[Essay von Tim Jackson]
Die Coronapandemie hat uns eine klare Lektion erteilt: Gesundheit ist wertvoller als bloßes Wirtschaftswachstum. Fürsorge und Sorgearbeit (»Care«), die der Gesundheit dienen, bilden die Grundlage allen Lebens und Zusammenlebens. Doch diese Lektion droht in Vergessenheit zu geraten. Zumal eine »Ökonomie der Fürsorge« dem kapitalistischen Streben nach Effizienz und Arbeitsproduktivität widerspricht. Denn »Zeit ist Geld« – da bleibt nicht mehr viel Platz für zeitaufwendige Sorgearbeit. Tätigkeiten der Fürsorge, die Zeit weil Aufmerksamkeit benötigen, werden zu »Bürgern zweiter Klasse«. Sie führen gleichsam ein Schattendasein: konstant unterbezahlt, geringgeschätzt, entwertet und »feminisiert«. Wie sähe demgegenüber eine grundlegende Neuausrichtung unseres Wirtschaftssystems aus, die endlich Menschen und ihre Gesundheit über das Streben nach Profit stellt? Health statt wealth!
Erschienen: 28.08.2025
Dauer: 00:45:39
[Essay von Tim Jackson]
Die Coronapandemie hat uns eine klare Lektion erteilt: Gesundheit ist wertvoller als bloßes Wirtschaftswachstum. Fürsorge und Sorgearbeit (»Care«), die der Gesundheit dienen, bilden die Grundlage allen Lebens und Zusammenlebens. Doch diese Lektion droht in Vergessenheit zu geraten. Zumal eine »Ökonomie der Fürsorge« dem kapitalistischen Streben nach Effizienz und Arbeitsproduktivität widerspricht. Denn »Zeit ist Geld« – da bleibt nicht mehr viel Platz für zeitaufwendige Sorgearbeit. Tätigkeiten der Fürsorge, die Zeit weil Aufmerksamkeit benötigen, werden zu »Bürgern zweiter Klasse«. Sie führen gleichsam ein Schattendasein: konstant unterbezahlt, geringgeschätzt, entwertet und »feminisiert«. Wie sähe demgegenüber eine grundlegende Neuausrichtung unseres Wirtschaftssystems aus, die endlich Menschen und ihre Gesundheit über das Streben nach Profit stellt? Health statt wealth!
Erschienen: 28.08.2025
Dauer: 00:45:39
[Essay von Tim Jackson]
Fürsorge ist die Grundlage allen Lebens: Kinder großziehen, Angehörige pflegen, sich um den Haushalt kümmern, Trost spenden, Zuhören, einfach „da“ sein – all das sind Formen der Fürsorge, von Sorge- oder Care-Arbeit. Sie sind ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft und des menschlichen Miteinanders. Fürsorge bzw. Care-Arbeit halten unsere Gesellschaft am Laufen. Und doch bleiben sie unsichtbar, werden schlecht oder gar nicht bezahlt und sind meist weiblich und marginalisiert. Obwohl Fürsorge für alles Leben so unerlässlich ist, dass sie selbst in unseren Instinkten tief verwurzelt ist, wird sie durch ökonomische Interessen und gesellschaftliche Konventionen immer wieder außer Kraft gesetzt bzw. entwertet. Wie sind wir in diese dysfunktionale Situation geraten? Was würde es bedeuten, Fürsorge ganz oben auf die gesellschaftliche Agenda zu setzen – allem voran die Sorge um den Erhalt und die Wiederherstellung von Gesundheit und gesunden Lebensverhältnissen?
Erschienen: 16.07.2025
Dauer: 00:42:19
[Gespräch mit Dr. Leoonard Burtscher]
Das Bild vom Blauen Planeten, das sich den ersten Astronauten bei ihrem Flug zum Mond bot, ist zur Ikone unserer Zeit geworden. Wie ein kreisrunder Juwel schwebt die Erde als unser Heimatplanet inmitten der Weite des unermesslichen, pechschwarzen Weltraums – vermutlich einzigartig. Denn für die Entstehung von komplexem Leben müssen viele günstige Faktoren zusammenkommen. Die Erde – ein planetarischer »Glücksfall«. Können wir aus dieser astronomischen Perspektive Lösungswege für die Probleme auf unserer Erde ableiten, allem voran der globalen Klimakrise? Dr. Leonard Burtscher, ist diesen weiten Weg von der Astronomie und der Erkundung des Weltalls zur „Erdpolitik“ auch persönlich gegangen: Der Physiker wurde am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg promoviert und forschte in Garching und Leiden (Niederlande). 2019 war er Mitgründer von »Astronomers for Planet Earth«: eine internationale Graswurzelbewegung von Studierenden, Amateuren und Wissenschaftler:innen, die die Klimakrise aus astronomischer Sicht angehen. Seit September 2022 arbeitet Leonard Burtscher als Referent für Energie- und Klimapolitik am Umweltinstitut München e.V.
Erschienen: 06.06.2025
Dauer: 00:45:11
[Gespräch mit Friederike Schmitz]
Die Landwirtschaft leidet unter der Klimakrise, trägt aber auch maßgeblich zu ihr bei. Dabei spielt die Tierhaltung eine entscheidende Rolle. Bis zu einem Drittel aller anthropogenen Treibhausgasemissionen entstammen den globalen Ernährungssystemen – allein auf die Tierproduktion gehen 12 % bis 20 % aller Emissionen zurück. Fachleute sind sich einig: Ohne eine deutliche Reduktion der Tierhaltung wird es keine effektiven Klimaschutz geben. Doch wie könnte der notwendige Wandel zu einer stärker pflanzenbasierten Ernährungsweise konkret gestaltet werden?
Erschienen: 28.04.2025
Dauer: 00:59:11
[Gespräch mit Emmanuel Schlichter]
Die Repressionen gegen die Klimabewegung nehmen zu. Angefangen bei der polizeilichen Praxis über Strafverfolgung und Präventivhaft bis hin zu Beschränkungen der Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Begleitet und angefeuert von sprachlichen Diffamierungen in den Medien und dem Versuch einiger Politiker:innen, weite Teile der Klimabewegung zu kriminalisieren („Klimaterroristen“) – statt sich mit deren berechtigen Forderungen konstruktiv auseinanderzusetzen. Alles in allem eine Gefahr für Klimaschutz und demokratische Teilhabe gleichermaßen. Was sind die Auslöser dieser Entwicklung, welche neuen Gefahren drohen und warum muss die Zivilgesellschaft gestärkt statt weiter geschwächt werden?
Erschienen: 25.03.2025
Dauer: 00:41:54
[Gespräch mit Lena Hennes und Till Kellerhoff]
Inmitten zahlreicher Krisen und verschärfter gesellschaftlicher Auseinandersetzungen verlieren gerade viele Menschen die Hoffnung auf eine gute Zukunft. Die Antworten der Politik sind oft unterkomplex und verlieren sich in falschen Alternativen: Klima retten – oder doch lieber die Wirtschaft und den eigenen Wohlstand? Ein Team renommierter Expert:innen des Club of Rome und des Wuppertal Instituts macht hingegen Mut. In ihrer Studie Earth for All Deutschland entwerfen sie – basierend auf umfangreichen Daten und Modellierungen – konkrete Zukunftsszenarien für Deutschland. Ihre Botschaft ist klar: Ohne Abbau sozialer Ungleichheit wird der ökologische Umbau nicht gelingen. Ökologische und soziale Fragen müssen stärker als bisher zusammengedacht und gemeinsam angegangen werden. Dann ist auch ein gutes Leben für alle mit weniger Ausbeutung von Mensch und Natur möglich.
Erschienen: 17.02.2025
Dauer: 01:01:10
[Gespräch mit ‘Leo‘ Gunter Greiner]
Geld: Wir alle haben es – mal mehr, mal weniger. Und geben es aus: Tag für Tag – aber auch langfristig. Wie lässt sich Geld so einsetzen, dass es Positives auf der Welt befördert, statt zerstörerische Auswirkungen auf Mensch und Natur weiter „anzufeuern“? Ein viel gepriesener Weg sind sog. „grüne“ oder „nachhaltige Finanzanlagen“. Doch halten sie ihr Versprechen? Und worauf ist zu achten, wenn wir die Macht und Dynamik des Geldes für gesellschaftliche Wandlungsprozesse nutzen und stärker in den Dienst der Nachhaltigkeit stellen wollen? Ein Fondsmanager, Finanzexperte und Greenpeace-Aktivist informiert.
Erschienen: 16.01.2025
Dauer: 00:59:25
Essay von Hans-Peter Dürr
Wenn heute von „Nachhaltigkeit“ die Rede ist, dann dominiert oft das Ökonomische. So als könnten wir uns Ökologie oder soziale und kulturelle Belange erst dann „leisten“, wenn „die Zahlen“ stimmen. Was aber würde es bedeuten, Nachhaltigkeit radikal von der Natur her zu denken? Von der Tatsache, dass wir Menschen Teil der Natur sind und als Naturwesen unhintergehbar eingebettet und eingebunden sind in Naturzusammenhänge. Dieser Frage ist der vor 10 Jahren verstorbene Physiker Hans-Peter Dürr immer wieder in seinen Schriften und Vorträgen nachgegangen. Der Schüler und Nachfolger des Physik-Nobelpreisträgers Werner Heisenberg war ein vielbeachteter Vordenker und Wegbereiter der weltweiten Ökologie- und Friedensbewegung. Er übersetzt den eher spröden Begriff der Nachhaltigkeit in die Aufforderung an uns Menschen, all unser Tun und Lassen daran auszurichten, die Natur und das Lebende lebendiger werden zu lassen. Nur so handeln wir dann auch – nachhaltig.
Erschienen: 05.12.2024
Dauer: 00:20:43
[Essay von Michael E. Mann]
Rund 4,5 Milliarden Jahre hat die Erde bewiesen, dass sie bestens ohne uns Menschen zurechtkommt. Erst vor etwa zwei Millionen Jahren tauchten die ersten Urmenschen auf. Was hat deren Existenz auf einmal möglich gemacht? Eine Antwort auf diese Frage gibt die Klimaforschung: Es waren bestimmte Klimaentwicklungen, die die Weiterentwicklung und Ausbreitung unserer Vorfahren begünstigten. Doch der Temperaturkorridor, innerhalb dessen Menschen existieren können, ist überraschend klein. Einer der weltweit führenden Klimawissenschaftler zeigt auf, wie fragil der Moment ist, in dem die Menschheit sich gerade befindet – und dass es sich lohnt, um die Zukunft zu kämpfen. »Der Klimawandel ist eine Krise, jedoch eine lösbare Krise«, schreibt Mann, für den trotz aller Dringlichkeit nach wie vor Hoffnung besteht. Doch der Moment der Entscheidung – ist jetzt!
Erschienen: 22.10.2024
Dauer: 00:32:24