[Essay von Karlheinz A. Geißler]
Wer will schon warten? Auch wenn wir es ständig tun und tun müssen – das Warten ist und bleibt eine Zumutung. Erst recht für all diejenigen, die ihre Zeit „optimieren“ und möglichst „effizient“ mit dem knappen Gut Zeit umgehen wollen. Wer wartet sucht nach Alternativen, wie er die „verlorene“ Zeit mit andern Aktivitäten füllen kann. Besonders beliebt: die neusten Nachrichten auf dem Smartphone checken. Muss das sein? Warum schalten wir nicht um, von verlorener Zeit auf gewonnene Zeit? Suchen wir nicht häufig nach mehr Zeit? Vielleicht finden wie sie ausgerechnet dort, wo die lange Weile der Zeit uns am meisten nervt: beim Warten!? Der bekannte Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler unternimmt in seinem Essay den Versuch, dem Warten seine guten Seiten abzugewinnen. Denn auch hier gilt: time is honey.
Erschienen: 05.03.2021
Dauer: 00:16:07
[Essay von Frauke Fischer & Hilke Oberhansberg]
Was kümmert es uns, wenn irgendwo in Brasilien eine Art verschwindet, von deren Existenz wir bis dahin gar nichts gewusst haben? Und wäre es nicht fantastisch, wenn lästige Mücken ausstürben – und all die anderen Plagegeister gleich mit? Natürlich nicht … aber warum eigentlich? Warum benötigen wir all die Vielfalt des Lebens in der Natur? Die Biologin Frauke Fischer und die Ökonomin Hilke Oberhansberg werfen in dem Podcast, der auf ihrem gleichnamigen Buch basiert, einen unterhaltsamen Blick auf die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen, die uns Nahrung, Gesundheit und Sicherheit schenken – und so vieles mehr. Ob Sie die lästige Mücke dabei lieben lernen? Vielleicht nicht, aber Sie werden sie zu schätzen wissen.
Erschienen: 11.02.2021
Dauer: 00:32:14
[Essay von Meinhard Miegel]
Wachstum = Wohlstand. So lautet die Gleichung, die bislang das Credo unserer Gesellschaft bildete und auch lange Zeit aufzugehen schien. Doch die Krisen unserer Zeit, allen voran die sich zuspitzende Klimakrise, machen deutlich, dass materielles Wachstum schon seit Langem unseren Wohlstand nicht mehrt, sondern verzehrt; dass Wachstum und Zerstörung zwei Seiten der gleichen Fortschrittsmedaille sind. Doch dieses offenkundig nicht zukunftsfähige System ist menschengemacht – und damit veränderbar. So eröffnen sich Chancen, um Gier und Wachstumswahn zu überwinden, Neues zu wagen. Klug, prägnant und nachdenkenswert fordert der bekannte Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel nicht weniger als eine Erneuerung unserer Kultur – damit das Leben (gut) weitergehen kann.
Erschienen: 21.01.2021
Dauer: 00:28:12
[Essay von Manuel Schneider]
Corona ohne Internet – nicht vorstellbar, der Bildschirm ist fast das einzig noch verbliebene Fenster zur Welt. Dabei befällt uns eine gewisse Schwerelosigkeit. Wie von Geisterhand und quasi körperlos überwinden wird mit ein paar Mausklicks die Barrieren von Raum, Zeit und Materie. In der vormodernen Zeit haben die Menschen derlei Reisen nur ganz bestimmten Wesen zugetraut: den Engeln. Die neue Folge des oekom podcasts verfolgt diese historischen Spur und kommt zu überraschenden Parallelen zwischen der modernen Mediengesellschaft und den Vorstellungen des Mittelalters. Stehen sich Technologie und Theologie näher als gemeinhin vermutet? Und ist unsere ganze mediale „Engelhaftigkeit“ für den Natur- und Umweltschutz eher zu- oder abträglich?
Erschienen: 09.12.2020
Dauer: 00:41:13
Ein Essay von Wolfgang Schmidbauer
Schnelles Wegwerfen hat Konjunktur – mit fatalen Folgen. Unser Konsummodell setzt nicht nur der Umwelt zu, sondern auch uns selbst. Wir verlieren zunehmend die Fähigkeit, stabile Bindungen aufzubauen – zu den Dingen, mit denen wir uns umgeben, ebenso wie zu den Menschen, mit denen wir leben. Für den Psychologen und Bestsellerautor Wolfgang Schmidbauer ist klar: Wir müssen das Erhalten und Reparieren (wieder) erlernen und wertschätzen. Sie ersparen uns nicht nur sinnlose Neukäufe, sondern strahlen zugleich positiv in unsere emotionalen Beziehungen aus – zu den Dingen, aber auch zu anderen und uns selbst. Diesen Zusammenhängen ist er in seinem neusten Buch über Die Kunst der Reparatur nachgegangen.
Erschienen: 11.11.2020
Dauer: 00:22:15
Weitere Informationen zur Episode ""Die Kunst der Reparatur" [Essay von Wolfgang Schmidbauer]"
Ein Essay von Eileen Crist
Der Erde stehen harte Zeiten bevor. Durch Eingriffe des Menschen in die Natur sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht – von den zahllosen Pflanzen und Tieren, die von diesem Planeten bereits verschwunden sind, ganz zu schweigen. Die amerikanische Soziologin Eileen Crist analysiert in ihrem Buch »Schöpfung ohne Krone«, wie es so weit kommen konnte, und folgert: Um die ökologischen Krisen zu lösen, hilft nur der Rückzug der Spezies Mensch: »Nicht die Natur gehört ins Reservat, sondern der Mensch. Er muss realisieren, dass er nur ein Teil einer erhaltenswerten Fülle von Lebensformen ist«. Wie sähe eine neue Zivilisation aus, die ihrer natürlichen Mitwelt wieder den nötigen Platz einräumt, damit sie sich weiter entfalten kann?
Erschienen: 20.10.2020
Dauer: 00:16:18
[Vortrag von Christian Berg]
Energiewende, Elektroautos, CO2-Steuer – seit Jahren entwickeln Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft immer neue Maßnahmen, um die sozial-ökologischen Krisen einzudämmen. Und doch ist keine Besserung in Sicht – im Gegenteil: In vielen Bereichen verschlimmert sich die Lage sogar noch. Warum bekommen wir die Wende nicht hin? In dem jüngsten Bericht an den Club of Rome zeigt der Physiker und Philosoph Prof. Dr. Christian Berg auf, wie wir die vielfältigen Barrieren auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit überwinden und zukunftsfähig handeln können. Transkript der Anmoderation finden sie hier: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2020/09/oekom-podcast_11-Berg.pdf
Erschienen: 25.09.2020
Dauer: 00:42:42
Ein Essay von Karlheinz A. Geißler
»Bin im Stress«, »Hab keine Zeit« – diese Klagen und Lamentieren schallt einem überall als Echo kollektiver Überlastung entgegen. Die Mehrheit in unserer Gesellschaft leidet unter dem bedrängenden Gefühl, all den Dingen, die es zu erledigen gilt, ständig hinterherzuhecheln. Und dennoch: Zeitnot ist in unserer Gesellschaft auch zu einem Statussymbol geworden. Für Erfolgreiche und die, die es werden wollen. Ich hetze, also bin ich – und zwar nützlich, lautet unsere Form der Selbstvergewisserung. Verlorengegangen sind dabei unsere Fähigkeiten zu Muße, Müßiggang und Erfahrungen des Glücks beim Nichtstun. Der Essay über die Muße als „Kulturtechnik“ mit langer Tradition stammt von dem bekannten Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler. Sprecher ist Werner Härtl. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter folgendem Link: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2020/09/oekom-podcast_10-Geissler-time_is_honey-2.pdf
Erschienen: 03.09.2020
Dauer: 00:22:59
Eine Kindergeschichte von Nicole Intemann
Lillian und Moritz auf eine abenteuerliche Reise an einen geheimnisvollen Ort, von dem ihnen ihre Uroma erzählt hat. Sie bauen sich ein Boot und machen sich auf den Weg über das Meer. Doch ihr selbstgebauter Motor spuckt viele Plastikfuzerln aus. Plastian, der kleine Fisch, entdeckt die bunte Plastikspur und schluckt eine ganze Menge von diesen Stückchen. Es dauert nicht sehr lange, da bekommt der kleine Fisch starkes Bauchweh. Da haben Lilian und Moritz einen rettenden Einfall ... Eine Geschichte von Nicole Intemann über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik – und was man dagegen tun könnte. Für Kinder ab 5 Jahren. Gelesen von Isa Schurian-Radloff. Das PDF zu dieser Episode finden Sie unter folgendem Link: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2020/08/oekom-podcast_9-Plastian.pdf
Erschienen: 12.08.2020
Dauer: 00:15:07
Weitere Informationen zur Episode "„Plastian, der kleine Fisch“ [Kinder Spezial Folge II]"
Ein Essay von Manfred Folkers
Wer kennt das nicht? Eine Überzahl von Dingen verstopft den Alltag, zerstreut die Aufmerksamkeit, schwächt die Kraft, in der eigenen Lebensführung eine klare Linie zu finden. „Weniger ist mehr“ lautet die Losung eines aufgeklärten Konsumismus – „Weniger ist schwer“ lautet meist das ernüchternde Echo im Alltag. Denn das Karussell der Wünsche und Verheißungen dreht sich unablässig weiter. In einer auf Wachstum programmierten und der Steigerungslogik des „Immer mehr!“ verfallenen Gesellschaft bedeutet Stillstand eher Tod als Befreiung. Wäre die Corona-Zeit nicht eine gute Gelegenheit, über den Ausstieg aus dem Hamsterrad des „Immer-schneller-und-immer-Mehr“ nachzudenken? Anregungen und Ermutigungen dazu finden sich in der buddhistischen Tradition, wie Manfred Folkers, selber praktizierender Buddhist und Dharma-Lehrer in der Tradition Thich Nhat Hanh, in seinem Essay aufzeigt. Das PDF zu dieser Episode finden Sie [hier](https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2020/07/oekom-podcast_8-Folkers.pdf).
Erschienen: 29.07.2020
Dauer: 00:23:11