Podcast "Digitalgespräch"

Das Digitalgespräch ist ein Podcast von ZEVEDI, dem Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung. Er wendet sich an Menschen, die aus erster Hand wissen wollen, was sich im Feld der Digitalität konkret tut und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Politik dabei stehen. Im Digitalgespräch kommen Expert:innen zu Wort, die ihr Wissen zu aktuellen Arbeitsgebieten, Projekten und Forschungsperspektiven mit den Gastgeberinnen – Marlene Görger und Petra Gehring – teilen. Der Scheinwerfer fällt dabei auf komplexe Handlungsfelder und sorgt so dafür, dass sich der Nebel großer Schlagworte lichtet. Teils geht es um Themen, die unter Fachleuten gerade heiß diskutiert werden, teils ist von Dingen zu hören, die womöglich erst in Zukunft in das Sichtfeld der breiteren Öffentlichkeit gelangen. Impressum: https://zevedi.de/impressum/

Von

Marlene Görger

Petra Gehring

Podcast-Episoden

Das Virtual Operations Support Team des THW: Internet-Einsätze im Zivil- und Katastrophenschutz

Mit Ralf Daniel vom Virtual Operations Support Team (VOST) des THW

Menschen, die gewohnt sind, über Social Media zu kommunizieren, tun das auch in Ausnahmesituationen – Posts, Bilder und Videos von Überschwemmungen, Explosionen und anderen Katastrophen informieren dann nicht nur Freund:innen, Familie oder Follower, sondern im Zweifel auch Einsatzkräfte, die sich um diese Gefahrenlagen kümmern müssen. Das haben findige, internetaffine Freiwillige schon früh erkannt. So gibt es heute weltweit Virtual Operations Support Teams (VOST), die dezentral, schnell und kompetent die Informations- und Desinformationsflut des Internets nach relevanten Hinweisen durchforsten. Sie unterscheiden glaubwürdige von irreführenden Inhalten, kombinieren verschiedene Datenquellen geschickt, und helfen so den Verantwortlichen vor Ort maßgeblich, richtige Entscheidungen zu treffen. Auch das Technische Hilfswerk, die auf Ehrenamt aufgebaute Organisation für Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland, hat ein solches VOST. Ralf Daniel, im Beruf Polizeibeamter und Dozent für Kriminalistik, leitet das VOST des THW. Im Digitalgespräch erklärt er, welche Expertisen in seinem Team zusammenkommen, und wie genau es mit den Einsatzkräfte vor Ort zusammenarbeitet. Er beschreibt typische Einsätze und welche Fragestellungen dabei das Monitoring Sozialer Medien anleiten, wie Informationen aufbereitet und weitergeben werden, und wo Grenzen der Zuständigkeit und Möglichkeiten des VOST liegen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Daniel, was gerade in unübersichtlichen Lagen einen guten Umgang mit Falschmeldungen und bewusster Irreführung ausmacht, wie wichtig kommunale Netzwerke gerade im Ernstfall sind, und welchen Stellenwert die Kommunikation über Soziale Medien und Netzwerke im Zivil- und Katastrophenschutz heute hat – oder haben sollte. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-063-ralf-daniel Link zur Webseite des Virtual Operations Support Teams des THW: https://www.thw.de/SharedDocs/Einheiten/DE/006_vost.html

Erschienen: 01.04.2025
Dauer: 00:47:52

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Schutz mittels Digital Services Act: Die Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten

Mit Michael Terhörst von der Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD)

Mit der Verabschiedung des Digital Services Act (DSA) und des Digital Markets Act (DMA) wagte die EU-Kommission 2022 einen Paradigmenwechsel. Sie schuf ein umfassendes Rahmenwerk, das Rechte für Nutzer:innen digitaler Vermittlungsdienste – wie z. B. Social Media Plattformen oder Marktplätze für private Angebote – gegenüber den Anbietern dieser Dienste begründet. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht dabei besonders im Fokus, denn obwohl deren Alltag und Sozialleben stark geprägt ist von Sozialen Medien, sind diese Umgebungen alles andere als kindgerecht. Jugendgefährdende Inhalte, denen schon kleine Kinder plötzlich und ohne Vorwarnung ausgesetzt werden können, sind gefährlich. Es gibt aber auch Straftäter, die im Netz Kontakt zu Minderjährigen aufbauen. Und nicht zuletzt birgt die Nutzung digitaler Medien als solches schon Risiken, etwa Störungen der geistigen und motorischen Entwicklung, manifeste Suchterkrankungen, oder Schädigungen durch gesundheitsgefährdende Trends, die über Social Media Verbreitung finden. Es ist keine Lösung, Kindern und Jugendlichen die Nutzung digitaler Medien zu verbieten. Dies schlösse sie aus der digitalen Öffentlichkeit aus – und aus völliger Unerfahrenheit entstünde auch kein nachhaltiger Schutz. Heranwachsende haben also nicht nur das Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre und Gesundheit, sondern auch auf altersgerechte Teilhabe und Befähigung zu einem selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien. Der Volljurist Michael Terhörst leitet die neue, unabhängige Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten (KidD). Im Digitalgespräch beschreibt der Experte für Kinder- und Jugendmedienschutz, welchen Gefahren Heranwachsende bei der Nutzung von Online-Plattformen ausgesetzt sind, wer dafür zuständig ist, sie davor zu schützen, und wie diese Stellen dabei vorgehen. Er erklärt, wie gerade der DSA die Rechte von Kindern und Jugendlichen stärken kann, warum nicht nur die Strafverfolgung im Einzelfall, sondern auch die Erarbeitung verbindlicher Standards und integrierter Schutzmechanismen wichtig ist und nennt konkrete Möglichkeiten, digitale Dienste sicherer und jugendfreundlicher zu machen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Terhörst, ob Online-Angebote insgesamt kindgerechter werden müssen, welche gemeinsame Perspektive die EU-Mitgliedstaaten auf das Thema haben - und welche konkreten Schritte nun nötig sind, damit die Rechte Heranwachsender auf Schutz, Befähigung und Teilhabe auch im digitalen Leben gewahrt werden können. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-062-michael-terhoerst Link zum „Gefährdungsatlas“ der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz: https://www.bzkj.de/bzkj/service/publikationen/gefaehrdungsatlas-digitales-aufwachsen-vom-kind-aus-denken-zukunftssicher-handeln-aktualisierte-und-erweiterte-2-auflage--197812 Link zur Working Group 6 des European Board for Digital Services: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/working-group-6-european-board-digital-services-protection-minors

Erschienen: 11.03.2025
Dauer: 00:54:39

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Digital Streetwork: Sozialarbeit in digitalen Räumen

Mit Christina Dinar von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin

Chat-Foren, Social Media, Online-Communities – das Internet bietet viele Adressen und Bezugspunkte, die sich als „digitale Räume“ umschreiben lassen. Man kann dort Gleichgesinnten begegnen, sich informieren, seinen Interessen nachgehen – oder aber sehr gezielt bestimmte Personengruppen identifizieren und sogar kontaktieren. Die soziale Arbeit tut dies. Sie hat, angeführt durch Pioniere eines „Digital Streetwork“, das Internet als Zugangsmöglichkeit zu schwer erreichbaren oder besonders vulnerablen Zielgruppen entdeckt. Und obwohl gerade kleine, spezialisierte Netzwerke die Sozialarbeiter als Ergänzung und Entlastung (oft ehrenamtlicher) Content-Moderatoren schätzen und unterstützen, ist aufsuchende digitale Kommunikation noch nicht in der Breite sozialer Arbeit etabliert. Spezifische Kompetenzen, die „digitale“ Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitet für ein glaubhaftes und vertrauenswürdiges Auftreten in Netz-Communities brauchen, sind kaum Teil der Ausbildung. Politische Unterstützung und öffentliche Nachfrage laufen nur langsam an. Allerdings sind auch die Interessen und Geschäftspraktiken großer, kommerzieller Plattformen nicht unbedingt kompatibel mit den Bedingungen für eine seriöse, an professionellen Standards orientierten Sozialarbeit. Christina Dinar ist Sozialarbeiterin und hat zudem Kulturwissenschaften studiert. In ihrer praktischen Arbeit wie auch als Wissenschaftlerin und Dozentin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin etabliert sie in der sozialen Arbeit einen Fokus auf Communities in digitalen Räumen. Die Expertin und Pionierin für „Digital Streetwork“ erklärt im Digitalgespräch, was gute Sozialarbeit im Netz bewirkt und unter welchen Voraussetzungen sie gelingt, wie weit die Professionalisierung der digitalen sozialen Arbeit im Netz heute ist, und welche Kompetenzen Digital Streetworker:innen brauchen. Sie beschreibt unterschiedliche Konzepte und Herangehensweisen dieser Variante Sozialer Arbeit, und welche Position Digital Streetwork gegenüber Content-Moderator:innen und Plattformbetreibern einnimmt. Mit den Gastgeberinnern Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Dinar, wer Verantwortung trägt für sozialverträgliche, sichere digitale Räume, welche Bedeutung globale Plattformen als Infrastruktur für soziale Arbeit heute haben – und ob die Finanzierungslogik für soziale Projekte, die aus der analogen Zeit stammt, für die digitale Welt greift. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-061-christina-dinar Link zu Christina Dinars Profil auf der Webseite der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin: https://www.khsb-berlin.de/de/profile-personal/136265 Link zum Ansatz „Digital Streetwork“ der_ Amadeu Antonio Stiftung_: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/good-gaming-well-played-democracy/digital-streetwork/

Erschienen: 18.02.2025
Dauer: 00:43:18

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Weit mehr als Technik: Suchmaschinen verstehen

Mit Dirk Lewandowski von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Die Nutzung von Suchmaschinen ist uns im digitalen Alltag so selbstverständlich, dass wir nur selten deren Design, ihre Funktionsweise und vor allem: die Ergebnisse unserer Suche hinterfragen. Die erfolgreiche Internetsuche war zu den Anfangszeiten des WWW eine Herausforderung für Expert:innen. Heute hingegen ist jede:r Mensch in der Lage, von einer Suchmaschine in Sekundenschnelle brauchbare Treffer zu erhalten. Was dahinter steht: ein gigantischer Aufwand. Macht man sich klar, wie groß die Menge an Netzinhalten ist, die dafür von den Suchmaschinen systematisch zusammengetragen und hinsichtlich ihrer Relevanz interpretiert werden müssen, erahnt man, warum es nur wenige Suchmaschinen gibt – und warum der Aufwand sich für diese Akteure ganz offensichtlich lohnt, obwohl die äußerliche Dienstleistung, eben die Suche, auf den ersten Blick gratis ist. Um zu verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren und warum der unangefochtene Marktführer Google so erfolgreich ist, sind jenseits der technischen Systeme Geschäftsmodelle wichtig. In diesen sind Nutzer:innen bekanntermaßen nicht die Kund:innen, sondern ein Stück weit Mittel zum Zweck. Und die Selbstverständlichkeit der Internetsuche täuscht leicht darüber hinweg, welche kulturellen und politischen Dimensionen noch im Komplex „Suchmaschinen“ stecken. Welche Folgen hat die Beschaffenheit des Suchmaschinenmarktes für die Qualität von Suchergebnissen und die Pluralität der Perspektiven auf die Inhalte im Netz, die immer mehr Abbild unserer kollektiven Wirklichkeit sind? Dirk Lewandowski ist Professor für Information Research & Information Retrieval an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und ausgewiesener Experte für Suchmaschinen und ihre Funktion innerhalb der digitalen Gesellschaft. Im Digitalgespräch erklärt der Wissenschaftler, wie Suchmaschinen technisch aufgebaut sind, welche Bedeutung sie für unsere Nutzung des Internets haben und wie die Geschäftsmodelle ihrer Anbieter mit Interessen von Nutzer:innen, und Produzent:innen von Web-Inhalten zusammenspielen. Er erklärt, wie die Marktdominanz von Google zustande kam, warum sie für gute Internetsuche schädlich ist, und welche Möglichkeiten für die Wiederbelebung eines echten Wettbewerbs der Suchmaschinen realistisch sind. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Lewandowski, wie sich unser aller Nutzungsverhaltung auf Design und Funktionsweise heutiger Suchmaschinen auswirken, wie generative Sprachmodelle ins Bild kommen, ob wir eine europäische Infrastruktur für Suchmaschinen brauchen – und ob wir (wieder) lernen sollten, wie man geschickt nach Netzinhalten sucht. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-060-dirk-lewandowski Link zu Dirk Lewandowskis Profil an der HAW Hamburg: https://www.haw-hamburg.de/hochschule/beschaeftigte/detail/person/person/show/dirk-lewandowski/ Link zu Dirk Lewandowskis Buch „Suchmaschinen verstehen“: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-63191-1 Link zur Open Search Foundation: https://opensearchfoundation.org/

Erschienen: 28.01.2025
Dauer: 00:43:05

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Wer hat die Macht im Zeitalter sogenannter "Künstlicher Intelligenz"?

Mit Paul Nemitz von der Europäischen Kommission

Das Digitalgespräch meldet sich vor den Feiertagen mit einer Bonusfolge: Die Gastgeberinnen Petra Gehring und Marlene Görger laden die Hörer:innen ausnahmsweise nicht zu einem Interview, sondern zu einem Vortrag ein. Am 10. und 11. Dezember 2024 hat in Darmstadt ein Symposium „Content? Context!“ stattgefunden, es ging um „Generative KI und kreative Autorschaft in Wissensarbeit und Literatur“. Federführend für das Programm war die Schriftstellerin, Übersetzerin und Moderatorin Nina George als Fellow des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung. Als einer der Gäste des Symposiums sprach Paul Nemitz, Chefberater der Europäischen Kommission, über rechtliche Möglichkeiten und Perspektiven des Schutzes der Interessen von Autor:innen und Kreativschaffenden angesichts der Übermacht von Software-Unternehmen. Der Vortrag – gerichtet an Betroffene, die nach Strategien und Hebeln suchen, ihre Rechte geltend zu machen – gibt Einblicke in die Welt der Lobbyarbeit auf EU-Ebene, enthält Ratschläge und benennt Notwendigkeiten, und er macht die gesamtgesellschaftliche Perspektive klar, vor der die legitimen Interessen einzelner Kreativer und ihrer Verbände zu einer demokratischen Angelegenheit werden. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-bonusfolge-paul-nemitz Link zum interaktiven Symposium "Content? Context! Generative KI und kreative Autorschaft in Wissensarbeit und Literatur“ am 10. und 11. Dezember 2024 in Darmstadt“: https://zevedi.de/themen/generative-ki-und-kreative-autorschaft/ Link zu Digitalgespräch Folge 36 mit Chris Biemann von der Universität Hamburg: https://zevedi.de/digitalgespraech-036-chris-biemann/ Link zu Digitalgespräch Folge 51 mit Jenifer Becker von der Universität Hildesheim: https://zevedi.de/digitalgespraech-051-jenifer-becker/ Link zu Digitalgespräch Folge 52 mit Nina George vom European Writers‘ Council: https://zevedi.de/digitalgespraech-052-nina-george/

Erschienen: 17.12.2024
Dauer: 00:21:38

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Was sind Berufsbilder und verändern sie sich durch Digitalität?

Mit Britta Matthes vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit

Wie wir arbeiten verändert sich im digitalen Zeitalter und durch Digitalität. Neue Aufgaben und Berufe entstehen, andere verändern sich radikal oder fallen weg, einfache wie auch komplexe Tätigkeiten können an Maschinen übertragen werden oder werden es bereits. Betroffen sind wir alle, egal, ob wir neuen technischen Möglichkeiten mit Zurückhaltung begegnen oder sie neugierig in unser Berufsleben integrieren – wenn wir überhaupt diese Wahl haben. Ob Unternehmen die Bedürfnisse und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter wertschätzen und die Belegschaft in Transformationsprozesse integrieren, oder ob sie anonyme Angestellte als weisungsgebundene Zuarbeiter betrachten, macht nicht nur für die Akzeptanz von Veränderungen am Arbeitsplatz einen großen Unterschied, sondern entscheidet darüber, wie digitale Arbeitswelten ausgestaltet werden. Und in unserer Gesellschaft, in der junge Generationen zahlenmäßig klein sind und Berufseinsteiger in der Regel viele Optionen haben, gewinnt die Frage, wie wir arbeiten wollen und worin unsere Stärken liegen, an neuer Bedeutung. Dr. Britta Matthes, Soziologin und studierte Biologin, leitet den Bereich „Berufe in der Transformation“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, welche Mechanismen im Wandel von Berufsbildern und Arbeitsmarktstrukturen wirken, und wie der digitale Wandel der Berufswelt erforscht werden kann. Sie erklärt, auf welche neuen Gegebenheiten und Anforderungen unser Berufsleben in Zukunft prägen werden, wie unterschiedliche Berufsfelder Digitalität in ihre Prozesse integrieren und auf wessen Expertise es dabei ankommt, welche Hürden dabei im Weg stehen und welche Gestaltungsspielräume es gibt. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Matthes, welche Besonderheiten des deutschen Arbeitswesens in der Umsetzung von Digitalität sichtbar werden, was angesichts permanenter Veränderungen den Kern eines Berufs ausmacht, wie wir dabei als Individuen unser Berufsleben gestalten können – und ob die Idealvorstellung, „seinen“ Beruf ein Leben lang auszuüben, noch zeitgemäß ist. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-059-britta-matthes Link zum Link zum Job-Futuromaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: https://job-futuromat.iab.de/

Erschienen: 26.11.2024
Dauer: 00:56:01

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Gesetze im „Digitalcheck“ und was daraus folgt: Verwaltung digitaltauglich aufstellen

Mit Stephanie Kaiser von der DigitalService GmbH des Bundes

Die Digitalisierung von Staat und Verwaltung soll schnell voranschreiten – und an digitale Lösungen zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben werden hohe Anforderungen gestellt. Die digitale Verwaltung ist dabei kein Selbstzweck, sondern soll Prozesse effizienter, übersichtlicher und barrierefreier machen. Neben zahllosen konkreten, bedarfsgenauen Softwarelösungen, die am analogen Status quo ansetzen, sind daher auch Strategien gefragt, Digitalität langfristig als neue Normalität zu etablieren. Das heißt auch: Methoden zu entwickeln, mit denen sichergestellt werden kann, dass Regelungen, Gesetze und Prozesse von vornherein mit den Bedürfnissen der digitalen Gesellschaft und den Anforderungen des digitalen Staates kompatibel sind. Eine Einrichtung, die dabei helfen soll, diese große Aufgabe zu bewältigen, ist die DigitalService GmbH des Bundes, die 2020 ins Leben gerufen wurde. Die IT-Managerin Stephanie Kaiser ist Chief Product Officer des DigitalService, der zentralen Digitalisierungsstelle des Bundes. Im Digitalgespräch beschreibt die Expertin für Softwareentwicklung und IT-Projekte, welche Aufgaben diese ungewöhnliche Stelle hat, wie sie arbeitet und welche Neuerungen dabei entstehen. Sie erklärt, was es bedeutet, Regeln oder Prozesse „digitaltauglich“ zu gestalten, wer daran beteiligt ist und wie Bürger:innen und Verwaltungsangestellte davon profitieren. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Kaiser, wie sich Arbeitsweisen aus der Privatwirtschaft im öffentlichen Sektor anwenden lassen, welche Vermittlungsarbeiten dabei hilfreich sind – und wie es gelingen kann, auf Dauer und im großen Maßstab gute digitale Lösungen für die Schnittstellen zwischen Staat und Bürger:innen bereitzustellen. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-058-stephanie-kaiser Link zum im Gespräch erwähnten Blog-Beitrag mit Digitalcheck-Praxisbeispiel zum Stromsteuerrecht: https://digitalservice.bund.de/blog/aktuelles-beispiel-fuer-digitaltaugliche-regelungen-das-stromsteuerrecht

Erschienen: 05.11.2024
Dauer: 00:45:28

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Dynamische digitale Strategien für den europäischen Sender ARTE

Mit Kemal Görgülü von ARTE GEIE

Der Fernsehsender ARTE ist ein Projekt, das die Verständigung und den kulturellen Austausch zwischen den Ländern Europas fördern soll. Der Sender und insbesondere auch seine Mediathek sind berühmt für ihr sorgfältig kuratiertes Angebot, das Kunst, Unterhaltung, Information und Bildung bietet. Nicht nur das sogenannte lineare Fernsehen, also das klassisch nach einem festen Zeitplan ausgestrahlte Programm, sondern auch die Präsentation der Inhalte in der digitalen Welt wird sorgfältig und mit viel Aufwand von Expert:innen für die Bedürfnisse eines europäischen Publikums zusammengestellt. ARTE hat Fans, die das aufwendig bereitete Angebot gezielt aufsuchen und schätzen, aber wie für alle Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gilt auch für den deutsch-französischen Kultursender: Die hohe Dynamik der Digitalität fordert kluge Strategien und auch die Bereitschaft, wechselnde Wege zu den Zielgruppen zu gehen. Technologische Neuerungen bieten hier große Chancen – sofern es gelingt, sie im Sinne des öffentlichen Auftrags und des eigenen Selbstverständnisses einzusetzen. Kemal Görgülü ist Chief Technology Officer der Zentrale ARTE GEIE, des Hauptsendersitzes in Straßburg, und verantwortet dort unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Strategien für die Digitalität, insbesondere den Einsatz „Künstlicher Intelligenz“. Im Digitalgespräch beschreibt der Experte für technologische Innovation im Bereich redaktioneller Arbeit, welche Strategien ARTE verfolgt, welche Überlegungen und Werte dabei maßgeblich sind, und was es bedeutet, dass sich der Sender ARTE als explizit europäische „Content-Boutique“ versteht. Er zeigt auf, an welchen Stellen – sichtbar für das Publikum wie auch hinter den Kulissen – große Potenziale für den Einsatz von KI-Systemen liegen und wo sie schon heute ganz selbstverständlich eingesetzt werden. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Görgülü, wie öffentlich-rechtliche Sender im Sinne der Allgemeinheit auf neue Gewohnheiten in der Mediennutzung reagieren können, welche Kooperationspartner es für diese Aufgabe gibt, wo die Grenzen dessen liegen, was einzelne Sender und Medienanstalten zu leisten vermögen – und an welchen Stellen auch Entscheider:innen und Politik angesichts digitaler Wirklichkeiten umdenken sollten. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-057-kemal-gorgulu Link zur ARTE-Webseite und Mediathek: https://www.arte.tv Link zur Webseite der Beyond Platforms Initiative: https://beyond-platforms.org/

Erschienen: 15.10.2024
Dauer: 00:49:33

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Tokenisierung von CO2-Zertifikaten: Blockchain für den Klimaschutz?

mit Dominik Skauradszun von der Hochschule Fulda

Für den Klimaschutz sind große Anstrengungen nötig, um einerseits den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren, andererseits CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen. Und auch, wenn die Dringlichkeit der Maßnahmen grundsätzlich anerkannt ist, bedarf es gezielter Vorgaben und Anreize, um Unternehmen zum Mitmachen zu motivieren. Ein Instrument, das hierbei seit einigen Jahren zum Einsatz kommt, sind CO2-Zertifikate. Dieses neuartige Konstrukt hat ein komplexes Feld aus Verpflichtungen und Regeln, freiwilligem Engagement, und internationalen Kooperationen geschaffen. Dabei sind staatliche Akteure genauso involviert wie private. Das alles ist nicht nur schwierig zu überblicken, sondern die Möglichkeit des Ausstellens, Kaufens und Verkaufens der Zertifikate hat auch eigene Märkte hervorgebracht hat, auf denen diese Zertifikate fast die Funktion von Wertpapieren erfüllen. Ob man sie rechtlich tatsächlich so behandeln – das heißt auch: regulieren – sollte, ist allerdings nicht abschließend geklärt. Eine Idee, den Handel mit CO2-Zertifikaten zu erleichtern und auch vertrauenswürdiger zu machen, wäre es, ihn über eine geeignete Blockchain abzuwickeln. Der Schritt ist möglich, vielleicht sogar naheliegend – in jedem Fall machte er den Handel mit Carbon Credits kostengünstig, schnell und vermutlich auch transparent. Erste Beispiele für „tokenisierte Carbon Credits“ gibt es schon. Die Neuentwicklung beschäftigt nicht nur Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Unternehmen, sondern insbesondere auch Jurist:innen. Welche Entscheidungen sind hier von Bedeutung und warum schauen internationale Expert:innen dabei mit Interesse auf den europäischen Rechtsraum und seine Bemühungen, Märkte für Krypto-Werte zu regulieren? Dominik Skauradszun ist Professor für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht und Unternehmensrecht an der Hochschule Fulda und Richter am Oberlandesgericht in Frankfurt am Main. Er forscht und lehrt auch an der Universität Bielefeld und der Nottingham Trent University, und berät als Experte und Sachverständiger Prozesse und Institutionen auf nationaler und EU-Ebene. Im Digitalgespräch erklärt der Experte für Rechtsfragen der Tokenisierung, was CO2-Zertifikate sind, welche Unterschiede es gibt, wie die Märkte für den Handel mit diesen Zertifikaten aussehen, und welche Teilnehmer dabei wichtige Funktionen erfüllen. Er legt dar, warum sich die Blockchain hierbei als technische Umgebung anbietet, und welche Konsequenzen dieser Digitalisierungschritt nach sich ziehen wird. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Skauradszun, welche Probleme dadurch gelöst werden können, welche bestehen bleiben werden, ob aus Sicht der Unternehmen die hohe Transparenz bei den Transaktionen Vorteil oder Nachteil darstellt – und warum es nötig ist, dass Jurist:innen zur Tokenisierung von CO2-Zertifikaten forschen. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-056-dominik-skauradszun Link zu Dominik Skauradszuns Profil auf der Webseite der Hochschule Fulda: https://www.hs-fulda.de/wirtschaft/ueber-uns/professuren/details/person/prof-dr-dominik-skauradszun-llm-2-483/contactBox

Erschienen: 24.09.2024
Dauer: 01:03:19

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IT-Riesen und Softwaremonopole: Das Ringen der Hochschulen um digitale Souveränität

Mit Ramin Yahyapour von der Georg-August-Universität Göttingen und der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG)

Die Abhängigkeit der Unternehmen und Verwaltungen von außereuropäischen Technologie-Anbietern ist in den letzten Jahren deutlich spürbar. Auch Hochschulen gegenüber nutzen große Firmen, die mit wenig bis keiner Konkurrenz für den wissenschaftlichen Alltag praktisch unverzichtbare Soft- und Hardware bereitstellen, ihre Position offenbar bewusst aus: Sie drehen gezielt an Preisschrauben, setzen den Hochschulen komplizierte Lizenzmodelle vor, zwingen ihnen neue Produkttypen auf und stabilisieren so nicht zuletzt ihre Präsenz im Alltag der Anwender:innen; Studierende erzieht das fast automatisch zu dauerhaften Kund:innen von Google, Microsoft, Adobe & Co. Auswege aus dieser Zwangslage sind nur schwer zu finden, denn die Hochschulen haben kaum Verhandlungsmacht. Ihr Auftrag lautet "Forschung und Lehre", Extra-Invest in teure Change-Prozesse ist nicht vorgesehen. So müssen sie immer mehr ihres knappen Budgets für die Bereitstellung der dringend benötigten Technik vorsehen. Längst beginnt das Geld für die IT anderswo zu fehlen, und auch Datenschutzstandards und Nutzungsbedingungen, zu denen IT-Riesen ihre Produkte bereitstellen, sind an vielen Stellen fragwürdig – eine Gefahr für freie Forschung und Lehre. Zwar existieren Alternativen, etwa Open Source-Lösungen, oder europäische Produkte, die zu besseren Konditionen eingesetzt werden könnten, aber eine Umstellung aller Mitarbeiter:innen und Systeme auf bisher wenig erprobte Neuerungen wäre komplex, im Normalbetrieb kaum durchsetzbar, und für einzelne Einrichtungen nicht ohne Risiko. Hilft es, sich zusammenzuschließen? Muss die Politik – anders – handeln? Und wissen alle Beteiligten, was auf dem Spiel steht? Ramin Yahyapour ist Professor für E-Science und praktische Informatik an der Georg-August-Universität Göttingen und leitet die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, die der Universität wie auch der Max-Planck-Gesellschaft als Rechenzentrum und IT-Kompetenzzentrum dient. Der renommierte Experte für Hochleistungsrechnen, Cloud-Anwendungen und Datenmanagement engagiert sich seit vielen Jahren für digitale Souveränität. Im Digitalgespräch schildert Yahyapour die Lage, in der sich Hochschulen zurzeit als Kundinnen von Technologieanbietern befinden, ordnet Entwicklungen ein und macht die Bedeutung digitaler Souveränität für Hochschulen klar. Er zeigt auf, welche Maßnahmen helfen könnten, Abhängigkeiten aufzulösen und welche Hürden dabei im Weg stehen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Yahyapour, wer aktiv werden muss und mit welchen Strategien Stück für Stück Spielräume entstehen könnten, wenn das Bewusstsein für die Problematik wächst und mutige Schritte gegangen werden. Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraeach-055-ramin-yahyapour Link zu Ramin Yahyapours Profil auf der Webseite der Universität Göttingen: https://www.uni-goettingen.de/de/635175.html Link zur Webseite der Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) https://gwdg.de/ Link zur Broschüre „Sicherstellung der digitalen Souveränität und Bildungsgerechtigkeit. Empfehlungen zur Ausgestaltung von Rahmenbedingungen für die Nutzung von Cloud-basierten Angeboten im Bildungsbereich“ der Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung (ZKI e. V.): https://www.zki.de/fileadmin/user_upload/ZKI-Digitale_Souveraenitaet-2022-V2.pdf

Erschienen: 03.09.2024
Dauer: 00:47:28

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