
Weitere Informationen zur Episode "#13 Otto der Große und Adelheid - Das Dreamtem"
Die Wikinger: "Vikings" oder "Hey, hey Wickie"...? Unser Ausgangspunkt ist der Winter des Jahres 881. Viele Skandinavier nahmen ihre Wikingertätigkeit auf und starteten einen Raubzug über Europas Flüsse. Sie fuhren den Rhein von der Mündung aus stromaufwärts und plünderten Neuss, Jülich, Köln, Bonn und Andernach. Dann verließen sie ihre Schiffe und zogen über Land weiter nach Aachen. Dort brannten sie die kaiserliche Pfalz von Karl dem Großen nieder und zündeten sein berühmtes Thermalbad an. Seine Grabstätte nutzten sie als Pferdestall. Und der Raubzug ging weiter: Zu Ostern brannten sie Trier nieder. Die Wikingerüberfälle zeigten den Menschen, wie wehrlos das riesige Frankenreich und ihr aktueller König und Kaiser war. Karl der Dicke, Urenkel von Karl dem Großen, hatte das Glück oder Pech, dass alle anderen männlichen Familienmitglieder der Karolinger ohne Erben starben. Das vorher mehrfach geteilte Reich übernahm Karl der Dicke nach und nach und wieder in eine Hand. Er war der letzte Herrscher der Karolinger, der über das vereinte ost- und westfränkische Reich herrschte. Und dass er der Letzte war, das hat auch mit den Wikingern zu tun. Sie verstärkten das Chaos in seinem Riesenreich . Die Wikingerüberfälle zeigten dem Adel, wie wenig wehrhaft das große Frankenreich war. Mit ihren Raubzügen legten die Wikinger ihre Finger auf die Schwachstellen. Mit Matthias Toplak dem Museumdirektor der einzigen Wikingersiedlung in Deutschland, Haithabu, spreche ich über das "Winkinger-Leben" und wie der skandinavische "Raubhandel" die europäische Entwicklung disruptiv beschleunigte. Seine Top 3 Reisetipps: Top 3 : Wikingerregion Oslo https://www.visitoslo.com/de/artikel/wikinger/ Top 2: Birka im Mälarensee, Schweden https://www.birkavikingastaden.se/?utmmedium=organic&utmsource=google-my-business&utm_campaign=sv-se-google.my.business.birka-birka.the.viking.city-stockholm-awareness Top1: Haitabu https://haithabu.de #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 26.06.2025
Dauer: 00:36:34
Karl der Große oder Charlemagne ist einer der Gründerväter Europas. Aachen war die Zentrale seiner Macht im frühen Mittelalter. Ein ambivalenter Charakter. Gnadenlos brutal bei der Durchsetzung des Glaubens und einfühlsam in der Förderung der Kultur. Wir befinden uns im 8. Jahrhundert nach Christus. Das Römische Reich ist im Westen untergegangen. Von den vielen kleinen mitteleuropäischen Völkern haben sich die Franken zur dominierenden Macht entwickelt. Karl, 747 als fränkischer Königssohn geboren, wurde ihr berühmtester Anführer. Er regierte 46 Jahre und entwickelte sich zum mächtigsten Herrscher Europas. Das, woran die Römer 700 Jahre vor ihm gescheitert waren, gelang Karl dem Großen. Er eroberte die ehemaligen germanischen Gebiete rechts des Rheins. Westfalen, Nord- und Mitteldeutschland bis an die Elbe. Die Menschen, die dort lebten, nannten sich Sachsen. Bis sich die letzten Sachsen in Norddeutschland taufen ließen, brauchte Karl 32 Jahre und viele blutige Feldzüge. Andererseits setze er als Herrscher auf Kultur, umgab sich mit Gelehrten aus ganz Europa und kämpfte gegen den Verfall des Wissens. Sogar um die richtige Art zu Schreiben kümmerte er sich: Ihm verdanken wir die einheitliche Groß- und Kleinschreibung in Europa. Neben dem Ausbau der Verwaltungsstrukturen förderte Karl Kunst, Bildung und Wissenschaft. Er löste einen regelrechten Aufschwung der Kultur im ganzen Reich aus. Warum er vor dem hilfesuchenden Papst nach Paderborn auswich und Weihnachten 800 n. Chr. eigentlich nicht auf diese Weise zum Kaiser gekrönt werden wollte, bespreche ich mit Gisela Muschiol, Professorin für Kirchengeschichte an der Uni Bonn. Ihr Top 3 Reiseziele: Top 3 Die Kaiserpfalz in Ingelheim https://kaiserpfalz-ingelheim.de/ Top 2 Ravenna https://emiliaromagnaturismo.it/de/orte/ravenna Top 1 Aachen https://www.aachenerdom.de/ #Mittelalter #Deutschland #Europa #Westeuropa
Erschienen: 19.06.2025
Dauer: 00:46:45
Weitere Informationen zur Episode "#11 Karl der Große - Aachen die Zentrale der Macht"
Man weiß nicht, ob sie 25 oder 35 Jahre alt war. Jedenfalls war sie eine Frau voller Tatkraft. 735 n. Chr. reiste Lioba von der englischen Südküste nach Mainfranken, um die Süddeutschen zu missionieren. Sie verließ ihr Heimatkloster in Wessex, fuhr und wanderte 1000 km bis nach Tauber-Bischofsheim. Dort gründete sie mehrere Klöster und brachte jungen Mädchen lesen und schreiben bei. Sie gehörte zu einer ganzen Gruppe englischer Nonnen und Mönche, die die Bayern, Thüringer und die Friesen zu Christen machten. Allen voran ihr Onkel Winfrid, besser bekannt als Bonifatius, ein hochgebildeter englischer Geistlicher, dessen Lebensziel es war, die ehemaligen Germanen zu bekehren. Wir befinden uns im frühen Mittelalter im Jahr 735. Die Römer hatten seit 200 Jahren die Kontrolle über das Rheinland, Frankreich und Britannien verloren. Auf dem Kontinent sprang ein brutaler Clan in diese Machtlücke: Die Merowinger. Die herrschten über Frankreich, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Ihre Führungselite war zum Christentum konvertiert, deshalb unterstützten sie die englischen Missionare. Die Idee eines Deutschlands gab es damals noch nicht. Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik herrschten 735 n. Chr. eher chaotische Zustände. Liobas Onkel, Bonifatius, wurde 754 auf einer Missionsreise nach Friesland in Dokkum, im heutigen Holland, erschlagen. Lioba baute nicht nur ein Netzwerk von Klöstern auf sondern beriet die Bischöfe bei der Etablierung der römischen Kirche in Deutschland. Als Seniorin verließ Lioba Tauberbischofsheim. Sie verbrachte ihren Lebensabend nicht in einem ihrer Klöster. Stattdessen schenkte ihr Karl der Große Gut Schornsheim in der Nähe von Mainz. Über diese Frauenpower im frühen Mittelalter spreche ich mit Gisela Muschiol und Schwester Jakoba Zöll vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn. Ihre Reisetipps: Top 3 Kloster St. Walburg in Eichstätt https://www.abtei-st-walburg.de/startseite/ Top 2 Fulda Dom und Domschatz https://www.bistum-fulda.de/bistumfulda/kunstmusik/kunst/dommuseum/ https://www.tourismus-fulda.de/ Top 1 Petersberg bei Fulda, Liobas Grabeskirche https://www.rhoenfuehrer.de/ausflugsziele/sehenswuerdigkeiten/kirchen-kloester/grabeskirche-st-peter-liobakirche/3076 #Mittelalter #Deutschland #Europa #Westeuropa
Erschienen: 12.06.2025
Dauer: 00:34:52