Der Botaniker und Forschungsreisende Carl Friedrich Philipp Martius bereiste zwischen 1817 und 1820 gemeinsam mit dem Zoologen Johann Baptist Spix Brasilien. Über diese Reise und die gesammelten Berichte ist im November 2020 ein neues Buch von Dr. Markus Wesche erschienen. Ein Gespräch über Martius' Leistungen für die Wissenschaft bis heute, aber auch seine Haltung zum Kolonialismus und Sklavenhandel sowie seinen Rassismus, entlang des Martius-Denkmals im botanischen Garten München-Nymphenburg, in unserer Reihe "Erinnerungskultur". Zum Inhalt Im Jahre 1817 unternahmen der Zoologe Spix und der Botaniker Martius im Auftrag von König Maximilian I. von Bayern eine Forschungsreise nach Brasilien. Die Sammlungen und Ergebnisse dieser Reise spielen bis heute eine wichtige Rolle in der Botanik und Zoologie, da manche Spezies heute nicht mehr existieren. Für ihre Verdienste wurden die beiden 1820, nach ihrer Rückkehr nach München, geadelt und zu Mitgliedern der Akademie ernannt. > Zum Akademie-Profil von Martius> Zum Akademie-Profil von Spix Im Botanischen Garten in München-Nymphenburg findet sich heute ein Denkmal für Martius, den großen Botaniker und ehemaligen Direktor des Alten Botanischen Gartens. Doch wenn man die ganze Geschichte zu seiner Reise hört, entspricht sie nicht mehr ganz dem Bild des ruhmreichen Forschers. Von Spix' Aufzeichnungen zur Reise ist heute wenig erhalten. Durch Martius' unzählige Briefe, die seine Eindrücke unterwegs unmittelbar beschreiben, insbesondere die Berichte an den König, haben wir heute aber nicht nur ein genaues Zeugnis der Umstände der Reise, es lässt sich auch Einiges über den Menschen Martius ablesen - seine Haltung zum Kolonialismus und Sklavenhandel in Brasilien, seinen offenen Rassismus oder seine Vorstellungen von "roher Natürlichkeit" indigener Menschen in Abgrenzung zur (europäischen) Zivilisation. Der Podcast orientiert sich dabei an Markus Wesches Buch "Zwei Bayern in Brasilien. Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius auf Forschungsreise 1817 bis 1820", das im November 2020 erschienen ist. Die Briefe werden in diesem erstmals vollständig herausgegeben. Auch die Einflüsse auf Martius' Denken, wie die Theorien des Botanikers Carl von Linné oder des berühmten Philosophen und Akademiemitglieds Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sind bei einer Annäherung an die Frage "Wer war Martius?" interessant. Auch in der Akademie gingen die Ansichten auseinander, erkennbar etwa an der Arbeit des Anatomen Samuel Thomas von Soemmerring und, dem entgegen, der Haltung von Johann Wolfgang von Goethe. Martius' Leistungen für die Wissenschaft sind unbestreitbar: "Die Ausbeute der Reise", so die Deutsche Biographie, "kam vollständig und unversehrt in München an und umfaßte, von Mineralien, Gesteinsproben und ethnographischen Gegenständen abgesehen, 85 Arten Säugetiere, 350 Arten Vögel, 130 Amphibien. 2700 Insekten, 50 Arachniden, 50 Crustaceen und 6500 Pflanzenarten. Die Pflanzensammlung war so reichhaltig, daß neben der in München verbliebenen Hauptsammlung noch Dupla an die Herbarien in Berlin, Wien, Petersburg, London (Brit. Museum), Leiden, Genf und Leipzig abgegeben werden konnten." Auch darunter waren jedoch zwei indigene Kinder: "Von insgesamt acht Kindern aus unterschiedlichen Völkern kamen letztlich nur zwei, Miranha und Juri, in München an [...] Die Kinder Juri und Miranha wurden auf die katholischen Namen Johannes und Isabella getauft und sollten nach hiesigen Vorstellungen erzogen werden. Sie blieben ihrer neuen Umgebung gegenüber aber teilnahmslos, wurden bald krank und starben im Alter von jeweils etwa 14 Jahren kurz nacheinander. Für die auf dem Alten Südfriedhof gelegene Grabstätte schuf Johann Baptist Stiglmaier (1791-1844) im Auftrag von Königin Karoline (1776-1841) ein Reliefbild, das die Kinder zeigt, denen der kalte Nordwind 'Borea' die Lebensgeister ausbläst." Vgl. Markus Riederer. "Carl Friedrich Philipp von Martius (1794-1868). Ein bayerischer Tropenforscher des 19. Jahrhunderts." In: Dieter Willoweit (Hrsg.) Denker, Forscher und Entdecker. Eine Geschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in historischen Porträts. C.H. Beck, München 2009, S. 77. Das Grabrelief der beiden verstorbenen Kinder findet sich heute im Münchner Stadtmuseum. Das Martius-Denkmal steht weiterhin im botanischen Garten in München-Nymphenburg. Dessen langjährige Direktorin Prof. Dr. Susanne S. Renner gibt im Podcast Auskunft über das Denkmal und den Umgang mit diesem im Sinne der Erinnerungskultur. Wie erfasst einen Menschen wie Martius? Wie soll man sich an ihn erinnern? Wer spricht: Dr. Markus Wesche ist Historiker und Philologe. Nach dem Studium (Geschichte, Mittellatein und Germanistik) in Bonn und München arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Dort betrieb er die Digitalisierung der Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters. Prof. Dr. Susanne S. Renner, Professorin für Systematische Botanik und Mykologie an der LMU München und Direktorin des Botanischen Gartens München-Nymphenburg, seit Kurzem im Ruhestand, ist ordentliches Mitglied der BAdW und Vizepräsidentin. Der kurze Wortbeitrag des Historikers und Afrikawissenschaftlers Prof. Dr. Jürgen Zimmerer von der Universität Hamburg, entstammt unserer Online-Veranstaltung "In Stein gemeißelt? Erinnerungskultur im öffentlichen Raum" vom 2.12.2020, die Sie ebenfalls (als Video) in unserer Mediathek finden. Podcast-Einführung und Interview: Dr. Laura Räuber, Referentin für Digitale Kommunikation an der BAdW, Foto: Martius-Denkmal im Botanischen Garten München-Nymphenburg. Mehr zum Thema Markus Wesche. In den Palmen wirst du auferstehen. Beitrag über die Brasilienreise in unserer Zeitschrift "Akademie Aktuell" (1/2019) Dietmar Willoweit (Hrsg.) unter Mitarbeit von Ellen Latzin: Denker, Forscher und Entdecker. Eine Geschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in historischen Porträts. C.H. Beck, München 2009, Open Access - Der Beitrag zu Martius, von Markus Riederer, findet sich auf S. 69-86. Dietmar Willoweit (Hrsg.) unter Mitarbeit von Tobias Schönauer: Wissenswelten. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften und die wissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Ausstellungen zum 250-jährigen Jubiläum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Katalog. München 2009. Tobias Schönauer. Faszinierende Wissenswelten. Beitrag in unserer Zeitschrift "Akademie Aktuell" (1/2009) Das Denken dekolonisieren. Rassismus bei Immanuel Kant. Deutschlandfunk Kultur vom 13.09.2020. Prof. Dr. Jürgen Zimmerer: „Humboldt, und was nun? Humboldt Forum, koloniale Amnesie und aktuelle Identitätsdebatten“ - Video zur Ringvorlesung, Universität Hamburg, vom 4.11.2019 Jürgen Zimmerer. Expansion und Herrschaft: Geschichte des europäischen und deutschen Kolonialismus. Bundeszentrale für politische Bildung. 23.12.2012.
Erschienen: 16.12.2020
Dauer: 01:33:18
Das Max Weber-Jahr 2020, zum 100. Todestag des Soziologen und zum Abschluss der Max Weber-Gesamtausgabe (MWG), lief dank der Corona-Pandemie ganz anders als geplant. Dennoch gab es viele erfreuliche Anlässe und schöne Beiträge. Dieser Podcast zieht ein Resümee. Wer spricht: Dr. Edith Hanke ist Generalredaktorin der Max-Weber-Gesamtausgabe. Interview: Dr. Isabel Leicht, Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Foto: Carola Ott. Zum Inhalt Bevor die Pandemie das Jahr dominierte, lief 2020 in der BAdW als "Max Weber-Jahr": Zum 100. Todestag des Soziologen und zum Abschluss der Max Weber-Gesamtausgabe (MWG) waren eine Ausstellung, Feierlichkeiten und ein umfangreiches Vortragsprogramm geplant. Vieles davon lief anders als geplant, aber durchaus erfolgreich: Über 17.000 Besuche verzeichnete allein der virtuelle Ausstellungsrundgang. Im Podcast resümiert Edith Hanke, Generalredaktorin der MWG, das Max Weber-Jahr, den erfolgreichen Projektabschluss nach 45 Jahren Editionsarbeit und gibt einen Ausblick auf die digitale Zukunft der MWG.
Erschienen: 27.11.2020
Dauer: 00:30:54
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Dr. Manfred Flieger, wissenschaftlicher Sekretär des Thesaurus linguae Latinae, berichtet über den Einfluss vorangegangener Thesauristen auf die Arbeit heute und Teamwork im "Schatzhaus des antiken Lateins". Wer spricht: Dr. Manfred Flieger ist wissenschaftlicher Sekretär im Thesaurus linguae Latinae. Interview: Dr. Isabel Leicht, Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Foto: Myrzik und Jarisch. Das Lieblingsstück erscheint parallel in gekürzter Fassung auch in unserer Zeitschrift Akademie Aktuell. Dieser Podcast ist das dazugehörige Interview. Mehr zum Thesaurus linguae Latinae > Zum Film "Aus unserer Forschung: Der Thesaurus linguae Latinae" > Zum Artikel "Im Weinberg der Lexikographie" von Prof. Kathleen M. Coleman in unserer Zeitschrift Akademie Aktuell (Heft 2/2019, Ausgabe 68)
Erschienen: 27.11.2020
Dauer: 00:31:22
Weitere Informationen zur Episode "Manfred Flieger über eine besondere Chronik des Thesaurus"
Wie kann man Eigennutz und Gemeinschaftssinn lehren? Wo liegen die Unterschiede zwischen Schultypen oder in verschiedenen Bundesländern? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Annette Scheunpflug von unserer Ad-Hoc-AG "Zukunftswerte". Wer spricht: Prof. Dr. Annette Scheunpflug ist Professorin für allgemeine Pädagogik an der Universität Bamberg und ordentliches Mitglied der BAdW. Verena Utikal ist Verhaltensökonomin, Beraterin und Moderatorin. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Foto:depositphoto. Die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Zukunftswerte Die im Jahre 2019 eingerichtete Ad-hoc-Gruppe „Zukunftswerte“ widmet sich zentralen gesellschaftlichen Werten, die aktuell vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt sind, z.B. durch Digitalisierung und durch soziale Medien, durch Nationalismus und Populismus, durch Migration sowie durch die Infragestellung oder den Bedeutungsverlust wertstiftender Institutionen. Drei Paare von Werten stehen im Mittelpunkt und werden als Spannungsfelder analysiert, nämlich Freiheit und Sicherheit, Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse sowie Multikulturalität und Identität. Die ad hoc-AG beschäftigt sich aus empirischer und normativer Perspektive u. a. mit folgenden Themen: Akzeptanz und Zurückweisung von Werten, Wertevermittlung und Zukunft der Wertevermittlung in gesellschaftlichen Institutionen; historische und kulturelle Verankerung von Werten und deren Transformationen; handlungsleitende und andere Funktionen von Werten. Die Arbeitsgruppe reflektiert und initiiert Forschung zu diesen Fragestellungen und möchte gleichzeitig die gesellschaftliche Debatte zu den o.g. Spannungsfeldern fördern.Sprecher der Arbeitsgruppe sind Andrea Abele-Brehm (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse), Nicole J. Saam (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Freiheit und Sicherheit) und Michael F. Zimmermann (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Multikulturalität und Identität). > Zur Projektseite der Ad-Hoc-AG Zukunftswerte
Erschienen: 27.11.2020
Dauer: keine Angabe
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Die Energiewende in Deutschland und der Welt könnte maßgeblich mit Wasserstoff in Verbindung stehen. Anders als Verbrennungsmotoren kommen Motoren auf Wasserstoffbasis ganz ohne klimaschädliche Emissionen aus. Was am Ende übrig bleibt - ist Wasser. Peter Wasserscheid, Professor für Chemische Reaktionstechnik, gibt Einblicke in eine Zukunftstechnologie. Interview vom 29.07.2020. Prof. Dr. Peter Wasserscheid ist Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg und Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien, er ist außerdem ordentliches Mitglied der BAdW. Das Interview führt Dr. Eve Tsakiridou. Die freie Journalistin hat nach einem Studium der Biologie und Philosophie im Bereich Hirnforschung promoviert. Ihre Schwerpunkte sind heute Technologie und Wissenschaft. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Foto: Kurt Fuchs/BAdW.> Zum Beitrag in unserer Zeitschrift Akademie Aktuell Mehr zu Peter Wasserscheid > Zum Video "Neue Mitglieder 2019: Prof. Dr. Peter Wasserscheid"
Erschienen: 26.11.2020
Dauer: 00:43:26
Weitere Informationen zur Episode "Wasserstoff als Energieträger der Zukunft"
Wie gedenkt man in Spanien der Franco-Diktatur und wie unterscheidet sich dies von der Aufarbeitung der NS-Zeit in Deutschland? Der Historiker Carlos Collado Seidel berichtet in seinem Gastbeitrag über das Erinnern und das Vergessen über Generationen und politische Lager hinweg. Der Podcast ist Teil unserer Reihe "Erinnerungskultur". Wer spricht: apl. Prof. Dr. Carlos Collado Seidel ist außerplanmäßiger Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Marburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkte zählen die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs, der Franco-Diktatur und der deutsch-spanischen Beziehungen im 20. und 21. Jahrhundert, außerdem vergleichende Diktatur- und Nationalismus-Forschung, Hymnen und Lieder als Symbole kollektiver Identität sowie gesellschaftliche Aufarbeitung von Gewaltregimes. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Bild: Reiterdenkmal Diktator Francisco Franco, wurde in seiner Geburtsstadt vom zentralen Platz entfernt Ferrol, Autonome Region, Galicien, Provinz A Coruña, Spanien, Europa - Bild-ID: 4327832 © imageBROKER.com / hwo. Zur Veranstaltung "In Stein gemeißelt? Erinnerungskultur im öffentlichen Raum" am 2.12.20 Auf Grund der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung ausschließlich im Livestream direkt auf unserer Startseite www.badw.de statt! Der Sturz eines Sklavenhändlerdenkmals in Bristol, Diskussionen über die Berliner U-Bahn-Haltestelle Mohrenstraße oder die geköpfte Kolumbus-Statue in Boston: Die Black Lives Matter-Bewegung hat einen postkolonialen Bildersturm ausgelöst. Die Diskussion über Straßennamen und Denkmäler wurde auch hierzulande neu entfacht. Das wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie gehen wir mit unserer Geschichte um? An wen und was wollen wir im öffentlichen Raum erinnern? Vortragende: Prof. Dr. Teresa Koloma Beck (Universität der Bundeswehr München); Dr. Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München); Prof. Dr. Jürgen Zimmerer (Universität Hamburg)Moderation: Dr. Kia Vahland (Süddeutsche Zeitung) > Zur Veranstaltungsseite mit Flyer
Erschienen: 25.11.2020
Dauer: 00:17:14
Weitere Informationen zur Episode "Erinnerungskultur in Spanien"
Was bringt Teams voran? Welchen Einfluss hat die Diversität von Teams auf deren Erfolge? Die Verhaltensökonomin und Moderatorin Verena Utikal spricht mit Prof. Dr. Monika Schnitzer, Professorin für Volkswirtschaftslehre, über Innovation in der Arbeitswelt. Ein Podcast unserer Ad-Hoc-AG "Zukunftswerte". Prof. Dr. Monika Schnitzer hat den Lehrstuhl für Komparative Wirtschaftsforschung an der LMU München inne und ist ordentliches Mitglied der BAdW. Dr. Verena Utikal ist Verhaltensökonomin, Beraterin und Moderatorin. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber. Die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Zukunftswerte Die im Jahre 2019 eingerichtete Ad-hoc-Gruppe „Zukunftswerte“ widmet sich zentralen gesellschaftlichen Werten, die aktuell vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt sind, z.B. durch Digitalisierung und durch soziale Medien, durch Nationalismus und Populismus, durch Migration sowie durch die Infragestellung oder den Bedeutungsverlust wertstiftender Institutionen. Drei Paare von Werten stehen im Mittelpunkt und werden als Spannungsfelder analysiert, nämlich Freiheit und Sicherheit, Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse sowie Multikulturalität und Identität. Die ad hoc-AG beschäftigt sich aus empirischer und normativer Perspektive u. a. mit folgenden Themen: Akzeptanz und Zurückweisung von Werten, Wertevermittlung und Zukunft der Wertevermittlung in gesellschaftlichen Institutionen; historische und kulturelle Verankerung von Werten und deren Transformationen; handlungsleitende und andere Funktionen von Werten. Die Arbeitsgruppe reflektiert und initiiert Forschung zu diesen Fragestellungen und möchte gleichzeitig die gesellschaftliche Debatte zu den o.g. Spannungsfeldern fördern.Sprecher der Arbeitsgruppe sind Andrea Abele-Brehm (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse), Nicole J. Saam (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Freiheit und Sicherheit) und Michael F. Zimmermann (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Multikulturalität und Identität). > Zur Projektseite der Ad-Hoc-AG Zukunftswerte
Erschienen: 20.11.2020
Dauer: 00:17:58
Weitere Informationen zur Episode "Einzelleistung oder Teamarbeit: Wie gelingt Innovation?"
Die US-Wahl ist zu Ende. Lange hat das Ergebnis auf sich warten lassen und in der Zwischenzeit hat Donald Trump alles versucht, um das weitere Auszählen der Wahlzettel zu unterbinden - im Wissen, dass die Briefwahlzettel Joe Biden favorisieren würden. Genutzt hat es ihm nichts. Dennoch ist es ein knapper Sieg für Joe Biden. Was bedeutet das für die USA und die Welt? Amerika-Expertin und Akademiemitglied Prof. Dr. Heike Paul in einem Kurzvortrag vom 09.11.2020 in unserer Reihe "USA 2020". „Vote as if your life depends on it – because it does” – auf diesen eindringlichen Wahlaufruf von Michelle Obama hin gaben 2020 erheblich mehr Wählerinnen und Wähler in den USA bereits vor dem Wahltag ihre Stimme ab als bei vorherigen Präsidentschaftswahlen. Und tatsächlich stand bei der Wahl 2020 viel auf dem Spiel. Nun hat das amerikanische Volk gewählt: Was ist passiert? Wo stehen die USA jetzt? Was bringen die nächsten Tage und Wochen? Während in einigen Staaten noch ausgezählt wird, ordnet Amerikanistin Heike Paul die Wahl und ihr Ergebnis in historischer, gesellschaftlicher, politischer und kultureller Perspektive in einer neuen Folge des BAdW-Podcasts ein. Wer spricht? Prof. Dr. Heike Paul ist Professorin für Amerikanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie forscht über Sentimentalismus in Populärkultur und Politik, Amerikanische Mythen und Populärkultur, Kulturelle Mobilität, Implizites Wissen und Gender Studies. 2018 erhielt sie den Leibniz-Preis, 2019 wurde sie ordentliches Mitglied der BAdW. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber, Foto:Gage Skidmore/flickr.
Erschienen: 09.11.2020
Dauer: 00:26:45
Weitere Informationen zur Episode "And the Winner is... Joe Biden"
Nicht nur Altruismus sondern auch Egosimus hat eine Daseinsberechtigung, so die Sozialpsychologin Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm im neuen Podcast unserer Ad-Hoc-AG "Zukunftswerte". Im Gespräch mit der Verhaltensökonomin und Moderatorin Verena Utikal spricht sie über Eigen- und Gemeinschaftsinteressen sowie Solidarität in der Corona-Pandemie. Prof. Dr. Abele-Brehm ist Professorin für Sozialpsychologie (FAU Erlangen-Nürnberg), Vizepräsidentin der BAdW und Co-Sprecherin der Ad-Hoc-AG "Zukunftswerte". Dr. Verena Utikal ist Verhaltensökonomin, Beraterin und Moderatorin. Podcast-Einführung: Dr. Laura Räuber. Bild: Florian Gaertner/photothek.netx. Die Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Zukunftswerte Die im Jahre 2019 eingerichtete Ad-hoc-Gruppe „Zukunftswerte“ widmet sich zentralen gesellschaftlichen Werten, die aktuell vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt sind, z.B. durch Digitalisierung und durch soziale Medien, durch Nationalismus und Populismus, durch Migration sowie durch die Infragestellung oder den Bedeutungsverlust wertstiftender Institutionen. Drei Paare von Werten stehen im Mittelpunkt und werden als Spannungsfelder analysiert, nämlich Freiheit und Sicherheit, Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse sowie Multikulturalität und Identität. Die ad hoc-AG beschäftigt sich aus empirischer und normativer Perspektive u. a. mit folgenden Themen: Akzeptanz und Zurückweisung von Werten, Wertevermittlung und Zukunft der Wertevermittlung in gesellschaftlichen Institutionen; historische und kulturelle Verankerung von Werten und deren Transformationen; handlungsleitende und andere Funktionen von Werten. Die Arbeitsgruppe reflektiert und initiiert Forschung zu diesen Fragestellungen und möchte gleichzeitig die gesellschaftliche Debatte zu den o.g. Spannungsfeldern fördern.Sprecher der Arbeitsgruppe sind Andrea Abele-Brehm (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Gemeinschaftsinteresse und Eigeninteresse), Nicole J. Saam (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Freiheit und Sicherheit) und Michael F. Zimmermann (spezifisch befasst mit dem Wertepaar Multikulturalität und Identität). > Zur Projektseite der Ad-Hoc-AG-Zukunftswerte
Erschienen: 30.10.2020
Dauer: 00:21:30
Weitere Informationen zur Episode "Ich oder Wir: Altruismus und Egoismus in Zeiten von Corona"
Die Black Lives Matter Bewegung hat unter der Regierung Trump noch einmal an Wichtigkeit gewonnen. Rassismus und Polizeigewalt scheinen immer weiter zuzunehmen. Wo kommt die Bewegung her, was fordert sie und wie könnte es nach der Wahl weitergehen? Ein Gastbeitrag des Amerikanisten Dr. des. Cedric Essi vom 26.10.2020 in unserer Reihe "USA 2020". "Die Aussage, dass schwarzes Leben zählt, dass schwarzes Leben denselben Stellenwert hat wie das von weißen Amerikaner*innen, ist alles andere als selbstverständlich. Der Leitspruch ‚Black Lives Matter‘ der aktuellen, anti-rassistischen Protestbewegung ist keine banale Feststellung, sondern ein Aufruf, schwarzes Leben als gleichwertig anzuerkennen. Der Leitspruch ‚Black Lives Matter‘ ist damit sogar eine radikale Forderung", so Dr. des. Cedric Essi im Podcast. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anglistik/Amerikanistik der Universität Osnabrück, Habilitand im DFG Sonderforschungsbereich „Recht und Literatur“ und Mitherausgeber der Fachzeitschrift Amerikastudien. Seine Forschung widmet sich insbesondere der Frage, wie Rassismus die US-amerikanische Gesellschaft prägt. In seiner Doktorarbeit untersuchte er, wie der Nationalmythos des Melting Pot im Widerspruch zu einer langen Geschichte steht, in der Familienkonstellationen zwischen weißen und schwarzen Amerikaner*innen tabuisiert und gesetzlich verboten waren. Dabei zeigte er, wie aber seit den 1990er Jahren viele Menschen aus solchen interethnischen Familien durch Autobiografien öffentliche Anerkennung einfordern. Aktuell forscht er zu den Zusammenhängen zwischen Rassismus, Urheberrecht und der Herausbildung von amerikanischer Nationalliteratur im 19. Jahrhundert. Mehr zum Thema - Weiterlesen Alexander, Michelle. The New Jim Crow: Mass Incarceration in the Age of Colorblindness. New York: New Press, 2010. Ben-Moshe, Liat. Decarcerating Disability: Deinstitutionalization and Prison Abolition. Minneapolis: University of Minnesota Press, 2020. Bonilla-Silva, Eduardo. Racism without Racists. Lanham, MD: Rowman & Littlefield Publishers, 2013. Garza, Alicia. “GWS Keynote Lecture: Black Lives Matter.” YouTube, uploaded by UC Berkeley Events, 25 Oct. 2017, www.youtube.com/watch?v=ZDCxFABGkPw. Accessed 10 Sept. 2019. The Purpose of Power: How We Come Together When We Fall Apart. New York: One World, 2020.Gilmore, Ruth Wilson. Golden Gulag: Prisons, Surplus, Crisis, and Opposition in Globalizing California. Berkeley: University of California Press, 2006. Khan-Cullors, Patrisse, and Asha Bandele. When They Call You a Terrorist: A Black Lives Matter Memoir. New York: St. Martin’s Press, 2018. Laster Pirtle, Whitney. “Racial Capitalism: A Fundamental Cause of Novel Coronavirus (COVID-19) Pandemic Inequities in the United States.” Health Education & Behavior 47.4 (2020): 504-508. Coi: doi.org/10.1177/1090198120922942 Mills, Charles. The Racial Contract. Ithaca: Cornell University Press, 2014. Painter, Nell Irvin. The History of White People. New York: W.W. Norton, 2010. Roberts, Dorothy. Killing the Black Body: Race, Reproduction, and the Meaning of Liberty. New York: Pantheon Books, 1997. Ransby, Barbara. Making all Black Lives Matter: Reimagining Freedom in the Twenty-First Century. Oakland: University of California Press, 2018. Rose, Tricia, and Cornell West, hosts. The Tight Rope. SpkerBox Media, Spotify app, 2020. Podcast.Sexton, Jared. “Unbearable Blackness.” Cultural Critique 90 (2015): 159-78. https://www.jstor.org/stable/10.5749/culturalcritique.90.2015.0159. Black Masculinity and the Cinema of Policing. Cham: Palgrave, 2017. Sharpe, Christina. In the Wake: On Blackness and Being. Durham, NC: Duke University Press, 2016. Sze, Julie. Environmental Justice in a Moment of Danger. Oakland, CA: University of California Press, 2020. Stumpf, Benjamin. “The Whiteness of Watching: Surveillant Citizenship and the Carceral State.” Radical Philosophy Review 23.1 (2020): 117-36. Doi: 10.5840/radphilrev2020225105.Taylor, Keeanga-Yamahtta Taylor. From #BlackLivesMatter to Black Liberation. Chicago, IL: Haymarket Books, 2016. Thompson, Vanessa. Interview by Wolfram Eilenberger. “Sternstunde Philosophie: Rassismus, Polizeigewalt und die Zukunft der Demokratie.“ SFR Kultur, 14 June 2020, medien.srf.ch/-/-sternstunde-philosophie-rassismus-polizeigewalt-und-die-zukunft-der-demokratie. Accessed 1 July 2020. Washington, Harriet. Medical Apartheid: The Dark History of Medical Experimentation on Black Americans from Colonial Times to the Present. Westminster: Knopf Doubleday, 2008.Wilderson, Frank B., III. Afropessimism. New York: Liveright, 2020. Williams, Patricia. The Alchemy of Race and Rights. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1991. ---. "The American Ritual of Racial Killings.” The Nation, 29 April 2015, www.thenation.com/article/archive/american-ritual-racial-killings/. Accessed 5 June 2016.
Erschienen: 28.10.2020
Dauer: 00:31:22
Weitere Informationen zur Episode "Die "Black Lives Matter" Bewegung"