Sprechkontakt mit Bildung
Im Mittelpunkt steht das Gespräch. Wir unterhalten uns über Themen der Bildung und des Lernens, wir diskutieren über Zugänge und Sichtweisen.Anerkennung ist mehr als Lob, sondern beinhaltet auch Wertschätzung. Patrick Killmeyer und Philipp Sackl haben herausgefunden, dass es im Schnitt 75 Tage dauert, bis ein österreichischer Chef diese Wertschätzung auch ausspricht. Das geht doch besser.
Menschen fangen ihren Job an wegen mehr Geld, sie verlassen ihn aber wegen mehr Anerkennung. Anerkennung ist mehr als Lob, sondern beinhaltet auch Wertschätzung. Patrick Killmeyer und Philipp Sackl haben herausgefunden, dass es im Schnitt 75 Tage dauert, bis ein österreichischer Chef diese Wertschätzung auch ausspricht. Das geht doch besser. Fehlende Anerkennung ist stattfindende Ausgrenzung. "Nicht geschimpft ist gelobt genug", lautet ein österreichisches Sprichwort. Eine ausgefeiltere Anerkennung beinhaltet: 1) Was ist die Stärke 2) In welcher Situation ist mir das aufgefallen 3) Wovon profitiere ich "Anerkennung" ist dabei ein Wort mit sprechenden Teilen. Kennen: Ich muss den anderen Menschen kennen. Erkennen. Genauer hinschauen. An. Ich will es ihm sagen. Dabei gilt: "Wie man in den Wald hineinruft, umso deutlicher hallt es zurück." Gesprächspartner: Patrick Killmeyer und Philipp Sackl Kraftwerk Anerkennung Aufnahmedatum: 28. Februar 2014. Ausschnitte dieses Gespräches werden in der Ö1 Raidosendung "Moment - Leben Heute" zum Thema "Anerkennung am Arbeitsplatz" am 13. März ausgestrahlt. Stichworte: Anerkennung | Recognition | Appraisal | Lob | Ausgrenzung | Transaktionsanalyse | Strokes | Dale Carnegy | Kraftwerk Anerkennung | Wertschätzungsmissionar | Zielkonflikt | Zielvereinbarung | Behance Network Portfolios | Innere Kündigung | Magenverkleinerung | Naturalistischer Fehlschluss | Eric Berne | CG Jung | Leadership | Verantwortung | Fields-Medaille | Nobelpreis | Gesundheitliche Auswirkungen
Erschienen: 05.03.2014
Dauer: 01:39:09
Kraftwerke bauen, Netzwerke planen, Geschichte studieren, im Bildungszentrum einer brasilianischen Favela arbeiten. Seit 150 Tagen ist Gottfried Ellmauer aber Direktor eines Wiener Gymnasiums. Im Gespräch erzählt er, wie es ist, als Chef.
"Mir ist die Schwere des Alltags in Österreich mehr bewusst gewesen als in São Paulo, ob wohl in São Paulo das Leben härter war, als da." Kraftwerke bauen, Netzwerke planen, Geschichte studieren, im Bildungszentrum einer brasilianischen Favela arbeiten, als Administrator an einem Abendgymnasium - und seit 2013 ist Gottfried Ellmauer Direktor eines Wiener Gymnasiums. Gottfried erzählt, wie das alles zusammengeht. Sein persönlicher Zugang, sein Hintergrund, die Wege zum Direktor. Interessant für jeden, der gerne erzählten Lebenswegen zuhört, oder für jemanden, der ebenfalls Direktor werden will. Es sind Erfahrungen aus "erstem Mund." Seine Methode: "Ich lege Eisen ins Feuer und schmiede sie, ich weiß, dass ich nichts über's Knie brechen kann, und wenn es passt, gehen sehr viele Dinge von selbst. Es braucht dazu eine 'Idee von Schule', und ich muss wissen, wohin ich will." Entscheidungen müssen begründet, aber nicht unbedingt gerechtfertigt werden. Der Gewinn kommt aus der pädagogischen Arbeit – nicht unbedingt vom Gehalt. "Ich gehe gerne in die Schule", sollen Schüler sagen, "das ist das Ziel." Es wäre gut, sagt er, zwischen der Person und dem Amt zu unterscheiden. Gesprächspartner: Gottfried Ellmauer, BRGORG15, Wien Links: Favela | Projekt Girassol | Girassol Spendenverein | Comenius | Leadership | Assessment | BMUKK Ausschreibungen | Coaching
Erschienen: 03.03.2014
Dauer: 01:31:02
Luisa Mayrabekowa und Makka Edilsultanova erzählen über ihr Leben in Tschetschenien, wie sie nach Österreich gekommen sind, und warum sie am Abendgymnasium Wien die Matura machen. Hintergrund für dieses Gespräch ist die Überlegung, dass wir oft viel zu wenig über Menschen wissen, die bei uns zur Schule gehen. Das Gespräch wurde am Abendgymnasium Wien am 28. Jänner 2014 aufgezeichnet.
Erschienen: 28.01.2014
Dauer: 00:50:48
Weitere Informationen zur Episode "Von Tschetschenien nach Wien"
Gertraud Diem-Wille ist Psychoanalytikerin und beschäftigt sich mit der Entwicklung des Kindes. Da liegt es nahe, Pädagogik und Psychoanalyse zusammenzuführen und Lehrer in der Kunst der "Psychotherapeutischen Beobachtung" auszubilden.
Das Unbewusste in der Schule Gertraud Diem-Wille ist Psychoanalytikerin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig auch mit der Entwicklung des Kindes. Da liegt es nahe, Pädagogik und Psychoanalyse zusammenzuführen und Lehrer in der Kunst der "Psychoanalytische Beobachtung" auszubilden. Im Gespräch erklärt sie Details der kindlichen "Latenzzeit" und die Anwendung der psychoanalytischen Beobachtung im Umgang mit Kindern. "Psychoanalytische Beobachtung" ermöglicht es zum Beispiel Lehrerinnen, genauer hinzuschauen und nicht mehr nur zufällig den anvertrauten jungen Menschen zu begegnen. Ein Universitätskurs zum Thema "Psychoanalytische Beobachtung" gibt es 2014-2017 von der Universität Klagenfurt. Nähere Informationen gibt es hier. Gesprächspartnerin: Gertraud Diem-Wille, Alpen-Adria Universität Klagenfurt | Wien, Graz Buchtipps: 1) Die Methode der psychotherapeutischen Beobachtung (Link zum Buch bei Amazon), facultas 2012 2) Das Kleinkind und seine Eltern: Perspektiven psychoanalytischer Babybeobachtung (Link zum Buch bei Amazon), Kohlhammer 2009 3) Die frühen Lebensjahre: Psychoanalytische Entwicklungstheorie nach Freud, Klein und Bion (Link zum Buch bei Amazon), Kohlhammer 2007
Erschienen: 25.01.2014
Dauer: 01:06:47
Weitere Informationen zur Episode "Psychoanalytische Beobachtung"
Bildungsgespräch mit Kurt Scholz. Über das Lernen, das Lesen und die Bienen. Über Menschen, Ideale, persönliche Zugänge. Kurt Scholz war Stadtschulratspräsident in Wien und damit Chef von über 20.000 Lehrern.
Von Freiräumen, Bildung und Ehrgeiz Gespräch mit Kurt Scholz. Über das Lernen, das Lesen, Autoritäten und die Bienen. Über Menschen, Ideale und den persönlichen Zugang. Kurt Scholz war Wiener Stadtschulratspräsident und damit Chef von über 20.000 Lehrern. Heute leitet er den Zukunftsfonds Österreich und schreibt als Kolumnist für Die Presse.
Erschienen: 23.01.2014
Dauer: 00:39:40
Wer gerne Musik macht, kennt den Flow. Er entsteht, wenn die Balance zwischen Anforderung und Können stimmt. Besonders häufig bei Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz. Manuela Marin erzählt über ihre Musikwissenschaftliche Forschung.
Man muss auch positive Dinge bemerken, und nicht nur negative. Spielen, bis die Lippen blutig sind. Aber dabei im Glücksrausch sein. Manuela Marin ist Musikwissenschaftlerin und Grundlagenpsychologin. Sie untersucht das Glück beim Musizieren. Warum tut man etwas stundenlang. Das F-Wort: Flow. Entsteht in der Balance zwischen Fähigkeiten und Herausforderungen. Die Zeit steht still. Flow ist in der Musik mit emotionaler Intelligenz verbunden, hat Manuela Marin herausgefunden. Musik kommunziert ja nun besonders Emotionen. Daher ist der Flow in der Musik besonders gut bekannt. Häufiger bei Musikerinnen mit weniger Aufführungsangst, bei jenen, die weniger ichbezogen sind, neugieriger sind, am Leben interessiert, ausdauernder als andere, und vor allem bei intrinsisch motivierten Menschen. So gibt es auch einen Bezug zum Lernen und zur Schule. Manuela Marin spricht auch über den Vergleich von Wahrnehmung im visuellen und im auditiven Bereich. Was bedeutet subjektives Erleben? Gesprächspartnerin: Manuela Marin, Universität Wien Anlass für diese Sendung: Pressemitteilung "Musizieren wie im Rausch" der Uni Wien. Aufnahmedatum: 20. Dezember 2013 Tee zur Sendung: Quelle des Glücks - Tee Jäger, Wien Wikipedia Stichworte: Flow | Emotionale Intelligenz | Motivation | Leistung | Mihály CsÃkszentmihályi | autotelische Persönlichkeiten
Erschienen: 13.01.2014
Dauer: 01:10:25
Es gibt wirklich gute Arbeitsplätze. Die fallen aber im allgemeinen nicht einfach so vom Himmel. 3000 Ergonomen gibt es in Holland, und nur 10 in Österreich. Im Gespräch mit Esther Domburg, sie ist eine von ihnen und Expertin für Schnittstellen.
Die Balance von Anforderungen, Zusammenarbeit und Sinnfindung am Arbeitsplatz. Meine Gesprächspartnerin hat im Untergrund gearbeitet, bei Papiermaschinen, mit der Müllabfuhr. Sie hat Alarm- und Leitzentralen mitgeplant. Licht und Schall, Arbeitsabläufe, Tische, Fließbänder und Sessel. Ergonomen kümmern sich um die Verbindungen, die Menschen mit ihrer Umgebung eingehen. Beim Arbeitsplatz dauert diese Verbindung lange, täglich, oft ein Arbeitsleben lang. Und ja, unter Umständen gibt es auch in einer Schule Fließbänder. Fehler können sich rächen, und wer aufnimmt, wie sich Menschen in ihrer Arbeitswelt bewegen, was sie erleben, und wie sie leiden, wird bald Verbesserungen entwickeln. Gerade in der Schule ist das für alle Beteiligten, für Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen, Schüler spürbar. Es gibt wirklich gute Arbeitsplätze. Die fallen aber im allgemeinen nicht einfach so vom Himmel. 3000 Ergonomen gibt es in Holland, und nur 10 in Österreich. Im Gespräch mit Esther Domburg, sie ist eine von ihnen und Expertin für Schnittstellen. Sie macht uns sensibel darauf, worauf man achten kann. Link: Esther Domburg, http://www.ergonomie.info
Erschienen: 18.12.2013
Dauer: 01:35:24
Nach der Schule können junge Männer ihren Zivildienst im Ausland absolvieren. Als Gedenkdiener. Jörg Reitmaier und Lothar Bodingbauer sprechen über ihren Gedenkdienst, der sie in Geschichte und Kultur unbekannter Menschen geführt hat.
Österreichische Familien haben noch viele Verbindungen in die Zeit des 2. Weltkriegs. Es sind die Enkelkinder der Großväter, die im Krieg waren, die dieser Spur aktiv nachgehen können. Im Rahmen ihres Zivildienstes. Nach der Schule können junge Männer ihren Zivildienst nämlich auch im Ausland absolvieren. Als Gedenkdiener. Jörg Reitmaier und Lothar Bodingbauer sprechen über ihren Gedenkdienst, der sie in Geschichte und Kultur unbekannter Menschen geführt hat. Für Interessierte ist dieses Gespräch eine Möglichkeit, den Inhalt und Rahmen dieses österreichischen Zivilersatzdienstes kennen zu lernen, und Informationen über Zugang und Finanzierung zu erhalten. Gesprächspartner: Jörg Reitmaier, Verein Österreichischer Auslandsdienst Inhaltsübersicht und Links: Wehrmacht | Napola | Burg Strechau | Bund Deutscher Mädchen | Progpaganda | Mein Kampf | Anschluss | Braunau am Inn | Hitlerhaus | Mauthausen | Andreas Maislinger | Verein Österreichischer Auslandsdienst | Braunauer Zeitgeschichte-Tage | Egon Ranshofen-Wertheimer | Victory is not enough | Völkerbund | Carnegie Stiftung | Montreal Holocaust Memorial Center | Child Survivors Montreal | Enzyclopedie of the Holocaust | Virginia Holocaust Museum | KZ Auschwitz Birkenau | Jewish Remebrance Day | March of the Living | Freddie Knoller | Prato-Ebensee Städtepartnerschaft | Verein Gedenkdienst | Verein Niemals Vergessen | Eretz Israel | Chanukka | Haider in Montreal | FEDCJA Montreal | Hiroshima Peace Museum | John Rabe Haus Nanjing | La Gamba | Michael Schnitzler | Kindern eine Chance | Mittwochskonferenzen | Leonardo Da Vinci Programm der EU | Peter Launsky-Tieffenthal, Under Secretary General UNO | Shoah Foundation | Ban Ki-Moon | Außenministerium | Radiosendung über die Erfahrungen als Gedenkdiener in Montreal: Journal-Panorama (mp3, 30 min., ORF Österreich 1, 8.5.2000) | Radiosendung über Braunau am Inn, Hitlergeburtsstadt: Journal Panorama (mp3, 33 min., ORF Österreich 1, 9.5.1995)
Erschienen: 15.12.2013
Dauer: 01:54:00
Schämen ist ein besonderes Gefühl. Man trägt das Herz am Ohr, heißt es in Japan. In der Schule ist es ein großes Thema. Was es mit dem Schämen auf sich hat, versuchen wir vor Ort herauszufinden: bei Experten und Erfahrenen.
Der Puls wird schneller, die Hitzewelle erreicht vom Bauch her kommend das Gesicht. Man wird rot und schämt sich gleich noch einmal, weil das jeder in der Umgebung sieht. Der körperliche Ablauf beim Schämen ist klar, man kennt auch die Auslöser, doch wozu ist Schämen eigentlich gut? Wer braucht dieses unangenehme Gefühl, wovor soll es wen schützen? Wie soll es helfen, was zu entwickeln? Eine Suche nach der Bedeutung des Schämens für uns und unsere Gesellschaft. Patrick (Friseur) | Karl Grammer (Anthropologe) | Roman Jobstmann (Germanist) | Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Rahlgasse (Wien) | Maresa Gallauner (Projektentwicklerin) | Noriko und Thomas (Japan/Österreich) | Alena Baich (Schauspielerin) | Marion Luksch (Kinderschutzakademie) | Monika Lengauer (Caritas Wien)
Erschienen: 06.12.2013
Dauer: 00:30:15
Sie hat mit den ganz großen fotografiert, und sie hat ganz Große fotografiert. Am liebsten aber beschäftigt sie sich mit arbeitenden Menschen. Lisl Steiner ist Fotojournalistin, Autorin, Zeichnerin. Wir sprechen mit ihr über die Sicht auf die Welt.
Der Blick durch Linsen auf Menschen. Wie kann man das lernen? Man muss zunächst alles vergessen. Die berühmten Straßenbilder der schwarz-weiß Street-Fotografie, Magnum, Henri Cartier Bresson. Fotos von Luis Borges, Louis Armstrong in der Unterhose, spielende Kinder. Als sie nach ihrer Flucht nach Argentinien 1938 und später nach New York wieder 1955 zurück nach Österreich kam, war eines ihrer ersten Motive ein Rauchfangkehrer. Lisl Steiner ist Fotojournalistin, Autorin, Zeichnerin. Ihre Fotos sind in der österreichischen Nationalbibliothek auch elektronisch verfügbar. Sie stellt immer wieder aus - in der Galerie Westlicht in Wien etwa, und sie besucht Wien regelmäßig, um Freunde zu treffen. Heute wird alles fotografiert. Ob erlaubt, oder nicht, erzählt Lisl. Lisl Steiner hat mit den ganz großen fotografiert, und sie hat ganz Große fotografiert. Am liebsten aber beschäftigt sie sich mit arbeitenden Männern. Wir sprechen mit ihr über Ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt – und natürlich auch über das Lernen.
Erschienen: 01.12.2013
Dauer: 00:55:08