Als die Römer ihre Macht in West- und Mitteleuropa verloren, sprang eine damals unbedeutende fränkische Herrscherfamilie in das Vakuum: Die Merowinger. Eigentlich waren sie nur eine von vielen fränkischen Familien. Die Merowinger waren – wie viele Franken -irgendwann vom Niederrhein ins heutige Belgien eingewandert. Dort herrschten sie anfangs nur über eine kleine Region. Konsequent und skrupellos bauten sie in 50 Jahren ein europäisches Reich auf. Sie waren clevere Politiker und brutale Krieger, die auch vor den eigenen Verwandten nicht Halt machten, wenn sie ihnen im Weg standen. Chlodwig I. war ihr berühmtester Anführer. Er kam 481 an die Macht und hat aus seinem Minikönigreich eine Herrschaft über weite Teile Frankreichs, die Niederlande, Teile Südwestdeutschlands und das Rheinland aufgebaut. Er machte Paris zu seiner Haupstadt. Seine merowingischen Nachfolger erobern das Königreich Thüringen und gründen Bayern. "Mord und Totschlag als Mittel der Politik war eine zeitübliche Verhaltensweise" sagt Brigitte Haas Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung München. Mit ihr spreche ich über den Aufstieg der Merowinger, die Gründung Bayerns und wie aus den "Findelkindern der Völkerwanderung" die Bajuwaren wurden. Ihre Reisetipps: Bajuwarenmuseum Waging am See https://www.waginger-see.de/urlaubsplanung/kultur-handwerk/museen-ausstellungen/baiuvarenmuseum Paris https://www.saint-denis-basilique.fr/en Archäologische Staatssammlung München https://www.archaeologie.bayern/ #Mittelalter #Europa #Deutschland #Westeuropa
Erschienen: 05.06.2025
Dauer: 00:33:58
Weitere Informationen zur Episode "#9 Die Merowinger und die Gründung Bayerns"
Es ist die Zeit des Untergangs. Das große Römische Reich zerfällt und mit ihm gehen unschätzbare kulturelle Errungenschaften für immer verloren oder werden für die nächsten 1500 Jahre vergessen. Es ist aber auch die Zeit des Neuanfangs: Die Alemannen, die Franken, die Burgunder und viele mehr suchen ihren Platz im neuen Europa. Früher nannte man das „Völkerwanderung“ und malte mit dicken Pfeilen, die Start- und Zielpunkte der mobilen „Volkskörper“ in den historischen Weltatlas. Heute ist man sich nicht mehr so sicher, ob das wirklich ganze Völker waren, und wo die hergekommen sein sollen. Gallien war inzwischen seit 300 Jahren eine römische Provinz. Die Römer lebten nicht mehr in Heereslagern, sondern haben Städte gebaut, ein Straßennetz angelegt, es gab Wasserleitungen, Heizungen und Bäder, eine top organisierte Armee, Theater und Philosophen. Das Gebiet östlich des Rheins, also der größte Teil des heutigen Deutschlands, hatte bei den Römern einen Namen: Das Barbaricum. Jeder der kein Römer war, war für sie nur ein Barbar, also auch unsere Vorfahren. Das Römische Reich war riesig. Die Römer herrschten rund um das Mittelmeer - von Mauretanien bis Schottland, vom Atlantik bis an den Rhein. In Europa begann die Erosion der römischen Macht mit einem Aufstand in Köln: Der Befehlshaber der Rheingrenze, Postumus, rebellierte und rief Gallien zum Sonderreich aus und sich selbst zum Kaiser. Es dauerte 14 Jahre bis die Römer, die Lage wieder im Griff hatten. Allerdings mussten sie dafür auf den germanisch-rätischen Limes verzichten und sich hinter Rhein und Donau zurückziehen. Sie gaben das Dreieck dazwischen auf. Heute nennen wir das Gebiet "Baden-Württemberg". Das lag ab 274 nach Christus außerhalb des RR. Die übriggebliebenen Bewohner dieses Landstriches bezeichneten sie als „Alemannen“. Wer waren die Alemannen? Wer waren die Franken? Und was hatten die Burgunder mit der Nibelungensage zu tun? Auch über die Blütezeit Triers unter Konstantin dem Großen spreche ich mit dem Professor für alte Geschichte an der Uni Tübingen: Mischa Meier. Sein Reisetipp: Der Juthungenstein im Römischen Museum Augsburg: https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/roemerlager #Frühzeit #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 29.05.2025
Dauer: 00:39:45
Weitere Informationen zur Episode "#8 Die Völkerwanderung - Völker...? Wanderung...?"
Der Limes der Römer: Fast 1000 km Grenze quer durch das heutige Deutschland. Erst der Rhein, als bewachter Grenzfluss: 400 km von der Nordsee bis nach Bonn. Daran schlossen sich 550 km lange Palisadenzäune und Mauern an. 900 Wachtürme und ein 6 Meter breiter und 2 Meter tiefer Graben von Rheinbrohl erstreckten sich südlich von Bonn quer durchs Land bis nach Regensburg. Das war die römische Antwort auf den Aufstand der Germanen. Die erste Mauer in Deutschland. Sie trennte die römischen Provinzen im Westen von den Regionen, die die Römer Germanien nannten. Wir starten im Rheinland im ersten Jahrhundert nach der Geburt Christi. Die Römer herrschen über das Gebiet links des Rheins. Ihre Ambitionen auf die Gebiete rechts des Rheins hatten sie Jahre nach der Varusschlacht aufgegeben. Das Christentum war in Mitteleuropa noch lange nicht angekommen. Die Römer glauben noch an ihre Götter und die Einheimischen an ihre. Die Römer bauten erste Militärlager. Aus ihnen entwickleten sich Städte. Köln wurde die Hauptstadt der niedergermanischen Provinz und Mainz die Provinzhauptstadt von Obergermanien. Tempel und Villen aus Stein, Amphitheater, Straßennetze und Badeanlagen... Wie lebten die Menschen unter der römischen Herrschaft? Eine aktuelle Studie behauptet, noch heute lebten die Menschen in den ehemals von Römern besetzten Gebieten glücklicher als an Orten, wo die Römer nicht waren. Auch nach 2000 Jahren. Kann das sein? Darüber spreche ich mit Prof. Dr. Alexandra Busch der Generaldirektorin des Leibnizzentrum für Archäologie in Mainz. Ihre Top Reisetipps sind: Xanten https://apx.lvr.de/de/index.html Köln https://www.museenkoeln.de/archaeologische-zone/?s=2979 Trier https://www.trier-info.de/ Mainz https://www.landesmuseum-mainz.de/ #Frühzeit #Deutschland #Westeuropa #Europa
Erschienen: 22.05.2025
Dauer: 00:45:29
Weitere Informationen zur Episode "#7 Der Limes - Die erste Mauer zwischen Ost und West"
Varusschlacht, Schlacht am Teutoburger Wald oder die Hermannsschlacht... viele Namen für ein Ereignis. Auch der "Held" auf der germanischen Seite trägt gleich zwei Namen: Aber keiner von ihnen ist sein ursprünglicher. Den einen, Arminius, haben ihm die Römer gegeben. Den anderen, Hermann, bekam er von Martin Luther, 1500 Jahre nach der Schlacht. Wie er wirklich hieß, weiß heute keiner mehr. Mit seinem vernichtenden Guerilla-Angriff auf die römische Armee 9 n. Chr. lenkte er die Aufmerksamkeit der römischen Geschichtsschreiber auf die Ansammlung von Familienclans, die rechts des Rheins lebten. Caesar hatte sie schon 60 Jahre zuvor „Germanen“ getauft. Wie sah das Leben rechts des Rheins vor 2000 Jahren tatsächlich aus? Warum wollten die Römer die „Provinz Germanien“ erobern und beherrschen? Wie lebte man als Einheimischer in dem Netz aus römischen Militärlagern? Und wie sah es in den römischen Camps aus? Die Varusschlacht war der Anfang vom Ende der römischen Expansion. Die siegreiche römische Armee von „Hinterwäldlern“ geschlagen? Die Überraschung in Rom kannte keine Grenzen. Darüber spreche ich mit Dr. Heidrun Derks, der Direktorin des Museums und Park Kalkriese, dem Ort der Varusschlacht im Osnabrücker Land. Ihre Reisetipps: Top 3: Trier https://www.trier-info.de/ Top 2: Römerlager Haltern https://www.lwl-roemermuseum-haltern.de/ Top 1: Kalkriese, Varusschlacht im Osnabrücker Land https://www.kalkriese-varusschlacht.de/ Der Podcast gehört zum Netzwerk der Geschichtspodcasts #Historytelling #Frühzeit #Europa #Deutschland #Westeuropa
Erschienen: 15.05.2025
Dauer: 1:09:26
Weitere Informationen zur Episode "#6 Die Varusschlacht - Wer war Hermann der Cherusker?"
Asterix und Obelix sind nicht frei erfunden. Sie gehören auch zur deutschen Geschichte, der Eisenzeit: Die furchtlosen Kämpfer, die zaubernden Druiden, die poetischen Barden und die Mistelzweige mit angeblichen Wunderkräften existierten tatsächlich, nicht nur in Gallien sondern auch in Süddeutschland. Natürlich haben sich die Erfinder des Comics viele Späße ausgedacht, aber die Grundkonstellation einer Kultur nördlich der Alpen, die ganz anders als die römische war, die stimmt. Und wir können die Spuren unserer keltischen Vorfahren in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen noch heute besichtigen. Wir beginnen diese Folge 400 Jahre vor der Geburt Christi. Das römische Reich gab es damals noch nicht. Rom war zwar eine große, aber noch ziemlich wehrlose Stadt. Nördlich der Alpen, in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg, siedelten zu dieser Zeit die Kelten und weiter nördlich die Germanen. Aber die Römer interessierten sich für die Menschen jenseits der Alpen nicht. Ein großer Fehler, den sie schrecklich bereuten. 387 v. Chr. überfielen keltische Kämpfer aus dem Norden Rom. Nur gegen ein enormes Lösegeld vom 1000 Pfund Gold konnten sich die Römer freikaufen. Um sie noch mehr auszubeuten und weiter zu demütigen warf der Anführer der Kelten, Brennus, zusätzlich sein Schwert in die Waagschale, und ließ es in Gold aufwiegen. Sein Triumphruf: „Wehe den Besiegten“ brannte sich den Römern ein. Mit diesen Ereignissen tauchen unsere keltischen Vorfahren 387 v. Chr. plötzlich in der Weltgeschichte auf. Die Römer brauchten einige Zeit, um sich von dem Schock zu erholen und eine eigene Armee aufzustellen. Ihre systematische Aufrüstung und der Drill ihrer Soldaten machte sie bald zu einer unschlagbaren Weltmacht. Manching, bei Ingolstadt, ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Ein "Oppidum" der Kelten. Vier Quadratkilometer umfasst die Fläche. Die Stadt war doppelt so groß, wie das heutige Fürstentum Monaco. Die Kelten bewegten sich an der Schwelle zur Hochkultur, waren bei Ihren Feinden schwer gefürchtet und lebten fast 800 Jahre in Süddeutschland. Gleichwohl verschwanden sie innerhalb weniger Jahrzehnte. Als die Römer das Alpenvorland 15 v. Chr. eroberten, trafen sie dort wo die Kelten gelebt hatten, auf ein fast menschenleeres Land. Wo sind sie geblieben? Welche Spuren finden wir heute von Ihnen? Und was haben wir von unseren keltischen Vorfahren geerbt? Darüber spreche ich mit Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick , sie ist Professorin für Vor- und Frühgeschichte an der Uni München. Bilder zu Manching findet Ihr auf meiner Website: www.99xgeschichte.de Ich freue mich über Eure Kommtentare. Ihr könnt mich auch über Instagram oder facebook erreichen. Ich findet mich unter Jan Schulte-Kellinghaus. Hier die drei Reisetipps von Frau Metzner-Nebelsick: Top 1: Manching https://www.museum-manching.de/ Top 2: Württembergisches Landesmuseum Stuttgart und Rheinsches Landesmuseum Bonn https://www.landesmuseum-stuttgart.de/ https://landesmuseum-bonn.lvr.de/de/index.html Top 3: Oppidum Heidengraben https://www.keltenland-bw.de/keltenland/der-heidengraben/ #Frühgeschichte #Europa #Deutschland #Westeuropa
Erschienen: 08.05.2025
Dauer: 00:30:15
Der erste Krieg?
Aus der Bronzezeit finden sich in Deutschland die ersten Spuren einer Schlacht in Europa: vor 3300 Jahren kämpften tausende Menschen in einem einsamen Tal in MV gegeneinander. Hunderte fanden den Tod. Heute, drei Jahrtausende später, graben Archäologen die Opfer aus. Bis vor wenigen Jahren hielt man die Bronzezeit für eine friedliche Periode. Bis im Tollenestal Schädel gefunden wurden, in denen noch Pfeilspitzen aus Feuerstein steckten. Seitdem wird hier getaucht, gegraben und geforscht. Aber warum kämpften die Menschen gerade hier? Wo kamen sie her? Was trieb sie an? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Thomas Terberger über die Spurensuche zu der vergessenen Schlacht. Hier seine Reisetipps: Dänisches Nationalmuseum: https://en.natmus.dk/ Schiffswrack von Uluburun: https://www.bodrumpages.com/deutsch/uluburun.html Tollensetal: https://www.kulturwerte-mv.de/Landesarchaeologie/Forschung/Tollensetal%E2%80%93Projekt/ #Frühgeschichte #Vorgeschichte #Europa #Deutschland #Westeuropa #Archäologie #Geschichte #deutsche Geschichte #Bronzezeit #Gewalt
Erschienen: 01.05.2025
Dauer: 00:32:34
Weitere Informationen zur Episode "# 4 Das älteste Schlachtfeld Europas - Tollensetal"
Bronzezeit in Deutschland: Die Himmelsscheibe von Nebra ist der Schlüssel zu einer beinahe vergessenen Herrschaft in der deutschen Geschichte vor 3800 Jahren. Wer die Scheibe beherrschte, war Herr über die Zeit. Die Bronze mit dem Himmelsbild aus Gold beweist "internationale" Beziehungen, astronomisches Know-How und die Geburtsstunde des Despotismus. Wie vor 4000 Jahren aus einer gleichberechtigten Gesellschaft von Heldinnen und Helden dank Herrschaftswissen ein Rangfolgesystem mit einer Armee zwischen Harz und Elbe wird, schildert der "Herr der Himmelsscheibe" Prof. Dr. Harald Meller. Seine Top3 Reiseziele: Top 3: Ringheiligtum Pömmelte: https://www.himmelswege.de/orte/ringheiligtum-poemmelte Top 2: Arche Nebra, Fundstelle der Himmelsscheibe: https://www.himmelsscheibe-erleben.de/ Top 1: Die neue Heimat der Himmelsscheibe: das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/ #Frühgeschichte #Deutschland
Erschienen: 24.04.2025
Dauer: 00:40:40
Weitere Informationen zur Episode "# 3 Die Himmelsscheibe und der vergessene Despot"
99xGeschichte
Ötzi ist der einzige gefriergetrocknete Zeuge der Jungsteinzeit weltweit. Seit über 20 Jahre erforscht Albert Zink die Mumie. Ötzi litt unter Karies, Aterienverkalkung und Magenschleimhautentzündung. Er war glatzköpfig, hatte dunkle Haut und wurde hinterrücks erschossen. Ein Fall für die Kripo Bozen? Deine Top 3 Reiseziele: Ötzi selbst ist im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen zu sehen: https://www.iceman.it/de/ Schnalstal und Archeoparc: https://www.archeoparc.it/ Ötzi Bergtour aufs Tisenjoch: https://www.archeoparc.it/oetzi-glacier-tour/ #Frühgeschichte #Westeuropa
Erschienen: 17.04.2025
Dauer: 00:36:19
99xGeschichte
Vor 125.000 Jahren in Deutschland: Neandertaler jagen Waldelefanten. Archäologen haben Elefantenknochen und Holzspeere aus der Steinzeit ausgegraben. Die Waldelefanten wogen jeweils 14 Tonnen und waren die größten Tiere an Land. Um sie zu erlegen, brauchte es Erfahrung, Kommunikation und einen Plan. Klingt mehr nach den cleveren Flintstones als nach tumben Höhlenmenschen. Die Neandertaler waren kompetenter, schlauer, und empathischer als wir bisher dachten sagt die Archäologin Sabine Windheuser Gaudzinski. Ich frage sie, was wir von den Neandertaler-Genen in uns, noch heute merken. Ihre Top 3 Reisetipps: Das Neandertalmuseum in Mettmann ist ein "must see": https://neanderthal.de/de Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ist ihr Platz 2: https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de Top1: Das Museum und Forschungszentrum, das sie selbst leitet: Monrepos in Neuwied: https://monrepos.leiza.de/ #Frühgeschichte #Deutschland #Neandertaler
Erschienen: 10.04.2025
Dauer: 00:32:15
Trailer
Bald geht sie los. Die Reise durch die deutsche Geschichte in 99 Folgen. Den Anfang macht ein Besuch bei den Schöninger Speeren. Sie wurden vor 300.000 Jahren von Menschen in Niedersachsen geschnitzt und benutzt. Doch wozu? In 99 Folgen durch die deutsche Geschichte. Schließe Deine Wissenslücken! Die Podcastserie liefert einen Überblick von den Neandertalern bis Angela Merkel. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Erschienen: 07.04.2025
Dauer: 00:02:47