Ein Essay von Lex Janssen
»Small is beautiful« – so lautet ein mittlerweile geflügeltes Wort, das smarte Bescheidenheit ausdrücken soll. Seine Herkunft ist den wenigsten bekannt. Denn »Small is beautiful« ist der geniale Titel eines Buches Ernst Friedrich Schumachers, eines britischen Ökonomen deutscher Herkunft, erschienen 1973. Damals ein Weltbestseller, in 22 Sprachen übersetzt mit einer Auflage von über vier Millionen Exemplaren. Heute zwar wieder aufgelegt, aber kaum noch gelesen, obwohl es auch bald 50 Jahre nach seinem Erscheinen an Aktualität wenig eingebüßt hat. Ein hellsichtiges Buch, das die Frage nach dem rechten Maß in Wirtschaft und Technologie stellt – und klug und weitsichtig beantwortet. Der Essay von Lex Janssen zeichnet die entscheidenden Wendepunkte im Leben und Werk Ernst Friedrich Schumachers nach und erklärt, warum Schumacher zurecht als „Papst der alternativen Ökonomie“ und Pionier der Nachhaltigkeit gilt. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/11/oekom-podcast_27-Schumacher_Janssen.pdf
Erschienen: 29.11.2021
Dauer: 00:26:42
Ein Essay von Harald Lesch
Der globale Wandel des Klimas und der Verlust der biologischen Vielfalt … Was als vielgestaltige Naturkrise daherkommt ist in Wirklichkeit eine Menschheitskrise – im doppelten Sinne: Sie betrifft uns und wir sind ihre Verursacher. Harald Lesch entwirft in seinem Essay ein „Panoptikum der menschlichen Gedankenlosigkeit“. In der abschließenden Folge des zweiteiligen Podcasts über die „Krisen der Gegenwart“ erklärt der bekannte Physiker und Fernsehmoderator auf ebenso anschauliche wie eindrückliche Weise die Klima- und Biodiversitätskrise und macht deutlich, was getan werden müsste, um zu verhindern, dass aus diesen Krisen Katastrophen werden. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/10/oekom-podcast_26-Lesch-Krise_II.pdf
Erschienen: 28.10.2021
Dauer: 00:30:09
Weitere Informationen zur Episode ""Die Krisen der Gegenwart (Folge 2/2)" [Essay von Harald Lesch]"
Ein Essay von Harald Lesch
Zeitnot und Hektik prägen unsere Gesellschaft. Gemäß dem Motto „Zeit ist Geld“ kämpfen wir gegen alles Langsame, Bedächtige oder Pausierende, oft bis zur Erschöpfung. Für all die Beschleunigung und Pausenlosigkeit in unserem Leben und Wirtschaften zahlt die Natur eine hohen Preis: Unsere Nonstopgesellschaft mit ihrer Gleichsetzung von Zeit mit Geld forciert die ökologische Krise. Was die Natur in Jahrmillionen erzeugt hat, wird in kürzester Zeit „verwertet“, ja regelrecht verbrannt. In der ersten Folge dieses zweiteiligen Podcasts behandelt der bekannte Physiker und Fernsehmoderator („Terra X“) Harald Lesch die globale Energie- und Ressourcenkrise, die zunehmend die Grenzen von Beschleunigung und Wachstum aufzeigt. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/09/oekom-podcast_25-Lesch-Krise_I.pdf
Erschienen: 27.09.2021
Dauer: 00:30:28
Weitere Informationen zur Episode ""Die Krisen der Gegenwart (Folge 1/2)" [Essay von Harald Lesch]"
Ein Essay von Eva Rosenkranz und Rupert Ebner
Es ist, als liefen wir sehenden Auges in die Katastrophe: Um unseren Fleischhunger zu stillen, müssen möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Raum möglichst rasch »Schlachtgewicht« erreichen – und das geht nur mit hohem Antibiotikaeinsatz. Dies beschleunigt auch die Entwicklung resistenter Keime und gefährdet damit die gesamte Humanmedizin: Ohne die bisherige Wunderwaffe in Tropf und Tablette werden Operationen riskant und selbst kleine Infektionen potenziell gefährlich. Wie verwundbar wir und unser Gesundheitssystem sind, hat uns die Corona-Pandemie eindrücklich vor Augen geführt. Damit bakterielle Infektionen nicht zur nächsten globalen Gesundheitskrise werden, müssen wir umsteuern. Rupert Ebner und Eva Rosenkranz zeigen, was jetzt geschehen muss – für mehr Tierwohl, gesunde Menschen und eine intakte Umwelt. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter folgendem Link: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/08/oekom-podcast_24-RosenkranzEbner.pdf
Erschienen: 26.08.2021
Dauer: 00:28:53
Ein Essay von Ugo Bardi
Warum gibt es eigentlich Leben auf diesem Planeten? Wie entsteht und erhält sich die Biosphäre, in der auch wir Menschen leben. Und könnte es sein, dass die Erde nicht nur Heimat aller Lebewesen ist, sondern ihrerseits wie ein Organismus funktioniert? Mit diesen Fragen hat sich der bekannte britische Naturwissenschaftler James Lovelock seit über 50 Jahren beschäftigt. Lovelock ist mit seiner sog. „Gaia-Hypothese“ einer der wichtigsten Vordenker der weltweiten Ökologiebewegung. Einige seiner zentralen Grundannahmen sind auch von der Fachwelt, z.B. in der Ökosystemforschung, aufgegriffen worden. Ugo Bardi, Professor in Florenz und Mitglied im Club of Rome, zeichnet in seinem Essay anschaulich die Entstehung und Entwicklung von Lovelocks Gaia-Hypothese nach und zeigt, wie hilfreich sie ist, um das Ökosystem der Erde besser zu verstehen – und besser zu schützen. Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter folgendem Link: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/07/oekom-podcast_23-Bardi-Lovelock.pdf
Erschienen: 28.07.2021
Dauer: 00:28:43
[Essay von Niko Paech]
»Small is beautiful« – so lautet die frohe Botschaft des Buchbestsellers von Ernst Friedrich Schumacher aus dem Jahr 1973. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft noch unreflektiert der Religion des »industriellen Gigantismus« anhing, hat der britische Ökonom die heutige Systemkrise bereits vorausgeahnt. Mit seiner Vision einer humanen Technologie, die einen geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt und den Menschen ein Höchstmaß an selbstbestimmten Tätigkeiten erlaubt, hat er viel von dem vorweggenommen, was wir heute unter nachhaltiger Entwicklung verstehen. »Small is beautiful« ist daher aktueller denn je – ein kluger Wegweiser in eine Welt, in der die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht umgekehrt.
Erschienen: 29.06.2021
Dauer: 00:23:04
[Essay von Karlheinz A. Geißler]
Endlich Pause! Wie hat man sich in der Schule darauf gefreut, das erlösende Pausenklingeln zu hören ... Und auch sonst braucht man sie, wenn das Leben allzu anstrengend wird. Dennoch hat die Pause gemeinhin ein eher schlechtes Image. Sie gilt als „unproduktiv“, als Zeichen von Schwäche. Die Pause ist der Rundumverwertung von Zeit in Geld im Weg. Pausen sind Sand im Getriebe einer hochbeschleunigten Nonstopgesellschaft. Und dennoch sind wir auf sie angewiesen. Auch vermeintlich unproduktive Zeiten wie die Pausen können ein Gewinn sein – und sei es „nur“ an Lebensqualität. Höchste Zeit also für ein Loblied auf die Pause, wie es der bekannte Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler in seinem Essay anstimmt.
Erschienen: 09.06.2021
Dauer: 00:17:32
[Essay von Vince Beiser]
Unsere Welt ist auf Sand gebaut, denn als Grundstoff von Beton steckt Sand in fast allen Gebäuden und Straßen. Auch für die Produktion von Computerchips, Papier und Zahnpasta ist er notwendig. Sand ermöglicht unseren heutigen Lebensstil, daher ist er in geeigneter Qualität längst Mangelware – und die Redewendung »wie Sand am Meer« irreführend. Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Journalist Vince Beiser nimmt uns mit in das Reich des Sandes, zu seinen Quellen, Einsatzmöglichkeiten und zu den Konflikten um seine Förderung. Er erzählt die fesselnde Geschichte eines Stoffes, ohne den unser modernes Leben nicht möglich wäre – und zeigt auf, was uns droht, wenn er ausgeht.
Erschienen: 17.05.2021
Dauer: 00:30:41
[Essay von Geseko von Lüpke]
Zukunft war früher mit einem Versprechen verbunden: Alles soll besser werden! Dieser Optimismus ist inzwischen verflogen. Nicht erst seit Corona. Zukunft wird von vielen eher als Bedrohung empfunden, denn als Verheißung. Unser Handeln verliert aber so seine Perspektive. Gerade um sich den vielfältigen Herausforderungen und aktuellen Krisen zu stellen, braucht es eine neue Sicht auf die Rolle des Menschen im Ganzen der Natur: ein Selbst- und Weltverständnis, das die Verbundenheit von Mensch und Natur ins Zentrum rückt – und aus dieser Verbundenheit heraus politisches Handeln gestaltet. Wir müssen die Geschichte des Menschseins neu erzählen, damit Zukunft keine Bedrohung, sondern wieder ein Versprechen ist: für ein gutes Leben für alle.
Erschienen: 21.04.2021
Dauer: 00:27:02
[Ein Essay von Barbara Unmüßig]
In der Diskussion um die globalen Krisen ist ein Begriff allgegenwärtig: der des „Anthropozän“. Globaler Klimawandel, weltweite Verluste der biologischen Vielfalt, Mikroplastik in den Gewässern – die Liste menschlicher Eingriffe in das System Erde ist so lang, dass Wissenschaftler*innen vorschlagen, ein ganzes Erdzeitalter nach uns zu benennen. Was bedeutet der Begriff, welche Implikationen hat er – und vor allem: was folgt aus ihm? Welche trügerischen Hoffnungen werden aus dem Konzept des „Anthropozäns“ abgeleitet? Aber auch: Zu welch neuem Selbstverständnis des Menschen im Ganzen der Natur könnte es beitragen? – Ein kritischer Essay von und mit der Politologin Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.
Erschienen: 31.03.2021
Dauer: 00:19:29