Podcast "Wer wir sind und warum das nicht klappte ..."

Die deutsche Geschichte vom Neandertaler bis Angela Merkel. Die Podcastserie reist in 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Du lernst spannende Orte und Expertinnen kennen und bekommst den Überblick über das, was war.

Podcast-Episoden

# 15 Theophanu - Kaiserin mit Migrationshintergrund

Für sie muss es ein Kulturschock gewesen sein. Theophanu war eine junge byzantinische Prinzessin, als sie aus der glanzvollen Weltmetropole Konstantinopel (heute Istanbul) im Jahr 972 nach Westeuropa segelte, um einen „Barbaren“ (So nannten die Byzantiner unsere Vorfahren)  zu heiraten. Ihr Bräutigam, Otto II. war der Sohn des ersten deutschen Kaisers. Trotzdem kann man sich das kulturelle Gefälle zwischen den beiden nicht steil genug vorstellen. Konstantinopel, die glanzvolle Hauptstadt des byzantinischen Reiches hatte damals schon 400.000 Einwohner, dagegen verfügte das Reich ihres Zukünftigen noch nicht mal über eine Hauptstadt. Wie Nomaden ritten der Kaiser und sein Gefolge von Pfalz zu Pfalz. Die Byzantiner blickten eigentlich mit Verachtung auf die neue Herrscherfamilie im Westen, die sich seit Kurzem, auch „Kaiser“ nannten. Über das Leben der Theophanu, der Kaiserin mit Migrationshintergrund, spreche ich in dieser Folge mit Prof. Dr. Gisela Muschiol vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn. Ihre Reisetipps: Top 1: Das Grab der Theophanu in St Pantaleon in Köln http://www.sankt-pantaleon.de/ Top 2: Eine Tour entlang oder auf dem Rhein von Nijmegen nach Köln Top 3: Das Grab ihres Mannes Otto II. im Petersdom in Rom #Mittelalter 'Europa #Westeuropa #Deutschland

Erschienen: 17.07.2025
Dauer: 00:48:10

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#14 Die Nazis und das Mittelalter

Das hier ist die erste Sonderfolge, bei der ich die Chronologie der Geschichtserzählung für einen Moment verlasse, um ein besonderes Phänomen zu verstehen. Bei den Recherchen zu den letzten beiden Folgen bin ich auf etwas gestoßen, dem ich nachgehen möchte. Als ich in Quedlinburg war, um mir die Heimat der Ottonen anzuschauen, erklärte mir die nette Domführerin, dass, die Krypta mit dem Heinrichsgrab für die Nationalsozialisten und insbesondere Heinrich Himmler zur Nazizeit ein ganz wichtiger Weiheort gewesen sei. Die Hakenkreuze, die damals in der Krypta angebracht wurden, sind  inzwischen abgeschlagen. Auch in Haitabu, der ehemaligen Wikingerzentrale an der Schlei, standen die Ausgrabungen ab 1934 unter der Schirmherrschaft von Heinrich Himmler. Die Nationalsozialisten ließen dort auch eine Freilichtbühne bauen, die es nocht heute gibt. Warum war das frühe Mittelalter für die Nazis so wichtig? Und was bedeutet das für die Geschichtserzählung heute? Darüber spreche ich mit Ralf Grabuschnig. Er ist Historiker und betreibt den Geschichtspodcast "Déjà-Vu - Geschichte" Seinen Podcast und seinen Newsletter, den "Geschichtshappen", findet Ihr hier: https://linktr.ee/ralfgrabuschnig

Erschienen: 10.07.2025
Dauer: 00:36:15

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#13 Otto der Große und Adelheid - Das Dreamtem

Willkommen am Anfang der deutschen Geschichte. Nicht irritiert sein: Ja es ist die Folge 13, aber trotzdem nimmt die Geschichte Deutschlands hier einen neuen Anlauf. Denn mit dem Ostfrankenreich und einer eigenen Königsfamilie bildet sich eine Struktur heraus, die man grob als Vorläufer des heutigen Deutschlands bezeichnen könnte. Bei den Kelten oder Germanen gab es gar keinen einheitlichen staatsähnliche Zusammenhalt, zur Zeit der Römer waren Teile des heutigen Deutschlands römische Provinzen und andere nicht, nach dem Untergang des römischen Reiches übernahmen die Franken die Macht. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht herrschten sie über Frankreich, Teile des heutigen Deutschlands und Norditalien. Erst als sich der Osten des fränkischen Reiches, selbstständig machte und einen eigenen König wählte, entwickelte sich ein Herrschaftsgebilde, das man als Vorläufer des heutigen Deutschlands betrachten kann. Es waren ausgerechnet die Norddeutschen, die Niedersachsen, die die frühen Könige Deutschlands stellten. Karl der Große hatte sie erst 100 Jahre zuvor blutig unterworfen und zu Christen gemacht. Jetzt beherrschten sie das Ostfrankenreich, also das spätere Deutschland. Wir sind im 10. Jahrhundert also kurz vor der Jahrtausendwende. Das große Frankenreich war praktisch unregierbar geworden. Zuerst hatten die Überfälle der Wikinger auf Köln, Trier, und Paris hatten bewiesen, wie wehrlos riesige fränkische Reich war. Dann kam eine noch viel größere Bedrohung aus dem Osten: Die Ungarn terrorisierten mit Pfeil und Bogen auf schnellen Pferden die Menschen zwischen Rhein und Elbe. Auf ihren jahrelangen Raubzügen verbreiteten die Magyaren Angst und Elend . Sie nahmen Geiseln und erpressten Lösegelder.  Die Herrscher in den Regionen zwischen Rhein und Elbe einigten sich schließlich auf einen  eigenen König, der stark genug war, die Ungarn zurückzudrängen. Das war ein Sachse, also ein Norddeutscher, aus dem Harz: Heinrich I. Die Ungarn waren die existentielle Bedrohung des jungen Reiches. Die Magyaren unternahmen weitausgreifende Streifzüge tief in den Westen hinein. Sie plünderten, mordeten und waren kaum zu stoppen. Selbst die Königsfamilie floh, wenn die Magyaren angaloppierten. Sie suchten jahrzehntelang das Reich heim, bis es im Jahr 955 zu der Entscheidungsschlacht kam. Inzwischen war Heinrich I. gestorben und sein Sohn Otto war zu seinem Nachfolger bestimmt worden. Die Schlacht auf dem Lechfeld war die wichtigste Bewährungsprobe für den König: Die Ungarn hatten ein beeindruckend übermächtiges Heer vor den Toren Augsburgs versammelt. König Otto I. verfügte dagegen nur über eine kleine Truppe, die aus Kriegern von unterschiedlichen Gefolgsleuten bestand. Keine eingeübte Armee. Er war praktisch chancenlos. Doch wie durch ein Wunder schlugen seine Soldaten die übermächtigen Magyaren für immer in die Flucht. Seine zweite Frau, Adelheid, war die junge verwitwete Königin Norditaliens und der mutmaßliche Mörder ihres Mannes hielt sie in einer Burg über dem Gardasee gefangen. Otto eilte ihr mit einem Heer über die Alpen zur Hilfe. Und wie im Märchen, heirateten die beiden tatsächlich. Mit ihrem Ja-Wort machte Sie ihn 951 zum König Norditaliens. Nun war der nächste Karriereschritt nicht mehr weit. Als der Papst ihn neun Jahre später um Hilfe bat, überquerten Adelheid und Otto mit einem Heer die Alpen und retteten den bedrängten Papst. Voller Dankbarkeit salbte der Papst Adelheid zur Kaiserin und Otto zum Kaiser. Über dieses Powerpaar in der deutschen Geschichte spreche ich mit der Historikerin Prof. Dr. Gisela Muschiol von der Uni Bonn. Ihre Reiseziele: #Europa #Westeuropa #Deutschland #Mittelalter

Erschienen: 03.07.2025
Dauer: 00:49:02

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#12 Die Wikinger kommen

Die Wikinger: "Vikings" oder "Hey, hey Wickie"...? Unser Ausgangspunkt ist der Winter des Jahres 881. Viele Skandinavier nahmen ihre Wikingertätigkeit auf und starteten einen Raubzug über Europas Flüsse. Sie fuhren den Rhein von der Mündung aus stromaufwärts und plünderten Neuss, Jülich, Köln, Bonn und Andernach. Dann verließen sie ihre Schiffe und zogen über Land weiter nach Aachen. Dort brannten sie die kaiserliche Pfalz von Karl dem Großen nieder und zündeten sein berühmtes Thermalbad an. Seine Grabstätte nutzten sie als Pferdestall. Und der Raubzug ging weiter:  Zu Ostern brannten sie Trier nieder.  Die Wikingerüberfälle zeigten den Menschen, wie wehrlos das riesige Frankenreich und ihr aktueller König und Kaiser war. Karl der Dicke, Urenkel von Karl dem Großen, hatte das Glück oder Pech, dass alle anderen männlichen Familienmitglieder der Karolinger ohne Erben starben. Das vorher mehrfach geteilte Reich übernahm Karl der Dicke nach und nach und wieder in eine Hand. Er war der letzte Herrscher der Karolinger, der über das vereinte ost- und westfränkische Reich herrschte. Und dass er der Letzte war, das hat auch mit den Wikingern zu tun. Sie verstärkten das Chaos in seinem Riesenreich . Die Wikingerüberfälle zeigten dem Adel, wie wenig wehrhaft das große Frankenreich war. Mit ihren Raubzügen legten die Wikinger ihre Finger auf die Schwachstellen. Mit Matthias Toplak dem Museumdirektor der einzigen Wikingersiedlung in Deutschland, Haithabu, spreche ich über das "Winkinger-Leben" und wie der skandinavische "Raubhandel" die europäische Entwicklung disruptiv beschleunigte. Seine Top 3 Reisetipps: Top 3 : Wikingerregion Oslo https://www.visitoslo.com/de/artikel/wikinger/ Top 2: Birka im Mälarensee, Schweden https://www.birkavikingastaden.se/?utmmedium=organic&utmsource=google-my-business&utm_campaign=sv-se-google.my.business.birka-birka.the.viking.city-stockholm-awareness Top1: Haitabu https://haithabu.de #Mittelalter #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 26.06.2025
Dauer: 00:36:34

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#11 Karl der Große - Aachen die Zentrale der Macht

Karl der Große oder Charlemagne ist einer der Gründerväter Europas. Aachen war die Zentrale seiner Macht im frühen Mittelalter. Ein ambivalenter Charakter. Gnadenlos brutal bei der Durchsetzung des Glaubens und einfühlsam in der Förderung der Kultur. Wir befinden uns im 8. Jahrhundert nach Christus. Das Römische Reich ist im Westen untergegangen. Von den vielen kleinen mitteleuropäischen Völkern haben sich die Franken zur dominierenden Macht entwickelt. Karl, 747 als fränkischer Königssohn geboren, wurde ihr berühmtester Anführer.  Er regierte 46 Jahre und entwickelte sich zum mächtigsten Herrscher Europas.   Das, woran die Römer 700 Jahre vor ihm gescheitert waren, gelang Karl dem Großen. Er eroberte die ehemaligen germanischen Gebiete rechts des Rheins. Westfalen, Nord- und Mitteldeutschland bis an die Elbe. Die Menschen, die dort lebten, nannten sich Sachsen. Bis sich die letzten Sachsen in Norddeutschland taufen ließen, brauchte Karl 32 Jahre und viele blutige Feldzüge. Andererseits setze er als Herrscher auf Kultur, umgab sich mit Gelehrten aus ganz Europa und kämpfte gegen den Verfall des Wissens. Sogar um die richtige Art zu Schreiben kümmerte er sich:  Ihm verdanken wir die einheitliche Groß- und Kleinschreibung in Europa. Neben dem Ausbau der Verwaltungsstrukturen förderte Karl Kunst, Bildung und Wissenschaft. Er löste einen regelrechten Aufschwung der Kultur im ganzen Reich aus. Warum er vor dem hilfesuchenden Papst nach Paderborn auswich und Weihnachten 800 n. Chr. eigentlich nicht auf diese Weise zum Kaiser gekrönt werden wollte, bespreche ich mit Gisela Muschiol, Professorin für Kirchengeschichte an der Uni Bonn. Ihr Top 3 Reiseziele: Top 3 Die Kaiserpfalz in Ingelheim https://kaiserpfalz-ingelheim.de/ Top 2 Ravenna https://emiliaromagnaturismo.it/de/orte/ravenna Top 1 Aachen https://www.aachenerdom.de/ #Mittelalter #Deutschland #Europa #Westeuropa

Erschienen: 19.06.2025
Dauer: 00:46:45

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#10 Lioba und Bonifatius: Die Engländer missionieren die Deutschen

Man weiß nicht, ob sie 25 oder 35 Jahre alt war. Jedenfalls war sie eine Frau voller Tatkraft. 735 n. Chr. reiste Lioba von der englischen Südküste nach Mainfranken, um die Süddeutschen zu missionieren. Sie verließ ihr Heimatkloster in Wessex, fuhr und wanderte 1000 km bis nach Tauber-Bischofsheim. Dort gründete sie mehrere Klöster und brachte jungen Mädchen lesen und schreiben bei. Sie gehörte zu einer ganzen Gruppe englischer Nonnen und Mönche, die die Bayern, Thüringer und die Friesen zu Christen machten. Allen voran ihr Onkel Winfrid, besser bekannt als Bonifatius, ein hochgebildeter englischer Geistlicher, dessen Lebensziel es war, die ehemaligen Germanen zu bekehren. Wir befinden uns im frühen Mittelalter im Jahr 735. Die Römer hatten seit 200 Jahren die Kontrolle über das Rheinland, Frankreich und Britannien verloren. Auf dem Kontinent sprang ein brutaler Clan in diese Machtlücke: Die Merowinger. Die herrschten über Frankreich, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Ihre Führungselite war zum Christentum konvertiert, deshalb unterstützten sie die englischen Missionare. Die Idee eines Deutschlands gab es damals noch nicht. Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik herrschten 735 n. Chr. eher chaotische Zustände. Liobas Onkel, Bonifatius, wurde 754 auf einer Missionsreise nach Friesland in Dokkum, im heutigen Holland, erschlagen. Lioba baute nicht nur ein Netzwerk von Klöstern auf sondern beriet die Bischöfe bei der Etablierung der römischen Kirche in Deutschland. Als Seniorin verließ Lioba Tauberbischofsheim. Sie verbrachte ihren Lebensabend nicht in einem ihrer Klöster. Stattdessen schenkte ihr Karl der Große Gut Schornsheim in der Nähe von Mainz. Über diese Frauenpower im frühen Mittelalter spreche ich mit Gisela Muschiol und Schwester Jakoba Zöll vom Institut für Kirchengeschichte der Uni Bonn. Ihre Reisetipps: Top 3 Kloster St. Walburg in Eichstätt https://www.abtei-st-walburg.de/startseite/ Top 2 Fulda Dom und Domschatz https://www.bistum-fulda.de/bistumfulda/kunstmusik/kunst/dommuseum/ https://www.tourismus-fulda.de/ Top 1 Petersberg bei Fulda, Liobas Grabeskirche https://www.rhoenfuehrer.de/ausflugsziele/sehenswuerdigkeiten/kirchen-kloester/grabeskirche-st-peter-liobakirche/3076 #Mittelalter #Deutschland #Europa #Westeuropa

Erschienen: 12.06.2025
Dauer: 00:34:52

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#9 Die Merowinger und die Gründung Bayerns

Als die Römer ihre Macht in West- und Mitteleuropa verloren, sprang eine damals unbedeutende fränkische Herrscherfamilie in das Vakuum: Die Merowinger. Eigentlich waren sie nur eine von vielen fränkischen Familien. Die Merowinger waren – wie viele Franken -irgendwann vom Niederrhein ins heutige Belgien eingewandert. Dort herrschten sie anfangs nur über eine kleine Region. Konsequent und skrupellos bauten sie in 50 Jahren ein europäisches Reich auf. Sie waren clevere Politiker und brutale Krieger, die auch vor den eigenen Verwandten nicht Halt machten, wenn sie ihnen im Weg standen. Chlodwig I. war ihr berühmtester Anführer. Er kam 481 an die Macht und hat aus seinem Minikönigreich eine Herrschaft über weite Teile Frankreichs, die Niederlande, Teile Südwestdeutschlands und das Rheinland aufgebaut. Er machte Paris zu seiner Haupstadt. Seine merowingischen Nachfolger erobern das Königreich Thüringen und gründen Bayern. "Mord und Totschlag als Mittel der Politik war eine zeitübliche Verhaltensweise" sagt Brigitte Haas Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung München. Mit ihr spreche ich über den Aufstieg der Merowinger, die Gründung Bayerns und wie aus den "Findelkindern der Völkerwanderung" die Bajuwaren wurden. Ihre Reisetipps: Bajuwarenmuseum Waging am See https://www.waginger-see.de/urlaubsplanung/kultur-handwerk/museen-ausstellungen/baiuvarenmuseum Paris https://www.saint-denis-basilique.fr/en Archäologische Staatssammlung München https://www.archaeologie.bayern/ #Mittelalter #Europa #Deutschland #Westeuropa

Erschienen: 05.06.2025
Dauer: 00:33:58

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#8 Die Völkerwanderung - Völker...? Wanderung...?

Es ist die Zeit des Untergangs. Das große Römische Reich zerfällt und mit ihm gehen unschätzbare kulturelle Errungenschaften für immer verloren oder werden für die nächsten 1500 Jahre vergessen. Es ist aber auch die Zeit des Neuanfangs: Die Alemannen, die Franken, die Burgunder und viele mehr suchen ihren Platz im neuen Europa. Früher nannte man das „Völkerwanderung“ und malte mit dicken Pfeilen, die Start- und Zielpunkte der mobilen „Volkskörper“ in den historischen Weltatlas. Heute ist man sich nicht mehr so sicher, ob das wirklich ganze Völker waren, und wo die hergekommen sein sollen. Gallien war inzwischen seit 300 Jahren eine römische Provinz. Die Römer lebten nicht mehr in Heereslagern, sondern haben Städte gebaut, ein Straßennetz angelegt, es gab Wasserleitungen, Heizungen und Bäder, eine top organisierte Armee, Theater und Philosophen. Das Gebiet östlich des Rheins, also der größte Teil des heutigen Deutschlands, hatte bei den Römern einen Namen: Das Barbaricum. Jeder der kein Römer war, war für sie nur ein Barbar, also auch unsere Vorfahren. Das Römische Reich war riesig. Die Römer herrschten rund um das Mittelmeer - von Mauretanien bis Schottland, vom Atlantik bis an den Rhein. In Europa begann die Erosion der römischen Macht mit einem Aufstand in Köln: Der Befehlshaber der Rheingrenze, Postumus, rebellierte und rief Gallien zum Sonderreich aus und sich selbst zum Kaiser. Es dauerte 14 Jahre bis die Römer, die Lage wieder im Griff hatten. Allerdings mussten sie dafür auf den germanisch-rätischen Limes verzichten und sich hinter Rhein und Donau zurückziehen. Sie gaben das Dreieck dazwischen auf. Heute nennen wir das Gebiet "Baden-Württemberg". Das lag ab 274 nach Christus außerhalb des RR. Die übriggebliebenen Bewohner dieses Landstriches bezeichneten sie als „Alemannen“. Wer waren die Alemannen? Wer waren die Franken? Und was hatten die Burgunder mit der Nibelungensage zu tun? Auch über die Blütezeit Triers unter Konstantin dem Großen spreche ich mit dem Professor für alte Geschichte an der Uni Tübingen: Mischa Meier. Sein Reisetipp: Der Juthungenstein im Römischen Museum Augsburg: https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/roemerlager #Frühzeit #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 29.05.2025
Dauer: 00:39:45

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#7 Der Limes - Die erste Mauer zwischen Ost und West

Der Limes der Römer: Fast 1000 km Grenze quer durch das heutige Deutschland. Erst der Rhein, als bewachter Grenzfluss: 400 km von der Nordsee bis nach Bonn. Daran schlossen sich 550 km lange Palisadenzäune und Mauern an. 900 Wachtürme und ein 6 Meter breiter und 2 Meter tiefer Graben von Rheinbrohl erstreckten sich südlich von Bonn quer durchs Land bis nach Regensburg. Das war die römische Antwort auf den Aufstand der Germanen. Die erste Mauer in Deutschland. Sie trennte die römischen Provinzen im Westen von den Regionen, die die Römer Germanien nannten. Wir starten im Rheinland im ersten Jahrhundert nach der Geburt Christi. Die Römer herrschen über das Gebiet links des Rheins. Ihre Ambitionen auf die Gebiete rechts des Rheins hatten sie Jahre nach der Varusschlacht aufgegeben. Das Christentum war in Mitteleuropa noch lange nicht angekommen. Die Römer glauben noch an ihre Götter und die Einheimischen an ihre. Die Römer bauten erste Militärlager. Aus ihnen entwickleten sich Städte. Köln wurde die Hauptstadt der niedergermanischen Provinz und Mainz die Provinzhauptstadt von Obergermanien. Tempel und Villen aus Stein, Amphitheater, Straßennetze und Badeanlagen... Wie lebten die Menschen unter der römischen Herrschaft? Eine aktuelle Studie behauptet, noch heute lebten die Menschen in den ehemals von Römern besetzten Gebieten glücklicher als an Orten, wo die Römer nicht waren. Auch nach 2000 Jahren. Kann das sein? Darüber spreche ich mit Prof. Dr. Alexandra Busch der Generaldirektorin des Leibnizzentrum für Archäologie in Mainz. Ihre Top Reisetipps sind: Xanten https://apx.lvr.de/de/index.html Köln https://www.museenkoeln.de/archaeologische-zone/?s=2979 Trier https://www.trier-info.de/ Mainz https://www.landesmuseum-mainz.de/ #Frühzeit #Deutschland #Westeuropa #Europa

Erschienen: 22.05.2025
Dauer: 00:45:29

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#6 Die Varusschlacht - Wer war Hermann der Cherusker?

Varusschlacht, Schlacht am Teutoburger Wald oder die Hermannsschlacht... viele Namen für ein Ereignis. Auch der "Held" auf der germanischen Seite trägt gleich zwei Namen: Aber keiner von ihnen ist sein ursprünglicher. Den einen, Arminius, haben ihm die Römer gegeben. Den anderen, Hermann, bekam er von Martin Luther, 1500 Jahre nach der Schlacht. Wie er wirklich hieß, weiß heute keiner mehr. Mit seinem vernichtenden Guerilla-Angriff auf die römische Armee 9 n. Chr. lenkte er die Aufmerksamkeit der römischen Geschichtsschreiber auf die Ansammlung von Familienclans, die rechts des Rheins lebten. Caesar hatte sie schon 60 Jahre zuvor „Germanen“ getauft. Wie sah das Leben rechts des Rheins vor 2000 Jahren tatsächlich aus? Warum wollten die Römer die „Provinz Germanien“ erobern und beherrschen? Wie lebte man als Einheimischer in dem Netz aus römischen Militärlagern? Und wie sah es in den römischen Camps aus? Die Varusschlacht war der Anfang vom Ende der römischen Expansion. Die siegreiche römische Armee von „Hinterwäldlern“ geschlagen? Die Überraschung in Rom kannte keine Grenzen. Darüber spreche ich mit Dr. Heidrun Derks, der Direktorin des Museums und Park Kalkriese, dem Ort der Varusschlacht im Osnabrücker Land. Ihre Reisetipps: Top 3: Trier https://www.trier-info.de/ Top 2: Römerlager Haltern https://www.lwl-roemermuseum-haltern.de/ Top 1: Kalkriese, Varusschlacht im Osnabrücker Land https://www.kalkriese-varusschlacht.de/ Der Podcast gehört zum Netzwerk der Geschichtspodcasts #Historytelling #Frühzeit #Europa #Deutschland #Westeuropa

Erschienen: 15.05.2025
Dauer: 1:09:26

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Podcast "Wer wir sind und warum das nicht klappte ..."
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